1 Tierauffangstation „ Löwenherz“;
Südafrika Teil 2
Lina, Tochter von Thomas und Anke Baum spielte mit Lala dem
jüngsten Elefantenkind. Lala kam hier auf dieser Auffangstation, die sich
„Löwenherz“ nennt, auf die Welt. Es war Dr. Thomas Baum, der Talina, der
Elefantenmutter bei der Geburt von Lala half. Auch Lina wurde hier geboren in
Pietersburg auf der „Löwenherz“ in Südafrika. Anke war damals schwanger mit
Lina, als sie von Hannover nach Pietersburg zu Thomas, ihrer großen Liebe zog,
und sie ihn gleich danach heiratete.
Eigentlich wollte Anke nie nach Afrika, aber weil Afrika
immer Thomas großer Traum war und noch ist, gab sie sich einen Ruck. Die Liebe
hatte die beiden wieder zusammen geführt, nachdem Thomas erst alleine nach
Afrika gegangen war. Aber jetzt war alles wieder gut. Ankes Mutter zog auch mit
nach Afrika. Während Thomas und Anke in
der Woche ihrer Arbeit nachgehen passt Victoria Bach, die Mutter von Anke, auf
Lina auf.
Für Thomas ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Nur Anke hat
noch Schwierigkeiten sich an Land und Leute zu gewöhnen. Sie möchte sich gerne
wohl fühlen, aber sie ist nicht so richtig glücklich hier. Niemand weiß davon,
denn sie hat es noch keiner Menschenseele gesagt, noch nicht einmal Thomas.
Aber in so manchen Momenten, wenn sie alleine war auf „Löwenherz“ weinte sie
heimlich ein paar Tränen.
Aber um nicht immer an zu Hause denken zu müssen stürzte sie
sich oft und viel in die Arbeit. Ihre Mutter wohnt ja auch in Pietersburg auf „
Löwenherz“ aber das ist es auch nicht, warum Anke Heimweh hat. Es ist die Art
und Weise wie die Menschen in Deutschland miteinander umgehen, es sind die
Freunde, die Arbeitskollegen die ihr fehlen. Einfach die deutsche Mentalität.
Thomas fehlt das alles nicht. Er wollte schon lange in Afrika leben und
arbeiten. Anke liebte Thomas so sehr, dass sie seinetwegen und vor allem weil
sie immer mit ihm zusammen sein wollte, nach Afrika zog. Aber sie hat sich nie
danach gefragt, was sie selber eigentlich wollte. Sie wusste nur sie wollte
Thomas, aber am liebsten in Deutschland und nicht in Afrika. Sie traute sich
aber nicht, dass Thomas zu sagen. Wenn Thomas das nur ahnen würde, was jeden
Tag in Anke vorging, er würde handeln. Aber wie.
Aber diese Frage stellte sich ja nicht für Thomas, weil Anke
es niemanden erzählen wird.
Anke ging zu den Löwen und sie machte ihre Arbeit. Meistens
kümmerte sie sich um die Tiere, die auf der „Löwenherz“ betreut wurden. Thomas
war mehr für das Einfangen zuständig. Er fuhr also öfter mit den Tierfängern in
den Weltbekannten Krüger Nationalpark.
Von dort brachten sie die ganzen Tiere, die sie dort fingen,
in die „Löwenherz“. Meistens waren es Löwen, die sie einfingen.
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Aber sie hatten auch
Zebras, Elefanten oder Nashörner.Viele Arten von Tieren hatten sie auf der „
Löwenherz“. Es war fast alles vertreten. Anke hatte genug zu tun die Tiere
gesund zu halten. Immer kamen neue Tiere in die Station. Die mussten alle untersucht
werden. Wenn einmal Tiere zum Flughafen gebracht wurden dann kümmerte sich
Thomas darum. Und von dort wurden die Tiere weltweit mit dem Flugzeug zu den
Zoos gebracht. Es war eine schwere und stressige Arbeit, die Thomas und die
Tierfänger hatten. Seit Anke hier nun schon arbeitete konnten sie viel mehr
Tiere wie früher verschicken. Das Geschäft brummte richtig. Renate, die
Sekretärin, sie sprach immer mit den Zoodirektoren in aller Welt, hatte auch
viel mehr zu tun als die Jahre vorher. Es mussten auch noch ein paar
Tierpfleger mehr eingestellt werden. Helmut Laube, der Cheftierpfleger und auch
Sammy mussten beide richtig arbeiten. Wenn man da noch an früher dachte, als
Sammy noch mit Lala den ganzen Tag spielte, dass gab es Heute nicht mehr. Sammy
musste richtig ranklotzen. Es war eine schnelle hektische Zeit geworden auf der
„ Löwenherz.“ Auch für Luisa war mehr zu tun. Sie musste jeden Tag kochen für
die Leute auf der Station. Alleine schaffte sie das längst nicht mehr.
