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Es war noch dunkel an diesem kalten Novembermorgen, als Herr Müller das Haus verließ. Er war der Leiter einer Sparkasse in Berlin-Grunewald und er war bekannt dafür, dass er seiner Arbeit immer gewissenhaft und pflichtbewusst nachging. Auch an diesem Morgen war er wieder überpünktlich unterwegs. Herr Müller war immer eine halbe Stunde vor den anderen fünf Mitarbeitern an der Bank, um aufzuschliessen und gewisse andere Vorbereitungen zu treffen. Herr Müller schloß wie jeden Morgen, die Sparkassenfiliale um fünf vor acht auf. Als er plötzlich von hinten gepackt wird. er spürt in seinem Rücken eine Pistole. Herr Müller dreht sich um und ist entsetzt. " Du?" Sekunden später fiel ein Schuss und Herr Müller fiel zu Boden.
Als seine Kollegen und Kolleginnen um fünf Minuten vor halb neun die Bank betraten, fanden sie ihren Chef am Boden liegen. Sie sahen sofort das hier ein Verbrechen passiert war. Schnell riefen sie die Polizei und einen Rettungswagen an. Doch jede Hilfe kam zu spät. Der Hauptkommissar Schrader ließ sich als erstes alle Adressen von den Mitarbeitern geben. Dann beauftragte der Kriminalbeamte einen Bankarbeiter nachzusehen ob Geld im Tresor fehlte.
Später teilte der Angestellte dem Kommissar mit, dass rund 250 000 Euro fehlten. " Wir müssen erst einmal von einem Bankraub ausgehen. Alles weitere müssen die Ermittlungen ergeben," sagte Kommissar Schrader.
" Hat jemand von ihnen etwas gesehen?" fragte der Kommissar die Angestellten. " Wir kommen immer eine halbe Stunde später als uinser Chef." " Hat der Herr Müller Familie?" " Ja, er wohnt mit seiner Frau
und seinen zwei Kindern in der Schillerallee 15."
Hauptkommissar Schrader musste die Frau von Peter Müller über den Mord informieren Er war wirklich mit Leib und Seele bei der Polizei, doch wenn es darum ging den Familien den Tod eines Angehörigen zu melden, dann wünschte er sich immer, dass er doch einen anderen Beruf hätte. Kommissar Schrader war schon lange bei der Polizei. Zwei Jahre noch dann konnte er in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Doch am liebsten würde er noch viel länger ungeklärte Fälle lösen wollen. Ihm machte nämlich sein Beruf viel Spaß
Er war gefürchtet bei den Verbrechern und geachtet von seinen Kollegen. Sie nannten ihn den " Fuchs", und das mit Recht. Er ging mit so viel clevernes und schläue an jeden Fall heran, dass ihm dieser Beiname regelrecht zustand. Bis heute blieb kein Fall, den der Fuchs lösen musste, ungelöst. Vielleicht dauerte der eine oder andere Fall etwas länger, aber jedes Verbrechen wurde von ihm aufgeklärt.
Es war ein schwerer Gang in die Schillerallee 15. Doch er fasste, wie immer in dieser Situation, seinen ganzen Mut zusammen. Eine ziemlich junge Frau öffnete auf sein Klingeln die Haustür. " Frau Müller?" " Ja, wer sind sie?" " Hauptkommissar Schrader, darf ich hereinkommen?" " Was gibt es denn, haben meine Kinder irgendetwas angestellt.?" " Ich glaube es ist besser, wenn wir das drinnen besprechen. " Als Kommissar Schrader im Wohnzimmer stand, wusste er nicht wie er beginnen sollte: " Frau Müller, es geht um ihren Mann. Er wurde heute morgen erschossen in der Bank aufgefunden." Kathrin Müller fing bitterlich an zu weinen und fragte traurig:" Wer macht denn so was?" " Das müssen wir noch herausfinden. Aber glauben sie mir, ich werde meine ganze Kraft in diesen Fall hineinlegen. Den Täter werde ich jagen und finden.
Sind sie in der Lage mir ein paar Fragen zu beantworten? Sonst kann ich auch morgen wieder kommen."
" Es wird wohl besser sein, wenn sie morgen noch einmal kommen." " Das verstehe ich, sie wollen sicher jetzt alleine sein, auf Wiedersehen."
Der Fuchs ging wieder zum Tatort zurück, wo seine Kollegen noch nach Spuren suchten. Natürlich hatte der Kommissar, bevor er zu den Müllers gegangen war, eine Ringfahndung angesetzt, weil der Täter vielleicht noch flüchtig war. Aber er hörte am Tatort die Nachricht dass die Suche ergebnislos war. Persönlich dachte er sowieso an keinen Banküberfall sondern an geplanten Mord. Er sah nämlich keine Veranlassung, wenn es ein Banküberfall war, für den Mord. Es hatte kein Kampf stattgefunden und die Leiche lag direkt am Eingang der Bank. Er befragte die Bankangestellten einen nach dem anderen, ob sie irgendeine Vermutung haben, wer hinter diesem Verbrechen stecken konnte. Doch keiner hatte konkrete Hinweise geben können. Der Fuchs gab jedem seine Visitenkarte und sagte:" Wenn noch irgendjemandem etwas einfällt, sie können mich Tag und Nacht erreichen." Dann ging der Kommissar zurück ins
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Polizeibüro. jetzt musste er erst einmal auf das balistische Ergebnis warten. Morgen erhoffte er, daß er einige Informationen von Frau Müller über das Privatleben des Getöteten bekam, die ihn auf irgendeine Spur bringen würde. Als es nichts mehr zu tun gab ging der Fuchs nach Hause. Er war seit 35 Jahren verheiratet und hatte eine erwachsene Tochter, die ihn schon zum Opa gemacht hatte. Seine Tochter lebte mit ihrem Mann und Sohn Kevin, der 10 Jahre alt war, mit ihren Eltern unter einem Dach. Herr Schrader war froh darüber, so konnte er seinen Enkelsohn jeden Tag sehen. Die jungen Leute wohnten oben im Haus, aber Kevin war sehr oft unten bei seinen Großeltern. Der Fuchs blühte immer richtig auf, wenn er mit seinem Enkel zusammen war. Kevin schaffte es sogar, dass der Opa über die Ereignisse des Tages hinweg kam. Er selber hatte sich früher auch noch einen Jungen gewünscht, mit dem wollte er dann später knifflige Fälle bei der Polizei lösen. Aber heute weiß er, dass er ihn sowieso nicht zum Polizeidienst geraten hätte. Denn zu aller Liebe zu seinem Beruf, weiß er doch wie gefährlich das Ganze sein kann. Außerdem ist er mit seiner Tochter voll und ganz zufrieden. Nach einer unruhigen Nacht, machte er sich gleich am nächsten Tag, nach dem Frühstück, auf den Weg zu den Müllers. Er hoffte einige Informationen von der Frau zu kriegen, die ihm vielleicht eine Richtung anzeigt , wo er mit seinen Ermittlungen anfangen konnte. Er wusste aus langjähriger Erfahrung, dass der Anfang eines Falles sich als sehr schwierig erweist ohne bestimmte Informationen. Dabei wusste er genau, dass die Leute vieles nicht gleich sagten, weil sie meinten, dass es vielleicht nicht wichtig wäre, oder belanglos. Der Fuchs war immer zufrieden, wenn er ganz viele Informationen bekam, auch wenn sie auf den ersten Blick unwichtig erschienen. Er hatte schon oft erlebt, dass Informationen, die im Anfang eines Falles unwichtig erschienen, im Laufe des Falles sich als sehr nützlich und aufschlussreich erwiesen.
Frau Müller sah furchtbar aus, als sie dem Hauptkommissar die Tür öffnete. Sie musste die ganze Nacht durchgeweint haben, so dick und geschwollen sahen ihre Augen aus. " War es ein Banküberfall?" fragte sie den Polizisten als erstes. " Wir müssen erst einmal davon ausgehen, aber ich persönlich glaube, dass etwas anderes dahinter steckt. Und genau aus diesem Grund bin ich hier, um etwas mehr über ihren Mann zu erfahren. Ich sage ihnen gleich, was ich allen Leuten sage Frau Müller, jede kleinste Information auch wenn sie für sie unwichtig erscheint, , ist für mich um so wichtiger um den Fall so schnell wie möglich aufzuklären. Was war denn ihr Mann so für ein Mensch?" " Er war ein liebevoller Familienvater und ein durchaus guter Mensch. Er war nie unfair zu mir oder unseren Kindern. Einen besseren Mann konnte ich mir gar nicht wünschen," sagte sie mit Tränen in den Augen. " Hatten sie gemeinsame Freunde, und hatte ihr Mann vielleicht auch Bekanntschaften von denen sie nicht so viel wussten, von denen er vielleicht nur darüber sprach, sie aber die Leute gar nicht kannten?"
" Mein Mann hatte in letzter Zeit komische Hobbys. Einmal die Woche pokern, mit mir völlig unbekannten Leuten. Sie spielten um hohe Einsätze, und mein Mann kam immer schlecht gelaunt, wenn er von diesen Spielabenden nach Hause kam.ich wusste nur, dass er ziemlich viel verloren hatte. Und trotzdem ging er immer wieder hin. Ich habe ihn immer wieder angefleht er möge doch damit aufhören, aber er hatte seinen eigenen Kopf." " Wissen sie vielleicht, wo diese Pokerabende statt gefunden haben, Frau Müller." " genau weiß ich das nicht, aber er sprach immer von einem Manni. Ich kenne nur den Vornamen, weil viel hat mein Mann nie darüber gesprochen." " Das ist doch wenigstens ein Anhaltspunkt. Sie sprachen von Hobbys, was waren denn da noch für Hobbys, Frau Müller." " Er ging zum Beispiel auch in Casinos und machte bei Pferdewetten mit." " Seit wann machte er denn das, bevor er mit dem Poker spielen anfing, oder hinterher?" " Hinterher, aber wieso fragen sie das?" " Frau Müller, könnte es nicht sein, dass ihr Mann so viele Spielschulden beim Pokern hatte, dass er versuchte durch die beiden anderen Hobbys, wie sie es ausdrücken, an Geld zu kommen um die Spielschulden bezahlen zu können." " So habe ich das noch gar nicht gesehen. Sie könnten Recht haben." " Und das festzustellen ist meine Aufgabe. Ich verspreche ihnen, dass ich mein bestmöglichstes tun werde , um den Verbrecher dingfest zu machen. Jetzt mal etwas anderes Frau Müller. Sie haben ein sehr grosses Haus, wohnen sie alleine hier mit ihrer Familie?" " Nein, nicht mehr. Seit einem halben Jahr wohnt ein alleinstehender Herr zur Untermiete. Aber am liebsten hätten wir ihm schon wieder gekündigt, weil wir uns einfach nicht mit Herrn Grabe verstehen. außerdem ist er
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ein gehobelter und unfreundlicher Mensch. Es hat schon sehr viel Krach zwischen meinem Mann und Herrn Grabe gegeben." " Gut, dann werde ich mit dem Herrn auch noch sprechen müssen. Fürs erste habe ich sie jetzt genug befragt. Aber, Frau Müller, ich werde eventuell noch öfter kommen müssen und wenn ihnen noch etwas wichtiges einfallen sollte, hier haben sie meine Nummer vom Büro und meine Private. Sie können mich zu jeder Tag- und Nachtzeit erreichen, auf Wiedersehen." " Auf wiedersehen , Herr Kommissar." Der Fuchs dachte sich, dass er einen sehr guten Anhaltspunkt erhalten hatte, und genau bei dieser Sache wollte er seine Ermittlungen beginnen. Als er am Revier ankam beauftragte als erstes einen jüngeren Kollegen sämtliche Glücksspieler , die im Computer registriert waren, auszudrucken. Er selber ging erst einmal in die Kantine, um sich etwas zu stärken. Außerdem traf man dort viele Kollegen, mit denen man sich austauschen konnte. Wenn der " Fuchs" den Speisesaal betrat, konnte man den Respekt an den Gesichtern der jungen Kollegen für Kommissar Schrader förmlich ablesen. Die älteren Kollegen hatten diesen Respekt nach den vielen gemeinsamen Jahren etwas ablegen können, aber trotzdem bewunderten sie ihren Fuchs.Einen von den jungen Wilden, hat der Fuchs unter seine Fittiche genommen. Sein Name ist Patrik Dirkes, der mitlerweile auch schon zum Kommissar befördert wurde. Er war Schraders Assistent , konnte man sagen. Der Hauptkommissar hielt nämlich große Stücke auf Dirkes. Wenn der Fuchs in Rente geht, soll Dirkes seinen Posten einmal übernehmen.
Dirkes war auch im Speisesaal, und genau an seinen Tisch setzte sich Schrader und begrüßte ihn höflich. " Hallo Patrik, wie laufen die Geschäfte. Du hast bestimmt schon gehört von dem Mord in der Bank. Ich möchte, dass du mir bei dem Fall hilfst. Was sagst du dazu?" " Ich bin begeistert und ich helfe ihnen natürlich gerne. Die Zusammenarbeit mit ihnen wird mir bestimmt wie immer, Freude bereiten." Ich war schon bei Frau Müller, der Frau des Opfers, ich habe schon einige interessante Dinge gehört, die ich dir natürlich in allen Einzelheiten erzählen werde." Die beiden redeten noch über dies und das und dann gingen sie in Schraders Büro. " Ich habe natürlich sofort eine Liste angefordert, von allen uns bekannten Glücksspielern. Die Liste müsste eigentlich jeden Augenblick bei mir landen," sagte Schrader. Ein paar Minuten später kam auch schon ein junger Kollege in das Büro und brachte die angeforderte Liste. Er war ganz ausser Puste und sagte:" Schneller ging es nicht!" " Machen sie weiter so, sagte Schrader, dann wird aus ihnen noch mal ein tüchtiger Polizist." Der junge Beamte ging freudestrahlend heraus. " So, dann wollen wir uns mal die Liste angucken. Wie gesagt, wir suchen nach einem Manni " " Es gibt unzählige Mannis in dieser Liste. Ausserdem ist noch gar nicht gesagt, dass dieser Manni auch auf dieser Liste ist," sagte Dirkes. " Das wir auch gleich den richtigen finden, habe ich auch nicht erwartet. Wir müssen uns eben alle genauer angucken, wahrscheinlich kann uns dieser Manni aber nähere Informationen über den Fall liefern. Wenn er nicht sogar etwas mit dem Mord indirekt oder oder direkt zu tun hat. Wir werden wohl eine Nachtschicht einlegen müssen, und die bekannten Spielstätten aufsuchen. Alle können wir heute sowieso nicht aufsuchen, aber wenigstens einige." Schrader und Dirkes gingen zusammen ins Restaurant und aßen erst einmal richtig zu Abend. Schließlich hatten sie eine lange Nacht vor sich. Die beiden verstanden sich schon immer gut und es entstand eine rege Unterhaltung. Am liebsten unterhielten sich die beiden über ihre Kinder. Dirkes hatte auch schon eine kleine Familie und war vor kurzem stolzer Vater von einer Tochter geworden. Der Fuchs schwärmte jedesmal von seinem Enkelsohn Kevin. Für beide war dieses Thema ein Vergnügen und ausserdem eine gute Ablenkung vom Beruf. Nach dem Essen tranken beide einen starken Kaffee, denn sie mussten schließlich noch lange wach bleiben. Alkohol kam für die beiden Vollblutpolizisten auf gar keinen Fall in Frage, schließlich waren sie ja noch im Dienst, und sie nahmen die Dienstvorschriften ziemlich genau. Es war ungefähr zehn Uhr als die beiden die erste Zokkerbude besuchten. Als sie die Wohnung betraten, zogen die Spieler schnell ihr Geld vom Tisch, aber Dirkes und Schrader waren heute wenigstens nicht daran interessiert die Leute wegen unerlaubten Glückspiels zu verhaften. Die Spieler waren deshalb auch sichtlich überrascht als die Polizisten nach ein paar Fragen, die Wohnung wieder verliessen, ohne jemanden festzunehmen. Die beiden Beamten hatten schon viele Wohnungen besucht und viele Leute befragt, aber keiner kannte Herrn Müller. Es war schon viertel vor drei, als sie beschlossen die letzte Station für heute zu überprüfen. Tatsächlich hatte es sic
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gelohnt so lange zu forschen, denn hier stellte sich ein Erfolg ein. " Müller? Ist das nicht der, der in seiner eigenen Bank erschossen wurde?" " Kennen sie ihn etwa?" fragte Dirkes aufgeregt. " Ja, das ist doch der, der bei Manni Kowalski gespielt hat, im Anfang auf jeden Fall. Später hatte er auch noch woanders gespielt. Aber ich kann ihnen beim besten Willen nicht sagen, wo überall." " Wissen sie ob er Spielschulden hatte? fragte der Fuchs. " Sicher hatte Müller Schulden, und das nicht zu knapp. Sie müssen wissen Müller war besessen auf Pokern, nur leider spielte er nicht gut, auf jeden Fall nicht gut genug um zu gewinnen. Zuletzt durfte er nirgends mehr mit spielen, weil er erst einmal die Schulden abbezahlen musste. Sie wissen ja, Spielschulden sind Ehrenschulden." " Vielen Dank, sie haben uns sehr geholfen," sagte Schrader. " Sagen sie bloß Kowalski nicht, dass ich ihnen diese Informationen geliefert habe, sonst bin ich dran." " Keine Angst
wir verraten kein Sterbenswörtchen."
Die beiden Polizisten waren einerseits froh, dass sie schlußendlich erfahren haben, aber andererseits waren sie etwas enttäuscht, weil es noch mehr Orte gab, an denen Herr Müller gespielt hat. Das machte die ganze Sache nicht leichter. Dirkes wohnte nur eine Straße weiter als Schrader, so daß sie denselben Weg nach hause hatten. " Am besten wird es sein, wenn wir einen UnderCover Polizisten einsetzen, der in der Spilerszene ein bißchen herumschnüffelt, besonders bei Kowalski." Um halb Vier kamen sie bei Schraders Haus endlich an. Beide waren ziemlich übermüdet und als sie sich verabschiedeten sagte Schrader:" Schlafen sie gut, und vor allem verschlafen sie nicht. Gute Nacht." " Gute Nacht, Herr Schrader, und keine Angst ich werde morgen pünktlich zum Dienst erscheinen."
Am nächsten morgen sahen noch beide sehr verschlafen aus. Aber nach einem starken Kaffee waren sie wieder einsatzbereit. Ein junger Kollege betrat das Büro der beiden. " Sie haben mich rufen lassen, Herr Schrader?" " Ach Vogts, ja richtig. Kommen sie, setzen sie sich. Wissen sie was Under Cover bedeutet?" " Natürlich, Herr Hauptkommissar." " Wir haben hier ein Mordfall aufzuklären, der vielleicht auch etwas mit Glücksspiel zu tun haben könnte. Sie sollen als verdeckter Ermittler etwas in der Szene herumstöbern. Trauen sie sich das zu und können sie Poker spielen?" Der junge Polizist war sichtlich überrascht, dass gerade er so eine wichtige Rolle in diesem Fall übernehmen sollte. " Ich glaube schon, dass ich diesen Auftrag erfüllen kann und Poker spielen kann ich auch ganz gut." " Na wunderbar. Nähere Anweisungen bekommen sie noch etwas später. Das wichtigste ist aber natürlich, dass niemand heraus kriegt, dass sie bei der Polizei arbeiten. Das wäre es fürs erste, sie können wieder gehen.." Als Vogts aus dem Büro war, sagte Schrader zu Dirkes:" Ich werde mir heute mal den Untermieter von Herrn Müller unter die Lupe nehmen, und du Patrik solltest mal die Angestellten in der Bank befragen."
Peter Grabe saß unzufrieden in seinem Sessel und las in der Zeitung. Es passte ihm nicht, dass er schon wieder arbeitslos war, aber schließlich hatte er sich das selber zuzuschreiben. Er trank viel zu viel und das merkte man auch auf der Arbeit. Unzählige Male kam er viel zu spät, und machte schwerwiegende Fehler bei der Arbeit. Das läßt sich auch der geduldigste Chef nicht gefallen. Anstatt sich aber um einen neuen Arbeitsplatz zu kümmern, hang Grabe den ganzen Tag nur so rum. und trank weiter seinen Alkohol. Er kann von Glück sagen, wenn er überhaupt noch mal einen Arbeitsplatz bekommt, denn bei seinem Vorstrafenregister, angefangen von Betrug bis schwere Körperverletzung kann man beruflich nicht mehr viel erwarten. Dabei hatte er eine Lehre als Bankkaufmann begonnen, aber auch damals trank er schon und wurde deshalb entlassen. Von da an ging es nur noch bergab mit Grabe. Auch seine Freundlichkeit, die er als junger Mann immer besaß, wechslte um in Griesgrämigkeit. Er steckte sich schon die dritte Zigarette an diesem Morgen an, und die erste Flasche Bier hatte er auch schon geöffnet, als es plötzlich an der Haustür klingelte. Normalerweise kriegte er er so früh nie Besuch und erst wollte er gar nicht aufmachen aber der Besucher ließ sich nicht so einfach abwimmeln und klingelte so lange bis Grabe öffnete: " " Was willst du denn hier, Kowalski?" fragte Grabe mit ernstem Ton. " Lass mich doch erst einmal herein, Peter. Dann wirst du schon erfahren, was ich will." Grabe ließ Kowalski rein und bot ihm eine Flasche Bier an."O.K. Eine Flasche trinke ich mit. Aber viel Zeit habe ich nicht , ich möchte nämlich nicht der Polizei über den Weg laufen, und besonders nicht dem Fuchs. Ich wollte dich nur warnen, wenn die Bullen kommen, verrate nicht zu viel. Müller ist gestern erschossen worden. " " Ich habe nichts zu verbergen" " Aber schließlich hatte Müller
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bei dir auch einige Schulden, damit bist du auch verdächtig. Ich will dich nur warnen, letztendlich musst du selber wissen was du tust. " Schnell trank Kowalski seine Flasche Bier aus und ging dann auch sofort wieder.
Grabe überlegte warum Kowalski ihn gewarnt hatte, und warum wollte er dem Fuchs nicht über den Weg laufen.
Dirkes war auf dem Weg zur Bank um einige Befragungen zu machen. Aber mit wem er auch sprach, er kriegte immer dieselben Antworten. " Unser Chef war ein netter Mensch und er war immer pflichtbewusst und zuvorkommend." Nur bei einem glaubte er nicht, ob er es auch wirklich ernst meinte, was er nettes über seinen Boss sagte. Nachdem er sich näher mit einer Angestellten über Hans-Peter Niehaus unterhielt, erzählte sie dem Polizisten, dass Niehaus einmal ein Verhältnis mit Kathrin Müller hatte. Müller fand es heraus und es gab einen riesigen Krach zu Hause. Aber nicht nur das, Niehaus und Müller haben sich wegen dieser Sache die Zähne eingeschlagen. Danach war erst einmal Ruhe. Doch nach einiger Zeit bekam Müller Drohbriefe, in denen z. B. drinstand:" Ich bringe dich um, wenn du Kathrin nicht verlässt." " Ich kann ihnen das deshalb so genau sagen, weil Herr Müller, weil Herr Müller mit mir darüber gesprochen hat, und mir auch die Drohbriefe gezeigt hat. Nach reichlicher Überlegung waren wir beide der Meinun, dass die Drohbriefe nur von einem kommen konnten, und zwar von Niehaus."
"Das ist ja interessant, sagte Dirkes. Ich frage mich nur, warum sie Niehaus so stark belasten?"" Ehrlich gesagt, weil ich ihn nicht ausstehen kann. " " Wissen sie ob diese Drohbriefe noch existieren?" " Dann müssten sie das Haus von Müllers auf den Kopf stellen, denn so weit ich weiß, hat Herr Müller seiner Frau nichts davon erzählt. Mir hat er es nur erzählt weil wir seit unserer Kindheit sehr gut befreundet sind. Ich war sozusagen immer der Kummerkasten für ihn. Was werden sie jetzt tun, Herr Kommissar?" "Wir werden Niehaus erst einmal in Ruhe lassen damit er sich noch in Sicherheit wiegt. Als erstes werden wir die Drohbriefe suchen, und wenn wir sie gefunden haben versuchen wir herauszufinden, ob sie wirklich von Niehaus stammen oder nicht. Das ist ja schließlich noch nicht erwiesen. So und jetzt entschuldigen sie mich, ich muss mich beim Revier melden. Auf wiedersehen Frau, wie war noch mal ihr Name? " " Hansen." " Ja richtig, Frau Hansen. Auf wiedersehen. Sie haben mir sehr geholfen." Dirkes hatte erst einmal genug gehört und machte sich auf den Weg zum Revier. Er war schon gespannt, was der Fuchs dazu sagen würde. Der jedoch war unterwegs nach Peter Grabe, dem Untermieter von den Müllers. Schrader klingelte bei Grabe. Es dauerte eine ganze Weile bis Grabe die Tür öffnete. " Guten Morgen, Herr Grabe. Ich bin Hauptkommissar Schrader und hätte einige Fragen an sie. Darf ich herein kommen?" " Wenn es unbedingt sein muss," sagte Grabe mürrisch. Grabe war schon leicht angetrunken Als der Fuchs in die Wohnung kam fand er ein heilloses Durcheinander. Leere Bierflaschen auf dem Tisch, Wäschestücke lagen auf dem Boden und auf dem Sessel verteilt, und der Teppich sah auch so aus, als ob er wochenlang nicht gesaugt wurde. Grabe bot dem Hauptkommissar keinen Platz an, was aber nicht so schlimm war, weil der Fuchs sich sowieso ekelte vor dem ganzen Schmutz. Deswegen wollte Schrader es auch kurz machen. " Ich habe gehört, es gab ein paar Differenzen zwischen ihnen und Herrn Müller. Warum haben sie sich dennn gestritten?" " Es ging immer um Kleinigkeiten , so eine Art Nachbarschaftsstreit. Wir haben uns einfach nicht verstanden." " Was verstehen sie unter Kleinigkeiten", fragte Schrader nach. " Müller hatte es nicht gerne, dass ich nachts, wenn ich betrunken nach Hause kam, so laut war. Wegen der Kinder. Außerdem hatte ich öfter die Musik zu laut. Eben Kleinigkeiten." " Spielen sie Poker, Herr Grabe?" Ab und zu, wenn mein Geldbeutel das erlaubt." " Und wo spielen sie da so?" " Mal da mal dort." " Haben sie keinen bestimmten Spielort, z.B. bei Manni Kowalski?" " Kowalski, wer ist das? Ich kenne keinen Kowalski." " Wussten sie das Müller auch spielte" " Was wirklich? Das hätte ich dem Müller gar nicht zugetraut." " Herr Müller hat auch mal da mal dort gespielt, wie sie so schön sagen. Sind sie sich da nie begegnet?" " Ich wusste doch gar nicht dass Müller spielte." " Herr Grabe, wo waren sie an dem Morgen , als Herr Müller erschossen wurde?" " Wo soll ich schon gewesen sein. Was ich so gehört habe soll der Mord früh morgens gewesen sein. Ich habe den Tag bis Mittags geschlafen. Es war vorher eine lange Nacht für mich." " Kann das jemand bezeugen?" " Wenn ich gewusst hätte das Müller ermordet würde,
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an diesem Morgen dann hätte ich mir noch eine Mieze mit nach Hause genommen." " Das ist natürlich kein Hieb und Stichfestes Alibi. Wie lang war denn die Nacht davor.? Ich meine, wann sind sie denn nach Hause gekommen?" " Ich war sturzbesoffen , genau weiß ich das nicht mehr, aber es war weit nach Mitternacht." " Kann es nicht auch sein, dass es schon acht Uhr war, als sie auf dem Hauseweg waren, dann bei der Bank vorbei kamen, Herr Müller sahen und in ihrem besoffenen Kopf auf Herrn Müller schossen und dann das Geld...." " Nein ich war es nicht. Was sollte ich denn für einen Grund gehabt haben." " Nun gut, Herr Grabe, ich muss darauf bestehen, dass sie die Stadt nicht mehr verlassen und sie sich für mögliche Verhöre bereit halten. Auf wiedersehen."
Fuchs hatte sich ein bisschen gehen lassen, aber das wusste er ganz genau. Das war einer seiner Fehler. Wenn er nach einem Verbrechen nur den kleinsten Verdacht hat, muss er immer an den schlimmen Mord denken und er hat sich dann nicht mehr richtig unter Kontrolle. Zuweilen wird er auch manchmal richtig ärgerlich. Er ging schnellen Schrittes in Richtung Polizeistation. Er hatte sich noch immer nicht richtig beruhigt.
Der Fuchs war gespannt ob Dirkes etwas herausgefunden hatte. Das der junge Polizist eine ganz wichtige Information erhalten hatte, konnte der Fuchs zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Der Fuchs war vor Dirkes im Revier und fragte sich, warum der junge Kollege so lange weg bleibt, denn ehrlich gesagt dachte Schrader nicht, dass Dirkes etwas erreichen würde in der Bank. Als Patrik Dirkes ins Dienstzimmer kam, saß sein Vorgesetzter schon über einen Haufen Papiere. Er konnte einfach nicht an sich halten und musste seine Neuigkeit dem Fuchs sofort erzählen. " Ich habe etwas interressantes erfahren, was uns im Fall Müller vielleicht weiterbringt," sagte Dirkes voller Begeisterung. " Na dann schieß mal los, Patrik. Du bist ja sowieso nicht mehr zu bremsen." " In der Bank hat mir die Angestellte Frau Hansen erzählt, dass ihr Kollege Hans- Peter Niehaus, ein Verhältnis mit Frau Müller hatte. Es kam zu einer Auseinandersetzung zwischen Müller und Niehaus, die so endete, dass Niehaus Frau Müller in Ruhe ließ. Doch kurze Zeit später erhielt Müller Drohbriefe in den z.B. drinstand, dass wenn er seine Frau nicht verlässt, er umgebracht wird. Was halten sie davon Herr Schrader?" " Und sie glauben das Niehaus die Briefe geschrieben haben könnte. Wie kommen sie darauf?"" Frau Hansen war gut mit Müller befreundet, und er hat ihr die Drohbriefe gezeigt. Beide sind schließlich nur auf eine Person gekommen. die in Frage kam diese Briefe geschrieben zu haben. Niehaus. Übrigens Frau Hansen ist der Meinung, dass Müller seiner Frau die Briefe nicht gezeigt hat, um sie nicht zu beunruhigen. Die Briefe hat Müller in seinem Haus vermutlich versteckt." " Ich bin sprachlos. Da hätten wir wir ja schon einmal ein Motiv. Das Beste wird sein, wenn wir die Wohnung der Müllers einmal nach den Briefen durchsuchen lassen." " Der Meinung bin ich auch," sagte Dirkes aufgeregt. " Ich muss wirklich ein Lob aussprechen, Patrik. Das war hervorragende Polizeiarbeit." Patrik Dirkes war wirklich sehr stolz solche Worte von seinem Vorgesetzten zu hören. " Jetzt will ich dir erzählen, was ich herausbekommen habe. Es ist zwar nicht so aufregend wie dein Bericht, aber ich glaube es ist auch sehr interessant.