Schließlich war sie auch schon 61 Jahre alt und dann noch ihr Diabetes. Aber
den hatte sie gut im Griff. Gott sei Dank hat sie eine Menge abgenommen und
hält ihr Gewicht auch schon eine lange Zeit.
Zwei jüngere Frauen halfen ihr beim Kochen und was sonst
noch so an Arbeit in der Küche war. Victoria Bach, Ankes Mutter kümmerte sich
tagsüber um die kleine Lina. Aber jede freie Minute verbrachte Anke mit ihrer
jungen Tochter. Und nachts, wenn sie schrie musste Anke immer wickeln oder in
den Schlaf wiegen oder singen. Stillen braucht sie nicht, oder besser schafft
sie zeitlich nicht. Durch den Beruf, sie ist als Tierärztin sehr stark
eingespannt auf der „ Löwenherz“, kommt sie nicht dazu Lina zu stillen. Lina
bekommt Milch aus der Flasche.
Aber die bekommt ihr auch sehr gut.
Thomas half Anke wo er konnte. Jede freie Minute kümmerte
auch er sich um seine Tochter. Nur hatte er nicht so viel freie Zeit wie Anke.
Er kümmerte sich um das Fangen und um den Transport der Tiere. Damit hatte er
genug zu tun. Er wünschte sich er hätte mehr Zeit für seine Familie. Anke fand
das auch so. Sie sagte: „ Thomas, eigentlich hatte ich mir das ganze etwas
anders vorgestellt. Du bist ja kaum zu Hause und wenn dann bist du so kaputt,
das du oft einschläfst oder auf dem Sofa liegst. Irgendetwas muss sich ändern.“
„ Aber Anke. Das mache ich doch für uns, das Arbeiten. Und mit Lina beschäftige
ich mich auch, wenn ich Zeit habe.“
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„ Ja, wenn du mal
Zeit hast. Und was ist mit uns, Thomas. Wir haben gar keine Zeit mehr für uns.“
„ Ja hier ist eben viel zu tun auf der „Löwenherz“. „Aber ich bin doch extra
nach Afrika gezogen um mehr Zeit mit dir zu verbringen. Und jetzt sehe ich dich
kaum. Nur abends eine Stunde vielleicht. Dann bist du müde. So kann das auf
keinen Fall weitergehen, Thomas.“ „ O.K. Anke. Vielleicht hast du Recht. Ich
werde versuchen etwas zu ändern. Wenn es dir so wichtig ist, dann werde ich
versuchen etwas zu ändern.“
Thomas dachte den ganzen Tag darüber nach was Anke gesagt
hatte. Und er konnte eine die gewisse Unzufriedenheit bei Anke feststellen.
Ging es ihr jetzt schon um die Ehe. Die beiden haben erst geheiratet. Thomas
glaubte ja. Er musste etwas ändern, damit Anke auch wieder zufriedener war. Am Ende seines Arbeitstages beschloss er
gleich am nächsten Morgen zu Renate, der Sekretärin der „ Löwenherz“ zu gehen,
um mit ihr zu sprechen.