Grabe hat für die Tatzeit kein Alibi. Er hat angegeben dass er sturzbesoffen war und erst in den Morgenstunden nach Hause gekommen ist, alleine. Außerdem ist er ebenfalls leidenschaftlicher Pokerspieler, er wollte aber nicht angeben , wo er immer spielt. Ich glaube Grabe weiß eine ganze Menge mehr über den Fall als er mir gesagt hat. Ich werde Grabe noch öfter besuchen müssen." " Wie geht es denn jetzt weiter Herr Schrader?" fragte Dirkes den Fuchs. " Auf alle Fälle müssen wir das Haus der Müllers nach den Drohbriefen durchsuchen. Wie gesagt, dann müssen wir Grabe noch öfter verhören, wenn es sein muss auch auf dem Präsidium. Mit Frau Müller werde ich auch noch mal sprechen müssen, über ihr Verhältnis mit Hans- Peter Niehaus. Das wichtigste denke ich aber ist, das wir Jungkollegen Vogts Anweisungen geben, und ihn im Untergrund die Pokerspieler untersuchen lassen. Ich hoffe er ist dieser Aufgabe auch gewachsen. Wir müssen unbedingt herausfinden bei wem Müller überall Schulden hatte, und wo er überall gespielt hat." " Ich glaube schon das Vogts dieser Aufgabe gewachsen ist," sagte Dirkes überzeugend. " Sie sehen wir haben genügend Anhaltspunkte und das heisst eine Menge Arbeit" erwiderte der Fuchs. Er hatte den Satz gerade ausgesprochen, als das Telefon
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klingelte. Fuchs nahm den Hörer ab und eine dunkle Männerstimme meldete sich am anderen Ende.
" Ich weiß, dass Müller einer Sekte angehörte. Er hat kurz vor seinem Ableben die Sekte verlassen und wollte die illegalen Machenschaften der Sekte an die Öffentlichkeit bringen." " Aber wer spricht denn da?" fragte Schrader. " ich möchte anonym bleiben, sonst kriege ich nachher auch noch Schwierigkeiten" " Aber woher wissen sie das alles?" " Ich weiß es von Müller persönlich" " Sagen sie mir doch ihren Namen," sagte der Fuchs noch einmal. In dem Moment wurde das Gespräch unterbrochen, weil am anderen Ende der Hörer auf die Telefongabel gelegt wurde. " Ich kann das gar nicht glauben, was ich gerade gehört habe," sagte Schrader zu seinem Kollegen. Er erzählte ihm alles haarklein was er gerade gehört hatte. Dirkes antwortete: " Da haben wir ja noch eine heisse Spur, wenn der Anrufer die Wahrheit gesagt hatte."
" Wir müssen uns auf jeden Fall darum kümmern" Für heute hatten die beiden Polizisten genug gehört, und mussten erst einmal alle verdauen. In einem ganz anderen Teil der Stadt klingelte lange und andauernd das Telefon. Endlich nahm jemand ab. "Hallo!" " Guten Abend. Hier spricht jemand, der ihnen ein Angebot machen will. icxh habe sie genauj gesehen und auch erkannt, als sie den Bankangestellten Müller erschossen haben. ich will ihnen ein Geschäft vorschlagen. In der Zeitung habe ich gelesen, dass sie 250 000 Euro erbeutet haben. Folgender Vorschlag. ich verpfeife sie nichtr bei den Bullen, und sie geben mir dafür 100 000 Euro in Bar." " Wer spricht denn da? Sie müssen mich mit jemadem verwechseln. Ich weiß nichts von einem Mord."
" Sie brauchen gar nicht so zu tun, als ob sie davon nichts wüssten. Ich habe sie genau erkannt." " Also gut. Wann und wo wollen sie das Geld haben." " Ich wusste doch, dass sie vernünftig werden. Sie kennen doch
die alte Eisenbahnbrücke am anderen Ende der Stadt. Dort treffen wir uns morgen Nacht um ein Uhr. Ich zähle auf sie." " O.K. Ich werde pünktlich da sein." " Und vergessen sie die Kohle nicht. Auf ein baldiges Wiedersehen. Wenn sie nicht kommen sollten, , bleibt mir nichts anderes übrig als zur Polizei zu gehen."
Der Fuchs war nach einem langen aufregenden Tag endlich um 19 Uhr zu Hause. Er hatte natürlich nicht vergessen, dass er mit seiner Familie essen gehen wollte. Er hatte noch knapp eine halbe
Stunde Zeit um sich frisch zu machen. Die halbe Stunde sollte aber kürzer werden, weil sein Enkel auf ihn wartete und mit ihm spielen wollte. " Na gut, Kevin. Aber höchstens eine viertel Stunde. Dann muß sich Opa fertig machen. Wir wollen doch heute Abend ausgehen, das weisst du doch. Erzähl erst mal, was du den ganzen Tag gemacht hast." " Ich war mit Mama und Papa zum Schwimmen. Ich bin schon vom Fünfmeterbrett gesprungen. Hinterher gab es dann noch eine große Portion Eis." " Na, hoffentlich hast du dann gleich noch genug Hunger, wenn wir essen gehen. Aber erzähl mal, hattest du gar keine Angst, vom Fünfmeterbrett zu springen?" " Nein, Opa. Ich habe sogar einen Kopfsprung gemacht. O.K. Erst hatte ich doch ein bisschen Angst. Aber als ich auf dem Brett stand, war vor mir ein kleines Mädchen in meinem Alter dran mit Springen. Die hatte überhaupt keine Angst und ist auch gleich herunter gesprungen. Als sie unten war, guckte sie nach oben, und war nun gespannt was ich machen würde. Da konnte ich mir ja keine Blöße geben. Hinterher haben wir uns noch etwas unterhalten. Sabine ist ganz nett, und wir haben uns für nächste Woche verabredet noch einmal vom Fünfer zu springen." " Da hast du mit einem Sprung ja gleich ein Mädchenherz erobert. Vielleicht trefft ihr euch ja jetzt öfter." Ich hätte nichts dagegen, Opa. Für eine Partie " Schwarzer Peter" hast du doch hoffentlich noch Zeit?" " Aber sicher doch. Dafür ist immer Zeit " Sein kleiner Enkelsohn spielte deshalb so gerne mit seinem Opa dieses Spiel, weil er meistens immer gewann, woran der Opa nicht immer ganz unschuldig war. Manchmal mogelte er so geschickt, dass sein Enkel einfach gewinnen musste. Nach einer, aus seiner Sicht verlorenen Partie " Schwarzer Peter", schickte der Fuchs Kevin nach oben zu seinen Eltern, damit er sich salonfähig fürs Essen machen konnte. Seine Frau hatte er noch gar nicht richtig angeguckt. Er war sehr überrascht als er seine Frau in einem atemberaubenden Abendkleid sah. " Du bist wunderschön, Liebes. Genau so wie früher , wenn wir ausgingen." " Du solltst ja auch stolz auf mich sein!" " Das bin ich. Jetzt will ich mich aber auch in Schale werfen, du sollst schließlich auch stolz auf mich sein." " Das bin ich auch schon so. Einen besseren Mann kann
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ich mir gar nicht wünschen. Was meinst du, wollen wir nicht auch mal wieder alleine ausgehen, so wie früher." " Du, das ist überhaupt die Idee. Ich werde sofort morgen einen Tisch beim Försterwirt für zwei für Samstag abend bestellen."
Pünktlich auf die Minute waren alle fertig, und es konnte los gehen. Sie fuhren mit einem Taxi zum " Braunen Hirschen," denn schließlich wollten sie ja auch noch ein bisschen Alkohol trinken. Kevin sagte im Taxi:" Zurück kann ich euch fahren, ich trinke ja noch kein Alkohol." Alle mussten lachen. Der Vater fügte noch hinzu:" Autofahren ist doch noch etwas anderes als vom Fünfmeterbrett zu springen."Als sie im Restaurant eintraten begrüsste sie der Wirt auf seine gewohnt liebenswürdige Art. Familie Schrader war schon öfter Gast bei ihm im Lokal, und sie waren gern gesehene Gäste. Und es war wirklich wie immer. Zuerst guckten alle in die wirklich gut bestückte Karte, um dann, wie immer die grosse Pilzpfanne für vier Personen, mit Bratkartoffeln und Schweinemedaillons zu bestellen. Dieses Gericht war auch wirklich die Spezialität des Hauses, und war im ganzen Umkreis schon berühmt, konnte man sagen. Kevin bestellte sich ebenfalls wie immer einen Kinderteller der aus Wiener Schnitzel mit Erbsen und Möhren und dazu Pommes bestand. Kevin war kein Freund von Pilzen. Der Fuchs und seine Familie wurden wie immer prompt bedient. Alle schlemmten mit Genuss und am schnellsten war Kevin fertig mit essen, aber das war auch kein Wunder, denn die Pilzpfanne für vier Personen ist auch für sechs Personen eine Herausforderung. " Es schmeckt wie immer köstlich," sagte der Fuchs zu dem Wirt und nahm sich schon die vierte Portion auf seinen Teller. Er hatte den ganzen Tag gehungert, damit er sich richtig voll schlagen konnte mit dieser Köstlichkeit. Obwohl alle eigentlich schon satt waren, bestellte Schrader noch für jeden eine Portion Eis, worüber sich Kevin am meisten freute. Nach diesem pfundigen Essen ging es nun zum gemütlichen Teil über. Die Getränke wurden gebracht. Der Fuchs trank einen Rotwein. Er liebte Wein zu trinken und besonders liebte er es Rotwein zu trinken. Als er einmal die Blicke durch das Lokal warf, hätte er sich fast beim Trinken verschluckt. Er glaubte er traute seinen Augen nicht. In einer Ecke des Lokals sah er Frau Müller mit Hans -Peter Niehaus sitzen. Die beiden turtelten herum wie ein frisch verliebtes Paar. Schrader konnte es sich nicht verkneifen der Sache auf den Grund zu gehen. Er entschuldigte sich bei seiner Familie und ging schnurstracks auf den Tisch zu wo die beiden Turteltauben saßen. Die bieden waren so miteinander beschäftigt, dass sie den Kommissar gar nicht kommen sahen. " Guten Abend Frau Müller. Wie ich sehe haben sie den Tod ihres Mannes schon gut überwunden. Darf ich fragen was sie beiden hier zu feiern haben?" Kathrin Müller war total überrascht und kriegte keinen Ton heraus. Ihr Geliebter hatte sich als erster wieder gefangen. " Sie dürfen das nicht falsch verstehen. Nach dem Tod ihres Mannes dachte ich, wäre es das Beste, wenn Kathrin etwas Abwechslung hat, um über den Tod ihres Gatten besser hinweg zu kommen " " Wie ich sehe können sie hexen. Ich habe schon viele Mordfälle in meiner Laufbahn aufklären müssen, aber glauben sie mir, so schnell ist noch kein Angehöriger über den Tod seines Partners hinweggekommen." " Wie gesagt, sie dürfen das nicht falsch verstehen." " Glauben sie mir, ich verstehe das schon ganz richtig. Und ausserdem bilde ich mir ganz gerne meine eigene Meinung. Viel Spaß wünsche ich ihnen noch." Der Fuchs ging vom Tisch weg und nahm wieder am Tisch seiner Familie platz. Als er ein paar Minuten später noch einmal zu den beiden herüber guckte, war der Tisch leer. Die beiden haben schnell das Weite gesucht. Der Fuchs hatte genug gesehen, aber was ihn interessiert hätte, was die beiden miteinander besprochen haben. Aber das wird er wohl nicht mehr herauskriegen. " Entschuldigt bitte, dass ich so einfach an einen anderen Tisch gegangen bin, aber es geht um den aktuellen Fall den ich gerade bearbeite." Ja,ja, sagte der Schwiegersohn. Der Fuchs ist halt immer im Einsatz. Aber jetzt mal was anderes, wo wollt ihr denn nächstes Jahr in Urlaub fahren?" " Wahrscheinlich fahren wir dieses Jahr mal nach London. Du weisst ja, es war schon immer ein Traum von mir, das gute alte Scotland Yard zu sehen. Aber ich muss erst einmal sehen wie weit ich nächstes Jahr mit meinem Fall bin. Wenn er in der heissen Phase ist, kann ich schlecht seelenruhig in den Urlaub fahren." Seine Frau guckte ganz enttäuscht und sagte:"
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Wahrscheinlich ist es wie letztes Jahr, dass wir wieder nicht in den Urlaub kommen." Der Schwiegersohn wollte jetzt schon einmal trösten und sagte :" Dieses Mal fährst du dann mit uns in den Urlaub. Wir fahren nämlich wahrscheinlich nach Norwegen. Dort gibt es zwar kein Scotland Yard, aber ich glaube dass dich das sowieso nicht so interessiert." " Das ist eine prima Idee von dir Schwiegersohn. Ich hoffe aber, das der Fall
so schnell wie möglich gelöst wird, denn je länger der Fall dauert, desto schwieriger wird es. Wenn nämlich die Spuren die man verfolgt ins Leere führen, bleiben nicht mehr so viele Möglichkeiten. Dann muss man auf neue Hinweise hoffen. Oder es kommen neue Verdachtsmomente bei einer Spur, die schon abgehakt war. Aber ich will nicht weiter über den Beruf plaudern, das muss euch bestimmt langweilen." Alle nickten. Nur der kleine Kevin nicht, der wollte am liebsten noch mehr über das Polizistenleben erfahren. Aber nachdem sein Vater ihn streng anguckte war die Neugier befriedigt. Der Abend sollte für Kevin aber dennoch interessant und vor allem lustig werden, denn sein Opa konnte fabelhaft Witze erzählen , und wenn er einmal angefangen hatte konnte er so schnell nicht wieder aufhören. Besonders wenn er einigen Wein intus hatte und das war nun der Fall. Alle genossen das und kugelten sich vor Lachen. Der Fuchs erzählte keine dreckigen und auch keine rassistischen Witze und gerade das fanden alle sehr schön. Er sagte immer, es gibt soviel wunderschöne Witze, da muss man nicht noch über andere herziehen. Es war mitlerweile schon ziemlich spät geworden und kevin fing schon an zu gähnen. Da sagte der Fuchs:" So jetzt ist es spät genug, mein Enkel muss ins Bett." Alle waren der Meinung, dass es Zeit wurde nach Hause zu fahren. Der Wirt bestellte ein Taxi, das auch zehn Minuten später eintraf. Als alle im Bett lagen waren sie gut gelaunt und schliefen seelig ein. Der Fuchs hatte einen besonders tiefen Schlaf, weil er ein bisschen zu tief in die Weinflasche geguckt hatte. Deswegen fiel es ihm auch besonders schwer, als am nächsten Morgen der Wecker bimmelte, gleich auf zu stehen. Aber er war noch einer vom alten Stamm, der dem Motto nachging, " wer saufen kann, der kann auch arbeiten." Deshalb war er auch pünktlich in seinem Büro. Eine Minute später, aber dennoch auch noch pünktlich kam Dirkes ins Büro. " Guten Morgen, Chef." " Guten Morgen, Patrik. Ich hoffe es geht dir gut, denn es geht mir blendend. Ich war nämlich mit meiner Familie essen gewesen." Mir geht es ebenfalls gut, denn ich habe mir mit meiner Frau einen romantischen Abend zu Hause gemacht. Ich habe meine Frau bekocht und dann haben wir bei Kerzenschein gegessen. Anschließend haben wir vor dem Kaminfeuer gelegen und ein Happy End gab es auch noch, wenn sie verstehen was ich meine." " Jetzt fang aber nicht an und erzähl jede Einzelheit, Patrik. Ich habe dich schon verstanden. Aber jetzt wollen wir uns mal der Arbeit widmen. Sind sie mal so lieb und holen unseren Kollegen Vogts in unser Büro. Es wird Zeit, dass wir ihn auf die Pokerspieler ansetzen. Dazu müssen wir ihm aber noch vorher einiges erklären, damit auch nichts schief geht." " Ich bin schon unterwegs, Herr Schrader." Als der Fuchs alleine in seinem Büro war, musste er plötzlich wieder an die Begegnung mit Frau Müller und ihrem Geliebten in dem Lokal denken. Er musste unbedingt das Geschehen weiter verfolgen, irgendetwas stimmte mit den Beiden nicht. Man konnte bald meinen es gab diese Drohbriefe von Niehaus wirklich und er hat seine Drohungen wahr gemacht, und Frau Müller wusste über alles bescheid. Aber das waren natürlich nur Spekulationen. Wenn natürlich diese Drohbriefe gefunden werden, könnte es wirklich so sein. Andererseits, wenn Frau Müller über alles bescheid wusste, würde man die Drohbriefe sowieso nicht mehr finden, denn dann hätte sie die mit Sicherheit schon vernichtet. Dirkes betrat mit Kollege Vogts das Büro des Fuchses." Hallo, Vogts. Setzen sie sich." Der junge Polizist ging dieser Auforderung nach und setzte sich gemütlich auf einen Stuhl. Der Fuchs sprach jetzt amtlich. " Ich hoffe sie wissen, dass sie eine wichtige Aufgabe bekleiden.Wenn sie auffliegen könnte das fatale Folgen für sie haben. Sie wissen ja, wenn die Pokerspieler merken, dass sie ein Polizist sind, könnte das sehr unangenehm für sie werden. Das allerwichtigste ist, dass sie ab dem Zeitpunkt wenn ich sie gleich entlasse, dass sie sich nicht mehr in der Nähe unseres Präsidium aufhalten. Ich will ihnen auch gleich sagen, weil sie sich in grosse Gefahr begeben, bekommen sie natürlich auch eine bessere Bezahlung. Wenn sie meinen, dass sie genug Beweismaterial zusammen getragen haben, kommen sie einfach wieder zu uns. Wenn ihnen
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Kosten entstehen bezüglich der Aufklärung dieses Falles, tragen sie alles zusammen, es wird ihnen erstattet.
Sie werden auch in einer anderen Wohnung leben, die ihnen auch gestellt wird, und nehmen natürlich eine andere Identität an. Personalausweis und alles andere Notwendige wird ihnen ausgestellt. Haben sie so weit alles verstanden?" " Ja, Herr Hauptkommissar." " Nun gut. Kommen wir zu ihren eigentlichen Aufgaben. Das wichtigste ist, dass sie heraus finden , bei wem unser Opfer Schulden hatte. Versuchen sie heraus zu finden bei wem Herr Müller überall gespielt hat. Wer Herrn Müller alles kannte, und wer wusste, dass er in der Bank arbeitete. Personen wie Manni Kowalski und Peter Grabe müssen sie besonders unter die Lupe nehmen. Wir wissen zum Beispiel ganz genau , dass Peter Müller bei Kowalski des öfteren gespielt hat. Das sind ihre eigentlichen Hauptaufgaben. Wenn sie sonst noch irgend etwas in Erfahrung bringen können, was wichtig für unseren Fall sein könnte, notieren sie es sich. Sie müssen über jede Einzelheit, die sie im Einsatz
sind, Bericht führen. Trauen sie sich diese schwierige Aufgabe zu, Vogts?" " Ja, ich traue mir das zu." " Na gut. Dann sind sie jetzt entlassen." Vogts stand auf und wollte den Raum verlassen. Als er an der Tür war sagte der Fuchs:" Und Vogts, noch etwas, viel Glück." " Danke." Der Polizist verließ das Büro, aber so wohl war ihm nicht, wenn er an seine Aufgabe dachte. Nicht das er meinte, dass er den Auftrag nicht erfüllen könnte. aber ihm war wohl bewusst, dass es sehr gefährlich werden könnte. Andererseits konnte er das höhere Gehalt gut gebrauchen.
Der Fuchs hatte beim Staatsanwalt einen Antrag für eine Hausdurchsuchung bei Müllers beantragt. Sie wollten nach den Drohbriefen suchen, aber nach dem Abend im Lokal war er nicht mehr so sicher ob er noch etwas finden würde. Der Antrag wurde natürlich genehmigt und so fuhren Schrader und Dirkes auf dem schnellsten Weg nach Müllers. Frau Müller war sichtlich überrascht als die beiden Beamten so früh vor ihrer Haustür standen. " Wir haben einen Hausdurchsuchungsbefehl," sagte der Fuchs, ohne irgendwelche Missverständnisse aufkommen zu lassen. Als erstes durchsuchten die beiden Polizisten das gemeinsame Schlafzimmer. Sie drehten wirklich jeden sprichwörtlichen Strohhalm um, aber ohne Erfolg. Aber Schrader hatte sowieso nicht angenommen, dass sie im Schlafzimmer fündig wurden. Wenn Müller die Drohbriefe versteckt hatte, dann bestimmt an einem Ort, wo seine Frau sie so schnell nicht finden würde. Das machte die Sache für die zwei Beamten bestimmt auch nicht leichter. Das Wohnzimmer war der nächste Raum, den die Polizisten durchsuchten.
Aber auch hier stellte sich kein Erfolg bei der Suche ein. Plötzlich fiel Schrader etwas ein. Im Schlafzimmerschrank hatte er eine Stelle gesehen, wirklich unscheinbar, aber für den Polizisten mit geschultem Auge deutlich erkennbar, die sich hervorhob. Schrader ging sofort mit schnellem Schritt zurück ins Schlafzimmer. Dirkes wusste nicht was Schrader da noch wollte. Schließlich hatten sie ja überall nachgeschaut. Schrader hatte erst gedacht gedacht, dass es ein Konstruktionsfehler des Herstellers war. Aber an dem Schrank schien jemand dran rum experementiert zu haben. Und tatsächlich, als Schrader Dirkes die Stelle zeigte, sah er das dort in dem Schrank eine kleine quadratische Klappe eingebaut war. Aber einfach nur mit der Hand war diese nicht zu öffnen. Erst als Schrader sein Taschenmesser herausholte und in den Ritzen herumstocherte ließ sich die Klappe öffnen. Und tatsächlich hatten sie gefunden nachdem sie so angestrengt gesucht hatten. Als Schrader in das Fach griff, kam als er wieder die Hand herauszog, etliche Briefe zum Vorschein. Als er einen las, stellte sich wirklich heraus dass es Drohbriefe waren die an Herrn Müller gerichtet waren. Schrader sprach leise mit Dirkes. " Auf keinen Fall dürfen wir Frau Müller sagen, was wir annehmen von wem die Briefe stammen. Sie könnte Niehaus warnen, schließlich stehen die beiden in einer innigen Beziehung." " Was haben sie da für Briefe?" fragte Frau Müller etwas überrascht. " Das dürfen wir ihnen noch nicht sagen," sagte Dirkes der sofort geschaltet hatte. Die beiden Polizisten verließen die Wohnung der Müllers und ließen eine völlig irritierte Frau in der Tür stehen.
Als die beiden Beamten ins Präsidium zurück kamen, gaben sie sofort die Briefe den Kollegen der Spurensuche. Die nahmen die Schriftstücke sofort unter die Lupe. " Wir erwarten schnelle und korrekte Arbeit" sagte Schrader. " " Wir geben uns die größte Mühe so schnell wie möglich fertig zu werden. Und das wir gute Arbeit machen wissen sie ja selbst. "
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Schrader und Dirkes gingen zusammen in die Kantine und aßen erst einmal eine Kleinigkeit." So viele Möglichkeiten des Täters und so viele Motive hatten wir schon lange nicht mehr. Wir dürfen keinen Verdacht vernachlässigen Vor allem dürfen wir uns nicht zu früh auf irgend etwas festlegen." "Es sieht auf jeden Fall nach sehr viel Arbeit aus, sagte Dirkes, aber es sieht auch nach einem interessanten Fall aus." " Das können sie laut sagen. Aber dann macht die Arbeit auch Spaß, und jedesmal wenn ich Spaß bei der Arbeit hatte, habe ich auch den Fall lösen können. Je mehr Enthusiasmus dahinter steckt, desto mehr Erfolg hat man auch meistens. Aber glaube mir Patrik, wenn ein Fall im Anfang leicht zu lösen aussah, desto schwieriger wurde er im Endeffekt. Aber trotzdem haben wir bei unserem Fall gute Chancen ihn zu lösen." " Ich hoffe es sehr, denn schließlich ist dies mein erster größerer Fall, dank ihnen, und ich möchte nicht meinen ersten Fall als ungelöst zu den Akten legen."Schrader lachte und sagte: " Das ist dein erster Fall und mein vielleicht letzter Fall, und ich werde nicht ohne Lösung des Falles aus dem Polizeidienst gehen." Nachdem die beiden fertig mit essen waren gingen sie zusammen in ihr Büro. Sie mussten beide noch Berichte schreiben. Eine Arbeit, die der Fuchs nicht so gerne machte. Er hatte nämlich große Mühe mit der Schreibmaschine, denn so ein Bericht kann ganz schön lange dauern, wenn man nur das Einfingersuchsystem beherrschte. Dirkes dagegen schrieb mit einer Geschwindigkeit , wobei vielleicht eine Sekretärin mithalten konnte. Früher hat man bei der Ausbildung eines Polizeibeamten eben auf andere Sachen geachtet. Als Dirkes fertig war mit seinen Berichten fragte er den Fuchs ob er ihm helfen könnte. Der Fuchs bedankte sich für das Angebot , verneinte aber und meinte, dass er damit selber klar kommen müsste. Übung macht eben den Meister.
Am späten Nachmittag kamen die Kollegen von der Spurensuche in Schrader und Dirkes Büro. " Wir haben ganz deutliche Fingerabdrücke auf den Briefen gefunden." " Ich wusste doch, dass man sich auf euch verlassen kann, sagtre Schrader. Gute Arbeit Jungs. Ich gebe bei Gelegenheit euch einen aus. Das habt ihr euch verdient." Als die Kollegen wieder draussen waren, sagte Schrader zu Dirkes:" Patrik, jetzt brauchen wir nur noch die Fingerabdrücke von den Briefen mit denen von Niehaus vergleichen. Wenn died übereinstimmen sollten dann laden wir Niehaus zum Verhörund dann muss er sich schon eine schöne Geschichte einfallen lassen, wenn er noch mit heiler Haut davon kommen will. Denn dann ist er erst mal der Hauptverdächtige."
" Meinen sie nicht, das wäre ein zu einfacher Ausgang?" fragte Dirkes seinen Chef. " Wahrscheinlich hast du Recht, aber wir müssen der Sache auf den Grund gehen. Auch wenn Niehaus nicht unser Mann ist, glaube ich, dass er eine ganze Menge mehr über den Fall weiß, als er uns gesagt hat." Dirkes schrieb eine Vorladung für Niehaus, denn morgen sollte er auf dem Präsidium erscheinen, damit die Fingerabdrücke verglichen werden konnten. Am späten Abend machten die beiden Beamten endlich Feierabend.
Es war mitlerweile schon mitten in der Nacht. Peter Müllers Mörder war schon viel eher am vereinbarten Treff, mit dem unbekannten Erpresser, als vereinbart. Er wollte auf jeden Fall im Vorteil sein, wenn der Unbekannte ankam. Er kundschaftete den Ort richtig aus und versteckte sich dann in einer dunklen Ecke. Es war mitlerweile schon drei Minuten über die Zeit , als er in der Ferne zwei Autolichter immer näher kommen sah. In etwa zwanzig Meter Entfernung ihm, hielt der Wagen an. Ein sehr großer und auch körperlich gut gebauter Mann stieg aus. Nach einer Minute kam der Mann aus seinem Versteck hervor. " Guten Abend, sagte er laut. Der Unbekannte stand mit dem Rücken zu ihm und erschrak, als er angesprochen wurde. " Haben sie das Geld mit." Sind sie sicher, dass sie mich gesehen haben, als der Mörder von Müller?" " Ich bin mir ganz sicher. Das Gesicht eines Mörders vergisst man so schnell nicht. Was ist nun, haben sie das Geld mit?" " Das Geld steht hinter dem Pfeiler da hinten. Sie können sich ja selber bedienen, nehme ich an." Als er das ausgesprochen hatte ging er an seinem Erpresser vorbei und verschwand in der Dunkelheit. Der Unbekannte schaute ihm hinterher, und als er ihn nicht mehr sehen konnte, ging er zu dem Pfeiler. Tatsächlich, dort stand ein Aktenkoffer. So einfach hatte er sich das nicht vorgestellt. Er bückte sich und wollte den Koffer aufheben, plötzlich spürte er einen Draht um seine Kehle. " Hast du wirklich gedacht, ich lasse mich einfach so erpressen von irgend einem hergelaufenen Kerl?" Der Mann drückte so fest zu
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wie er nur konnte. Nach ein, zwei Minuten hatte er seinen Erpresser erdrosselt. Er ließ ihn einfach dort liegen, nahm seinen Koffer und ging nach Hause.
Etwa eine halbe Stunde später saß der junge Polizist Vogts bei Kowalski am Spieltisch. Er stellte sich als Herr Linse vor, und erzählte allen, dass er erst seit kurzer Zeit in der Stadt wäre. " Ich bin leidenschaftlicher Pokerspieler, das Spiel hat mich schon immer fasziniert." Wir haben hier hohe Einsätze, ich hoffe sie könne auch zahlen. Wir hatten erst in letzter Zeit Pech mit einem Spieler," sagte Kowalski. "Wieso hat jemand nicht bezahlen können." " Genau. Er konnte nicht zahlen, und wird auch nicht mehr zahlen können." " Wie soll ich das denn verstehen?" fragte Linse alias Vogts. " Ganz einfach. Der Mann lebt nicht mehr. Er wurde ermordet. Er hatte bei uns allen Schulden, aber die meisten Schulden hatte er an mich und Grabe." " Ach,ja. Ich habe von dem Mord gehört. Der Mann war Bankangestellter " Vogts war wirklich zufrieden, dass er in so kurzer Zeit. so viel Informationen erhalten hatte. Sein Chef wäre stolz auf ihn gewesen. " Aber wer weiß wo er noch überall Schulden gehabt hat, der Mistkerl, wir waren nämlich nicht die einzigen mit denen er Poker gespielt hat.," fügte Kowalski noch hinzu. Aber dann ging es wirklich zur Sache. Bis in den frühen Morgenstunden spielten die Männer Poker. Vogts war froh, als dann endlich Schluß gemacht wurde. Er hatte sich wirklich gut angestellt beim Pokerspielen. Vogts hatte sogar etwas Gewinn gemacht.
Als Vogts nach Hause ging, stand der Fuchs gerade auf. Wie immer war Schrader nicht gut drauf so früh am Morgen. Er war nämlich ein ausgesprochener Morgenmuffel. Aus dem Grund blieb seine Frau auch so lange im Bett bis ihr Mann aus dem Haus war. Aber spätestens bis der Fuchs im Büro war, waren seine morgendlichen Launen vergessen. Als er in sein Dienstzimmer hineintrat war Dirkes schon da. " Ich bin mal gespannt, ob die Fingerabdrücke von Niehaus mit denen der Drohbriefe übereinstimmen, und wenn ja, was er dazu zu sagen hat," sagte Dirkes. " Wann sollte denn Niehaus da sein?" " In einer Stunde wird er erwartet." " Patrik, wir müssen uns noch überlegen, wie wir an die Sekte herantreten. Ich glaube wir müssen auch in dieser Sache einen jungen Kollegen als Under Cover Agent einschleusen. Ich glaube das wird das beste sein, was meinst du?" " Ich meine auch, dass es das beste ist, wenn wir einen Under Cover einsetzen. Wenn einer von uns mit seiner Dienstmarke darum wedelt, werden wir wohl kaum die Informationen erhalten, die wir uns wünschen."Der Fall kann länger dauern als wir denken. Aber ich glaube wir gehen mit der richtigen Einstellung an die Sache heran. Übrigens, sollte Niehaus nicht schon lange da sein, Patrik."