„ Guten Morgen, Renate. Kann ich mal mit ihnen sprechen.“ „
Aber klar doch. Was gibt es denn?“ „ Ja, Renate. Ich wollte fragen ob ich
weniger Stunden machen kann am Tag. Liegt das drin?“ „ Ist es ihnen zu viel
geworden in letzter Zeit die Arbeit?“ „ Nein darum geht es nicht. Ich habe
private Gründe. Ich möchte mehr mit meiner jungen Familie verbringen. Es ginge
ja auch nur um ½ Stunde, oder wenn es geht, eine Stunde weniger am Tag.“ „ Ja
ich weiß nicht so recht. Von mir aus gerne, aber das kann ich nicht alleine
entscheiden. Das muss ich mit dem Cheftierfänger Frank und dem Chef der
Tierpfleger Helmut Laube besprechen. Verstehst du. Ich könnte jetzt sagen mach
eine ½ Stunde weniger. Dann sagen Frank und Helmut, wie konntest du das machen,
Renate. Wir wissen nicht wie wir unsere Arbeit schaffen sollen und du sagst
einfach….“ „ Ich weiß, sagte Thomas. Aber würden sie mit Frank und Helmut
darüber sprechen?“ „ Ja natürlich, Thomas. Das mache ich noch heute.“ „ Danke
schön, Renate. Und sagen sie mir dann auch sofort bescheid?“ „Das mache ich.“
Thomas ging aus dem Büro zu seiner Arbeit. Er hoffte, dass Frank und Helmut
Einsichtig waren.
Renate rief die beiden Chefs zu sich ins Büro. „ Es ist
folgendes. Thomas kam zu mir und hat nachgefragt, ob er jeden Tag ½ bis 1Std.
weniger arbeiten könnte. Er nannte private Gründe. Er wollte mehr Zeit mit
seiner Familie verbringen. Was sagt ihr dazu?“ Frank sagte darauf: „ Wir wollen
alle ganz gerne mehr Zeit mit unseren Familien verbringen. Aber es ist nun mal
ein Full Time Job hier auf der „ Löwenherz“. Wenn wir Thomas mehr freie Stunden
geben, dann müssten wir den anderen das auch zugestehen. Das geht doch nicht.
Oder was sagst du dazu Helmut?“
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„ Ich weiß nicht so genau. Ich bin Junggeselle. Aber das
hört sich für mich richtig an was du sagst. Wenn du dem Thomas mehr freie
Stunden am Tag gibst, dann wollen die anderen auf einmal auch weniger Stunden
machen, um mehr Freizeit oder mehr Zeit mit ihren Familien
zu verbringen.“ „ Ihr habt schon Recht, ihr beiden, sagte
Renate. Aber ich glaube dass Anke der Grund ist. Sie hat sich noch nicht
richtig eingelebt bei uns und ich könnte mir vorstellen dass Thomas wirklich
nicht viel Zeit mit seiner Familie verbringen kann. Und dass stört Anke. Ich
glaube wirklich dass Anke sich nicht wohl fühlt auf der „Löwenherz.“ Was
könnten wir da machen, Frank und Helmut?“ „ Thomas ist wirklich ein guter
Tierarzt und Anke ist auch eine gute Tierärztin. Wenn wir die beiden deswegen
verlieren sollten, das wäre nicht gut, “ meinte Helmut. „ Ja da hast du Recht,
Helmut, aber trotzdem können wir ihm nicht mehr Freizeit gewähren. Das wäre
unfair den anderen gegenüber, und allen mehr Freizeit geben, das geht nicht.
Die Arbeit muss weiterlaufen, “ sagte Frank. „ Das heißt also, dass ich Thomas
sagen muss, dass es nicht geht. Das die Arbeitzeiten für ihn so bleiben
müssen.“ „ Ja, genau,“ sagte Frank wie auch Helmut.
Als Thomas später in das Büro kam, ging er eigentlich von
einer positiven Entscheidung aus. Um so überraschter war er als Renate ihm
sagte, das sie es nicht genehmigt gekriegt hatte, dass er weniger Stunden
arbeiten wollte. „ Es tut mir leid, “ sagte Renate. „ Wie bringe ich dass Anke
nur bei?“ Wollte Thomas hier bleiben? Auf der „Löwenherz“. Oder dachte er an
seine junge Familie. „ Danke, das sie sich darum gekümmert haben, Anke. Da kann
man wohl nichts machen.“ Traurig verließ er das Büro. Und Renate fühlte mit ihm
mit.