" Ja, der ist schon lange überfällig. Ich werde mal bei ihm zu Hause anrufen." Als Dirkes es bei Niehaus klingeln lässt, nimmt keiner ab. Er hatte schon das dritte mal durchläuten lassen, aber niemand meldete sich. " Der wird doch wohl nicht stiften gegangen sein. Das beste ist wir fahren sofort zu ihm nach Hause, und schauen mal ob der wirklich nicht zu Hause ist," sagte der Fuchs. Auf dem schnellsten Wege machten sich die beiden Beamten auf den Weg zu Niehaus Wohnung. Aber auch dort meldete sich niemand. Bevor sie los gefahren waren hatten sie sich noch schnell einen Hausdurchsuchungsbefehl besorgt, so dass Dirkes die Tür aufbrach. Aber in der ganzen Wohnung war niemand zu finden. Der Fuchs schickte Dirkes zu Niehaus Arbeitsstelle in die Bank. Vielleicht war er ja einfach zur Arbeiit gegangen und hatte den Termin bei der Polizei einfach verschwitzt, was der Fuchs allerdings nicht glaubte. Er selber rief im Präsidium an und ließ eine Ringfahndung nach Niehaus ansetzen, schließlich war Niehaus ja im Moment Hauptverdächtiger. Der ganze Polizeiapparat wurde in Windeseile in Bewegung gesetzt. In wenigen Minuten war die ganze Stadt mit Polizeiautos, Motorräderund Polizisten, die zu Fuß unterwegs waren, übersät. Dirkes lief zu Niehaus Wohnung zurück um Schrader zu berichten, dass Niehaus bei der Arbeit nicht erschienen ist. " Hoffentlich haben wir keinen Fehler gemacht, Patrik. Wir hätten Niehaus gleich in Gewahrsam nehmen müssen. Wenn er uns jetzt erwischt sein sollte , haben wir ganz schön Ärger am Hals. Wir fahren am besten bei Kathrin Müller vorbei, es könnte ja sein, dass seine Geliebte weiß wo er sich aufhält." Die beiden Polizisten fuhren mit Blaulicht in die Schillerallee zu Kathrin Müller. Aber weder war Niehaus bei ihr im Haus noch wusste er wo er sich aufhielt. Kathrin Müller wusste wirklich nicht wo Hans- Peter Niehaus sein konnte. Die Polizei stellte die ganze Stadt auf den Kopf, aber ohne Erfolg. Niehaus war verschwunden. Glaubst du das Niehaus sich in den Osten abgesetzt hat, Patrik."
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"Das will ich doch nicht hoffen. Ich schätze mal er ist irgendwo in der Stadt untergetaucht. Auf jeden Fall hat er Dreck am Stecken, sonst wäre er ohne bedenken zum Verhör erschienen." Die beiden Kriminalbeamten wollten auf keinen Fall untätig in ihrem Büro sitzen und abwarten. Deswegen fuhren sie ins Präsidium, sondern fuhren in der Stadt herum in der Hoffnung Niehaus aufzuspüren. Den ganzen Tag fuhren die Beamten durch die Strassen Berlins und vor allem im Stadtteil Grunewald fuhren sie mehrfach durch die Strassen. " Das plötzliche Verschwinden macht ihn nur noch verdächtiger," sagte Schrader zu Dirkes." Müssen wir nicht das Ausland benachrichtigen. Vielleicht ist er schon über alle Berge. " " Das glaube ich nicht, sagte der Fuchs. Ich glaube er hält sich noch in Berlin auf, wenn nicht sogar noch in Grunewald. Ein besseres Versteck als die Grossstadt gibt es fast gar nicht."
Im Büro von Schrader und Dirkes herrschte Funkstille. Beide waren sehr enttäuscht, was auch verständlich war. Hoffentlich haben sie kein Fehler gemacht. Dirkes traf keine Schuld. Er war noch ein sehr junger und unerfahrener Polizist, aber der Fuchs machte sich grosse Vorwürfe , er hätte anders handeln können. Aber er konnte jetzt sowieso nichts mehr ändern, er musste auf die gute Arbeit der vielen Kollegen in der Stadt hoffen. Vielleicht konnten sie ja Niehaus irgendwo aufspüren. Das war seine letzte Hoffnung. Sonst konnte er sich vom Polizeipräsidenten eine Standpauke anhören. Andererseits wusste ja noch keiner ob Niehaus wirklich der Mörder an Müller gewesen ist. Sein Verhalten jedoch liess fast darauf schliessen. Als Schrader am späten Abend Feierabend machte ging er richtig geknickt nach Hause. Dirkes lief ihm nach. Er konnte nicht mit ansehen wie sein Chef sich hängen ließ. Darum lud er ihn zum Bier ein. Der Fuchs willigte ein. Ein paar Biere liessen ihn vielleicht ein bißchen vergessen helfen. " Es war wirklich ein rabenschwarzer Tag heute, Patrik," sagte Schrader zu seinem jüngeren Kollegen als sie in einer Kneipe das erste Bier tranken. " Es war nicht ihre Schuld, Chef. Es konnte keiner wissen das Niehaus eine Fliege macht." " Vielleicht nicht, aber man hätte damit rechnen müssen. Deshalb hätten wir nicht eine Vorladung schicken sollen, sondern Niehaus persönlich und sofort ins Präsidium mit dem Dienstwagen von zu Hause holen müssen." " Machen sie sich bloss keine Vorwürfe, ich hätte genau so gut darauf kommen müssen. Wenn überhaupt dann haben nicht sie den Fehler gemacht, sondern wir beide. Ich bin genau so Schuld an der jetzigen Situation." " Es ist lieb von dir, dass du mich trösten willst, Patrik. Aber ich habe die Verantwortung für alles. Das ist nun mal so wenn man einen höheren Posten hat. Herr Ober, bringen sie uns bitte noch zwei Bier. Patrik, ich hoffe du hast aus meinem Fehler gelernt." " Sprechen sie doch nicht immer von ihrem Fehler. Wir beide arbeiten doch zusammen, und wir beide feiern Erfolge und wir beide müssen auch für Fehler gerade stehen. Und eines muss ich ihnen noch sagen, Herr Schrader. Seit ich bei der Polizei arbeite hat mir die Arbeit noch nie so viel Spaß gemacht als jetzt mit ihnen. Sie sind der beste Chef, den ich mir überhaupt vorstellen kann." Danke für das Kompliment, Patrik. Mit dir macht es auch viel Spaß. Du zeigst viel Interesse bei der Arbeit und das gefällt mir sehr gut. Außerdem verstehe ich mich mit dir wirklich prima, und deshalb will ich dir jetzt auch das du anbieten. Ich heiße Wolfgang." " Ich nehme das Angebot an, Wolfgang. Jetzt müssen wir aber auch Brüderschaft trinken, und zwar auf Ex." Die bieden stossten auf ihr du an und tranken auf ex das Bierglas leer. Schrader war schneller fertig als sein junger Kollege. " Sie, Entschuldigung, du hast ja einen ganz schönen Zug. " " Ich bin zwar schon etwas älter als du, Patrik, aber ich konnte auch schon länger trainieren als du." Der Abend wurde noch richtig gemütlich und je später es wurde desto lustiger wurde er auch. Der Fuchs gab noch ein paar von seinen Witzen zum Besten, aber Patrik hatte auch noch Witze auf Lager, die der Fuchs noch nicht kannte. Die beiden lachten sich krumm und schief, so dass der ganze Ärger des Tages schnell vergessen war. Als die beiden das Lokal verließen waren sie sturzbesoffen. Der Fuchs wollte sogar noch weiter machen und lud Patrik Dirkes zum Eierbraten zu sich nach Hause ein. Das ging nun aber wirklich etwas zu weit, dachte Patrik und ging nach Hause. Schrader hatte wirklich Schwierigkeiten den Weg nach Hause zu finden, aber schließlich fand er doch noch nach Hause. Dann kam aber das nächste Problem auf ihn zu. Er hatte den Haustürschlüssel in der Hand, aber so sehr er sich auch bemühte, er konnte den Schlitz vom Schloss nicht treffen. Aber weil er so laut gesungen hatte
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auf dem Weg nach Hause, hatte seine Frau ihn schon von weitem gehört und stand schon hinter der Tür.
Sie machte die Tür auf und ließ ihren Mann hinein. Sie machte ihm keine Szene. Im Gegenteil, sie wusste, das ihr Mann vielleicht ein bis zwei mal im Jahr besoffen nach Hause kam, dass sie keinen Grund hatte ihn auszuschimpfen. Sie ging ins Bett und verfrachtete ihren Mann im Wohnzimmer auf die Coach. Denn sie bekam immer Kopfschmerzen wenn jemand eine Fahne hat und neben ihr schläft. In der Nacht wurde Schrader wach und merkte, dass er nicht im Bett lag. Er stand sofort auf, zog sich aus und ging ins Schlafzimmer. Er wusste überhaupt nicht, wie er nach Hause gekommen war, und dachte sich, dass er wohl etwas zu viel getrunken haben muss. Er erinnerte sich aber, dass der letzte Abend wirklich schön gewesen war. Patrik ist wirklich ein feiner Junge, dachte er sich. Aus dem wird mal ein hervorragender Polizist. Wenn er sich weiter so gut bewährt in diesem Fall, werde ich ihn wohl als mein Nachfolger vorschlagen. Der Rest der Nacht ging schnell vorbei. Ganz früh, so kam es ihm vor, schellte der Wecker. Als eingefleischter Morgenmuffel war er noch unausstehlicher als sonst. Aber Gott sei Dank stand seine Frau ja so früh noch nicht auf. Am Liebsten hätte er sich heute morgen noch einmal ins Bett gelegt, aber die Pflicht rufte. Er wusste nicht was ihn heute alles erwartete, aber er war kein ängstlicher Mensch. Er stellte sich allen Schwierigkeiten, die heute auf ihn zu kommen sollten. Bestimmt musste er sich heute einiges anhören müssen.
Hunger hatte er keinen, er trank nur einen starken Kaffee und machte sich auf den Weg zur Arbeit. Er ging vorsichtshalber zu Fuss. Bestimmt hatte er noch Restalkohol, dachte er sich, und ein bisschen frische Luft würde ihm bestimmt auch gut tun. Als er im Büro ankam saß Patrik Dirkes schon wieder auf seinem Platz." Guten Morgen, Wolfgang. Wir müssen sofort rausfahren. Es wurde eine Leiche unter der alten Brücke gefunden, und jetzt halt dich fest. Die Beamten haben die Papiere des Toten gefunden, und nach Angaben der Streifenpolizisten soll der Tote Hans-Peter Niehaus sein." " Wenn das stimmt ist mir klar warum wir ihn gestern nicht finden konnten. Dann lass uns mal sofort losfahren." " Auf dem Weg dort hin war ziemlich Funkstille bei den beiden. Schließlich hatten beide einen riesigen Kater, und dann noch diese Botschaft am frühen Morgen. Als sie am Tatort ankamen standen schon ziemlich viele Beamte und auch Schaulustige dort. Als Schrader und Dirkes den Toten sahen hatten sie die Bestätigung, es war Niehaus. " Der Tote wurde erdrosselt mit einem Draht den die Kollegen schon sicher gestellt haben. Die Todeszeit ist nicht mehr genau festzustellen. aber er muss vorraussichtlich vorgestern Nacht ermordet worden sein." " Danke Doc, sagte Schrader zum Polizeiarzt. "Der Wagen des Toten steht dahinten. Wir werden ihn noch nach Spuren untersuchen.," sagte ein Kollege von dem Fuchs. " Patrik, wir müssen auf jeden Fall Fingerabdrücke von Niehaus nehmen." " Glauben sie denn noch, dass er der Mörder von Müller ist?" " Wir müssen alles untersuchen, auch wenn das vielleicht nicht so erforderlich scheint. Vielleicht hat der Mörder auch ein zweites mal zugeschlagen, und es besteht ein Zusammenhang zwischen diesem und dem Mord an Müller. Aber das sind noch alles Spekulationen. Deshalb brauchen wir die Fingerabdrücke von Niehaus, die natürlich noch nicht ausreichen., um zu wissen ob er für den Mord an dem Bankangestellten zuständig ist" Die Fingerabdrücke wurden sofort untersucht und verglichen. Und tatsächlich stimmten die Fingerabdrücke von Niehaus mit denen auf den Drohbriefen überein. " Das die Drohbriefe von Niehaus waren wissen wir jetzt. Leider können wir ihn jetzt nicht mehr danach befragen.Das einzige, was wir nun machen können ist, das wir nach den 250 000 Euro in Niehaus Haus suchen oder auf irgend einem verstecktem Konto etwas finden. Wenn wir einen solchen Betrag, der zu Niehaus gehört, aufstöbern und feststellen, dass dieser Betrag nicht anders von Niehaus erworben wurde, dann können wir sicher sein, dass er der Mörder von Müller war.
Die Frage ist sowieso , was wollte Niehaus in dieser Nacht hier unten an der Brücke? Hat er sich mit irgenjemand getroffen? Spazieren gegangen wird er wohl nicht gerade sein in dieser Gegend."
Dirkes und Schrader waren etwas ratlos. Wer hätte einen Grund gehabt, Niehaus zu ermorden? Mit tausend Fragen in seinem Kopf fuhr Schrader mit Dirkes, zu Niehaus haus, und fingen an die Wohnung zu
durchsuchen. Es musste sich jeder Zettel jede Notiz angeguckt werden, wenn sie Erfolg haben wollten. Es lag viel Arbeit vor ihnen, und das nach so einer Nacht. Sie hatten
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beide noch einen Brummschädel. " Chef, wenn wir heute nichts finden, müssen wir wohl morgen weiter suchen. Heute schaffen wir sowieso nicht alles zu durchsuchen." " Du hast Recht, Patrik. aber lass uns erst einmal heute soweit machen wie wir kommen, vielleicht finden wir ja bald etwas." Die beiden Beamten hatten den ganzen Tag nach irgendwelchen Hinweisen in Niehaus Wohnung gesucht, aber sie haben nichts interessantes gefunden, und sie hatten schon wirklich viel durchsucht. Schließlich beschlossen sie, die Suche morgen fortzusetzen. Beide gingen von Niehaus Haus selbst nach Hause. Sie mussten sich erst einmal von der gestrigen Nacht erholen. Schraders Frau fragte sofort nach dem Befinden ihres Mannes. Der erzählte ihr, dasss es ihm schon lange nicht mehr so schlecht gegangen war. " Kevin hat dich gestern Abend vermisst. Er wollte mit dir Minigolf spielen. Aber du warst ja nicht da. Ich habe ihm erzählt, dass du morgen mit ihm gehst. Heute bist du bestimmt nicht mehr in der Lage dazu. War das richtig von mir gemacht?" " Goldrichtig . Ich danke dir, Liebes." " Dann schlaf jetzt erst einmal ein Stündchen, weil ich Kevin versprochen habe, dass er wenigstens heute Abend noch zu uns runter kommen kann. " Schrader legte sich schlafen. Es dauerte keine fünf Minuten, da war er eingeschlafen, so kaputt war er. Seinem Kollegen Dirkes erging es nicht anders. Auch er war hundemüde, als er zu Hause war. Seine Frau fühlte richtig mit ihm mit, denn schließlich hatte sie ihren Mann vor gestern Nacht, noch nie besoffen gesehen. Patrik Dirkes trank zwar ab und zu auch mal Alkohol, aber er wusste bis jetzt immer, wann er aufhören musste. Aber es war ein wunderschöner Abend mit dem Fuchs, und deshalb bereute er gar nichts. Seiner Frau hatte er natürlich schon erzählt, dass er sich so gut mit seinem Vorgesetzten und sie war auch richtig stolz auf ihn. Die beiden hatten sich zum Schlafen gelegt, weil sie kaputt von der Arbeit waren, und in einem anderen Teil der Stadt, stand jetzt gerade erst einer auf, der Abends seine Arbeit antrat. Die Rede ist von Vogts, der sehr zufrieden mit seinem ersten nächtlichen Einsatz sein konnte. Er hatte schon einiges herausgefunden. Bei wem Müller Schulden hatte, und das konnte vielleicht sehr interessant sein für den Mordfall Müller. Vielleicht konnte er ja heute Nacht irgendwie herausfinden um welche Summen es dabei ging. Zuerst einmal kochte er sich einen starken Kaffee, denn schließlich musste er die ganze Nacht durch machen. So richtig hatte er sich noch nicht an die geänderten Verhältnisse gewöhnt. Er war nach der letzten Pokernacht erst gar nicht zur Ruhe gekommen, so aufgekratzt war er gewesen. Er konnte wenigstens den nächsten Tag so lange schlafen wie er wollte, aber viele der Pokerspieler mussten anschließend noch zur Arbeit. Er konnte gar nicht begreifen wie sie das körperlich durchhielten. Heute wollte er noch in eine Kneipe gehen, wo sich angeblich viele Spieler vor ihrem Spielabend trafen. Er wollte sich vor allem so viele Gesichter merken wie es ihm möglich war. Er wollte aber auch andere Spieler kennen lernen. Vielleicht waren ja welche dabei, die ebenfalls von Müller noch Geld kriegten. Er machte sich also für einen langen Spielabend bereit. Er zog sich der Szene dementsprechend an, und steckte vor allem genug Geld ein. Was er gut fand an der Sache, war dass ihm Verluste vom Revier erstattet würden. Er musste lange suchen bis er die Kneipe gefunden hatte mit dem passenden Namen " Winner or Looser" Sie lag in einer dunklen Straße und sah wirklich nicht besonders toll aus von draussen.
Als er hineinkam fand er es auch nicht gerade besser. Die ganze Kneipe war spärlich beleuchtet, und es kam ihm ein Duft entgegen als ob sehr lange schon nicht mehr gelüftet worden war. Außerdem sah der Boden und auch die Tische nicht so aus als ob sie jeden Tag geputzt wurden. In einer Ecke sah er einen Bekannten vom Poker spielen bei Kowalski. Er ging zu dem Tisch und fragte, ob er sich dazu setzen dürfte. " Setz dich ruhig, wie war noch schnell dein Name." " Linse, Erwin Linse." " O.K. Erwin also. Willst du heute auch wieder bei Manni spielen?" " Ich weiß noch nicht, wie gesagt, ich bin noch nicht lange in der Stadt. Mal gucken, wen ich hier alles so kennenlerne. Aber es hat mir sehr gut bei Manni gefallen." " Du hast ja auch ein Gewinn einstreichen können, und wo man gewinnt da geht man gerne noch einmal hin. Aber glaube mir, um Erfahrungen zu sammeln, muss man die Gegner öfter mal wechseln. Nur so lernt man auch andere Spielweisen kennen. Natürlich kommt es als erstes darauf an ein gutes Blatt zu bekommen, aber nur wenn du gegen viele andere gespielt hast, lernst du ob jemand blöfft oder nicht. Danach kannst du dann deinen Einsatz geben." " Danke für den Tip. Würdest du mir
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jetzt die anderen an diesem Tisch vorstellen?"" Aber natürlich. Mit großer Freude. Hier kennt wirklich jeder jeden. Und jeder weiß was für einen Typ Pokerspieler er vor sich hat. Mit den Jungs hier am Tisch habe ich schon wenigstens eine Pokernacht verbracht. Das sind Hotte, Lippe,Stefan und zu guter letzt Grabe, wie heißt du noch mal mit Vornamen, ach ja, Peter." Das also war Peter Grabe. Der stand auch auf Vogts Wunschliste. Wie gut, dass er in diese düstere Kneipe gegangen war, dort war mit Sicherheit jeder wichtige Pokerspieler zu sehen. Es herrschte ausgelassene Stimmung in der Kneipe, alle freuten sich schon auf einen aufregenden Pokerabend. Von hier aus verstreuten sich alle in eine andere Richtung. " Ich habe schon viel von ihnen gehört, Herr Grabe. Wo spielen sie denn immer so?" " Ich spiele mal da und mal dort. Aber es würde mich mal interessieren, was du über mich gehört hast?" " Man sagt, dass sie ein guter und ausgebuffter Pokerspieler seien, der so manches verlorene Spiel, durch blöffen noch herumreisst." " So, sagt man das. Ja, wenn man das erzählt wird wohl auch etwas dran sein." " Wo spielen sie denn heute Abend, wenn ich fragen darf," sagte Vogts zu Grabe. " Warum willst du denn das wissen?" " Wenn sie nichts dagegen haben, würde ich gerne dort spielen, wo sie spielen." " Ich habe nichts dagegen, ich spiele bei Manni." " Manni Kowalski " " Ja, genau. Kennen sie ihn. " Ich habe erst gestern Nacht bei ihm gespielt. Er wird wohl nichts einzuwenden haben, wenn ich heute wieder bei ihm antanze." " Na gut, dann sehen wir uns ja heute noch." Vogts stand auf und ging durch die Kneipe, und er versuchte sich die Gesichter gut zu merken. Schließlich setzte er sich an die Theke und bestellte sich ein Bier. Aber er wollte es bei einem belassen, denn schließlich musste er ja noch Arbeiten und einiges herausfinden. An der Theke sprachen die Männer über den Tod Müllers, was ihm sehr entgegen kam. Damit brauchte er nicht mit dem Thema anfangen. Er mischte sich einfach in das Gespräch ein. Dabei erfuhr er das wirklich viele Spieler von Müller eigentlich noch Geld bekommen müssten. Was er auch erfuhr war, dass Kowalski , Grabe und noch ein dritter Spieler, den die Männer aber nicht kannten, hohe Summen von Müller eigentlich noch kriegen müssten. Einige meinten, dass sich vielleicht einer von den dreien, das Geld schon zurück geholt habe. Denn schließlich sind ja 250 000 Euro erbeutet worden bei dem Mord. " Trauen sie denn einem von den dreien einen Mord zu?" fragte Vogts. " Hör zu, ich habe nichts gesagt, und wer was anderes behauptet, kriegt Ärger mit mir, verstanden." Ich habe nichts gehört," sagte Vogts schnell. Er hielt sich noch einige Zeit in der Kneipe auf und ging dann zusammen mit Grabe zu Kowalski.
" Aufwachen , Opa." Kevin war herunter gekommen und wollte nun mit seinem Opa spielen. Der Fuchs wurde schnell wach, denn der Quälgeist zog immer an seinem Schnäuzer. Kevin fragte wo sein Opa gestern gewesen sei und der sagte ihm, dass er Überstunden machen musste. Kevin fand es überhaupt nicht gut, wenn sein Opa abends nicht nach Hause kam, denn er war gerne mit seinem Großvater zusammen. Kevin merkte sofort, dass sein Opa müde war. " Mama hat Pizza gemacht und ich soll euch fragen ob ihr auch mit essen wollt? Es ist genug da. " " Na, dann können wir wohl schlecht nein sagen." Na, dann kommt mit." " Ich muss mich erst noch frisch machen, geh du schon mal mit deiner Oma hoch, ich komme dann in ein paar Minuten nach. Kevin ging mit seiner Oma nach oben, und der Fuchs ging ins Badezimmer. Als er in den Spiegel sah, sah er einen müden alten Mann. Zum ersten mal fiel ihm richtig auf, dass er nicht mehr der Jüngste war. Er musste daran denken, dass er bald nicht mehr Verbrecher jagen durfte, weil er bald in den Ruhestand gehen würde. Der Gedanke gefiel ihm überhaupt nicht. Aber, wenn er an seine nette Familie dachte, stellte er sich die Zeit nach seinem Berufsleben schön vor. Es würde ihm die erste Zeit bestimmt nicht langweilig vorkommen, wenn er an seinen quirligen Enkelsohn dachte. Als er sich kaltes Wasser ins Gesicht geschmissen hatte, fühlte er sich schon etwas fitter. Schnell ging er nach oben, er hatte nämlich Angst, dass schon alles aufgegessen war. Als er in die Küche seiner Tochter kam, wurde er herzlich empfangen. Alle hatten auf ihn gewartet, und keiner hatte schon vorher mit dem Essen begonnen, was für Kevin wohl am schwierigsten war. Aber als der Opa endlich am Tisch saß, war es auch Kevin, der als erster zulangte. Seine Tochter hatte zwei Bleche voll gemacht, so dass wirklich für jeden genug Pizza da war. Kevin aß mit seinem Großvater um die Wette. Sie nahmen sich immer gleichzeitig ein
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Stück vom Blech. Bei dem vierten Stück merkte der Opa, dass Kevin schon ganz schön zu kämpfen hatte. Als Kevin das fünfte Stück nahm, sagte der Opa, dass er nicht mehr essen konnte.
Natürlich konnte der Fuchs noch etwas essen, aber er ließ Kevin fast in allen Dingen gewinnen. Außerdem war er satt genug, und er wollte auch ein bisschen abspecken. Damit hatte er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Kevin dachte, dass er wirklich mehr essen konnte als sein Opa, und er selber konnte ein bisschen an Gewicht abnehmen. Schrader blieb noch ein bisschen und ging dann mit seiner Frau herunter. Die beiden schauten sich einen Krimi an und tranken Rotwein. Aber die ganze Flasche wollte Schrader nun wirklich nicht leer machen. Die Erinnerung an seinen Kater war noch zu groß. Die beiden gingen früh ins Bett, und nahmen sich in dieser Nacht viel Zeit miteinander.
Kowaslki war sichtlich überrascht als er Linse schon wieder bei sich begrüßen konnte. " Du willst wohl wieder dick absahnen, was? Da hast du dir gleich den richtigen Gegner mitgebracht, der das zu verhindern weiß, nicht Peter?" " Ganz so einfach werde ich es unserm Neuen auf keinen Fall machen, wie ihr es ihm gemacht habt," sagte Grabe. Kowalski erwiderte:" Du wirst dich wundern wie gut Erwin Linse spielt. Am besten wird sein wir fangen gleich an. Wo die Getränke stehen, wißt ihr ja." Je später der Abend wurde desto höher wurden die Einsätze. Besonders Peter Grabe pokerte mit hohem Einsatz und hohem Risiko. Plötzlich fragte Vogts:"Habt ihr mit Müller auch um so hohe Einsätze gespielt?" " Ja, leider, sagte Grabe deswegen sind mir auch jetzt 100 000 Euro durch die Lappen gegangen. Und bei Kowalski ist es noch eine Stange mehr." Endlich wusste Vogts wie hoch die Schulden von Müller an Grabe waren, bei Kowalski konnte er sich von der genauen Summe in etwa vorstellen, wie hoch diese war. Am Ende der Nacht war Peter Grabe ganz schön sauer, denn Vogts hatte ihm einen Batzen Geld aus der Tasche gezogen, und weil er dicke war wollte er sich mit Vogts schlagen. Doch bevor es dazu kam, hatte sich Vogts schnell aus dem Staub gemacht. Er dachte sich, dass es vielleicht besser wäre, wenn er das nächste Mal woanders spielen würde.
Am nächsten Morgen saßen Schrader und Dirkes in ihrem Büro und dachten über die Geschehnisse der letzten Tage nach. Sie fassten alles noch einmal zusammen. " Zuerst wird der Bankangestellte Peter Müller ermordet. Der Täter nimmt 250 000 Euro aus der Bank mit. Nach reichlichen Befragungen kamen mehrere Personen in Frage. Die Sekte, die Pokerspieler und schließlich Niehaus, als aus unserer Sicht Hauptverdächtiger, aufgrund der Drohbriefe und des Verhältnisses zu Müllers Frau. Doch plötzlich wird Niehaus ermordet. Die Fingerabdrücke des toten Niehaus bewiesen, dass er die Drohbriefe geschrieben hatte. Doch hat er die Drohungen wirklich wahr gemacht, und hat er Müller erschossen? Warum wurde er Tage später ermordet? Hat der eine Mord etwas mit dem anderen zu tun? Wenn ja, läuft der Mörder von Müller noch frei herum. Vielleicht hat Niehaus von dem Mord etwas gewusst und wurde deshalb auch umgebracht." " Ich glaube auch, dass Niehaus nicht der Mörder von Müller sein kann. Wieso sollte er dann Tage später ebenfalls umgebracht werden, sagte Dirkes. Außerdem haben wir das erbeutete Geld bei Niehaus noch nicht gefunden, und ich glaube wir werden auch nichts finden." " Trotzdem sollten wir noch einmal in Niehaus Haus gehen und gucken, ob wir irgendetwas interessantes finden können, Patrik." " Du hast recht, Wolfgang. Vielleicht finden wir ja irgendeine Adresse oder Telefonnummer, die uns weiter bringt. Schrader und Dirkes fuhren also nach Niehaus Wohnung und durchsuchten noch einmal alles gründlich. Sie fanden ein kleines privates Telefonbüchlein. Dort waren reichlich Adressen und Telefonnummern aufgeschrieben. Leider konnten sie nicht feststellen mit wem er zuletzt vor seinem Tod noch gesprochen hatte. Er hatte noch ein sehr altes Telefon, auf dem sie nichts zurück verfolgen konnten. Über eines waren sich die beiden Beamten sicher, nämlich dass er nichts mit dem Mord an Müller zu tun haben konnte. Das Geld hatte Niehaus nirgendwo und ausserdem, dass er ein paar Tage später selber ermordet aufgefunden wurde, war doch ziemlich verdächtigt. Schrader war sich sogar sehr sicher, das Niehaus den Mörder von Müller kannte, und dieses Wissen ihm selber zum Verhängnis geworden war. Er muss sich mit dem Mörder in Verbindung gesetzt haben, und ihm von seinem Wissen erzählt haben. Wahrscheinlich hat er den Mörder erpresst. Es konnte aber auch sein, dass der eine Mord mit dem zweiten nichts zu tun hatte, aber daran
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glaubte der Fuchs nicht. Schrader und Dirkes fuhren zu ihrer Dienststelle zurück, mit sehr vielen Fragen in ihren Köpfen. Der Fall wurde immer komplizierter.
Am Wochenende sollte ein großes Strassenfest in Schraders Strasse stattfinden. Mit Festzelt, Bierbuden, Bratwurstbude, Autoscooter Kettenkarussel und einer Schießbude. Außerdem werden noch Lose verkauft für eine Tombola. Also, für jeden etwas dabei. Nicht nur Schrader freute sich auf dieses Strassenfest, sondern mit ihm die ganze Strasse. Besonders Kevin konnte es kaum abwarten.
Endlich war es soweit. Das ersehnte Wochenende war da. Das Strassenfest fand auf einer großen Wiese statt, am Ende der Strasse, wo schon alle Schausteller auf ihrem Platz standen. Das Fest sollte von Freitag bis Sonntag gehen, wobei am Sonntag abend das Fest mit einem großem Feuerwerk beendet werden sollte. Aber soweit war es ja noch lange nicht. Es war Freitag um ca. 18 Uhr. Der Fuchs wollte für ein paar Tage mal den Fall einfach vergessen sich amüsieren. Sie gingen gemeinsam zum Ende der Strasse auf die Festwiese. Eigentlich kannte hier jeder jeden, aber es waren auch andere Leute aus der Stadt auf der Wiese um sich zu vergnügen. Für die Jugendlichen war natürlich das Autoscooter die Attraktion schlecht hin. Den Fuchs kannte ohnehin jeder, deshalb war es für ihn gar nicht so einfach bis zum Festzelt zu gelangen. Jeder der ihn traf, wollte sich mit ihm ein bisschen unterhalten. Seine Familie war schon längst im Festzelt, als Schrader erst einmal an den Tresen ging und etwas bestellte. Er kannte ja ungefähr den Geschmack seiner Familie. Er kam mit einem Tablett an den Tisch wo sich seine Lieben hingesetzt hatten Für Kevin hatte er eine Fanta, für seine Frau und für sich ein Mineralwasser und für seine Tochter und seinem Schwiegersohn hatte er ein grosses Bier mitgebracht. Und tatsächlich alle waren zufrieden. " Jetzt wollen wir erst einmal anstossen, auf ein hoffentlich schönes Wochenende," sagte der Fuchs, und alle prosteten sich zu. Zu dieser Zeit war das Zelt noch nicht gut besucht, was bestimmt daran lag, dass die Musikband noch nicht spielte . Schrader trank sein Bier aus und fragte dann: " Wer möchte alles etwas essen? Ich werde hinaus gehen und etwas von der Würstchenbude holen. Hans willst du mich begleiten?" fragte er seinen Schwiegersohn. Nachdem er alle gefragt hattewas sie zu essen wollen, ging er mit Hans nach draussen Vor dem Zelt trafen sie ihre direkten Nachbarn mit denen sie sich prima verstehen. Und wie das so ist bei einem Fest luden ihre Nachbarn sie zu einem Bier an der Bierbude ein. Sie unterhielten sich über dies und jenes und nachdem
das erste Bier alle war revanchierte sich Schrader ebenfalls mit einer Runde Bier. " Jetzt haben wir glatt vergessen, dass wir ja eigentlich essen für uns holen wollten." Schnell tranken sie das Bier aus und gingen schnurstraks auf die Würstchenbude zu. Es dauerte ein bisschen bis sie dran kamen, denn es war ganz schön Betrieb an der Bude. Kein Wunder um diese Zeit. Aber letztendlich wurden doch noch alle Wünsche erfüllt. Schnell gingen sie ins Zelt um das Essen bei ihren Lieben abzuliefern und natürlich selber etwas zu essen. Es schmeckte allen prima, besonders freute sich Kevin über seine Pommes Rot-Weiss und seiner Currywurst. Als alle fertig waren mit Essen machte der Großvater seinem Enkel einen Vorschlag. " Was hälst du davon, Kevin, wenn wir eine Runde Autoscooter fahren?" " Au ja, prima." Der Fuchs war grosszügig und holte gleich zehn Chips und die beiden fuhren zusammen in einem Scooter. Kevin durfte sogar lenken und Gas geben. Der Opa wurde kräftig durchgeschüttelt, denn Kevin rammte jeden Wagen der ihm in die Quere kam. Der Opa sagte nach der fünften Fahrt, dass er eine Pause brauchte. Kevin wollte alleine weiterfahren
doch das erlaubte der Opa nicht und sagte: " Du kannst dir ja deine Chips auch noch für später aufheben, und ich fahre auch bestimmt noch einmal mit dir, obwohl du ein rasanter Fahrer bist." Damit war Kevin einverstanden. Bevor sie ins Zelt zurück gingen, wollte Kevin aber noch, dass sein Opa für ihn etwas schiesst. Als sie vor der Schiessbude standen fragte der Fuchs Kevin:" Was möchtest du denn gerne haben?" Kevin schaute sich alles genau an, und sagte dann:" Ich hätte gerne so eine Pfauenfeder." " In Ordnung. Aber es wird nicht so ganz einfach sein, denn an der Feder ist ein ganz schön langes Röhrchen. Aber ich werde mein Bestes geben." Er schaute sich die Röhrchen an und kaufte schließlich vier Schuß. Er legte an, ohne das Gewehr abzustützen und schaffte es mit drei Schuß die Röhrchen vollständig kaputt zu kriegen . Der nette Schausteller gab Schrader die Feder und der übergab diese seinem Enkel. Ein Schuß hatte der Fuchs noch. Er schaute sich alle Röhrchen
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genau an und entdeckte, dass an einer der Pfauenfedern nur noch ein kleines Stückchen von dem Röhrchen dran saß. Er musste dafür aber ein bisschen schräg schiessen. Der Fuchs legte nochmals an und traf. " Was soll das denn? Du spinnst wohl Opa." Neben Schrader stand plötzlich ein finsterer Kerl. " Meinen sie mich damit?" "Sehen sie hier noch irgendeinen Opa. Ich habe gerade auf die Pfauenfeder gehalten, als sie plötzlich das Ding abschiessen. Damit ist jawohl klar, das die Feder mir gehört" " Kevin geh schon mal herein. Ich habe hier noch etwas zu klären. " Der Junge ging ins Zelt zu seinen Eltern. " Und nun zu uns, sie junger Hüpfer. Ich habe die Feder abgeschossen, also gehört sie auch mir. Ist das klar?" Nichts ist klar, sagte der Mann. Sie suchen wohl Streit?" Der Mann wollte gerade zuschlagen. Aber der Fuchs hatte schon damit gerechnet, und duckte sich ab, ging hinter den Körper des Fremden und zog den Arm des Unbekannten hinten auf seinen Rücken und drückte den Arm zum Kopf hoch. Der Mann schrie auf, denn der Fuchs hatte unheimliche Kräfte, das spürte auch der Mann und sagte:" Ist ja schon gut. Sie können ihre Feder behalten."
War doch nur Spaß." Der Fuchs löste den Griff und sagte:"Nach lachen ist mir aber nicht zumute." Er ging wieder ins Zelt um seinem Enkel die Feder zu bringen. " Was war denn los?" fragte seine Tochter, denn Kevin hatte schon berichtet was draussen vorgefallen war. " Nichts passiert, ich musste nur einem Flegel Manieren beibringen." Am Tisch hatten sich schon in der Zwischenzeit liebe Nachbarn dazu gesetzt. Schrader klopfte zur Begrüßung auf den Tisch und die Nachbarn erwiderten, indem sie auch auf den Tisch klopften. " Schön, dass wir mal wieder alle zusammen sitzen und gemeinsam feiern können! Das letzte Strassenfest liegt ja auch schon wieder zwei Jahre zurück. Gut, dass wir alle viel in die Gemeinschaftskasse schmeissen. So können wir uns auch dieses mal eine Band leisten. " So wie ich dich kenne Wolfgnag Schrader lässt du mal wieder keine Gelegenheit aus mit allen Frauen, die du kennst, und vielleicht auch welche die du nicht kennst, zu tanzen.," sagte ein Nachbar und alle lachten. Der Fuchs war ein begnadeter Tänzer. Und er liebte es viele verschiedene Frauen aufzufordern, aber am meisten tanzte er natürlich mit seiner Frau. Aber bevor die Musik anfing war noch etwas Zeit. Es wurde viel getrunken, viel geredet und viel gelacht. Eine halbe Stunde später ging der Fuchs noch einmal zu der Schiessbude aber dieses mal mit seinem Schwiegersohn. " So Hans, jetzt wollen wir mal sehen wer besser schiessen kann, ein besoffener Polizist oder ein besoffener Handwerker?"" Bist du denn schon besoffen, Schwiegervater?" " Du etwa noch nicht? Ja,ja. Ihr jungen Leute vertragt ja mehr als wir Alten. Aber glaube mir, früher habe ich auch nicht ins Glas gespuckt. Da konnte ich auch noch einen Streifen vertragen. Lass uns auf Scheibe schießen, aber verdeckt." "Einverstanden." Der Mann in der Schiessbude drehte die Scheibe herum. Der Fuchs bezahlte noch schnell sechs Schuß und legte dann an, ohne sich abzustützen. Er schoß schnell und gut, und von hinten sah man nur zwei Einschüsse. Als der Schausteller die Scheibe rumdrehte guckte er nicht schlecht. " Zwei mal die zwölf und ein mal die elf," sagte er und gab Schrader die Karte. " Das mach erst einmal nach, Hans. Ich glaube die nächste Runde Bier musst du bezahlen." " Nicht so schnell, Schwiegerpapa. Ich muß auch erst noch schiessen. Und dein Ergebnis ist auch noch zu toppen." " Dann musst du aber drei mal die Mitte treffen." " Ich werde mein bestes geben." Hans legte an, aber er brauchte zwischen den einzelnen Schüssen länger als der Fuchs. Nachdem alle drei Schüsse beendet waren, guckte der Fuchs nicht schlecht, denn von hinten sah man, dass nur ein Einschußloch da war, und das in der Mitte der Scheibe saß. Als der Schausteller die Karte umdrehte traute er seinen Augen nicht. Er war schon erstaunt gewesen, als er die davor beschossene Scheibe umdrehte, aber dieses mal war er einfach baff. " Gucken sie selber mein Herr," sagte er zu dem Fuchs, der inzwischen schon ahnte was da auf ihn wartete. Drei mal die zwölf. " Donnerwetter, wo hast du denn das gelernt, Hans. Mit deinen Schießkünsten könntest du jederzeit bei der Polizei als Scharfschütze anfangen." " Dafür wird es wohl nicht reichen glaube ich, denn da gibt es noch andere Kaliber an Waffen. Aber du weisst doch, dass ich mal im Schützenverein warund da habe ich auch schon nicht schlecht geschossen. Ich glaube sogar, dass ich gute Chancen gehabt hätte den Schützenkönig zu schießen, aber dafür hätte mir das Geld nicht gereicht, weshalb ich immer nicht voll drauf gehalten habe beim Königsschießen." " Wenn du so beim Königschiessen geschossen hättest, wärst du bestimmt mit Abstand der beste gewesen. Du hast dir dein Bier redlich verdient, ich
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bin ein fairer Verlierer. Komm laß uns zur Bierbude gehen damit ich dir einen ausgeben kann." Die beiden bestellten sich ein Bier und einen Korn und tranken genüsslich das kühle Naß. Der Fuchs konnte es immer noch nicht fassen, dass sein Schwiegersohn ihn beim Schiessen geschlagen hatte, erst recht bei dem, was er an Punkten vorgelegt hatte. Aber so langsam beruhigte er sich wieder und redete nicht mehr über die Sache, statt dessen erzählte er seinem Schwiegersohn von dem Knilch an der Schießbude, als er für Kevin die Federn geschossen hatte. Hans fand es einfach unverschämt von dem Mann, wie der sich verhalten hatte. Es war ziemlich gemütlich an der Bierbude, so dass die beiden sich noch eine Runde bestellten, aber dann wollten sie doch endlich wieder herein gehen zu ihren Frauen. Mitlerweile hatten auch die Band im Zelt angefangen zu spielen und der Fuchs war schon heiß auf das Tanzen. Er war kaum im Zelt, als er schon am Tisch stand und seine Frau zum Tanzen aufforderte. Der erste Tanz gehörte immer seiner Frau. Der Fuchs konnte wirklich sehr gut tanzen und er war auch schon mit Begeisterung dabei. " Es ist richtig schön, mal wieder seine Beine im Takt zu bewegen, findest du nicht auch, Liebes?" " Du hast recht, Wolfgang. Man kommt viel zu selten zum Tanzen. Aber ich muss schon sagen, es ist mal wieder ein richtiges Vergnügen in den Genuss zu kommen mit dir zu tanzen." " Danke, aber du bist auch eine wirkliche Attraktion beim Tanzen. Wenn ich auch mit vielen Frauen tanze am Abend, aber mit dir tanze ich am Liebsten." " Das will ich auch hoffen." Die Band spielte immer drei Lieder, bevor sie eine Pause machten, und in dieser Runde war ein Walzer das Schlußlied. Das traf sich wirklich gut, denn dies war der Lieblingstanz der Eheleute Schrader. Sie tanzten den Walzer so gut und mit solcher Hingabe, dass sie die Blicke vieler Zeltbesucher auf sich zogen. Als sie zum Tisch zurück kamen, gab es sogar Applaus von den Nachbarn für die Tanzeinlage. Kevins Mutter sagte:" Jetzt wird es aber Zeit für dich ins Bett zu gehen, Kevin." " Aber ich habe Kevin versprochen mit ihm heute noch einmal Autoscooter zu fahren. So viel Zeit wird doch wohl noch sein. Ich bringe Kevin dann auich persönlich ins Bett." O.K. Vater. Du hast mich überredet. Aber fahrt nicht mehr zu lange." Der Fuchs nahm seinen Enkel an der Hand und ging mit ihm zum Autoscooter. Die fünf Chips die Kevin noch hatte brauchten die beiden auf. Bei ihrer Fahrt wurden sie öfter frontal gerammt. Es war der Kerl, der sich mit dem Fuchs schlagen wollte. Jedesmal, wenn sich eine Möglichkeit ergab , rammte er die beiden. Schrader wurde es schließlich zu bunt und stieg aus, nahm Kevin mit und brachte ihn nach Hause in sein Bett. Kevin schlief mit seinen Pfauenfedern in der Hand ein. Erst als Kevin richtig fest schlief, machte sich der Fuchs auf und ging zurück zum Festplatz.
In der Zwischenzeit musste Frau Schrader mal auf die Toilette. Sie ging aus dem Zelt und als sie zurück ins Zelt wollte rempelte sie jemand mit Absicht an. Anstatt sich zu entschuldigen sagte der Fremde:" Sie sind doch die Frau dieses Wundertänzers , ich habe sie doch zusammen tanzen gesehen. Richten sie ihrem Mann aus er soll etwas auf seine Gesundheit aufpassen, sonst wird er nicht alt." " Solldas eine Drohung sein?" Fassen sie es auf, wie sie wollen. Aber mit Kowalski ist nicht zu spaßen, sagen sie ihm das," sprach er und ging weiter.
Als der Fuchs wieder im Zelt war erzählte seine Frau ihm, was dieser Unhold gesagt hatte. " So, Kowalski heisst dieser Knilch also. Kowalski? Kowalski? Irgendwoher kenne ich doch diesen Namen. Das ich da nicht gleich drauf gekommen bin. Der Typ hat mit unserem Fall etwas zu tun, denn er ist leidenschaftlicher Pokerspieler. Ich weiß zwar nicht, wieweit er mit dem Fall zu tun hat, aber ich bin mir sicher, dass er was damit zu tun hat. Er scheint nicht zu wissen, dass ich bei der Mordkommission bin, sonst würde er sich mir gegenüber ruhiger verhalten. Übrigens steht er im Moment an der Theke. Ich kenne den Flegel genau wieder." Genau der Mann hat mich angerempelt," sagte seine Frau. " Vielleicht besäuft er sich ja und ich kann mich in die Nähe von ihm stellen. Vielleicht höre ich ja das eine oder andere Interessante." Wir sind doch zum feiern hier, Wolfgang." " Vielleicht kann man ja das eine mit dem anderen verbinden. Außerdem dauert es bestimmt noch etwas bis seine Zunge etwas lockerer wird, durch den Alkohol." Die beiden setzten sich wieder an den Tisch zu ihren Nachbarn. Sie waren alle in ausgelassener Stimmung, und der Fuchs tanzte, wie es alle von ihm erwarteten und kannten, mit einer Frau nach der anderen. Aber immer, wenn er an dem Tisch
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Platz nahm, beobachtete er Koiwalski. Außerdem trank er nicht mehr jede Runde mit. Schließlich wollte er noch einigermaßen nüchtern bleiben, damit er später Kowalski belauschen konnte. Als die meisten schon nach Hause gegangen waren, machte sich die Familie von Schrader auch auf den nach Hauseweg. Er selber wollte noch ein bisschen bleiben. Das Zelt war schon ziemlich leer, aber die Theke war noch gerammelt voll. Der Fuchs stellte sich dazu, in die unmittelbare Nähe von Kowalski. Er konnte von dort aus gut verstehen was Kowalski erzählte, zu mal dieser auch noch ein lautes Organ hat. Der Fuchs stellte sich aber so an die Theke, dass zwischen ihm und Kowalski einige Leute standen, so dass Kowalski ihn nicht sehen konnte Er war schon etwas besoffen und er erzählte frei von der Leber weg. " Eigentlich hat der Bankangestellte selber schuld. an seinem Tod. Warum musste er auch so viel Schulden machen? Warum spielte er Poker, wenn er davon nichts verstand," sagte Kowalski. " Aber das ist doch noch lange kein Grund ihn umzubringen," sagte ein Mann am Thresen. " Also ich kann den Typ verstehen, der das gemacht hat. Das Geld hätte er nie von Müller wiedergekriegt:" " Trotzdem ist das noch lange kein Grund diesen Mann zu erschiessen. Dann wurde sogar noch ein Kollege von Müller ermordet. Also mir sieht das ganz so aus, als ob der Mann zum schweigen gebracht wurde. Bestimmt wusste er mehr von dem Mord oder hat sogar den Mord beobachtet, erprersste den Mörder von Müller und musste selber daran glauben." Kowalski sagte: " Wenn das so gewesen ist, ist au der Kollege von Müller selber schuld. Wenn er den Mord wirklich beobachtet hat, dann hätte er gleich zur Polizei gehen müssen und nicht versuchen den Mörder zu erpressen. Der konnte sich doch genau ausrechnen, dass der Erpresser immer wieder mit neuen Fordrungen zu ihm kam. Der hätte ihn ausgenommen wie eine Weihnachtsgans und außerdem wer hätte ihm denn garantiert, dass wenn er das Schweigegeld gezahlt hätte, der Mann nicht anschließend doch alles der Polizei erzählt hätte?" " Das hört sich ja so an, als wenn du gut über die Sache Bescheid weisst, Kowalski." " Unsinn, aber ich kann mich gut in die Gedanken anderer Leute versetzen.Und es könnte ja wirklich so gewesen sein. Es kann natürlich auch ganz anders aussehen. Ich habe mir nur so meine Gedanken gemacht über den Fall. Schließlich kannte ich den Müller auch, zwar nur von unseren Pokerabenden, aber beim Spielen lernt man die Menschen meist besser kennen, als im wirklichen Leben. " " Hatte Müller nicht auch bei dir Schulden?" "Was heißt Schulden. Über kleinere Beträge spricht man nicht." Na warte, Kowalski. Das werden wir schnell rauskriegen, dachte der Fuchs. Das Gespräch nahm eine andere Richtung an, und Kowalski sprach nicht mehr von Müller oder den Morden. Es wurde ganz allgemein über dieses und jenes gesprochen. Schrader trank sein Bier aus, denn heute würde er nichts mehr erfahren. Ohne das Kowalski ihn sah, verließ er das Zelt und ging nach Hause. Als er nach Hause kam versuchte er leise zu sein, denn es war schon alles dunkel, weil die anderen schon lange schliefen. Seine Frau hörte ihn, als er ins Schlafzimmer kam und fragte im Halbschlaf," Alles in Ordnung, Schatz?" " Alles bestens, schlaf ruhig weiter."
Am nächsten Morgen waren alle ein bisschen verkatert, trotzdem wollten sie zum Zelt gehen. " Heute morgen gibt es Katerfrühstück im Zelt, und weil wir glaube ich alle einen Kater haben, ausser Kevin, kann man das wirklich wörtlich nehmen." Es war ein schöner Samstag Herbstmorgen, und alle waren gespannt was es zum Essen gab beim Katerfrühstück. Es waren einige überrascht als sie den reichlich bestückten Teller in den Händen hielten. Für jeden waren einige Salzgurken, ein Salzhering, zwei brötchen, eine dicke Scheibe Jagdwurst, ein Klumpen Mett und reichlich Butter zum Beschmieren auf diesem Teller. Alle ließen es sich gut schmecken, denn es war wirklich ein gelungenes, tolles Frühstück. Natürlich wurde auch wieder Bier getrunken, das gehört einfach dazu. Am Tisch von Schrader und seiner Familie saßen wieder dieselben personen wie am Vortag. Es war einfach so eine lustige Runde, dass alle sich wieder am gleichen Tisch zusammensetzten. Der Fuchs gab einige seiner zahlreichen Witze zum besten, so dass schnell wieder der Stimmungspegel sehr hoch war.
Als Höhepunkt des Katerfrühstücks war ein kleines Konzert von Musikern, die alle in der Straße wohnten, die das Straßenfest veranstalteten. Glücklicherweise waren in der Straße einige Leute die auch zusammen
in einer Blaskapelle spielten. Das hatte sich vor einigen Jahren
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so entwickelt. Wer schon in der Kapelle war, hatte einfach mal seinen Nachbarn zum Üben mitgenommen und der war so begeistert davon, dass er gleich Mitglied wurde und von da an selber in der Kapelle Musik machte. Es waren natürlich nur einige aus der Kapelle, aber die Zusammensetzung der Instrumente war so günstig, dass die Musiker gut zusammen spielen konnten. Sie hatten extra für dieses Straßenfest etliche Musikstücke eingeübt, dass alle sich wirklich darauf freuten, ihren Nachbarn etwas vorzuspielen.
Die Musik kam prima an, besonders weil es alles alte und bekannte Stücke waren, die die Leute mitsingen konnten, oder solche Stücke spielten wobei die Leute mitschunkeln konnten. Die Musiker hatten solch ein großes Programm, dass sie mit Pausen zwei Stunden lang spielten. Immer wieder gab es riesigen Applaus für die Musiker . Es war wirklich ein gelungener Morgen geworden. Schrader und seine Nachbarn waren auch alle samt beeindruckt von der Musik. Alle fanden es schade als die Musiker verkündeten, dass sie mit ihrer Darbietung fertig waren. Aber sie hatten ihr Ziel erreicht. Die Stimmung war hervorragend im Festzelt.
Mitlerweile war es schon Mittag geworden und die Schraders gingen an die Würstchenbude und aßen erst einmal richtig ausgiebig bis sie alle satt waren. Der Tag ging schnell zu Ende. Alle waren zufrieden mit dem Straßenfest. Die Nachbarn, die dieses Straßenfest organisiert hatten, haben sich wirklich große Mühe gegeben. Und das Ergebnis war ein großer Erfolg.
Den nächsten Tag waren natürlich auch noch einmal alle aus der Straße anwesend, und noch etliche andere Leute, doch jedes Fest geht auch einmal zu Ende. Am Sonntag Abend waren die Schraders wieder zu Hause. Es war um neun Uhr als sie zu Hause eintrafen, schließlich ging am nächsten. Tag der normale Alltag weiter. Besonders der Fuchs wollte wieder fit sein, wenn er seinen Dienst antrat, denn schließlich hatte er ja einen schwierigen Fall zu lösen.
Als Schrader am Montag morgen das Büro betrat, sah Dirkes schon, dass sein Chef ein anstrengendes Wochenende hinter sich hatte. " Ich habe am Wochenende Kowalski getroffen. Stellen sie sich vor. Ich habe auf dem Straßenfest seine Bekanntschaft gemacht. Er wollte mich verprügeln. Anscheinend hat er nicht gewusst, dass ich von der Polizei bin, sonst hätte er sich wohl anders verhalten. Und nachdem ich ihn Manieren beigebracht hatte, har er mit meiner Frau gesprochen und mir gedroht. Er hat meiner Frau gesagt, dass ich vorsichtig sein soll, wenn ich mich mit ihm anlegen würde. Was sagen sie dazu, Patrik?" "Der Mann ist ein ungehobelter Kerl der keinerlei Manieren hat. Aber sie haben bestimmt recht. Wenn er gewusst hätte, dass sie Polizist sind, dann hätte er sich bestimmt nicht so flegelhaft benommen. Ich persönlich habe schon vorher angenommen, dass dieser Kowalski etwas mit dem Fall zu tun hat. Hoffentlich bekommt unser guter Vogts bald etwas heraus Im Moment haben wir nämlich noch keinen handfesten Beweis für irgendetwas. Wenn wir ehrlich sind tappen wir noch ziemlich im Dunkeln." " Vielleicht kriegen wir bald schon Licht ins Dunkel. Ich glaube das beste wird sein, wenn wir diesen Kowalski zum Verhör ins Präsidium bestellen. Vielleicht kriegen wir ja etwas aus ihm heraus." "Sie haben recht Chef. Es ist schon so mancher in Verlegenheit gekommen, wenn er uns Auge in Auge gegenüber saß und unangenehme Fragen beantworten musste. Ich werde sofort veranlassen, dass dieser Kowalski eine Vorladung bekommt." " Sehr gut , Patrik. Ich möchte übrigens, dass du bei der Vernehmung dabei bist. Es macht immer Eindruck, wenn wir in der Überzahl sind. Übrigens kannst du den Grabe für den nächsten auch gleich vorladen. Immerhin hatte Herr Müller auch bei Grabe sehr viel Schulden." " Ist gut, Chef. Das mache ich." Patrik Dirkes machte sich auf den Weg, um alles in die Wege zu leiten.
Frau Müller trauerte nun um zwei Männer. Schließlich waren ihr Mann und ihr Geliebter ermordet worden Nachdem sie die Kinder zur Schule gebracht hatte, fuhr sie noch in einen Lebensmittelladen. um einzukaufen. Danach fuhr sie geradewegs nach Hause. Sie hatte gerade die Lebensmittel alle untergebracht, als es auch schon an der Haustür klingelte. Sie machte vorsichtig auf und sah einen finsteren Typen. Sie wollte die Tür schnell wieder zu machen. In diesem Moment stellte der Unbekannte einen Fuß in die Tür und verschaffte sich dadurch Einlaß. " Was wollen sie? Ich schreie um Hilfe, wenn sie nicht sofort wieder gehen." " Das würde ich dir nicht raten, Schätzchen." " Ich bin nicht ihr Schätzchen, sie unvereschämter Kerl." " Paß mal auf, Kleine, ich komme um dir zu sagen, dass du mir noch einiges schuldest." " Ich weiß nicht wovon sie reden." " Dann will ich dir mal auf die Sprünge helfen. Du warst doch
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bestimmt viel allein die letzte Zeit. Und weißt du auch wo dein Mann sich aufgehalten hat? Ich will es dir sagen. Er hat sich amüsiert. Und zwar auf meine Kosten. Er war vom Pokerspiel besessen und an unseren unzähligen Pokerabenden ist so einiges zusammen gekommen. Und genau diese Summe, die sich auf 150 000 beläuft will ich jetzt von dir wieder haben." " Sie können mir ja viel erzählen. Woher soll ich wissen, dass sie mir hier nicht irgendeine Räuberpistole auftischen." " Paß mal gut auf Mädel. Das ist kein Spaß. Ich will das Geld und es ist mir völlig egal, wie du an die Summe kommst. Aber ich will nicht so sein, und lasse dir eine Woche Zeit, dass Geld aufzutreiben. " "Wie heissen sie überhaupt?" " Das tut nichts zur Sache. Wenn du nicht spurst, muss ich andere Seiten aufziehen. Ich glaube du liebst deine Kinder. Also würde ich das tun, was ich dir sage. Und lass die Polizei aus dem Spiel." Der Mann entfernte sich wieder und ließ eine niedergeschmetterte Frau zurück. Ihre Kinder waren ihr ein und alles. Der Kerl sa so aus, als ob er ernst machen würde, wenn sie nicht das tun würde, was er von ihr verlangte.
Als Patrik Dirkes wieder das Büro betrat sprach ihn der Fuchs gleich an. " Hast du alles erledigt, Patrik." " Alles in die Wege geleitet, Wolfgang." " Wir müssen uns dann noch eine Gesprächsstrategie zurechtlegen. Das will ich mit dir später noch machen. Jetzt wird es endlich Zeit, dass wir einen "Under Cover Agent" auf die Sekte ansetzen. Weisst du vielleicht jemanden, der für diese Aufgabe in Frage kommen könnte?" " Ich hatte einen Kollegen in der Polizeischule, der sich damals schon mit dem Thema Sekten auseinandergesetzt hat. Und er wurde auch schon mal auf diesem Gebiet eingesetzt." " Na wunderbar. Dann hol den jungen mal her:" " O.K. Chef. " Es dauerte einige Zeit bis Patrik Dirkes wieder kam mit einem Kollegen." Guten Tag," sagte der Kollege als er das Zimmer von Schrader betrat. " Guten Tag, Herr Kollege. Patrik hat mir erzählt, dass sie auf dem Gebiet Sekte schon einige Erfahrungen gemacht haben?" " Das trifft zu," sagte der Kollege knapp. " Ich nehme an, dass sie die Machenschaften der Sekten aufgedeckt haben. Sie sind mit unserem Fall vertraut? Es geht hier um einen Mord, der an einem Bankangestellten verübt worden ist. Dieser Bankangestellte, sein Name ist Müller, war in einer Sekte. Au sicherer Quelle wissen wir, dass Herr Müller
die Sekte verlassen wollte und die dunklen Geschäfte, die diese Sekte praktizierten, an die Öffentlichkeit bringen wollte. Ihre Aufgabe wird sein, heraus zu finden, ob Herr Müller Recht damit hatte, dass in der Sekte dunkle Geschäfte liefen, und ob dadurch die Sekte Grund hatte, Herrn Müller zu ermorden. Verstehen sie mich richtig. Ich möchte wissen ob ein Motiv vorlag. Wenn die Sekte, ich will mal sagen, sauber war, hätten sie auch keinen Grund gehabt Herrn Müller zu töten. Haben sie das verstanden?" " Aber selbstverständlich, Herr Schrader." " Gut....." " Armin Rasche." " Gut Herr Rasche. Alles weitere wird mein Kollege mit ihnen besprechen." " Viel Glück." " Danke."
Schrader verließ sein Büro. Er ging in die Kantine und ließ sich eine Tasse Kaffee geben. Er setzte sich an einen Tisch, wo schon einige ältere Kollegen saßen, die er alle kannte. Er wollte Patrik Zeit lassen, den jungen Kollegen richtig einzuweisen. Deshalb war er in die Kantine gegangen. Er unterhielt sich mit seinen Kollegen ausgiebig und es dauerte noch einige Zeit bis er wieder in sein Büro zurück ging. " Alles glatt gelaufen, Patrik?" erkundigte er sich ." Alles bestens." " Na gut. Dann wollen wir mal an unserer Gesprächsführung üben, für das morgige Verhör mit Kowalski. Schließlich wollen wir ihn ja in Verlegenheit bringen, und nicht er uns. Das selbstbewusste Auftreten werden sie euch wohl auf der Polizeischule beigebracht haben." " Das haben wir zur Genüge durchgenommen und geübt," sagte der junge Polizist. " Um so besser. Das wichtigste ist, dass unser Gespräch immer in unserer Hand bleibt. Der Herr im Ring sind immer noch wir. Wir brauchen keinerlei Stellungnahme zu dem nehmen, was uns Kowalski erzählt. Und auch seine Fragen brauchen wir nicht beantworte wenn wir nicht wollen. Schließlich muß Kowalski uns Rede und Antwort stehen, nicht umgekehrt. Wir müssen Autorität ausstrahlen. Wenn wir merken, das Kowalski bei einer Frage unsicher wird, müssen wir unbedingt nachhaken. Wir müssen versuchen das Gespräch in die Wege zu leiten, dass Kowalski unsicher wird und sich in Widersprüche verwickelt. Außerdem müssen wir versuchen, zu erkennen, wann er die Wahrheit sagt, oder wenn uns etwas komisch vorkopmmt.