Thomas ging erst einmal zu Luisa und er wollte ihr sein Herz
ausschütten. „ Luisa was mache ich bloß?“ Er erklärte ihr die Lage. „ Thomas da
musst du jetzt durch. Vor allem musst du mit Anke sprechen. Und du musst bei
der Wahrheit bleiben. Sprich mit Anke in Ruhe. Das wird das Beste sein.“
Als Thomas nach Hause kam sagte er zu Anke: „ Anke hast du
einmal Zeit. Ich wollte in Ruhe mit dir sprechen.“ „ Hast du dir was einfallen
lassen, wie wir mehr zeit zusammen verbringen können?“ „ Ja das habe ich. Ich
habe Renate gefragt ob ich weniger Stunden machen kann.“ „ Und kannst du?“ „
Leider nein.“ „ Das war mir klar. Wenn du weniger Stunden haben wolltest,
wollen die anderen das auch. Das geht nicht.“ „ Also siehst du ein dass es
nicht geht?“ Anke. „ Ja das sehe ich ein. Aber wir trotzdem nicht mehr Zeit für
uns. Unsere Familie, Thomas. Dann hätte ich gleich in Deutschland bleiben
können, wenn ich dich so selten sehe.“
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„ Anke es tut mir Leid. Aber kannst du dich denn gar nicht
an Afrika gewöhnen?“ „ Doch das könnte ich vielleicht, aber ich brauche dich
Thomas. Wir brauchen dich. Aber es ist den ganzen Tag niemand da. Und du
arbeitest zu viel, dass ist auch für deine Gesundheit nicht gut.“ „ Aber ich
arbeite gerne und ich arbeite hier auf der „Löwenherz“ gerne.“ „ Aber Thomas,
das Leben besteht nicht nur aus Arbeiten, du hast auch eine Frau und ein Kind.
Willst du das aufs Spiel setzen.“ „ Liebst du mich nicht mehr Anke?“ „ Doch
Thomas. Aber ich möchte mehr Zeit mit dir. So gut gefällt es mir auch nicht in
Afrika.“ „ Ich werde mir etwas einfallen lassen, Anke. Ich will euch nicht
verlieren. Es wird sich was ändern, das verspreche ich dir.“ „ O.K. Thomas. Ich
hoffe es.“
Thomas ging nach dem Gespräch noch einmal zu Luisa. Er
erzählte ihr, dass es schlecht um seine Ehe stand. Er wusste noch nicht was er
tun konnte Aber er hoffte Luisa und er würden einen Einfall haben. Aber im
Moment war er sehr traurig und ratlos.
Am nächsten Tag ging Thomas zur Arbeit. Er versuchte noch
einmal mit Helmut über weniger Arbeitsstunden zu sprechen und auch mit Frank,
aber beide blieben bei ihrer Aussage, dass es nicht möglich sei, dass Thomas
weniger Stunden arbeiten konnte.
Anke war jedoch nicht zufrieden damit. Und er wollte aber
dass Anke zufrieden und glücklich hier auf „ Löwenherz“ ist. Dann hatte er eine
Idee. Urlaub würde er ja wohl kriegen, das hatte schon immer hingehauen. Und
Renate gab ihm tatsächlich zwei Tage Urlaub. Mehr konnte er im Moment aber
nicht bekommen.
Er hatte also ein Verlängertes Wochenende, was er mit Anke
verbringen wollte. Von Donnerstag bis Sonntag hatte er also frei. Vielleicht
konnten sie ja noch mal reden, oder einfach ein bisschen Zeit mit einander
verbringen.
Anke´s Mutter wollte auf die kleine Lina aufpassen, damit
Thomas und Anke mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Die beiden wollten in
London Urlaub machen. Nach England wollte Anke schon immer mal fliegen. Thomas
wusste dass und deswegen hatte er einen Wochenendurlaub in London gebucht. Sie
fuhren nach Johannesburg zum Flughafen und stiegen in den Flieger. Anke freute
sich auf London. So wurde auch einmal ein Traum von Anke in Erfüllung gehen.
Thomas hatte sein Afrika, aber er freute sich auch auf London
As sie auf dem Flughafen in der Hauptstadt von
Großbritannien ankamen war es am regnen. Sie bestellten sich ein Taxi und
fuhren ins Hotel, dass in der Nähe des Piccadilly Circus liegt.
Als sie ihr Quartier, sprich Hotelzimmer, bezogen hatten
gingen sie auf Sightseeing Tour durch London.
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Mit einem von dem berühmtern Doppeldecker Bussen fuhren sie
durch London. Sie saßen ganz oben drinnen und hatten eine wunderbare Aussicht.
Sie waren eine gute Stunde unterwegs gewesen. Sie stiegen dann in der Nähe
ihres Hotels wieder aus dem Bus aus.