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Schrader und Dirkes verbrachten den ganzen Vormittag in ihrem Büro. Aber am Nachmittag fuhren sie beide zu der Bank, wo Müller gearbeitet hatte. Die beiden befragten nochmals die Angestellten. " Könnte es sein, dass Niehaus den Mord aus einem Versteck aus beobachtet hat? Wer war eigentlich zuerst an der Bank von ihnen?" fragte Schrader die Angestellten " Jetzt wo sie die Frage stellen. Als wir kamen stand Niehaus schon am Eingang. Hat das denn irgendeine Bewandnis." " Vielleicht schon, jetzt wo Niehaus auch ermordet wurde, könnte es sein, dass er den Täter gesehen hat." Aber dann hätte er doch sofort die Polizei benachrichtigt," sagte die Angestellte. Der Fuchs sagt:" Hat er aber nicht, und wahrscheinlich wird es so gewesen sein, dass er dem Täter gedroht hat, wenn er kein Schweigegeld von ihm bekommt, dass er die Polizei einschalten wird. Der Täter fand das gar nicht lustig, wollte auch kein Geld zahlen und wird dann Niehaus eiskalt umgebnracht haben." Aber das ist ja schrecklich. Dann hat der Mann ja schon zwei Morde auf dem Gewissen." " Noch wissen wir nicht, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Aber Niehaus ist ein kräftiger Mann gewesen, so dass ich nicht glaube, dass eine Frau ihn hätte erwürgen können."
Im Büro von dem Fuchs sprachen die beiden über die neue Situation, dass Niehaus vor den anderen am Tatort war. " Patrik, ich denke Niehaus hat den Mord beobachtet, und er wollte dann bei dem Täter abkassieren Wer sollte sonst ein Motiv gehabt haben Niehaus zu ermorden? Ich glaube also, dass wir von ein und demselben Täter ausgehen können bei den beiden Morden. " " Das glaube ich auch, Chef. Ich bin wirklich gespannt, was uns die beiden Verhöre bringen werden." " Ich glaube das wir das eine oder andere erfahren werden, was wir noch nicht gewusst haben."
Frau Müller hatte Angst bekommen. Der Kerl sah wirklich nicht so aus als ob er spaßen würde. Sie dachte zuerst daran die Polizei zu benachrichtigen , doch den Gedanken warf sie schnell wieder ab, wenn sie an ihre Kinder dachte. Plötzlich kam ihr ein Gedanke. Sie rief ihre Eltern an, die in einer anderen Stadt lebten und erklärte ihnen die Lage. " Ich kann mir nicht anders helfen, Mama. dass beste wäre, wenn die Kinder eine Zeit bei Euch bleiben. Du verstehst doch meine Lage?" " Natürlich verstehe ich dich, meine Kind. Schließlich geht es hier um keine Bagatelle. Wer weiß was dieser Mannden Kindern antun würde, das ist gar nicht auszudenken. Am besten du fährst sofort los und bringst uns die Kinder, damit sie in Sicherheit sind." " Das wird das beste sein, Mutter. Also bis dann." " Tschüß, mein Kind."
Frau Müller legte den Telefonhörer auf um dann die Schule anzurufen. Sie meldete ihre Kinder bis auf weiteres bei der Schule krank. Dann packte sie für beide Kinder die nötigsten Sachen zusammen und machten sich mit den beiden Kindern auf den Weg zu ihren Eltern. " Ihr könnt erst einmal ein bisschen Urlaub machen bei euren Großeltern. Von der Schule seit ihr erst einmal beurlaubt." Die beiden Kinder freuten sich natürlich, dass sie erst einmal nicht mehr zur Schule mussten, aber trotzdem fragte die Große:" Warum müssen wir denn so plötzlich nach Oma und Opa?" Ist irgendetwas passiert, Mama?" " Ich kann euch das nicht sagen, aber wenn ihr wieder zu Hause seit erkläre ich euch alles."
Armin Rasche,der den V-Mann in der Sekte spielen sollte, trat seinen ersten Dienst an. Zuerst einmal musste er es schaffen in die Sekte einzutreten. Er ging in die Innenstadt und suchte die Ecke auf, an der er schon seit Tagen, Mitglieder der Sekte hat stehen sehen, die für diese Werbung machten. Er ließ sich ansprechen und ließ sich absichtlich auf ein längeres Gespräch ein. Armin erzählte, dass es ihm nicht so gut ginge. Er berichtete dem Mann, dass er seit längerer Zeit arbeitslos sei und ausserdem ihn seine Freundin verlassen hatte. Der Mann merkte sofort, dass Armin genau die richtige Zielperson darstellte. Er fragte ihn, ob er nicht mal vorbei kommen wollte. Die Sekte findet immer Arbeit für ihre Mitglieder berichtete der Mann. Armin sagte dem Mann, dass er sich nicht alleine trauen würde bei der Sekte vorzusprechen und fragte ihn:" Können sie mich nicht mitnehmen? Ich kenne doch gar keinen " " Na gut,"sagte der Mann. Kommen sie so ungefähr um 18 Uhr hier wieder vorbei. Dann sind wir hier fertig und wir nehmen dich mit zur Sekte." " O.K.bis nachher," sagte Armin.
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Frau Müller war in Potsdam angekommen und fuhr schnurstraks zu ihren Eltern um ihre Kindeer dort unter zu bringen. Als Frau Müller in die Einfahrt ihrer Eltern einfuhr, öffnete sich auch schon die Haustür, denn die beiden hatten schon auf ihre Tochter und ihre Enkelinnen gewartet. Die beiden Kinder liefen schreiend auf ihre Großeltern zu und umarmten diese Die beiden hatten ihre Großeltern nämlich schrecklich gerne. Als sich alle begrüßt hatten, gingen sie ins Haus. Die Kinder wurden in ihre vorgesehene Zimmer geschickt, um auszuspucken, damit die Erwachsenen sich in Ruhe unterhalten konnten. " Was für eine Tragödie. Erst ist dein Mann umgebracht worden, dann sein Kollege und jetzt wirst du und deine Kinder bedroht. Wo nimmst du nur die ganze Kraft weg, mein Kind?" " Was bleibt mir anderes übrig ich brauche jetzt mehr Kraft denn je. " " Glaubst du, dass dieser Mann der euch bedroht hat, etwas mit dem Mord zu tun haben könnte? Wenn du nur den geringsten Verdacht gegen diesen Mann hast, musst du zur Polizei gehen. Spiel nicht die Heldin."
" Auf den Fall sind die besten Polizisten angesetzt. Sie werden bald den Mörder meines Mannes haben, da bin ich mir sicher. " " Du kannst die Kinder so lange bei uns lassen wie du willst. Hier wird der Mann sie mit Sicherheit nicht finden. Aber du musst auf dich aufpassen , mein Mädchen. Versprichst du mir, dass du auf dich aufpasst? Vor allem ruf uns bei jeder kleinsten Neuigkeit an." " Ich verspreche es euch." " Und vor allem, wenn es hart auf hart kommt, wir haben auch noch einiges Erspartes. Du kannst auf uns zählen. " " Das ist lieb, Mutti. Aber ich hoffe , das es erst nicht so weit kommt. So jetzt wird es besser sein, wenn ich wieder nach Berlin fahre. Ich will mich nur eben von meinen beiden Kindern verabschieden. Macht es gut ihr beiden. Hört schön auf Oma und Opa und seid artig. Ich habe euch ganz doll lieb. Tschüss ihr beiden. Ich komme so bald wie möglich wieder um euch abzuholen. " " Tschüss, Mami. Wir haben dich auch schrecklich lieb," sagten die beiden, als ihre Mutter das Zimmer verließ.
Frau Müller verließ das Haus und machte sich mit ihrem Auto auf dem nach Hauseweg. Spät am Abend kam sie in Berlin an. Völlig kaputt von der Fahrt und den Ereignissen des Tages schlief sie sofort ein.
Armin Rasche ging wie verabredet in die Innenstadt und traf auch wirklich noch die beiden Sektenmitglieder noch da vor, wo er tagsüber mit ihnen gesprochen hatte. " Ah, da sind sie ja wieder, sagte der eine Mann. Na, dann kommen sie mal mit. " Die drei gingen zum Haus der Sekte und Armin Rasche war auf jeden Fall jetzt schon mal drin. Er wurde in einen Raum geschickt, der wie ein Bürozimmer aussah. Tatsächlich war dies ein Vorzimmer vom Sektenführer , wie sich später herausstellte, denn etwas später wurde er in das Zimmer geschickt, wo der sogenannte Boss schon auf ihn wartete. " Mein Sohn, was kann ich denn für dich tun? Ich höre, dir geht es nicht so gut. Da bist du schon ganz richtig bei uns. Wir haben schon viel schwierigere Fälle bei uns gehabt und denen geht es heute gut, dank uns. Was führt dich denn zu uns?" " Ehrlich gesagt, ich weiß nicht mehr, wie es in meinem Leben weiter gehen soll. Ich bin verzweifelt, habe überhaupt keine Perspektive mehr." " Da bist du bei uns genau an der richtigen Adresse. Wir werden schon bald einen anderen Menschen aus dir machen. Du wirst schon bald alles viel positiver sehen und dem Leben mit viel Selbstbewusstsein ins Gesicht sehen. Zuerst wirst du natürlich so anfangen wie die beiden Brüder, die du heute in der Stadt gesehen hast. Aber damit wollen wir natürlich nur sehen, ob du es ernst mit uns meinst. Aber wenn du dich schnell bewähren solltest, kriegst du natürlich bessere Aufgaben von uns. Wenn du dazu bereit bist, steh unserer Zusammenarbeit nichts mehr im Weg" " Natürlich bin ich dazu bereit . Wann soll ich anfangen?" " So ein Engagement lieb ich. Also gut. Komm morgen früh wieder hierher und dann sehen wir weiter."
Mit einem Bein war er also schon in der Sekte. Das hat ja prima geklappt, dachte Armin. Hoffentlich geht es auch so reibungslos weiter. Wenn er erst einmal in den Räumen der Sekte rumschnüffeln wird, darf er sich keinen Fehler erlauben sonst fliegt alles auf. Aber er war Polizist genug, dass er alles sehr vorsichtig angehen ließ. Aber trotzdem musste er immer daran denken, dass er für einen Fall in dieser Sekte ermitteln musste und dieser Fall schleunigst geklärt
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werden musste. Aber er war sich ziemlich sicher, wenn diese Sekte etwas mit dem Mordfall zu tun hatte, dann würde er es heraus bekommen. .
Schrader saß mit Dirkes im Büro und wartete auf Kowalski. Es war schon zehn Minuten über die Zeit, und deshalb dachten die beiden Polizeibeamten eigentlich nicht mehr, dass Kowalski noch kommen würde, als plötzlich die Tür aufging. Ein Polizist machte die Tür auf und sagte, dass draussen ein Herr Kowalski stände. " Soll ich ihn herein holen" " Ja, bitten sie ihn herein." sagte Schrader bestimmend. Kowalski kam in das Büro und erschrak, als er den Fuchs sah. " Da haben sie wohl nicht mit gerechnet, dass wir uns hier wiedersehen, Kowalski. Ich hoffe sie erinnern sich noch an das Straßenfest, wo sie mich verprügeln wollten?" " Aber da war ich doch besoffen. Es war nicht so gemeint." " Aber meiner Frau haben sie erzählt, dass man sich, genauer gesagt, dass ich mich nicht mit ihnen anlegen sollte, weil es dann gefährlich für mich werden könnte. Haben sie eigentlich immer so rohe Methoden?" Das ist nur so, wenn ich einen getrunken habe, sonst bin ich eigentlich ein ganz umgänglicher Mensch. Ich kann den Alkohol einfach nicht so gut vertragen, und deshalb werde ich immer so ausfällig." " Sind sie öfter betrunken?" " Nein, ich trinke nur gelegentlich, oder zu besonderen Anlässen." " Was war denn das für ein besonderer Anlass, als sie auf dem Straßenfest getrunken haben?" " Ein Kumpel von mir hatte Geburtstag." " Wie dem auch sei, sie wissen warum sie hier sind?" "Ehrlich gesagt, ich habe mich schon ein bisschen gewundert." Ihr Freund ist doch ermordet worden, der Herr Müller," sagte Dirkes der sich am Gespräch beteiligte . " Freund kann man nicht gerade sagen." " Also kennen sie ihn?" fragte der Fuchs schnell. " Ja, ich kannte ihn." " Na und. Woher kannten sie ihn?" fragte Dirkes. " Ich kannte ihn von unseren Pokerabenden." Kowalski sgte nur, wonach er präziese gefragt wurde. Er wollte nicht zu viel verraten. Der Fuchs und Dirkes mussten ihm alles aus der Nase ziehen. " Wie lange spielte Herr Müller schon mit ihnen Poker?" " Genau weiß ich das gar nicht, vielleicht so ein gutes Jahr. Es kann aber auch weniger sein." " War Herr Müller ein guter Pokerspieler?" fragte Dirkes. " Es ging so." " Mein Kollege wollte eigentlich wissen ob er mehr plus oder mehr miese gemacht hat?" " Wissen sie, das geht bei uns Pokerspielern immer rauf und runter." " Wieviel Schulden hatte er bei ihnen.?" fragte Schrader, Kowalski etwas direkter. " Genau kann ich ihnen das gar nicht sagen. Schulden ja, aber wieviel? Ich führe da kein Buch drüber." " Um was für Summen spielen sie da eigentlich? Bestimmt nicht um Pfennigbeträge, oder? Und sagen sie jetzt nichts falsches, wir wissen um was für Summen es sich da teilweise handelt." " Wenn sie das schon wissen, warum fragen sie dann überhaupt?" " Werden sie nicht frech Kowalski. Sie sind hier um unsere Fragen zu beantworten und um nichts anderes dreht es sich hier. Und ich bin weiß Gott nicht begeistert von ihren Antworten. Sie werden mir jetzt ungefähr sagen, wieviel Schulden Herr Müller bei ihnen hatte und er hatte bestimmt einige Schulden bei ihnen, wenn sie schon sagen, dass Herr Müller nicht so gut spielen konnte. Sagen sie uns die Wahrheit, denn wir werden das nachprüfen." sagte Schrader verärgert.
" Ich kann ihnen die genaue Summe nicht nennen, aber es werden so 80 000 Euro sein." " Ist das die ungefähre Summe, die ihnen Herr Müller schuldete?" " Ja." Warum lügen sie Herr Kowalski . Wir wissen aus sicherer Quelle das die Summe sich auf ungefähr 150 000 beläuft. Sie können mir doch nicht sagen, dass man sich um eine Differenz von 70 000 Euro vertut. Was sagen sie dazu?" fragte der Fuchs gereizt. " Ich muss Herrn Müller mit irgendwem verwechselt haben. Es waren wohl so ungefähr 150 000 Euro." " Wer hat denn noch so alles Schulden bei ihnen, dass sie das schon verwechseln." fragte Dirkes. " Wie weit würden sie eigentlich gehen, um das geld wieder zu kriegen." " Ich würde den Menschen vielleicht verprügeln, aber mehr nicht. " " Oder vielleicht jemanden ermorden? Wo waren sie an dem Morgen , als Herr Müller ermordet wurde, Herr Kowalski. " " Im Bett und habe geschlafen, wie immer um diese frühe Zeit." " Haben sie alleine geschlafen?" fragte Dirkes. " Allerdings. Haben sie mich etwa unter Verdacht Herrn Müller ermordet zu haben, das ist doch lächerlich." " Wieso lächerlich? 150 000 Euro sind immerhin kein Pappenstiel und immerhin ein Motiv.," sagte der Fuchs. Außerdem haben sie kein handfestes Alibi. Herr Kowalski ich muss sie bittendie Stadt nicht zu verlassen und sich für weitere Verhöre
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bereit zu halten. Sie sind für uns der Hauptverdächtige in diesem Fall, wenn wir mehr Beweise hätten, würden wir si festnehmen , aber das haben wir leider noch nicht." " Wenn es danach gehen würde bei wem Müller überall Schulden hatte, dann hätten sie allerdings viele Verdächtige."" So," sagte Dirkes. Bei wem hatte Müller denn noch überall Schulden?" " Das müssen sie schon selber herausfinden, ich verpfeife keinen.
Das ist nicht mein Stil. Werde ich hier noch gebraucht? Sonst würde ich nämlich ganz gerne gehen." " Gehen sie schon, Kowalski, sagte Schrader energisch . Aber fühlen sie sich nicht zu sicher und halten sie sich bereit für weitere Verhöre. Wir bleiben an ihnen dran. Auf Wiedersehen."
Schrader und Dirkes waren empört über diesen Auftritt des Kowalskis. " Also ich traue diesem Kerl alles zu," sagte Dirkes. " Du hast recht. Ich ebenso. Aber leider haben wir noch keinerlei Beweise. Außerdem könnte Kowalski sogar recht haben. Wenn Müller bei anderen Pokerfreunden auch so hohe Spielschulden hatte, dann erweitert sich der Kreis der Verdächtigen. Sie alle hätten ein Motiv gehabt." " Vielleicht hören wir ja bald von unserem V- Mann Vogts etwas neues über die anderen Pokerspieler."
Natürlich war Vogts am Abend vor dem Verhör von Kowalski wieder in der Pokerszene unterwegs. Er versprach sich viel von diesem sogenannten Treffpunkt. der Zocker, die Kneipe " Winner or Looser." Als er kam war die Kneipe schon halb gefüllt. Er fand noch einen Platz an der Theke. Kowalski war sichtlich nervös. Vogts hatte sich direkt neben ihm gesetzt. Er fragte Kowalski warum er denn so nervös wäre, und er bekam zur Antwort, dass Kowalski zum Verhör bei der Polizei antanzen musste. " Ja ja, die Polizei. Immer müssen sie sich in alle möglichen Sachen einmischen, sagte Vogts. Warum haben sie dich denn zu sich bestellt?" " Wegen dem Mord an Müller." " Da brauchst du doch keine Angst haben, du hast diesen Bankangestellten doch nicht ermordet oder hattest du einen Grund. Immerhin hatte er beträchtliche Schulden bei dir." " An deiner Stelle würde ich den Mund nicht so voll nehmen, Linse. Sonst haue ich dir eine." " Ist ja schon gut. Man wird doch noch mal einen Witz machen dürfen." " Für derartigen Humor habe ich keine Verständnisse. Ich sag dir nur eines, Linse. Wenn du weiter Poker spielen willst und in dieser Kneipe verkehrst, dann ist es besser, wenn du dich nicht in alle Sachen einmischt."
Kowalski setzte sich zu Vogts weg, an einen Tisch. Vogts beobachtete Kowalski aber weiterhin und es entging ihm nicht, dass Kowalski weiterhin sehr nervös war. Er sprach sehr lange und intensiv mit Grabe. Der war ebenfalls sichtlich nervös. Später wusste Vogts auch warum. Er erfuhr von einem anderen Spieler , dass Grabe ebenfalls einen Termin zum Verhör bei der Kriminalpolizei hatte, und zwar einen Tag später als Kowalski . Vielleicht sprachen sich ja die beiden ab, damit ihre Aussagen übereinstimmten . Aber von dem Gespräch bekam Vogts kein Wort mit. Es war vielleicht auch besser, wenn er heute Abend nicht mehr in die Reichweite von Kowalski kam. Deswegen ging er auch später nicht zu Kowalski zum spielen, sondern suchte sich ein etwas ruhigeres Gebiet aus. In der Kneipe sprach er aber noch etwas mit den anderen Gästen über das Verhältnis von Kowalski zu Müller. Er kriegte heraus, dass die beiden sich öfter gestritten haben. Vor allem über das Geld, was Müller Kowalski schuldete. Aber auch so hatten die beiden immer gestritten, auch hier in der Kneipe. Viele Gäste kriegten immer wieder mit, dass die beiden nicht einer Meinung waren. Sie schrieen sich öfter an, und Kowalski kam immer wieder auf das Geld zu sprechen, welches er noch von Müller kriegen müsste. Einige Gäste sagten sogar, dass Kowalski Müller immer wieder drohte, dass was passieren würde, wenn Müller nicht bald zahlen würde. Vogts kriegte auch heraus bei wem Müller noch überall Schulden hatte. Aber bei diesen Leuten hatte er nur geringfügige Schulden, die er leicht hätte begleichen können. Die meisten Schulden hatte Müller bei Kowalski und Grabe. Das wussten natürlich sehr viele andere Spieler auch. Vielleicht wollte auch nur jemand diese Situation ausnutzen, brachte Müller um und wusste, dass Kowalski und Grabe sofort unter Verdacht.stehen. Aber das waren nur Spekulationen.
Armin Rasche kam früh Morgens in der Sekte an. Die Tür war schon offen, aber es schienen noch nicht all zu viele da zu sein. Er nutzte die Gelegenheit um etwas herumzuschnüffeln. Er
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wollte am liebsten in dem Büro des Sektenführers nach Beweisen suchen, aber das war ihm zu gefährlich.
Jeden Moment konnte der Sektenführer kommen, und den ersten Tag wollte sich Rasche nicht gleich dabei erwischen lassen, wie er in den Akten herumschnüffelt. Aber er schaute sich erst einmal alle Räumlichkeiten dieser Sekte genau an. Dabei stellte er fest, dass einige Türen verschlossen waren. Was konnte sich wohl dahinter verbergen, dachte er. Etwas später wollte er es einmal versuchen in diese Räume zu gelangen. Plötzlich hörte er eine Stimme hinter sich. Es war der Sektenführer. " Was machen sie denn schon so pünktlich hier?" " Wissen sie, ich wollte doch am ersten Tag nicht zu spät kommen. Ich habe mir gerade die Räume angeguckt. All zu sauber scheinen sie nicht gerade zu sein." " Ja, das stimmt wohl. Die Putzfrau hat vor einigen Tagen gekündigt." " Ich mache ihnen einen Vorschlag. Früher habe ich jahrelang in einer Putzkollone gearbeitet. Was halten sie davon, wenn ich hier Abends saubermache. Mir würde das nichts ausmachen." " Warum eigentlich nicht, sagte der Sektenführer nach einer kurzen Pause. Viel bezahlen können wir aber nicht." " Das ist auch nicht so wichtig, sagte Rasche. Hauptsache ich habe eine Beschäftigung. Ich muss mich ein bisschen ablenken, und da ist Arbeit wohl das beste Mittel." Sie müssen aber auch tagsüber in der Stadt stehen und für unsere Sekte werben." " Kein Problem." " Wie heißen sie eigentlich. Ich habe sie noch gar nicht danach gefragt." " Mein Name ist Klaus Bach." " O.K. Klaus. Dann machen wir das erst einmal so." Rasche freute sich, denn jetzt hatte er einen Vorwand. Beim Putzen abends war er bestimmt ungestört und konnte vielleicht das eine oder andere herausfinden.
Der Fuchs machte heute pünktlich Feierabend. Er wollte noch bei Frau Müller vorbeischauen. Schließlich waren es bewegte Tage für sie gewesen. Der Fuchs wollte einfach nur sehen, wie es der Frau ging. Es war schon dunkel, als er bei den Müllers ankam. Er klingelte an der Tür, aber beim ersten Mal wurde ihm nicht sofort geöffnet. Also schellte er erneut an der Tür, und diesmal hörte er an der Türsprechanlage die Frage: " Wer ist dort?" " Hauptkommissar Schrader. Machen sie doch bitte auf." Er hörte ein Summen und drückte die Tür auf. Frau Müller kam ihm auf dem Flur entgegen. Er merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Die Frau hatte getrunken, er roch schon von weitem die Fahne der jungen Frau. " Meinen sie, dass das die richtige Lösung für ihre Probleme ist?" " Herr Kommissar, sie wissen doch bestimmt selber , dass Alkohol für eine kurze Zeit alles vergessen lässt. Und ich habe eine ganze Menge, die ich vergessen will." " Wo sind eigentlich ihre Kinder?" " Die sind schon zu Bett."
Der Kommissar merkte schnell, dass er hier nichts erreichen konnte und verabschiedete sich. Auf dem Nachhauseweg dachte er über die peinliche Situation bei Frau Müller nach. Es passte eigentlich nicht zu der Frau, dass sie sich so gehen ließ. Es musste einen speziellen Grund geben, warum, dass sie sich so betrank. Eines kam ihm komisch vor, dass die Kinder schon im Bett lagen. Es war noch viel zu zeitig für Kinder dieses Alters. Je länger er darüber nach dachte, desto komischer kam ihm das vor. Er drehte sofort um und ging noch einmal zum Haus der Müllers zurück. Als er etwa zehn Meter von dem Haus entfernt war , hörte er einen Schuss. Ohne Zweifel kam der Schuss aus der Nähe des Hauses. Er lief so schnell er konnte zum Haus. Er brach die Tür auf. Er lief schnell in die Stube der Müllers und sah wie Frau Müller am Boden lag.
In ihrer rechten Hand war eine Pistole. In ihrem Kopf war ein Loch. Sofort benachrichtige er seine Kollegen, nachdem er festgestellt hatte, das Frau Müller tot war. Auf einmal fiel ihm auf, dass die Kinder gar nicht geweckt worden waren von dem Schuss. Sofort ging er in die Schlafzimmer der beiden Kinder , aber er fand weder das eine noch das andere Kind. Die ganze Sache fand er doch ziemlich merkwürdig. Endlich trafen auch die Kollegen ein. Alle kamen zu dem Schluß, nachdem sie die Sache überblickt haben, dass es sich
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hier um einen Selbstmord handelte. Dirkes sollte sich über den Verbleib der Kinder kümmern. Erst nach kurzer Zeit fand er in einem privaten Buch mit Telefonnummern, die Nummer der Eltern von Frau Müller. Als er dort anrief erklärte er den Eltern was passiert war. Er hörte, dass die Kinder bei den Großeltern waren, und die Frau erzählte ihm auch den Rest über die Geschichte. Das ihre Tochter erpresst wurde, und das die Kinder in Gefahr waren. " Unsere Tochter hat uns die Kinder gebracht, weil sie Angst um ihre Kinder hatte." " Ihre Tochter hat ihnen doch erzählt, dass sie mit dem Mann " Auge in Auge" gesprochen hat. Hat sie nicht erzählt, wie der Mann aussah oder wer er war?" " Nein, dass wollte sie nicht sagen, aber der Mann wollte Geld von ihr." "Wieviel, wissen sie das?" " Nein, davon hat sie nicht gesprochen." " Vielen Dank für ihre Auskunft, und herzliches Beileid."
Dirkes erzählte Schrader, was er am Telefon erfahren hatte. " Es scheint wirklich so, als ob Frau Müller sich das Leben genommen hat. Sie hat wirklich viel durchgemacht in den letzten Tagen. Dann war sie besoffen und ihre Kinder waren auch in Gefahr. Vielleicht war das alles zu viel für sie. Andererseits kann es auch der Erpresser getan haben., sie umgebracht haben, meine ich. Vielleicht hatte er Angst, das sie doch zur Polizei gehen würde, immerhin hat sie den Erpresser ja gesehen.
Am nächsten Morgen waren Schrader und Dirkes doch ganz schön betroffen, als sie in ihrem Büro saßen. Die Ereignisse des letzten Abends saßen noch tief in ihren Köpfen fest. Schrader machte sich große Vorwürfe, dass er nicht gleich gemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte, als er das erste Mal dieses Abends
bei Frau Müller war. Wäre er doch gleich etwas mißtrauischer gewesen, dann wäre die ganze Sache sicher nicht passiert.
Etwa eine Stunde noch, dann erwarteten Schrader und Dirkes, Herrn Grabe. Herr Grabe ist ja der Untermieter von Müllers, aber an dem Abend war er nicht zu Hause. Wie die Kollegen später mitteilten kam er erst in den frühen Morgenstunden sturzbesoffen nach Hause. Vermutlich war er Poker spielen.
Grabe kam pünktlich zum verhör. Er sah wirklich so aus, als ob er die ganze Nacht gesoffen hatte. " Guten Abend, Herr Grabe. Haben sie mitlerweile schon mitgekriegt was sich ereignet hat?" " Ja, ich habe heute morgen davon gehört." " Wie haben sie sich denn mit den Müllers verstanden?" " Wir hatten nicht viel mit einander zu tun, auch wenn wir in einem Haus wohnten. Man hat sich auch öfter gesehen Ich würde sagen,
wir hatten ein gutes Verhältnis miteinander " " Sie hatten auch die gleiche Leidenschaft wie Herr Müller, das Poker spielen.Wie ist denn Herr Müller, an dieses Hobby gekommen, vielleicht durch sie?" " Ich habe ihm mal erzählt, dass man durch Pokern eine Menge Geld verdienen kann. Und weil er damals einige Geldprobleme hatte, hatte er mich mal gefragt, ob er einfach mal mitkommen könnte." " Und sie haben ihn also mitgenommen. Wohin haben sie ihn mitgenommen
, zu Kowalski?“ „ Ja, den Abend habe ich ihn mit nach Kowalski genommen. Aber er ist nicht lange geblieben.“ „ Warum nicht.“ „ Er wollte sich das ganze noch einmal überlegen.“ „ Wie kam es dann, das er doch mit dem Spielen angefangen ist?“ „ Er hatte mich erneut darauf angesprochen, ob er nicht noch einmal
mit kommen könnte, und den Abend nahm ich ihn erneut mit
nach Kowalski. Und den Abend ist er dann voll mit eingestiegen.“ „ Was heißt
das genau, voll mit eingestiegen. Hat er gewonnen oder verloren?“ „ Er hatte
viel verloren.“ Was meinen sie warum er nicht aufgehört hatte, nachdem er doch
Verluste gemacht hatte. Immerhin hatten sie ihm gesagt, das er eine Menge
verdienen kann.“ „ Kowalski sagte ihm, das er die Schulden abspielen könnte,
und noch dazu einiges gewinnen könnte. Er sagte ihm, dass das ganz normal wäre,
wenn man das erste mal verlieren würde. Aber mit der Zeit würde sich was
ändern, und Müller glaubte ihm. Ich muss dabei sagen , dass Müller kein guter
Spieler war, und das sah man schon am ersten Abend das auch kein Spieler aus
ihm werden würde.“ „ Warum haben sie Müller das nicht gesagt?“ „Kowalski hatte
mir das nicht erlaubt. Er meinte, dass wir noch viel Spaß mit Müller haben
könnten, finanziell und so.“ „ Also Kowalski wollte das Müller weiter spielte?“
„ Ganz genau so war das.“ „ Sagen sie mal Grabe, Herr Müller hatte doch bei
ihnen auch beträchtliche Schulden, oder nicht?“ „ Ja, aber die hatte er
größtenteils schon wieder zurück bezahlt.“ „ Was heißt das genau? Wie viel Schulden hatte er bei ihnen, und wie
viel hat er zurück bezahlt?“ „ Er hatte ungefähr 100 000 Euro Schulden, und
hatte schon 80 000 an mich
30
gezahlt.“ „ Woher hatte er denn plötzlich so viel
Geld her?“ „ Das kann ich ihnen auch nicht sagen.“ „ Wir werden das überprüfen,
Herr grabe,“ sagte Dirkes, der sich die ganze Zeit aus dem Gespräch
herausgehalten hatte. „ Sie können jetzt gehen. Ach eines noch. Wo waren sie an
dem Morgen als Müller erschossen wurde?“ „ Ich war bei meiner Mutter. Ich hatte
die Nacht dort übernachtet. Das mache ich öfter, weil meine Mutter sich alleine
fürchtet, in dem großen Haus.“ Und das kann ihre Mutter auch bestätigen?“ „
Selbstverständlich."