Sie hatten schon sehr viel gesehen von London mit dem Bus
und Anke fand es hier noch schöner als sie es sich vorgestellt hatte. Es war Sommer und es
regnete nicht, wenn es morgen auch trocken blieb, wollten sie einen Stadtbummel
machen.
Am nächsten Morgen gingen sie sofort nach dem Frühstück von
ihrem Hotel aus in die Stadt. Erst gingen sie zu Fuß durch die Stadt und
guckten sich die vielen Geschäfte in London an. Ganz in der Nähe des Piccadilly
Circus war auch der Buckingham Palace, wo die königliche Familie lebte. Es war
ein durchaus beeindruckendes Gebäude, aber an einem gewöhnlichen Wochentag
konnte man natürlich die Queen oder andere von der Familie nicht sehen. Was man
sah, waren die Wachsoldaten, die in ihren Wachhäuschen, die vor dem Tor des
Buckingham Palace aufpassten, dass niemand auf das Grundstück kam. Die
Wachsoldaten standen in ihren kleinen Wachhäuschen so still und starr, fast
konnte man denken
Die standen nur Figuren und keine richtigen Menschen. Was
sich bei diesen Aufpassern bewegte war einzig und alleine ihre Augenlieder und
Wimpern.
Sie warteten einen Moment, denn sie wollten warten bis die
Wachablösung kam. Das wollten sie sich angucken. Und tatsächlich zur vollen
Stunde kamen zwei Wachablösende Soldaten und plötzlich bewegten sich auch die
anderen Zwei. Wo vorher noch unbewegliche Soldaten zu seinen schienen, kam
jetzt Leben in die Männer. Sie bewegten ihre Bajonette nach oben und wieder
nach unten grüßten damit die anderen Soldaten und verabschiedeten sich damit.
Dann standen die beiden neuen Soldaten so still und starr wie ihre Vorgänger
und so würde es bleiben, bis zur nächsten Wachablösung. Thomas und Anke gingen
weiter. Hier würde die nächste Zeit auch nichts passieren. Sie gingen am
Buckingham Palace entlang auf dem Bürgersteig, der hier besonders groß zu sein
schien. Sie gingen Richtung Piccadilly Circus und wollten dann mit der
Underground fahren. Hier oben und auch unten in der U- Bahn waren sehr viele
Menschen unterwegs, die beiden gingen Hand
in Hand, damit sie sich nicht verlieren konnten. Denn bei dem Gewimmel von
Menschen konnte man sich schnell aus den Augen verlieren. Aber bei den Beiden
ging alles glatt. Sie fuhren bis zu einer Haltestelle die in der Nähe vom
Wachsfigurenkabinett „ Madame Toussaud“ war. Sie gingen von der Underground bis
zum Wachsfigurenkabinett per pedes. Hier waren auch wieder sehr viele Menschen.
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Die Beiden kauften sich eine Eintrittskarte für dieses
Kabinett. Sie bestaunten die vielen Figuren
im Kabinett von der Künstlerin. Wie Lebensecht sahen die Figuren aus.
Ganz toll zu recht gemacht und alles aus Wachs. Als sie dann genug gesehen
hatten fuhren sie weiter bis zur Westminster Abbey. Sie besuchten die berühmte
Kirche und als sie hinein gingen, bewunderten sie diese Kirche von oben bis
unten von hinten nach vorne. Als sie sich satt gesehen hatten fuhren sie erst
ein Stück mit der U- Bahn und gingen dann zum Hotel zu Fuß zurück. Als sie
wieder im Hotelzimmer waren wollten sie noch ein bisschen reden. Sie setzten
sich auf die Couch und sie merkten, dass sie ganz schön erschöpft waren. Anke
schlief nach kurzer Zeit schon auf dem Sofa ein. Thomas nahm sie sanft hoch und
trug sie in das Schlafzimmer und legte sie vorsichtig aufs Bett. Sie schlief
durch bis zum nächsten Morgen und wachte
dann mit ihren gesamten Sachen am Körper wieder auf. Thomas schlief noch. Heute
wollten sie den Tower und die Tower Bridge besuchen und sich Big Ben anschauen.
Als Thomas erwachte küsste seine Anke ihn erst einmal auf
den Mund und sagte freundlich. „ Guten Morgen, Thomas. Hast du gut geschlafen?