„ Na gut das wäre es dann, Herr Grabe.“
Es schien so, als ob Herr Grabe mit alledem nichts zu tun
hatte. Schrader und auch Dirkes waren sich einig, das Grabe kein Motiv hatte,
Herrn Müller umzubringen. Schließlich hatte er schon fast das ganze Geld, was
ihm Herr Müller schuldete schon zurück bekommen. Für die beiden Beamten war
Kowalski immer noch der Hauptverdächtige, aber beweisen konnten sie noch
nichts.
Armin Rasche alias Klaus Bach war den ganzen Tag in der
Stadt gewesen, um Handzettel für die Sekte zu verteilen. Als er abends in das
bescheidene Haus der Sekte kam, waren schon nicht mehr viele in dem Gebäude. Er
fing an die Räume zu säubern. Gut eine Stunde später waren nur noch er und der
Sektenführer im Haus. „ Ich muss mal kurz weg, sagte der Chef der Sekte. In
einer Stunde bin ich aber wieder da. Sie kommen doch allein zurecht?“ „ Ja,ja. Wenn
ich fertig bin gehe ich nach Hause. Wundern sie sich also nicht, wenn ich
nachher nicht mehr da bin.“ Der Mann ging weg. Das war die Gelegenheit, auf die
Rasche gewartet hatte. Er ging in Richtung Büro des Sektenführers, aber wie er
erwartet hatte, war die Bürotür verschlossen. Aber er wäre kein richtiger
Polizist gewesen, wenn er die Tür nicht
aufgekriegt hätte. Es dauerte nur eine kurze Zeit bis er die Tür mit einem
Dietrich geöffnet hatte. Es musste alles sehr schnell gehen. Es konnte ja auch
sein, das dieser Mensch sehr schnell zurück kommen würde. Und zum jetzigen
Zeitpunkt, durfte er einfach noch nicht auffliegen. Er öffnete die
Schreibtischschublade, die zu seinem größten erstaunen nicht abgeschlossen war.
Erst fand er unwichtiges Zeug , aber plötzlich etwas weiter unten fand er
Verträge mit Libyen.
Es ging um Waffenhandel. Schnell machte er ein paar Fotos
von den Papieren, und machte sich schleunigst aus dem Staub. Er musste sofort
dem Fuchs davon berichten, aber er
wusste nicht wie er sich verhalten sollte. Sollte er den Hauptkommissar
telefonisch benachrichtigen, sollte er schreiben oder sollte er persönlich ins
Präsidium gehen und ihm die Nachricht von Auge zu Auge überbringen? Das
letztere, das wusste er selbst schon, war wohl nicht die ideale Lösung.
Schließlich durfte keiner erfahren das er bei der Polizei war. Wenn ihn jemand
sehen würde, vielleicht sogar jemand aus der Sekte würden sie ihm bestimmt
unangenehme Fragen stellen. Schreiben war auch nicht so das Ideale, zu gut
wusste er, wie oft schon Briefe in der Versenkung verschwunden waren, oder gar
in falsche Hände geraten waren. Also hatte er sich entschieden die Nachricht
telefonisch dem Fuchs zu überbringen. Es läutete schon ziemlich lange und Armin
Rasche dachte schon, das vielleicht niemand im Büro von Schrader war, doch
plötzlich meldete sich der Fuchs höchstpersönlich.
„ Rasche hier, sagte der junge Polizist salopp. Ich habe eine Neuigkeit für sie, die sie vielleicht interessieren könnte.“ „ Ja, Rasche. Was haben sie herausgefunden?“ „ Ich bin vorhin in dem Büro des Sektenführers eingedrungen, und habe ein bisschen in den Schubladen rumgeschnüffelt, und was glauben sie habe ich dort entdeckt?“ „ Na sagen sie schon.“ „ Ich habe ein paar Aufnahmen gemacht von Waffenverträgen mit Libyen. Was sagen sie dazu.“ „ Toll wie sie das gemacht haben, ich bin stolz auf sie. Hat sie auch keiner gesehen?“ „ Nein, als ich im Haus war, war sonst niemand im Haus. Der Sekte war die Putzfrau weggelaufen, und da hatte ich mich angeboten, ein bisschen sauber zu machen. Als alle außer Haus waren, ging ich dann in das Büro, und machte diese Entdeckung.“ „ Prima, Rasche. Sie haben wirklich Mut. Solche Leute können wir immer gebrauchen. Die Aufnahmen die sie gemacht haben werden morgen bei ihnen abgeholt. Rasche, Nochmals Kompliment. Aber seien sie weiterhin Vorsichtig. Wenn jemand dahinter kommt das sie diese Information haben, ist auch ihr Leben in Gefahr. Halten sie sich das immer vor Augen. Halten sie mich weiterhin auf dem Laufenden. Und Rasche, falls die Sekte trotz alledem nichts mit den Morden zu tun hat, können und werden wir sie auf alle Fälle wegen dieser Waffengeschichte hoch gehen lassen. Ihr Einsatz war auf jeden Fall schon mal ein Erfolg. Aber bis die Mordgeschichte noch nicht aufgeklärt ist
„ Rasche hier, sagte der junge Polizist salopp. Ich habe eine Neuigkeit für sie, die sie vielleicht interessieren könnte.“ „ Ja, Rasche. Was haben sie herausgefunden?“ „ Ich bin vorhin in dem Büro des Sektenführers eingedrungen, und habe ein bisschen in den Schubladen rumgeschnüffelt, und was glauben sie habe ich dort entdeckt?“ „ Na sagen sie schon.“ „ Ich habe ein paar Aufnahmen gemacht von Waffenverträgen mit Libyen. Was sagen sie dazu.“ „ Toll wie sie das gemacht haben, ich bin stolz auf sie. Hat sie auch keiner gesehen?“ „ Nein, als ich im Haus war, war sonst niemand im Haus. Der Sekte war die Putzfrau weggelaufen, und da hatte ich mich angeboten, ein bisschen sauber zu machen. Als alle außer Haus waren, ging ich dann in das Büro, und machte diese Entdeckung.“ „ Prima, Rasche. Sie haben wirklich Mut. Solche Leute können wir immer gebrauchen. Die Aufnahmen die sie gemacht haben werden morgen bei ihnen abgeholt. Rasche, Nochmals Kompliment. Aber seien sie weiterhin Vorsichtig. Wenn jemand dahinter kommt das sie diese Information haben, ist auch ihr Leben in Gefahr. Halten sie sich das immer vor Augen. Halten sie mich weiterhin auf dem Laufenden. Und Rasche, falls die Sekte trotz alledem nichts mit den Morden zu tun hat, können und werden wir sie auf alle Fälle wegen dieser Waffengeschichte hoch gehen lassen. Ihr Einsatz war auf jeden Fall schon mal ein Erfolg. Aber bis die Mordgeschichte noch nicht aufgeklärt ist
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können wir noch nichts unternehmen. Vielen Dank für die
Information, Rasche. Bleiben sie weiterhin vorsichtig. Machen sie es gut
Rasche. Und nochmals, herzlichen Glückwunsch für ihren Erfolg.“ „ Danke, Herr
Hauptkommissar. Wiedersehen.“ „ Wiedersehen, Rasche.“ Der junge Polizist war aus dem Häuschen, das er so viel gelobt
wurde von seinem Vorgesetzten. Als Dirkes, wieder in das Büro des Chefs kam,
nach einer Pause die er sich gegönnt hatte, traute er seinen Ohren nicht, als
Schrader ihm erzählte, was er von Rasche erfahren hatte. Wenn Müller wirklich
die Geschichte mit dem Waffenhandel an die Öffentlichkeit bringen wollte, dann
hat die sekte tatsächlich ein Motiv gehabt Herrn Müller auszuschalten. Oder
nicht, Wolfgang?“ „ Aber ja, Patrik. Mit dem Waffenhandel das können wir ja
auch beweisen, aber mit den Mordfällen, könne wir sie noch lange nicht in
Verbindung bringen. Vielleicht hat ja Herr Müller die selbe Entdeckung wie
Rasche gemacht, und wollte nicht in die Sache verwickelt werden. Bestimmt hatte
Müller irgendjemand aus der Sekte sein Vorhaben gebeichtet. Vielleicht jemandem
dem er vertraut hat, und der hat vielleicht den Sektenführer informiert. Wenn
das der Fall war, liegt tatsächlich ein Motiv vor. Vielleicht kann Rasche ja
noch heraus bekommen, ob irgendjemand wusste, das Müller über die
Machenschaften Bescheid wusste, und ob er es irgendjemandem anvertraut hatte. Das beste wird
sein, das Rasche sich an die Leute hält, die auch mit dem Gedanken spielen die
Sekte zu verlassen. Vielleicht kann er ja herausfinden, was diese Mitglieder
dazu bewegt, die Sekte zu verlassen. Aber ich glaube ganz bestimmt, das dieser
Junge ganz genau weiß, was er zu tun hat. Er ist wirklich ein fabelhafter
Polizist.“ Tatsächlich hatte sich Rasche schon selber vorgenommen, was Schrader
sich so vorstellte, was der junge Polizist als nächstes so tun sollte.
Etwa zur selben Zeit ging ein junger Mann die Straße entlang
und wollte in ein Auto steigen, und wollte es starten. Er machte die Tür auf
und setzte sich hinter das Steuer. Es war ein teures Auto, genauer gesagt, ein
neuer Jaguar. Er steckte den Schlüssel ins Schloss und drehte den Schlüssel
langsam herum. Plötzlich flog das Auto in die Luft. Es gab einen lauten Knall und das Auto fing sofort
Feuer. Die Scheiben der Schaufenster, in der engen Straße, brache n
auseinander. Die Leute die am anderen Ende der Straße sich befanden, legten
sich sofort flach auf die Straße. Als der erste Schreck vorbei war, lief sofort
jemand zur nächsten Telefonzelle und benachrichtigte die Polizei und vor allem
die Feuerwehr. Es dauerte auch nicht lange, bis diese an Ort und Stelle waren,
und sie taten, was sie konnten. Das Auto war schnell gelöscht, aber der Fahrer
konnte natürlich nicht mehr gerettet werden. Aber weil das Auto in einer engen
Straße stand sind die Flammen auf ein Wohnhaus übergeschlagen. Es waren noch Bewohner
in diesem Haus. Die Feuerwehrleute taten was sie konnten. Aber die Flammen
waren schon ziemlich hoch. Es hatte sich schon über das ganze Haus
ausgebreitet. Es kam immer mehr Feuerwehrautos angefahren, aber die meisten
konnten gar nicht einschreiten,
weil die Straße so schmal war. Mittlerweile waren aber doch
schon vier Feuerwehrwagen im Einsatz. Sie versuchten mit allen Kräften das
Feuer unter Kontrolle zu kriegen. Andere Einsatzkräfte versuchten die Leute
unversehrt aus dem Haus zu kriegen. Sie spannten
ein Sprungtuch auf, weil zwei Personen im zweiten Stock an den Fenstern waren
und versuchten raus zu springen. Die Feuerwehrleute hielten sie mit lautem
Geschrei zurück, jetzt schon zu springen, wenn das Sprungtuch noch nicht
aufgespannt war. Endlich war es so weit, das Sprungtuch befand sich unter dem
Fenster. Sofort sprangen die beiden Personen heraus und landeten auch relativ
weich in dem Tuch. Es waren eine Frau und ein junges Mädchen, die herunter
gesprungen waren. Es stellte sich heraus, das dies Mutter und Tochter waren.
„ Sind noch weitere Personen in dem Gebäude?“ „ Ja mein Mann
und mein kleiner Sohn sind noch in dem Haus. Bitte retten sie sie!“ Die Frau
wurde zusammen mit dem Kind aus der Gefahrenzone gebracht.
Weiter hinten im Gebäude versuchte der Vater seinen kleinen
Sohn aus dem Kinderzimmer zu holen. Als er die Tür aufmachte sah er, das auch
dieses Zimmer schon ziemlich stark brannte. Er stürzte zum Kinderbett und holte
seinen Sohn heraus. Als er zurück wollte versperrte ein brennender Balken den
Weg. Trotzdem schaffte er es irgendwie aus dem Zimmer zu gelangen, seinen Sohn
auf dem Arm. Der dichte Qualm der sich durch die Zimmer zog, machte ihm
ordentlich zu schaffen. Er kriegte bald keine Luft mehr. Sein Sohn kriegte von
dem alles nichts mit, weil er seelenruhig schlief. Der Vater war schon ziemlich
erschöpft. Er kämpfte sich mit letzter
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Kraft auf den Dachboden des Hauses, wo
sich in der Schräge ein Dachfenster befand. Als er das Fenster aufmachte, sah
er schon eine Feuerwehrleiter näher kommen. Die aufmerksamen Feuerwehrmänner
hatten schon die Idee über das Dach in das Haus zu gelangen. Der Mann schrie um
Hilfe. Sofort sah der Feuerwehrmann, der sich auf der Leiter befand die beiden.
Als die Leiter endlich oben auf dem Dach angelangt war, nahm der Feuerwehrmann,
das kleine Baby in seine Arme und ging wieder nach unten. Der Vater folgte den
beiden. Als alle drei unten waren, war die Freude riesengroß. Alle Menschen
sind unbeschadet aus dem Haus gekommen. Der Mann im Auto hat das Bombenattentat
jedoch nicht überlebt. Wie sich nachher herausstellte, gehörte der Wagen
Kowalski. Er hatte den Mann beauftragt, sein Auto zu holen, weil er sich nach
Hause fahren lassen wollte, weil er zu viel getrunken hatte. Das war übrigens
das erste mal, das jemand anderes in sein Auto gestiegen war, wenn es dort
stand. Sonst ist er immer selber gefahren, oder hat das Auto einfach stehen
gelassen. Der Anschlag galt also vermutlich Kowalski. „ Kowalski, da haben sie
ja einmal Glück gehabt. Ein anderer hatte dafür weniger Glück. Wer ist der Mann
der in ihrem Auto saß?“ „ Es ist ein junger Spielerkollege. Sein Name ist Henri
Valeri. Ich hatte ihn los geschickt, meinen Wagen zu holen, weil ich zu viel
getrunken hatte. Er sollte mich nach Hause fahren Normalerweise fahre ich immer selber, nur
Heute nicht.“ „ Dann galt der Anschlag vermutlich ihnen, Kowalski. Haben sie
irgendwelche Feinde?“ , fragte der Fuchs. „ Was heißt Feinde. Sagen wir es mal
so. Es gibt genug Leute, die mich lieber heute als morgen tot sehen würden. Das
bringt das Geschäft so mit sich.“ „ Von welchem Geschäft sprechen sie,
Kowalski?“ „ Das wissen sie doch. Beim Poker spielen werden so manche um ihr
Vermögen gebracht, und das macht die Leute aggressiv.“
Die Feuerwehr hatte noch einige Zeit damit zu tun, das Feuer
zu löschen. Aber letztendlich war nichts mehr zu machen. Das haus war bis auf
die Grundmauern abgebrannt.
Schrader und Dirkes, die noch einmal ins Präsidium gefahren
waren, dachten die ganze Zeit darüber nach, was sie von diesem Attentat halten
sollten. Hat es etwas mit ihrem Fall zu tun? Kowalski war weiterhin noch
tatverdächtig in den Mordfällen, aber die Sekte hatte sich auch noch ins Rennen
geschmissen. Jedoch was das Attentat auf Kowalski damit zu tun haben könnte,
war ihnen noch schleierhaft. Vielleicht war es ja doch nur ein krieg zwischen
Zockern, und hatte mit dem Anderen Fall überhaupt nichts zu tun. Der Fuchs war
sich ziemlich sicher, das sich das bald alles aufklären ließe. Schrader hoffte,
das der Verbindungsmann, Vogts etwas über das Attentat hören würde. Mit
ziemlicher Sicherheit war dies das Topthema in der Spielerszene. Und vielleicht
könnte er etwas über die Hintergründe erfahren. Kowalski hatte, obwohl er zwar
ziemlich cool Tat, einen gehörigen Schrecken bekommen. Jetzt erst, eine halbe
Stunde später, wurde ihm klar, das er schon jetzt hätte tot sein können. Man
merkte ihm auch nicht an, dass er vor einer halben Stunde sturzbesoffen gewesen
war. Der Schrecken hatte ihn schnell wieder zu klarem verstand gebracht. „ Wenn
ich herauskriege wer das war, den dreh ich den Hals um,“ tönte Kowalski in
alter Manier.
Vogts war zu diesem Zeitpunkt auch bei Kowalski im Haus. Er
hielt sich aber besser erst einmal aus der ganzen Sache heraus. Er hörte aber
mit, wie Kowalski den anderen ein Angebot machte. „ Für jeden der heraus
bekommt wer mich umbringen wollte, zahle ich
10 000 Euro.“ „ Was hast du denn mit dem vor, fragte ein Spielerkollege.“ „ Das hat dich nicht zu interessieren. Aber ihr könnt sicher sein, das er eine angemessene Strafe erhält.“ An diesem Abend wurde nicht mehr gespielt. Kowalski schickte alle nach Hause, und er selber machte sich auch auf den nach Hause weg. Er hatte einen weiten Weg nach Hause, sonst ist er ja nie zu Fuß gegangen. Nachdem er die Hälfte seiner Strecke hinter sich hatte, drehte er sich plötzlich um. Er konnte aber weit und breit niemanden sehen. Die ganze Zeit schon hatte er das Gefühl als ob er verfolgt würde. Er guckte noch eine ganze Weile zurück in die dunkle Straße. Hier gab es viele Versteckmöglichkeiten in den Nischen und Hauseingängen. Schließlich ging er weiter, aber mit einer erhöhten Schrittfrequenz. Er ging schon fast so schnell, das man das schon fast als laufen bezeichnen konnte. Er drehte sich nochmals um und sah plötzlich, das auf der Straße ein Auto das Licht anmachte. Es musste schon eine ganze Weile ohne Licht im Schritttempo hinter ihm hergefahren sein. Dann ging alles sehr schnell. Das Auto beschleunigte in einer sehr hohen Geschwindigkeit. Kowalski versuchte sich
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an die Seite zu drücken. Plötzlich gab es keine Ausweichmöglichkeiten mehr zur Seite, als vorhin noch in der anderen Straße.
Kowalski lief um sein Leben. Doch er hatte keine Chance, der
Wagen kam immer näher und schließlich erfasste der Wagen Kowalski. Er wurde
hoch in die Luft geschleudert, nachdem er vorher gegen die Windschutzscheibe
geknallt war. Mit einer harten Landung kam er hinter dem Auto auf der Straße
auf. Das Auto fuhr so schnell es konnte weiter und verschwand schließlich in
der Dunkelheit. Wer trachtete Kowalski nach dem Leben? Waren es wirklich nur
Spielerkollegen, oder steckte mehr dahinter? Nach einiger Zeit wurde Kowalski
von einem Spaziergänger entdeckt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, er hatte
noch einmal riesiges Glück gehabt. Er war zwar ziemlich schwer verletzt, aber
die Ärzte waren guter Hoffnung, dass er
durchkommen würde. Am nächsten Morgen gingen der Fuchs und Dirkes ins
Krankenhaus und erkundigten sich nach Kowalski. Sie sprachen mit dem
zuständigen Arzt. „ Er wird doch durchkommen, Herr Doktor?“ fragte Schrader. „
Er hat zwar schwer was abbekommen, aber wir wollen hoffen, dass er es schafft.
Und es sieht ganz gut aus,“ antwortete der junge Arzt. „ Können wir mit ihm
reden?“ fragte Dirkes. „ Auf keinen Fall, sagte der Arzt. Herr Kowalski braucht
absolute Ruhe. Aber wenn sie morgen wieder kommen möchten, dann können wir
weiter sehen.“ „ Alles klar, Doc,“ sagte Schrader und zog seinen Kollegen weg.
„ Wir können heute nichts mehr machen, Patrik, lass uns ins Büro fahren.“ Die
beiden Polizisten verließen das Krankenhaus und fuhren ins Präsidium. Auf dem
Weg dorthin sagte Patrik zu seinem Vorgesetzten, „ Der Fall wird immer
komplizierter, das gerade auf unserem Hauptverdächtigen ein Mordanschlag verübt
wird ist doch schon seltsam, oder findest du nicht Wolfgang.“ „ Na ja, Patrik.
Du musst bedenken, das Kowalski in Kreisen verkehrt wo so etwas wie gestern
schon mal passieren kann. Immerhin hat so ein Mann natürlich Feinde. Aber du
hast recht, kompliziert genug ist es jetzt auf jeden Fall. Wir müssen langsam
Licht in die Sache kriegen. Trotz alledem bleibt Kowalski unser
Hauptverdächtiger. Wenn wir doch erst mal ein paar beweise hätten, das Kowalski
unser Mann ist. Auf jeden Fall müssen wir jetzt auch noch den Menschen finden
der Kowalski nach dem Leben trachtet, denn sonst haben wir bald eine erneute
Leiche.“ „ Wir sollten vielleicht veranlassen, dass eine Wache vor Kowalskis
Tür im Krankenhaus steht.“ „ Das ist eine sehr gute Idee, Patrik. Ich werde das
sofort veranlassen.“ Der Fuchs sorgte
dafür, dass das nötige geschah.
In der Sekte war heute ziemlich viel los. Armin Rasche alias
Klaus Bach hat es gut gelöst wie er selber fand. Normalerweise hätte er nur
draußen in der Stadt Handzettel verteilen dürfen und hätte somit vom Leben in
der Sekte nichts mitbekommen. Aber dadurch, dass er die Räume sauber hielt,
bekam er eine ganze Menge mit. Obwohl er schon herausgefunden hatte, daß die Sekte in Waffengeschäften verwickelt war, wusste er eigentlich immer noch nicht wie der Sektenführer hieß. Er fragte ein Sektenmitglied mit dem er schonetwas Freundschaft geschlossen hatte und erfuhr von ihm, dass der Sektenführer Uwe Lange hieß, aber unter den Sektenmitgliedern sagten alle Dola zu ihm. " Wie lange ist Dola eigentlich schon Sektenführer und was hat er früher gemacht?" fragte Klaus seinen neuen Freund Olaf. " Also ich bin schon drei Jahre in der Sekte. Damals ging es mir sehr schlecht, aber es war nicht Dola der mich in die Sekte aufnahm. Damals hatten wir noch einen anderen Sektenführer. Aber eines Tages war der, wie vom Erdboden verschwunden. Dola war damals die rechte Hand des Sektenführers und als der verschwunden war, wurde Dola das Oberhaupt dieser Sekt." " Wie kann uns die Sekte eigentlich so durchfüttern auf Deutsch gesagt, " wollte Klaus von seinem Freund noch wissen. " Jeder gibt hier was er hat, und wie du ja schon weisst, arbeiten wir ja alle, aber man munkelt, dass dunkle Geschäfte betrieben werden sollen, aber das ist nur eine Vermutung. Da weiß keiner etwas genaues." Armin Rasche war in dem Moment richtig stolz, dass er schon viel mehr wusste. Aber es schien keiner wirklich zu wissen um was für Geschäfte es sich wirklich handelte. Ob Herr Müller davon wusste, und ihm diese Information zum Verhängnis geworden war und deshalb vor seiner eigenen Bank getötet wurde, das herauszufinden war Armin Rasches Aufgabe. Und er wollte es unbedingt herausbekommen, denn schließlich war dies eine verantwortungsvolle Aufgabe und schließlich wollte er ja auch mal befördert werden bei der
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Polizei. Aber sicherlich war der Fuchs schon richtig stolz auf ihn, über das was er bis jetzt schon herausgefunden hatte.
Tatsächlich war der Fuchs stolz auf Rasche, eben gerade sagte er noch zu Patrik Dirkes wie nützlich die Information über die Sekte sei. Die beiden Polizisten verbrachten einen ruhigen Nachmittag, bis einer von der Spurensuche vorbei kam. " Herein," rief Schrader und gleich danach öffnete sich die Bürotür. Ein älterer Polizist trat herein und begrüßte den Fuchs aufs freundlichste. Die beiden kannten sich schon sehr lange. " Wir haben einen interessanten Fund gemacht. Dieses Feuerzeug fanden wir unmittelbar an dem Ort, wo Niehaus erdrosselt wurde. Und zwar ist der Fund in dem Sinne noch interessanter, da ein kleines "K" in das Feuerzeug eingraviert wurde. Zwar schlecht leserlich, aber es ist eindeutig ein "K". "Endlich ein Spur. Das wurde auch Zeit. Ich habe gedacht, wir kommen in diesem Fall überhaupt nicht mehr weiter. Ein K. Das wäre ja zu schön um wahr zu sein. K wie Kowalski. Ich danke dir, Walter. Gute Arbeit." " Dann hoffe ich, dass euch das weiterbringt. Tschüß, Wolfgang, sagte der Kollege und verließ das Büro von Schrader und Dirkes. " Das wäre ja ein Ding, wenn das Kowalskis Feuerzeug wäre, Wolfgang. Aber es gibt so viele Möglichkeiten. Wir müssen einfach abwarten. Vielleicht können wir morgen schon mit Kowalski sprechen."
Etwas später machten die beiden Polizisten Feierabend. Schrader ging zufrieden nach Hause. Eine erste Spur tat sich auf. Er hoffte sehr, dass er morgen mit Kowalski sprechen konnte, er dachte aber auch, vielleicht könne man ihn nicht gleich mit so einem Beweisstück konfrontieren, schließlich war sein Gesunheitszustand alles andere als stabil.
Als der Fuchs seine Wohnung betrat kam ihm ein ausgezeichneter Duft entgegen. Es roch einfach wunderbar. Seine Frau hatte ihn mit einem köstlichen Essen überrascht. "Womit habe ich denn das verdient?" fragte er seine Frau. " Wir haben schon lange keinen romantischen Abend mehr miteinander verbracht, und ich dachte mir es wird mal wieder Zeit." Als Wolfgang Schrader ins Wohnzimmer ging war er sichtlich überrascht.
Der Tisch war mit dem besten Geschirr gedeckt auf einer strahlend weissen Tischdecke. Es standen Kerzen auf dem Tisch und Blumen und der Raum duftete wunderbar nach Rosen. Kaum hatte der Fuchs Platz genommen, da kam auch schon sedine Frau mit den ersten Köstlichkeiten. Es gab Kartoffelknödel mit Rotkohl und Schweinebraten. Dem Fuchs lief beim Anblick dieser Köstlichkeiten das Wasser im Mund zusammen. Die beiden aßen mit gesegnetem Appetit. Schon längst hatte Schrader seine Arbeit vergessen. Er plauderte und flirtete sogar mit seiner Frau angeregt, und vor allem bedankte er sich für das erstklassige Essen, aber das beste sollte noch kommen. Denn nachdem alles abgeräumt war, was beide natürlich zusammen taten, gab es den Nachtisch. Frau Schrader hatte zwei Schalen mit Eis vorbereitet, und zwar Vanilleeis mit heissen Kirschen. Schon lange nicht hatte sich der Fuchs sich so wohl gefühlt, doch es sollte noch besser werden. Nachdem alles aufgeräumt war, machte Frau Schrader das Licht dunkler und holte eine Flasche Rotwein hervor. Sie legte leise Musik auf und die beiden setzten sich auf ihre Couch. Der Fuchs öffnete die Flasche und goss sich beiden etwas ein. Nachdem sie eine Weile saßen spielte auf einmal ein Walzer. Der Fuchs zögerte keine Sekunde und forderte seine Frau ganz förmlich zum Tanzen auf. Sie tanzten eine ganze Weile, sie waren einfach glücklich. Sie gingen heute etwas früher ins Bett, aber schlafen konnten die beiden noch lange nicht. Es war der schönste Abend seit langem für die beiden gewesen.
Als die beiden ins Bett gingen stand woanders erst jemand auf. Vogts kochte sich einen starken Kaffee denn schließlich hatte er wieder eine lange Nacht. vor sich. Aber so langsam hatte er sich an die ewigen Nachtschichten gewöhnt. Wenn er sich das aber so recht überlegte wäre das auf die Dauer nichts für ihn. Bevor er sich anzog ging er ins Badezimmer und stellte sich erst einmal unter die Dusche. Er fand das es nichts belebenderes gab als eine kalte Dusche. Er hatte sich vorgenommen sich heute einmal umzuhören, ob jemand etwas genaueres über den Mordanschlag an Kowalski wusste, bestimmt war das das Thema Nr.1 in der Pokerszene, deshalb wollte er auch pünktlich in der Szenekneipe " Winner or Looser" sein. Außerdem musste er sich ein anderes " Spielerparadies" aussuchen, denn bei Kowalski würde ja bestimmt nicht gespielt.
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Vogts war der erste in der Kneipe. Er bestellte sich eine Kaffee. und setzte sich an einen Tisch , der ziemlich in der Mitte des Raumes stand. So konnte er von allen Seiten etwas mitbekommen, dachte er sich. Es dauerte auch nicht mehr lange bis die ersten Gäste eintraten. Mit einer der ersten war auch Peter Grabe. Er war schon mal wieder, wie so oft um diese für Pokerspieler frühe Zeit, besoffen. Laut tönte er:" Wenn ich herauskriege, wer Manni das angetan hat, dem drehe ich den Hals um." So was feiges sagten viele andere, mit einem Auto auf jemandem einfach drauf losfahren, er könnte jetzt tot sein. Es gab einige, denen man einen Anschlag auf Manni Kowalski zutrauen würde, aber keinem der so eine feige Aktion hätte machen können. Deshalb konnte man auch keinen bestimmten benennen. Das war wohl auch so beabsichtigt von demjenigen. Peter Grabe versuchte einige Leute dazu zu bewegen, das sie versuchten heruaszukriegen, wer dafür verantwortlich geswesen sei. Sie wollten alle die Augen und Ohren offen halten. Wenn die Spieler auch sonst verfeindet waren, aber bei so einer Sache hielten doch die meisten zusammen. Es wollten viele Manni Kowalski die nächsten Tage im Krankenhaus besuchen und alle wollten auf die Beerdigung des jungen Pokerkameraden gehen, der in Kowalskis Wagen in die Luft gesprengt wurde. Die Meisten spielten an diesem Abend nicht und blieben in der Kneipe, auch Vogts hatte sich entschlossen in der Gaststätte zu bleiben. Den ganzen Abend gab es nur ein Thema. Kowalski. Peter Grabe sprach einen Spieler a:" Du konntest doch Manni auch nie leiden, wie oft hast du gesagt, dass er zum Teufel gehen kann." " Man sagt so das eine oder ander, aber machen ist doch was ganz anderes. Es stimmt, ich kann Manni nicht leiden, aber das was passiert ist, finde ich auch furchtbar." " Das sagst du jetzt so, aber im innersten denkst du, wie gut das ihm endlich was passiert ist" Ein anderer Spieler mischte sich mit ein " Das kannst du doch aber auch nicht sagen, du kannst doch nicht irgendjemanden hier verdächtigen, Grabe." " Ist ja schon gut, ich halte meinen Mund. Aber wie gesagt, wenn ich denjenigen herausbekomme, dem Gnade Gott."
Vogts bekam nichts weiter heraus an diesem Abend und ging, von der Stimmung in der Kneipe, depremiert nach Hause.
Am nächsten Morgen wachte ein Mann glücklich neben seiner Frau auf. " Einen wunderschönen guten Morgen, mein Liebes. Es war gestern ein wundervoller Abend." Der Fuchs war bester Laune. Und so gut gelaunt ging er auch zur Arbeit. Als erstes fuhren Schrader und Dirkes ins Krankenhaus zu Kowalski. " Können wir heute mit Herrn Kowalski sprechen? " fragte Schrader den Arzt. " Ja, aber nur ganz kurz. Und regen sie ihn nicht unnötig auf." Die beiden Polizisten gingen auf die Intensivstation, aber vorher sagte Schrader Dirkes noch., dass sie lieber nichts von dem Feuerzeug sagen wollen, es würde ihn zu sehr aufregen, sagte Schrader. Kowalski sah furchtbar aus, das ganze Gesicht war mit Blutergüssen und Schrammen übersät. " Hallo Kowalski. Wie geht es ihnen denn heute, sie haben verdammtes Glück gehabt." " Mir geht es furchtbar." " Kein Wunder, sagte Schrader. Wissen sie schon genau was passiert ist?" " Man hat mir gesagt, dass ein Auto mich angefahren hat. Ich selber weiss nicht mehr viel." " Konnten sie irgendjemanden erkennen in dem Auto?" fragte Dirkes. " Wie denn, es ging alles so schnell und es war dunkel." Haben sie eine Vermutung wer ihnen das angetan haben konnte?" " Nein. Aber verdammt noch mal..." " Sie gehen jetzt lieber," sagte der Arzt. " Herr Kowalski braucht noch Ruhe, wenn sie noch etwas wissen wollen , können sie gerne Morgen wieder kommen, für heute ist es genug. " " O.K. Doktor. Wir kommen morgen wieder," sagte Schrader.
Die beiden Polizisten fuhren in ihr Büro. " Ich glaube wir reden mal mit Peter Grabe, vielleicht weiß der ja wer Kowalski ans Leder wollte," sagte Schrader zu Patrik Dirkes. " Das ist eine gute Idee und gleichzeitig können wir ihm das Feuerzeug zeigen was wir gefunden haben. Ich glaube das Grabe das Feuerzeug kennen müsste, wenn es tatsächlich Kowalski gehören sollte."
Als die beiden Polizisten an dem Haus von den Müllers ankamen, wo Peter Grabe ja wohnte, brannte noch Licht vor der Haustür. Sie klingelten ein paar mal aber niemand öffnete. Schrader klopfte an die Scheibe und rief Grabes Name laut und deutlich. Nach einer ganzen Weile hörten sie ein Grummeln in der Wohnung. " Wer stört denn da zur nachtschlafenden Zeit?" " Es sit 11 Uhr 20 Herr Grabe, machen sie doch bitte auf." " Wenn es sein muß." " Es dauerte noch zwei Minuten als Peter Grabe ganz verschlafen und mit einer Trainingshose und
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einem Unterhemd bekleidet die Tür öffnete. " Ach Sie. Was wollen sie." " Können wir herein kommen, Herr Grabe?" fragte Dirkes. " Ungern sagte Grabe, was sollen bloß die Nachbarn denken, wenn bei mir die Polizei ist, aber es lässt sich sicherlich nicht vermeiden." " Sehr witzig," sagte der Fuchs und sie gingen alle in die Wohnung. " Herr Grabe," fing der Fuchs an. Das war eine schöne Bescherung, der Anschlag auf ihren Freund Kowalski." "Wenn ich herauskriege wer das war..." er wollte schon weiter sprechen, dachte aber gleich daran wer vor ihm stand und das man genau aufpassen musste was man sagte. " Sie werden doch sicherlich das beste tun um herauszufinden wer ihm das angetan hat, Herr Kommissar," sagte er dann schließlich. " Natürlich tun wir unser bestes um das heraus zu finden aber wir dachten sie könnten uns da weiterhelfen.Kennen sie vielleicht jemanden der Herrn Kowalski umbringen wollte? Oder vielleicht jemanden, der nicht so gut auf Kowalski zu sprechen war," fragte Dirkes. " Auf Kowalski waren so einige nicht gut zu sprechen, aber wer so eine feige Aktion mit dem Auto begangen hat, kann ich mir einfach nicht erklären." " Ach, übrigens hat Kowalski sein Feuerzeug bei dem Attentat auf der Straße verloren. Kollegen haben es unmittelbar da gefunden, wo Kowalski auf der Straße lag. Das ist doch sein Feuerzeug, oder ?" fragte der Fuchs und zeigte Grabe das Ding. " Ja, das ist seins. Da wird er sich aber freuen, das sie es gefunden haben, es war nämlich sehr teuer. Geben sie ruhig her, ich gebe es ihm wieder, wenn ich ihn im Krankenhaus besuche." Ach, lassen sie ruihig, Grabe. Wir müssen morgen sowieso ins Krankenhaus, dann geben wir es ihm persönlich." Ob der sich wirklich freuen wird, das wir sein Feuerzeug gefunden haben, und besonders wenn wir ihm erzählen, wo wir es wirklich gefunden haben, das glaube ich nicht, dachte Schrader. " Nun sagen sie uns ein paar Namen, damit wir die Alibis von den Personen überprüfen können," sagte Dirkes zu Grabe. Tatsächlich nannte Grabe ein paar Namen, die wie er meinte für den Anschlag in Frage kommen würden. Die beiden Polizisten verabschiedeten sich von Grabe und verließen die Wohnung, schließlich hatten sie genug Informationen bekommen.Auf dem Weg zum Präsidium sagte Dirkes: " Eines steht ja nun mal fest, Grabe hat das Feuerzeug eindeutig als das Feuerzeug von Kowalski identifiziert. Das bringt uns ein ganzes Stück weiter, und Kowalski immer mehr in Schwierigkeiten." " Wenn Kowalski nun auch noch zugibt, das das Feuerzeug seins ist, dann sind wir noch ein Stück weiter," sagte Schrader. Bevor die beiden aber ins Präsidium fuhren überprüfen sie noch das eine oder andere Alibi, von Leuten die Grabe ihnen genannt hatte, aber so wie es schien, hatten alle ein einwandfreies Alibi. Natürlich müssten noch die eine oder andere Aussage überprüft werden, aber Schrader und auch Dirkes waren der Meinung, dass sie unter den Leuten niemand fanden der den Anschlag an Kowalski verübt haben konnte.
Am nächsten Tag wollten einige Spielerkollegen Kowalski im Krankenhaus besuchen. Als sie dort ankamen hörten sie die erfreuliche Nachricht, dass Kowalski auf eine "normale" Station verlegt worden ist. Freudig über die Nachricht gingen sie in sein Zimmer. Sie sahen aber einen geschwächten und völlig desolaten Kowalski, schlafend in seinem Bett liegen. Leise warteten sie einen Augenblick, als Kowalski schließlich seine Augen aufmachte. " Das ist aber schön, das ihr mich besuchen kommt." " Ist doch selbstverständlich, sagte Peter Grabe, der der Wortführer der Truppe war. Wie geht es dir?" " Mir geht es schon etwas besser, ich bin viel mehr stinksauer ...., Wenn ich den erwische, dem Gnade Gott. Vor allem aber tut es mir leid um den Jungen, der in mein Auto gestiegen ist und damit in die Luft geflogen war. Wenn ich so wie immer, selber gefahren wäre, dann gäbe es mich jetzt schon nicht mehr. Aber sagt einmal wie läuft es denn so?" " Ohne dich nur halb so gut. Die meisten haben auch gar keine richtige Lust zu spielen. Aber was anderes, wenn es dir zu viel wird, sag rechtzeitig Bescheid., dann verschwinden wir wieder." " Es geht noch, außerdem tut mir Abwechslung ganz gut. Wollt ihr denn zu der Beerdigungvon dem armen Jungen gehen?" " Natürlich, Manni. Das ist doch selbstverständlich, schließlich hat er dir ja sozusagen das Leben gerettet. " Die Kollegen von Kowalski blieben noch eine ganze Weile, bis es Manni zu viel wurde. Sie verabschiedeten sich und gingen wieder alle nach Hause. Peter Grabe war doch ziemlich geschockt, als er seinen Freund Manni dort so schwer verletzt liegen sah, dass er gar nicht erwähnt hatte, dass die Polizei sein Feuerzeug gefunden hatte, was Schrader und Dirkes nur recht sein konnte. Nicht das
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Grabe etwas verraten hätte, aber sie wollten doch schließlich die Reaktion beobachten , die Kowalski beim Anblick seines Eigentums hat.
Schrader und Dirkes fuhren zum Krankenhaus und waren sichtlich überrascht, dass Kowalski schon auf einem Stationszimmer lag. Sie traten in das Zimmer und Kowalski sagte:" Werde ich jetzt jeden Tag mit ihrem erscheinen beglückt, dann kann ich ja gleich zur Polizei gehen." " Nee, nee, Kowalski das wäre nichts für sie, sie stehen doch eher auf der anderen Seite," sagte der Fuchs. Wie geht es ihnen denn heute?" " Na,ja. Es muss irgendwie. Es ging mir schon mal besser." " Wir haben ihnen etwas mitgebracht. Kennen sie das.?"
Schrader zeigte Kowalski das Feuerzeug. " Mein Feuerzeug. Wo haben sie das denn gefunden? Ich suche das schon seit ein paar Tagen." " Das ist wirklich ihr Feuerzeug?" " Ich kenne doch mein Feuerzeug. Wo haben sie es denn gefunden?" Schrader überhörte die Frage und fragte seinerseits:" Seit wann genau vermissen sie es denn?" " Das weiß ich ganz genau. weil ich mir eine Zigarette anzünden wollte und da war das Feuerzeug weg und ich habe den ganzen Vormittag nicht rauchen können, weil ich sonst nichts zum Anzünden gefunden hatte, deshalb erinnere ich mich genau an den Tag." Kowalski nannte ihnen den Tag und sogar das Datum. " Das ist genau ein Tag später, als Niehaus erdrosselt wurde. " " Na und. Was hat das mit meinem Feuerzeug zu tun?" " Sie haben mich doch vorhin gefragt wo wir das Feuerzeug gefunden haben. Wir haben das Feuerzeug unmittelbar am Tatort von Niehaus gefunden." " Das kann nicht sein. Jetzt wollen sie mir den Mord anhängen. Man muss mir das Feuerzeug irgendwie gestohlen haben. Da will mir irgendjemand etwas anhängen." " Jetzt kommt das Märchen vom gestohlenen Feuerzeug. Für wie dumm halten sie uns eigentlich, Kowalski . Wir werden jetzt eine Wache vor ihre Tür stellen lassen, und wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, kommen sie in Untersuchungshaft," sagte Schrader mit energischer Stimme.
Eine Stunde später kam Peter Grabe noch einmal zum Krankenhaus. Er wollte seinem Freund Manni von dem Feuerzeug erzählen. Er war verwundert als er vor der Zimmertür Kowalskis einen Polizisten stehen sah. Er musste seinen Namen angeben und durfte nur zehn Minuten zu seinem Freund ins Zimmer, außerdem ging der Polizist mit hinein. " Was ist denn hier los, Manni," fragte er erstaunt. " Man verdächtigt mich des Mordes an Niehaus." " Aber wie kommen die denn darauf?" " Man hat mein Feuerzeug am Tatort gefunden." " Aber mir haben sie erzählt, dass sie das Feuerzeug auf der Straße gefunden haben, wo du angefahren wurdest. Sie haben mich gefragt ob es dein Feuerzeug war." " Dann wollten sie nur wissen, ob du das Feuerzeug als mein Feuerzeug erkennst und haben einfach nur so gesagt, dass sie es auf der Straße gefunden haben. Ganz schön raffiniert von dem Fuchs, aber für seine Schläue ist er ja bekannt, darum heißt er ja auch der Fuchs. Peter du musst unbedingt heraus finden wer mir da was anhängen will. Vielleicht hat das ja etwas mit dem Anschlag auf mich zu tun, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall komme ich in Untersuchungshaft, wenn ich hier raus bin." " Mensch, das gibt es doch nicht Was läuft hier eigentlich für eine Sauerei ab? Ich werde alles tun, um deine Unschuld zu beweisen, wenn ich kann. Du hast doch auch nichts damit zu tun, Manni." " Ich bitte dich, Peter. Du weißt, dass ich schon so manchen Mist gemacht habe, aber traust du mir wirklich einen Mord zu?" " Natürlich nicht, entschuldige." " Die Zeit ist um, bitte verlassen sie das Krankenzimmer ," sagte der Wachmann. Peter Grabe verließ das Zimmer mit dem Versprechen an Kowalski morgen wieder zu kommen.
An einem anderen Ende der Stadt saßen zwei Mann mit wohlwollen und doch mit vielen offenen Fragen vor ihrer Arbeit. " Eins verstehe ich überhaupt nicht, Wolfgang. Wert wollte Kowalski umbringen? Und warum?" " Ich habe keine Ahnung. Das müssen wir auf jeden Fall noch rauskriegen bevor wir überhaupt zu einem endgültigen Ergebnis kommen dürfen. Falls es Kowalski gewesen sein sollte, und es sieht ja im Moment alles danach aus, dann wird es auch Kowalski gewesen sein, der Müller erschossen hat. Kowalskis Motiv wird das viele Geld gewesen sein, dass er auf normalem Wege nie von Müller gekriegt hätte. Vielleicht hat er selber irgendwo Schulden, bei Spielern weiß man das nie genau. Er bringt Müller vor seiner eigenen Bank um , und will es wie einen Banküberfall aussehen lassen. Er bekommt das was er will, sein Geld und sogar noch etwas mehr. Nämlich 250 000 Euro. Er wird aber dabei beobachtet und höchstwahrscheinlich von Niehaus. Der wiederum sagt nicht uns Bescheid
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sondern denkt, dass er Kowalski erpressen kann. Die beiden Treffen sich, und Kowalski will sich natürlich nicht erpressen lassen und erdrosselt Niehaus. Denn schließlich kann Kowalski nicht sicher sein, das Niehaus
auch dicht hält, wenn er sein Geld bekommen würde. Leider, aus der Sicht Kowalskis verliert er sein Feuerzeug am Tatort. Aber wer Kowalski nach dem Leben trachtet, darüber kann ich mir auch keinen Reim machen. Auf jeden Fall müssen wir das aber auch noch herasus kriegen. Und vor allem brauchen wir ein Geständnis von Kowalski." " Was wir aber nicht so leicht kriegen werden, der gute Mann ist dickdriebisch, wie man so schön sagt. Zwei Personen tun mir allerdings bei der ganzen Sache leid, und zwar sind das Frau Müller und der junge Pokerspieler. Die arme Frau Müller konnte das alles nicht verkraften und hat sich schließlich das Leben genommen, und der junge Spieler ist noch unschuldiger gestorben."
" Ja, Patrik. So kann es gehen. Wir werden auf jeden Fall auf die beerdigung des jungen Spielers gehen, vielleicht sehen wir ja auch was interessantes, was ich allerdings nicht glaube. Aber eines glaube ich ganz sicher, das der Attentäter auch dort sein wird, sei es wegen Reue oder sei es wegen Genugtuung , das ist meistens so der Fall."
Auf dem Friedhof waren sehr viele Leute. Am meisten waren natürlich Spielerkollegen da, sie alle waren tief betroffen. Schrader und Dirkes standen so auf dem Friedhof postiert, dass sie alle gut überblicken konnten. Es waren allerdings so viele Menschen da, dass es schwer war den Überblick zu behalten. Es waren auch sehr viele da, die ihnen völlig fremd waren. Erstaunlicherweise waren aber auch einige von der Sekte auf der Beerdigung, natürlich nicht in ihren Gewändern, aber Schrader kannte einige wieder. Er hatte schon mal mit dem einen oder anderen beruflich zu tun. Zu seinem Erstaunen war sogar der Sektenführer Dola auf der Beerdigung. Damit hatte Schrader überhaupt nicht gerechnet Aus welchem Grund, konnte sich Schrader gar nicht vorstellen. Wie er aber später erfuhr, soll der Junge auch in der Sekte gewesen sein. Der Priester hielt eine wirklich ergreifende Rede, kein Wunder wenn man bedachte, dass der Junge erst zarte 22 Jahre alt gewesen war. Aber etwas verdächtiges konnten die beiden Polizisten nicht erkennen. Am Nachmittag gingen Schrader und Dirkes ins Krankenhaus und wollten Kowalski noch etwas ausquetschen. " Kowalski, ich frage sie wo waren sie an dem besagten Abend, als Niehaus erdrosselt wurde?" " Keine Ahnung. Ich werde wohl gespielt haben." " Und genau, das haben sie nicht getan. Wir haben uns schon erkundigt. Den Abend wusste keiner wo sie waren. Also wo waren sie?" " Jetzt fällt es mir wieder ein. Ich hatte den Tag vorher so eine süsse Maus kennen gelernt, und bei der war ich auch den ganzen Abend und die Nacht, wenn sie es genau wissen wollen." " Und diese gewisse Dame kann das auch bestimmt bestätigen," sagte Schrader gereizt. " Ja sicher, fragen sie ruhig" " Freuen sie sich nicht zu früh Kowalski, sie werden noch ein weiteres Alibi brauchen. Wir gehen nämlich davon aus, dass sie Niehaus nur ermordet haben, weil er sie erpresst hat. Nämlich damit, dass er gesehen hat wie sie Müller erschossen haben," sagte Schrader. " Jetzt schlägt es aber dreizehn. Das wollen sie mir auch noch anhängen?" " Schließlich hatte Müller ja wie wir wissen, beträchtliche Schulden bei ihnen und die hätten sie nie gesehen, weil Müller ihnen das Geld nie wieder hätte geben können," erwähnte nun Dirkes.
" Das ist aber noch lange kein Grund jemanden umzubringen," sagte Kowalski kleinlaut. " Das sehe ich aber ganz anders, Kowalski. Geld ist der häufigste Grund für einen Mord. Lassen sie sich das von einem erfahrenen Kriminalbeamten sagen," sagte Schrader. " Also haben sie ein Alibi oder nicht." "So weit ich weiß fand der Mord an Müller ziemlich früh morgens statt, da werde ich wohl im Bett gelegen haben, zu Hause. " " Hatten sie da auch ein Mäuschen dabei?" fragte Schrader lapida. " Nein, ich war alleine. Wer rechnet denn auch damit, das man mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird." " Das ist aber kein gutes Alibi, Kowalski," sagte Dirkes. Und ihr anderes Alibi werden wir auch noch überprüfen."
In der Sekte kamen so langsam die Friedhofsgänger wieder zurück. Dola rief Armin Rasche in sein Büro. " Sie gefallen mir. Sie gehen mit so einem Elan an ihre Arbeiten, dass ich beschlossen habe sie nicht mehr Handzettel verteilen zu lassen und putzen brauchen sie auch nicht mehr. Ab morgen haben wir wieder eine Putzfrau. Was ich sie mal fragen wollte, haben sie ein bisschen Ahnung von Büroarbeit? Ich könnte eine Hilfe in meinem Büro ganz gut gebrauchen."
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" Da haben sie aber Glück. Ich habe früher mal eine Lehre als Bürokaufmann begonnen, konnte sie aber leider nicht beenden. Aber es ist eine ganze Menge hängen geblieben." " O.K. Dann machen wir das so." " Wenn sie wollen kann ich sofort anfangen." " Sehen sie, das gefällt mir so an ihnen Ihre Entschlossenheit.
Das wird sich noch einmal bezahlt machen, glauben sie mir das." Das Telefon läutete plötzlich. " Bleiben sie ruhig sitzen." Der Sektenführer nahm den Telefonhörer ab und war sichtlich überrascht. "Könnten sie vielleicht doch kurz herausgehen, es ist privat." Armin Rasche verließ das Büro, aber als er rausging ließ er die Bürotür einen Spalt offen und blieb vor der Tür stehen. " Sind sie verrückt um diese Uhrzeit anzurufen, was gibt es denn? Aber das kann doch nicht sein, das Geschäft ist doch schon längst abgewickelt. Was heißt die Waffen funktionieren nicht, das kann nicht sein. Sie wollen ihr Geld zurück? Ich werde jemanden schicken, der sich die Waffen einmal anguckt, und dann sehen wir weiter. Und das nächste mal halten sie sich an die Zeiten und rufen später an. Ja, bis dann." Armin Rasche hörte noch wie Dola den Hörer hinknallte , und dann schloß Rasche die Bürotür ganz leise. Er hatte genug gehört. Vielleicht würde er ja demnächst noch etwas mehr erfahren, wenn er im Büro vom Sektenführer arbeiten würde. Vor allem wollte er ein bisschen über Müller sprechen. Vielleicht kriegte er ja heraus wie Dola zu Müller stand.
Schrader und Dirkes waren sich ziemlich sicher, Kowalski war ihr Mann. Aber erst noch mussten sie das Alibi überprüfen, und das wollten sie auch ganz schnell machen. Sie fuhren zu der Adresse, die ihnen Kowalski angegeben hatte. Es war eine dreckige Gegend. Schrader und Dirkes waren sich einig, dass sie hier niemals wohnen könnten. Sie gingen auf einen Hinterhof und dann zwei Treppen hinauf. Sie klingelten an einer Tür, die schon seit längerer Zeit einen Anstrich nötig gehabt hätte. Als die Tür geöffnet wurde waren sie überrascht welch reizende Person öffnete. Es war wirklich eine süsse Maus, um in dem Sprachgebrauch von Kowalski zu bleiben. Nachdem sich die beiden nach dem Namen dieser Frau vergewissert hatten fragte Schrader." Kennen sie einen gewissen Manni Kowalski?" Ja klar kenne ich Manni Kowalski. Leider hat er sich nicht mehr gemeldet." " Wir sind von der Kripo, und hätten ganz gerne gewusst, ob Herr Kowalski an dem Abend wo Niehaus ermordet wurde, sie haben bestimmt davon gehört, ob er bei ihnen war?" " Lassen sie mich mal überlegen. Ja, genau am nächsten Tag las ich in der Zeitung davon, und da dachte ich noch. Gott sei Dank. Manni war ja bei mir."
" Wieso hatten sie denn Befürchtungen, dass Herr Kowalski Niehaus etwas tun konnte?" " Manni hatte sich mit Niehaus einige Tage vorher gestritten ." "Worum ging es in dem Streit?" fragte Schrader. " Niehaus sagte zu Manni, dass er sich das Geld ja jetzt wohl abschminken könnte. Und Manni sagte ihm wie er nur jetzt an Geld denken könnte, da wo Müller jetzt tot sei." " War Herr Kowalski die ganze Nacht bei ihnen, oder war er zwischendurch einmal rausgegangen, Zigaretten holen, Bier oder ähnliches?" " Nein er war die ganze Zeit bei mir." " Und das könnten sie auch notfalls vor Gericht beschwören?" fragte Schrader etwas resigniert. " Ja, das könnte ich, ohne weiteres." " Na gut.ihre Personalien haben wir ja, halten sie sich für weitere Fragen bereit." " Wo ist Manni jetzt eigentlich, Herr Kommissar?" " Ja es ist etwas passiert. Aber er ist schon wieder auf dem Weg der Besserung, sie brauchen sich nicht zu sorgen. Er liegt im Krankenhaus, er wurde angefahren, aber wie gesagt es geht ihm schon wieder besser." " Das ist ja schrecklich, wer macht denn so etwas?" " Das wüssten wir auch ganz gerne," sagte Dirkes und die beiden verabschiedeten sich von der Frau.
Auf dem Rückweg zum Präsidium fragte Dirkes etwas uinschlüssig, was die Aussage der Frau denn jetzt für den Fall bedeutete. " Ja, Patrik. Es sieht wohl so aus, als ob Manni Kowalski ein sicheres Alibi hat, was natürlich auch nicht stimmen könnte, aber wir haben ausser unserer Theorie, dass Kowalski sich sein Geld wiedergeholt hat durch einen Mord und den zweiten Mord begangen hat, weil er erpresst wurde, ausser dieser Theorie haben wir nur eines, nämlich das Feuerzeug, dass wir am Tatort gefunden haben. Das ist noch etwas wenig. Wenn diese Frau dabei bleibt, dass Manni Kowalski bei ihm war, und wir nicht mehr Beweise finden, können wir nichts machen. Leider ist das so." " Aber für den ersten Mord hat er doch kein richtiges Alibi." " Abner trotzdem wir können ihm nichts beweisen. Beweise brauchen wir.
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Wenn wir die Tatwaffe hätten, dann wären vielleicht auch Fingerabdrücke darauf, dann könnten wir mehr anrichten. Aber es könnte ja wirklich sein , dass ihm sein Feuerzeug entwendet wurde und dann extra dort am Tatort liegen gelassen worden, um den Verdacht auf ihn zu lenken. Das einzige was wir jetzt noch machen könnten, beim Staatsanwalt eine richterliche Verfügung für eine Hausdurchsuchung zu kriegen, nach diesem Alibi"
Die beiden Polizisten fuhren zurück ins Präsidium. Sie wollten unbedingt noch die Verfügung durchbekommen.
In der Sekte wies der Sektenführer Dola, Armin Raschein die neue Arbeit ein. Dabei versuchte Rasche ein Gespräch mit Dola über Müller anzuzetteln. " Sie haben ja traurige Zeiten im Moment Erst der Mord an Müller und dann noch das Attentat , dass für Kowalski gedacht war, und bei dem ihr junges Sektenmitglied
ums Leben gekommen war." " Ich sage ihnen was, ein Verbrechen ist das. Diese unschuldigen Kreaturen, haben keinem was getan." " Wer das wohl gemacht hat und warum? Haben sie denn keine Ahnung wer dahinter stecken könnte ?" " Ich, woher. Ich weiss nur, dass Müller umschweifig gelebt hat. Er fröhnte dem Spielteufel Ich könnte mir vorstellen, dass jemand unter den Spielern etwas damit zu tun hat. Müller soll ja einige Schulden gehabt haben." " Ich hoffe nur, sie finden den oder die Schuldigen. Denn so etwas hat keiner verdient." " Die Polizei soll nur richtig bei den Spielern suchen, ich glaube da werden sie Erfolg haben." " Ich hoffe es, und das jemand aus der Sekte etwas..." " Wie kommen sie denn darauf, sprach Dola gleich dazwischen. Müller war sehr beliebt bei allen Sektenmitgliedern und es war ein sehr ruhiger und lieber Mensch." Na, dann werden sie wohl keine dumme Fragen von der Polizei beantworten müssen." " Das kann man nie wissen, aber wir haben nichts zu verbergen. Die können ruhig kommen, muss aber nicht sein. Ich mag keine Polizei. Die schnüffeln immer so viel herum." " Ich mag auch keine Polizei. Aber wenn es die nicht gäbe, dann würde jeder tun und lassen was er wollte. Das ginge auch nicht. Wie gesagt, ich hoffe nur, dass sie den Täter bald schnappen." Die beiden sprachen noch über die Aufgaben, die Armin Rasche bürotechnisch zu erledigen hatte, und dann schickte Dola, Rasche in den wohlverdienten Feierabend.
Schrader und Dirkes waren überrascht , dass die junge Frau fast schon beteuerte, dass Kowalski bei ihr war. Aber wenn das wirklich stimmte, dann konnte Kowalski nicht der Täter sein.
Weiter geht die Geschichte auf dem Post Der Fuchs ( Teil 1) Fortsetzung.
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Polizei. Aber sicherlich war der Fuchs schon richtig stolz auf ihn, über das was er bis jetzt schon herausgefunden hatte.
Tatsächlich war der Fuchs stolz auf Rasche, eben gerade sagte er noch zu Patrik Dirkes wie nützlich die Information über die Sekte sei. Die beiden Polizisten verbrachten einen ruhigen Nachmittag, bis einer von der Spurensuche vorbei kam. " Herein," rief Schrader und gleich danach öffnete sich die Bürotür. Ein älterer Polizist trat herein und begrüßte den Fuchs aufs freundlichste. Die beiden kannten sich schon sehr lange. " Wir haben einen interessanten Fund gemacht. Dieses Feuerzeug fanden wir unmittelbar an dem Ort, wo Niehaus erdrosselt wurde. Und zwar ist der Fund in dem Sinne noch interessanter, da ein kleines "K" in das Feuerzeug eingraviert wurde. Zwar schlecht leserlich, aber es ist eindeutig ein "K". "Endlich ein Spur. Das wurde auch Zeit. Ich habe gedacht, wir kommen in diesem Fall überhaupt nicht mehr weiter. Ein K. Das wäre ja zu schön um wahr zu sein. K wie Kowalski. Ich danke dir, Walter. Gute Arbeit." " Dann hoffe ich, dass euch das weiterbringt. Tschüß, Wolfgang, sagte der Kollege und verließ das Büro von Schrader und Dirkes. " Das wäre ja ein Ding, wenn das Kowalskis Feuerzeug wäre, Wolfgang. Aber es gibt so viele Möglichkeiten. Wir müssen einfach abwarten. Vielleicht können wir morgen schon mit Kowalski sprechen."
Etwas später machten die beiden Polizisten Feierabend. Schrader ging zufrieden nach Hause. Eine erste Spur tat sich auf. Er hoffte sehr, dass er morgen mit Kowalski sprechen konnte, er dachte aber auch, vielleicht könne man ihn nicht gleich mit so einem Beweisstück konfrontieren, schließlich war sein Gesunheitszustand alles andere als stabil.
Als der Fuchs seine Wohnung betrat kam ihm ein ausgezeichneter Duft entgegen. Es roch einfach wunderbar. Seine Frau hatte ihn mit einem köstlichen Essen überrascht. "Womit habe ich denn das verdient?" fragte er seine Frau. " Wir haben schon lange keinen romantischen Abend mehr miteinander verbracht, und ich dachte mir es wird mal wieder Zeit." Als Wolfgang Schrader ins Wohnzimmer ging war er sichtlich überrascht.
Der Tisch war mit dem besten Geschirr gedeckt auf einer strahlend weissen Tischdecke. Es standen Kerzen auf dem Tisch und Blumen und der Raum duftete wunderbar nach Rosen. Kaum hatte der Fuchs Platz genommen, da kam auch schon sedine Frau mit den ersten Köstlichkeiten. Es gab Kartoffelknödel mit Rotkohl und Schweinebraten. Dem Fuchs lief beim Anblick dieser Köstlichkeiten das Wasser im Mund zusammen. Die beiden aßen mit gesegnetem Appetit. Schon längst hatte Schrader seine Arbeit vergessen. Er plauderte und flirtete sogar mit seiner Frau angeregt, und vor allem bedankte er sich für das erstklassige Essen, aber das beste sollte noch kommen. Denn nachdem alles abgeräumt war, was beide natürlich zusammen taten, gab es den Nachtisch. Frau Schrader hatte zwei Schalen mit Eis vorbereitet, und zwar Vanilleeis mit heissen Kirschen. Schon lange nicht hatte sich der Fuchs sich so wohl gefühlt, doch es sollte noch besser werden. Nachdem alles aufgeräumt war, machte Frau Schrader das Licht dunkler und holte eine Flasche Rotwein hervor. Sie legte leise Musik auf und die beiden setzten sich auf ihre Couch. Der Fuchs öffnete die Flasche und goss sich beiden etwas ein. Nachdem sie eine Weile saßen spielte auf einmal ein Walzer. Der Fuchs zögerte keine Sekunde und forderte seine Frau ganz förmlich zum Tanzen auf. Sie tanzten eine ganze Weile, sie waren einfach glücklich. Sie gingen heute etwas früher ins Bett, aber schlafen konnten die beiden noch lange nicht. Es war der schönste Abend seit langem für die beiden gewesen.
Als die beiden ins Bett gingen stand woanders erst jemand auf. Vogts kochte sich einen starken Kaffee denn schließlich hatte er wieder eine lange Nacht. vor sich. Aber so langsam hatte er sich an die ewigen Nachtschichten gewöhnt. Wenn er sich das aber so recht überlegte wäre das auf die Dauer nichts für ihn. Bevor er sich anzog ging er ins Badezimmer und stellte sich erst einmal unter die Dusche. Er fand das es nichts belebenderes gab als eine kalte Dusche. Er hatte sich vorgenommen sich heute einmal umzuhören, ob jemand etwas genaueres über den Mordanschlag an Kowalski wusste, bestimmt war das das Thema Nr.1 in der Pokerszene, deshalb wollte er auch pünktlich in der Szenekneipe " Winner or Looser" sein. Außerdem musste er sich ein anderes " Spielerparadies" aussuchen, denn bei Kowalski würde ja bestimmt nicht gespielt.
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Vogts war der erste in der Kneipe. Er bestellte sich eine Kaffee. und setzte sich an einen Tisch , der ziemlich in der Mitte des Raumes stand. So konnte er von allen Seiten etwas mitbekommen, dachte er sich. Es dauerte auch nicht mehr lange bis die ersten Gäste eintraten. Mit einer der ersten war auch Peter Grabe. Er war schon mal wieder, wie so oft um diese für Pokerspieler frühe Zeit, besoffen. Laut tönte er:" Wenn ich herauskriege, wer Manni das angetan hat, dem drehe ich den Hals um." So was feiges sagten viele andere, mit einem Auto auf jemandem einfach drauf losfahren, er könnte jetzt tot sein. Es gab einige, denen man einen Anschlag auf Manni Kowalski zutrauen würde, aber keinem der so eine feige Aktion hätte machen können. Deshalb konnte man auch keinen bestimmten benennen. Das war wohl auch so beabsichtigt von demjenigen. Peter Grabe versuchte einige Leute dazu zu bewegen, das sie versuchten heruaszukriegen, wer dafür verantwortlich geswesen sei. Sie wollten alle die Augen und Ohren offen halten. Wenn die Spieler auch sonst verfeindet waren, aber bei so einer Sache hielten doch die meisten zusammen. Es wollten viele Manni Kowalski die nächsten Tage im Krankenhaus besuchen und alle wollten auf die Beerdigung des jungen Pokerkameraden gehen, der in Kowalskis Wagen in die Luft gesprengt wurde. Die Meisten spielten an diesem Abend nicht und blieben in der Kneipe, auch Vogts hatte sich entschlossen in der Gaststätte zu bleiben. Den ganzen Abend gab es nur ein Thema. Kowalski. Peter Grabe sprach einen Spieler a:" Du konntest doch Manni auch nie leiden, wie oft hast du gesagt, dass er zum Teufel gehen kann." " Man sagt so das eine oder ander, aber machen ist doch was ganz anderes. Es stimmt, ich kann Manni nicht leiden, aber das was passiert ist, finde ich auch furchtbar." " Das sagst du jetzt so, aber im innersten denkst du, wie gut das ihm endlich was passiert ist" Ein anderer Spieler mischte sich mit ein " Das kannst du doch aber auch nicht sagen, du kannst doch nicht irgendjemanden hier verdächtigen, Grabe." " Ist ja schon gut, ich halte meinen Mund. Aber wie gesagt, wenn ich denjenigen herausbekomme, dem Gnade Gott."
Vogts bekam nichts weiter heraus an diesem Abend und ging, von der Stimmung in der Kneipe, depremiert nach Hause.
Am nächsten Morgen wachte ein Mann glücklich neben seiner Frau auf. " Einen wunderschönen guten Morgen, mein Liebes. Es war gestern ein wundervoller Abend." Der Fuchs war bester Laune. Und so gut gelaunt ging er auch zur Arbeit. Als erstes fuhren Schrader und Dirkes ins Krankenhaus zu Kowalski. " Können wir heute mit Herrn Kowalski sprechen? " fragte Schrader den Arzt. " Ja, aber nur ganz kurz. Und regen sie ihn nicht unnötig auf." Die beiden Polizisten gingen auf die Intensivstation, aber vorher sagte Schrader Dirkes noch., dass sie lieber nichts von dem Feuerzeug sagen wollen, es würde ihn zu sehr aufregen, sagte Schrader. Kowalski sah furchtbar aus, das ganze Gesicht war mit Blutergüssen und Schrammen übersät. " Hallo Kowalski. Wie geht es ihnen denn heute, sie haben verdammtes Glück gehabt." " Mir geht es furchtbar." " Kein Wunder, sagte Schrader. Wissen sie schon genau was passiert ist?" " Man hat mir gesagt, dass ein Auto mich angefahren hat. Ich selber weiss nicht mehr viel." " Konnten sie irgendjemanden erkennen in dem Auto?" fragte Dirkes. " Wie denn, es ging alles so schnell und es war dunkel." Haben sie eine Vermutung wer ihnen das angetan haben konnte?" " Nein. Aber verdammt noch mal..." " Sie gehen jetzt lieber," sagte der Arzt. " Herr Kowalski braucht noch Ruhe, wenn sie noch etwas wissen wollen , können sie gerne Morgen wieder kommen, für heute ist es genug. " " O.K. Doktor. Wir kommen morgen wieder," sagte Schrader.
Die beiden Polizisten fuhren in ihr Büro. " Ich glaube wir reden mal mit Peter Grabe, vielleicht weiß der ja wer Kowalski ans Leder wollte," sagte Schrader zu Patrik Dirkes. " Das ist eine gute Idee und gleichzeitig können wir ihm das Feuerzeug zeigen was wir gefunden haben. Ich glaube das Grabe das Feuerzeug kennen müsste, wenn es tatsächlich Kowalski gehören sollte."
Als die beiden Polizisten an dem Haus von den Müllers ankamen, wo Peter Grabe ja wohnte, brannte noch Licht vor der Haustür. Sie klingelten ein paar mal aber niemand öffnete. Schrader klopfte an die Scheibe und rief Grabes Name laut und deutlich. Nach einer ganzen Weile hörten sie ein Grummeln in der Wohnung. " Wer stört denn da zur nachtschlafenden Zeit?" " Es sit 11 Uhr 20 Herr Grabe, machen sie doch bitte auf." " Wenn es sein muß." " Es dauerte noch zwei Minuten als Peter Grabe ganz verschlafen und mit einer Trainingshose und
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einem Unterhemd bekleidet die Tür öffnete. " Ach Sie. Was wollen sie." " Können wir herein kommen, Herr Grabe?" fragte Dirkes. " Ungern sagte Grabe, was sollen bloß die Nachbarn denken, wenn bei mir die Polizei ist, aber es lässt sich sicherlich nicht vermeiden." " Sehr witzig," sagte der Fuchs und sie gingen alle in die Wohnung. " Herr Grabe," fing der Fuchs an. Das war eine schöne Bescherung, der Anschlag auf ihren Freund Kowalski." "Wenn ich herauskriege wer das war..." er wollte schon weiter sprechen, dachte aber gleich daran wer vor ihm stand und das man genau aufpassen musste was man sagte. " Sie werden doch sicherlich das beste tun um herauszufinden wer ihm das angetan hat, Herr Kommissar," sagte er dann schließlich. " Natürlich tun wir unser bestes um das heraus zu finden aber wir dachten sie könnten uns da weiterhelfen.Kennen sie vielleicht jemanden der Herrn Kowalski umbringen wollte? Oder vielleicht jemanden, der nicht so gut auf Kowalski zu sprechen war," fragte Dirkes. " Auf Kowalski waren so einige nicht gut zu sprechen, aber wer so eine feige Aktion mit dem Auto begangen hat, kann ich mir einfach nicht erklären." " Ach, übrigens hat Kowalski sein Feuerzeug bei dem Attentat auf der Straße verloren. Kollegen haben es unmittelbar da gefunden, wo Kowalski auf der Straße lag. Das ist doch sein Feuerzeug, oder ?" fragte der Fuchs und zeigte Grabe das Ding. " Ja, das ist seins. Da wird er sich aber freuen, das sie es gefunden haben, es war nämlich sehr teuer. Geben sie ruhig her, ich gebe es ihm wieder, wenn ich ihn im Krankenhaus besuche." Ach, lassen sie ruihig, Grabe. Wir müssen morgen sowieso ins Krankenhaus, dann geben wir es ihm persönlich." Ob der sich wirklich freuen wird, das wir sein Feuerzeug gefunden haben, und besonders wenn wir ihm erzählen, wo wir es wirklich gefunden haben, das glaube ich nicht, dachte Schrader. " Nun sagen sie uns ein paar Namen, damit wir die Alibis von den Personen überprüfen können," sagte Dirkes zu Grabe. Tatsächlich nannte Grabe ein paar Namen, die wie er meinte für den Anschlag in Frage kommen würden. Die beiden Polizisten verabschiedeten sich von Grabe und verließen die Wohnung, schließlich hatten sie genug Informationen bekommen.Auf dem Weg zum Präsidium sagte Dirkes: " Eines steht ja nun mal fest, Grabe hat das Feuerzeug eindeutig als das Feuerzeug von Kowalski identifiziert. Das bringt uns ein ganzes Stück weiter, und Kowalski immer mehr in Schwierigkeiten." " Wenn Kowalski nun auch noch zugibt, das das Feuerzeug seins ist, dann sind wir noch ein Stück weiter," sagte Schrader. Bevor die beiden aber ins Präsidium fuhren überprüfen sie noch das eine oder andere Alibi, von Leuten die Grabe ihnen genannt hatte, aber so wie es schien, hatten alle ein einwandfreies Alibi. Natürlich müssten noch die eine oder andere Aussage überprüft werden, aber Schrader und auch Dirkes waren der Meinung, dass sie unter den Leuten niemand fanden der den Anschlag an Kowalski verübt haben konnte.
Am nächsten Tag wollten einige Spielerkollegen Kowalski im Krankenhaus besuchen. Als sie dort ankamen hörten sie die erfreuliche Nachricht, dass Kowalski auf eine "normale" Station verlegt worden ist. Freudig über die Nachricht gingen sie in sein Zimmer. Sie sahen aber einen geschwächten und völlig desolaten Kowalski, schlafend in seinem Bett liegen. Leise warteten sie einen Augenblick, als Kowalski schließlich seine Augen aufmachte. " Das ist aber schön, das ihr mich besuchen kommt." " Ist doch selbstverständlich, sagte Peter Grabe, der der Wortführer der Truppe war. Wie geht es dir?" " Mir geht es schon etwas besser, ich bin viel mehr stinksauer ...., Wenn ich den erwische, dem Gnade Gott. Vor allem aber tut es mir leid um den Jungen, der in mein Auto gestiegen ist und damit in die Luft geflogen war. Wenn ich so wie immer, selber gefahren wäre, dann gäbe es mich jetzt schon nicht mehr. Aber sagt einmal wie läuft es denn so?" " Ohne dich nur halb so gut. Die meisten haben auch gar keine richtige Lust zu spielen. Aber was anderes, wenn es dir zu viel wird, sag rechtzeitig Bescheid., dann verschwinden wir wieder." " Es geht noch, außerdem tut mir Abwechslung ganz gut. Wollt ihr denn zu der Beerdigungvon dem armen Jungen gehen?" " Natürlich, Manni. Das ist doch selbstverständlich, schließlich hat er dir ja sozusagen das Leben gerettet. " Die Kollegen von Kowalski blieben noch eine ganze Weile, bis es Manni zu viel wurde. Sie verabschiedeten sich und gingen wieder alle nach Hause. Peter Grabe war doch ziemlich geschockt, als er seinen Freund Manni dort so schwer verletzt liegen sah, dass er gar nicht erwähnt hatte, dass die Polizei sein Feuerzeug gefunden hatte, was Schrader und Dirkes nur recht sein konnte. Nicht das
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Grabe etwas verraten hätte, aber sie wollten doch schließlich die Reaktion beobachten , die Kowalski beim Anblick seines Eigentums hat.
Schrader und Dirkes fuhren zum Krankenhaus und waren sichtlich überrascht, dass Kowalski schon auf einem Stationszimmer lag. Sie traten in das Zimmer und Kowalski sagte:" Werde ich jetzt jeden Tag mit ihrem erscheinen beglückt, dann kann ich ja gleich zur Polizei gehen." " Nee, nee, Kowalski das wäre nichts für sie, sie stehen doch eher auf der anderen Seite," sagte der Fuchs. Wie geht es ihnen denn heute?" " Na,ja. Es muss irgendwie. Es ging mir schon mal besser." " Wir haben ihnen etwas mitgebracht. Kennen sie das.?"
Schrader zeigte Kowalski das Feuerzeug. " Mein Feuerzeug. Wo haben sie das denn gefunden? Ich suche das schon seit ein paar Tagen." " Das ist wirklich ihr Feuerzeug?" " Ich kenne doch mein Feuerzeug. Wo haben sie es denn gefunden?" Schrader überhörte die Frage und fragte seinerseits:" Seit wann genau vermissen sie es denn?" " Das weiß ich ganz genau. weil ich mir eine Zigarette anzünden wollte und da war das Feuerzeug weg und ich habe den ganzen Vormittag nicht rauchen können, weil ich sonst nichts zum Anzünden gefunden hatte, deshalb erinnere ich mich genau an den Tag." Kowalski nannte ihnen den Tag und sogar das Datum. " Das ist genau ein Tag später, als Niehaus erdrosselt wurde. " " Na und. Was hat das mit meinem Feuerzeug zu tun?" " Sie haben mich doch vorhin gefragt wo wir das Feuerzeug gefunden haben. Wir haben das Feuerzeug unmittelbar am Tatort von Niehaus gefunden." " Das kann nicht sein. Jetzt wollen sie mir den Mord anhängen. Man muss mir das Feuerzeug irgendwie gestohlen haben. Da will mir irgendjemand etwas anhängen." " Jetzt kommt das Märchen vom gestohlenen Feuerzeug. Für wie dumm halten sie uns eigentlich, Kowalski . Wir werden jetzt eine Wache vor ihre Tür stellen lassen, und wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, kommen sie in Untersuchungshaft," sagte Schrader mit energischer Stimme.
Eine Stunde später kam Peter Grabe noch einmal zum Krankenhaus. Er wollte seinem Freund Manni von dem Feuerzeug erzählen. Er war verwundert als er vor der Zimmertür Kowalskis einen Polizisten stehen sah. Er musste seinen Namen angeben und durfte nur zehn Minuten zu seinem Freund ins Zimmer, außerdem ging der Polizist mit hinein. " Was ist denn hier los, Manni," fragte er erstaunt. " Man verdächtigt mich des Mordes an Niehaus." " Aber wie kommen die denn darauf?" " Man hat mein Feuerzeug am Tatort gefunden." " Aber mir haben sie erzählt, dass sie das Feuerzeug auf der Straße gefunden haben, wo du angefahren wurdest. Sie haben mich gefragt ob es dein Feuerzeug war." " Dann wollten sie nur wissen, ob du das Feuerzeug als mein Feuerzeug erkennst und haben einfach nur so gesagt, dass sie es auf der Straße gefunden haben. Ganz schön raffiniert von dem Fuchs, aber für seine Schläue ist er ja bekannt, darum heißt er ja auch der Fuchs. Peter du musst unbedingt heraus finden wer mir da was anhängen will. Vielleicht hat das ja etwas mit dem Anschlag auf mich zu tun, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall komme ich in Untersuchungshaft, wenn ich hier raus bin." " Mensch, das gibt es doch nicht Was läuft hier eigentlich für eine Sauerei ab? Ich werde alles tun, um deine Unschuld zu beweisen, wenn ich kann. Du hast doch auch nichts damit zu tun, Manni." " Ich bitte dich, Peter. Du weißt, dass ich schon so manchen Mist gemacht habe, aber traust du mir wirklich einen Mord zu?" " Natürlich nicht, entschuldige." " Die Zeit ist um, bitte verlassen sie das Krankenzimmer ," sagte der Wachmann. Peter Grabe verließ das Zimmer mit dem Versprechen an Kowalski morgen wieder zu kommen.
An einem anderen Ende der Stadt saßen zwei Mann mit wohlwollen und doch mit vielen offenen Fragen vor ihrer Arbeit. " Eins verstehe ich überhaupt nicht, Wolfgang. Wert wollte Kowalski umbringen? Und warum?" " Ich habe keine Ahnung. Das müssen wir auf jeden Fall noch rauskriegen bevor wir überhaupt zu einem endgültigen Ergebnis kommen dürfen. Falls es Kowalski gewesen sein sollte, und es sieht ja im Moment alles danach aus, dann wird es auch Kowalski gewesen sein, der Müller erschossen hat. Kowalskis Motiv wird das viele Geld gewesen sein, dass er auf normalem Wege nie von Müller gekriegt hätte. Vielleicht hat er selber irgendwo Schulden, bei Spielern weiß man das nie genau. Er bringt Müller vor seiner eigenen Bank um , und will es wie einen Banküberfall aussehen lassen. Er bekommt das was er will, sein Geld und sogar noch etwas mehr. Nämlich 250 000 Euro. Er wird aber dabei beobachtet und höchstwahrscheinlich von Niehaus. Der wiederum sagt nicht uns Bescheid
38
sondern denkt, dass er Kowalski erpressen kann. Die beiden Treffen sich, und Kowalski will sich natürlich nicht erpressen lassen und erdrosselt Niehaus. Denn schließlich kann Kowalski nicht sicher sein, das Niehaus
auch dicht hält, wenn er sein Geld bekommen würde. Leider, aus der Sicht Kowalskis verliert er sein Feuerzeug am Tatort. Aber wer Kowalski nach dem Leben trachtet, darüber kann ich mir auch keinen Reim machen. Auf jeden Fall müssen wir das aber auch noch herasus kriegen. Und vor allem brauchen wir ein Geständnis von Kowalski." " Was wir aber nicht so leicht kriegen werden, der gute Mann ist dickdriebisch, wie man so schön sagt. Zwei Personen tun mir allerdings bei der ganzen Sache leid, und zwar sind das Frau Müller und der junge Pokerspieler. Die arme Frau Müller konnte das alles nicht verkraften und hat sich schließlich das Leben genommen, und der junge Spieler ist noch unschuldiger gestorben."
" Ja, Patrik. So kann es gehen. Wir werden auf jeden Fall auf die beerdigung des jungen Spielers gehen, vielleicht sehen wir ja auch was interessantes, was ich allerdings nicht glaube. Aber eines glaube ich ganz sicher, das der Attentäter auch dort sein wird, sei es wegen Reue oder sei es wegen Genugtuung , das ist meistens so der Fall."
Auf dem Friedhof waren sehr viele Leute. Am meisten waren natürlich Spielerkollegen da, sie alle waren tief betroffen. Schrader und Dirkes standen so auf dem Friedhof postiert, dass sie alle gut überblicken konnten. Es waren allerdings so viele Menschen da, dass es schwer war den Überblick zu behalten. Es waren auch sehr viele da, die ihnen völlig fremd waren. Erstaunlicherweise waren aber auch einige von der Sekte auf der Beerdigung, natürlich nicht in ihren Gewändern, aber Schrader kannte einige wieder. Er hatte schon mal mit dem einen oder anderen beruflich zu tun. Zu seinem Erstaunen war sogar der Sektenführer Dola auf der Beerdigung. Damit hatte Schrader überhaupt nicht gerechnet Aus welchem Grund, konnte sich Schrader gar nicht vorstellen. Wie er aber später erfuhr, soll der Junge auch in der Sekte gewesen sein. Der Priester hielt eine wirklich ergreifende Rede, kein Wunder wenn man bedachte, dass der Junge erst zarte 22 Jahre alt gewesen war. Aber etwas verdächtiges konnten die beiden Polizisten nicht erkennen. Am Nachmittag gingen Schrader und Dirkes ins Krankenhaus und wollten Kowalski noch etwas ausquetschen. " Kowalski, ich frage sie wo waren sie an dem besagten Abend, als Niehaus erdrosselt wurde?" " Keine Ahnung. Ich werde wohl gespielt haben." " Und genau, das haben sie nicht getan. Wir haben uns schon erkundigt. Den Abend wusste keiner wo sie waren. Also wo waren sie?" " Jetzt fällt es mir wieder ein. Ich hatte den Tag vorher so eine süsse Maus kennen gelernt, und bei der war ich auch den ganzen Abend und die Nacht, wenn sie es genau wissen wollen." " Und diese gewisse Dame kann das auch bestimmt bestätigen," sagte Schrader gereizt. " Ja sicher, fragen sie ruhig" " Freuen sie sich nicht zu früh Kowalski, sie werden noch ein weiteres Alibi brauchen. Wir gehen nämlich davon aus, dass sie Niehaus nur ermordet haben, weil er sie erpresst hat. Nämlich damit, dass er gesehen hat wie sie Müller erschossen haben," sagte Schrader. " Jetzt schlägt es aber dreizehn. Das wollen sie mir auch noch anhängen?" " Schließlich hatte Müller ja wie wir wissen, beträchtliche Schulden bei ihnen und die hätten sie nie gesehen, weil Müller ihnen das Geld nie wieder hätte geben können," erwähnte nun Dirkes.
" Das ist aber noch lange kein Grund jemanden umzubringen," sagte Kowalski kleinlaut. " Das sehe ich aber ganz anders, Kowalski. Geld ist der häufigste Grund für einen Mord. Lassen sie sich das von einem erfahrenen Kriminalbeamten sagen," sagte Schrader. " Also haben sie ein Alibi oder nicht." "So weit ich weiß fand der Mord an Müller ziemlich früh morgens statt, da werde ich wohl im Bett gelegen haben, zu Hause. " " Hatten sie da auch ein Mäuschen dabei?" fragte Schrader lapida. " Nein, ich war alleine. Wer rechnet denn auch damit, das man mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird." " Das ist aber kein gutes Alibi, Kowalski," sagte Dirkes. Und ihr anderes Alibi werden wir auch noch überprüfen."
In der Sekte kamen so langsam die Friedhofsgänger wieder zurück. Dola rief Armin Rasche in sein Büro. " Sie gefallen mir. Sie gehen mit so einem Elan an ihre Arbeiten, dass ich beschlossen habe sie nicht mehr Handzettel verteilen zu lassen und putzen brauchen sie auch nicht mehr. Ab morgen haben wir wieder eine Putzfrau. Was ich sie mal fragen wollte, haben sie ein bisschen Ahnung von Büroarbeit? Ich könnte eine Hilfe in meinem Büro ganz gut gebrauchen."
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" Da haben sie aber Glück. Ich habe früher mal eine Lehre als Bürokaufmann begonnen, konnte sie aber leider nicht beenden. Aber es ist eine ganze Menge hängen geblieben." " O.K. Dann machen wir das so." " Wenn sie wollen kann ich sofort anfangen." " Sehen sie, das gefällt mir so an ihnen Ihre Entschlossenheit.
Das wird sich noch einmal bezahlt machen, glauben sie mir das." Das Telefon läutete plötzlich. " Bleiben sie ruhig sitzen." Der Sektenführer nahm den Telefonhörer ab und war sichtlich überrascht. "Könnten sie vielleicht doch kurz herausgehen, es ist privat." Armin Rasche verließ das Büro, aber als er rausging ließ er die Bürotür einen Spalt offen und blieb vor der Tür stehen. " Sind sie verrückt um diese Uhrzeit anzurufen, was gibt es denn? Aber das kann doch nicht sein, das Geschäft ist doch schon längst abgewickelt. Was heißt die Waffen funktionieren nicht, das kann nicht sein. Sie wollen ihr Geld zurück? Ich werde jemanden schicken, der sich die Waffen einmal anguckt, und dann sehen wir weiter. Und das nächste mal halten sie sich an die Zeiten und rufen später an. Ja, bis dann." Armin Rasche hörte noch wie Dola den Hörer hinknallte , und dann schloß Rasche die Bürotür ganz leise. Er hatte genug gehört. Vielleicht würde er ja demnächst noch etwas mehr erfahren, wenn er im Büro vom Sektenführer arbeiten würde. Vor allem wollte er ein bisschen über Müller sprechen. Vielleicht kriegte er ja heraus wie Dola zu Müller stand.
Schrader und Dirkes waren sich ziemlich sicher, Kowalski war ihr Mann. Aber erst noch mussten sie das Alibi überprüfen, und das wollten sie auch ganz schnell machen. Sie fuhren zu der Adresse, die ihnen Kowalski angegeben hatte. Es war eine dreckige Gegend. Schrader und Dirkes waren sich einig, dass sie hier niemals wohnen könnten. Sie gingen auf einen Hinterhof und dann zwei Treppen hinauf. Sie klingelten an einer Tür, die schon seit längerer Zeit einen Anstrich nötig gehabt hätte. Als die Tür geöffnet wurde waren sie überrascht welch reizende Person öffnete. Es war wirklich eine süsse Maus, um in dem Sprachgebrauch von Kowalski zu bleiben. Nachdem sich die beiden nach dem Namen dieser Frau vergewissert hatten fragte Schrader." Kennen sie einen gewissen Manni Kowalski?" Ja klar kenne ich Manni Kowalski. Leider hat er sich nicht mehr gemeldet." " Wir sind von der Kripo, und hätten ganz gerne gewusst, ob Herr Kowalski an dem Abend wo Niehaus ermordet wurde, sie haben bestimmt davon gehört, ob er bei ihnen war?" " Lassen sie mich mal überlegen. Ja, genau am nächsten Tag las ich in der Zeitung davon, und da dachte ich noch. Gott sei Dank. Manni war ja bei mir."
" Wieso hatten sie denn Befürchtungen, dass Herr Kowalski Niehaus etwas tun konnte?" " Manni hatte sich mit Niehaus einige Tage vorher gestritten ." "Worum ging es in dem Streit?" fragte Schrader. " Niehaus sagte zu Manni, dass er sich das Geld ja jetzt wohl abschminken könnte. Und Manni sagte ihm wie er nur jetzt an Geld denken könnte, da wo Müller jetzt tot sei." " War Herr Kowalski die ganze Nacht bei ihnen, oder war er zwischendurch einmal rausgegangen, Zigaretten holen, Bier oder ähnliches?" " Nein er war die ganze Zeit bei mir." " Und das könnten sie auch notfalls vor Gericht beschwören?" fragte Schrader etwas resigniert. " Ja, das könnte ich, ohne weiteres." " Na gut.ihre Personalien haben wir ja, halten sie sich für weitere Fragen bereit." " Wo ist Manni jetzt eigentlich, Herr Kommissar?" " Ja es ist etwas passiert. Aber er ist schon wieder auf dem Weg der Besserung, sie brauchen sich nicht zu sorgen. Er liegt im Krankenhaus, er wurde angefahren, aber wie gesagt es geht ihm schon wieder besser." " Das ist ja schrecklich, wer macht denn so etwas?" " Das wüssten wir auch ganz gerne," sagte Dirkes und die beiden verabschiedeten sich von der Frau.
Auf dem Rückweg zum Präsidium fragte Dirkes etwas uinschlüssig, was die Aussage der Frau denn jetzt für den Fall bedeutete. " Ja, Patrik. Es sieht wohl so aus, als ob Manni Kowalski ein sicheres Alibi hat, was natürlich auch nicht stimmen könnte, aber wir haben ausser unserer Theorie, dass Kowalski sich sein Geld wiedergeholt hat durch einen Mord und den zweiten Mord begangen hat, weil er erpresst wurde, ausser dieser Theorie haben wir nur eines, nämlich das Feuerzeug, dass wir am Tatort gefunden haben. Das ist noch etwas wenig. Wenn diese Frau dabei bleibt, dass Manni Kowalski bei ihm war, und wir nicht mehr Beweise finden, können wir nichts machen. Leider ist das so." " Aber für den ersten Mord hat er doch kein richtiges Alibi." " Abner trotzdem wir können ihm nichts beweisen. Beweise brauchen wir.
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Wenn wir die Tatwaffe hätten, dann wären vielleicht auch Fingerabdrücke darauf, dann könnten wir mehr anrichten. Aber es könnte ja wirklich sein , dass ihm sein Feuerzeug entwendet wurde und dann extra dort am Tatort liegen gelassen worden, um den Verdacht auf ihn zu lenken. Das einzige was wir jetzt noch machen könnten, beim Staatsanwalt eine richterliche Verfügung für eine Hausdurchsuchung zu kriegen, nach diesem Alibi"
Die beiden Polizisten fuhren zurück ins Präsidium. Sie wollten unbedingt noch die Verfügung durchbekommen.
In der Sekte wies der Sektenführer Dola, Armin Raschein die neue Arbeit ein. Dabei versuchte Rasche ein Gespräch mit Dola über Müller anzuzetteln. " Sie haben ja traurige Zeiten im Moment Erst der Mord an Müller und dann noch das Attentat , dass für Kowalski gedacht war, und bei dem ihr junges Sektenmitglied
ums Leben gekommen war." " Ich sage ihnen was, ein Verbrechen ist das. Diese unschuldigen Kreaturen, haben keinem was getan." " Wer das wohl gemacht hat und warum? Haben sie denn keine Ahnung wer dahinter stecken könnte ?" " Ich, woher. Ich weiss nur, dass Müller umschweifig gelebt hat. Er fröhnte dem Spielteufel Ich könnte mir vorstellen, dass jemand unter den Spielern etwas damit zu tun hat. Müller soll ja einige Schulden gehabt haben." " Ich hoffe nur, sie finden den oder die Schuldigen. Denn so etwas hat keiner verdient." " Die Polizei soll nur richtig bei den Spielern suchen, ich glaube da werden sie Erfolg haben." " Ich hoffe es, und das jemand aus der Sekte etwas..." " Wie kommen sie denn darauf, sprach Dola gleich dazwischen. Müller war sehr beliebt bei allen Sektenmitgliedern und es war ein sehr ruhiger und lieber Mensch." Na, dann werden sie wohl keine dumme Fragen von der Polizei beantworten müssen." " Das kann man nie wissen, aber wir haben nichts zu verbergen. Die können ruhig kommen, muss aber nicht sein. Ich mag keine Polizei. Die schnüffeln immer so viel herum." " Ich mag auch keine Polizei. Aber wenn es die nicht gäbe, dann würde jeder tun und lassen was er wollte. Das ginge auch nicht. Wie gesagt, ich hoffe nur, dass sie den Täter bald schnappen." Die beiden sprachen noch über die Aufgaben, die Armin Rasche bürotechnisch zu erledigen hatte, und dann schickte Dola, Rasche in den wohlverdienten Feierabend.
Schrader und Dirkes waren überrascht , dass die junge Frau fast schon beteuerte, dass Kowalski bei ihr war. Aber wenn das wirklich stimmte, dann konnte Kowalski nicht der Täter sein.
Weiter geht die Geschichte auf dem Post Der Fuchs ( Teil 1) Fortsetzung.
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