Danke, dass du mich ins bett getragen hast.“
„ Das ist doch selbstverständlich, “ sagte Thomas. Zuerst
wollten sie frühstücken und dann zum Tower und der Tower Bridge gehen. Es war
ein nebliger Morgen. Der Nebel war über der Themse am dichtesten. Als Thomas
und Anke auf der Brücke, auf der Tower Bridge
standen, sahen sie kaum etwas, so dicht war der Nebel. Sie
versuchten von der Brücke aus, auf das Wasser der Themse zu gucken, aber der
Nebel war so dicht, dass sie nicht die Wasseroberfläche sehen konnten. Aber ein
Schiff, das gerade unter der Brücke herfuhr, konnten sie erst hören und dann
auch sehen. Es war ein ziemlich großes Schiff und sie konnten direkt auf das
Deck gucken. Es waren einige Passagiere an Bord. Die beiden winkten aber
niemand konnte sie bei dem dichten Nebel sehen. Sie riefen von der Brücke aus.
„Hallo.“
Und tatsächlich hörten sie ein „ Hallo“ zurück. Die beiden
mussten lachen. Sie blieben noch ein bisschen auf der Brücke und wie sie dort
standen schlug Big Ben zur vollen Stunde. Es war ein faszinierendes
Glockenspiel was der gute alte Big Ben so von sich gab. Ein paar Minuten lang
spielten die Glocken und Thomas und Anke genossen diese Klänge richtig. So
schnell würden sie diese Töne nicht wieder vergessen. Und als sie wieder im
Hotel waren um die letzte Nacht zu verbringen in London, waren sie selig und
sichtlich berührt von London.
Und die beiden genossen ihre letzte Nacht in London so
richtig und verbrachten eine schöne Nacht zusammen in trauter Zweisamkeit. Und als sie am nächsten Morgen aufwachten
waren sie richtig glücklich.
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„ Thomas ich liebe dich, “ sagte Anke. Und auch Thomas sagte
ihr: „ Ich werde dich immer lieben.“ „ Aber in Afrika will ich nicht mehr
leben, Thomas. Es geht mir nicht immer gut in Afrika. Ich vermisse die Deutsche
Mentalität, die deutschen Gewohnheiten und nicht zu vergessen meine Freunde und
Arbeitskollegen aus Hannover. Ich vermisse meine Heimat sehr
und ich kann und will mich nicht mehr an Afrika gewöhnen.“ „
Aber warum hast du das denn nie gesagt, Anke.“ „ Ich wollte dich nicht
enttäuschen, Thomas, deswegen habe ich nie etwas gesagt.“ „ Aber Anke. Wenn du
dich wirklich nicht wohl fühlst in Afrika, dann probieren wir eben wie es ist,
wenn du wieder in Deutschland in Hannover bist und ich auf der Löwenherz bin.“
Und Lina und meine Mutter. Die nimmst du, wenn deine Mutter will, wieder mit
nach Deutschland und wenn du magst kannst du Lina auch mitnehmen.“ „ Ja gut,
wenn es dir nichts ausmacht?“ „ Ich werde euch so oft wie es geht besuchen,
Anke. Am besten du ziehst mit deiner Mutter zusammen in eine Wohnung, dann kann
sie auch weiterhin auf unsere Tochter aufpassen.“ „ Und das macht dir nichts
aus?“ „ Wenn es dir nicht gut geht hier in Afrika, dann probieren wir eben
wieder die Fernbeziehung. Dich möchte ich trotzdem nicht verlieren, Anke.“ „
Das tust du auch nicht, Thomas. Wir haben das schon mal geschafft. Unsere Liebe
ist groß.“ „ Ja, da hast du Recht. Ich liebe dich Anke.“
Die beiden flogen den Tag noch nach Afrika zurück. Als sie
in Pietersburg ankamen war es schon sehr spät. Die beiden gingen in ihr Bett
und erst am nächsten Tag berichteten sie den anderen, dass Anke, Ankes Mutter
und Lina wieder nach Hannover ziehen werden. Anke musste sich die nächsten Tage
um einige organisatorische Dinge kümmern. Sie rief im Zoo an ob sie vielleicht
dort in Hannover wieder arbeiten konnte. Und sie hatte Glück, es war eine
Stelle frei geworden. Sie musste sich eine neue Wohnung besorgen für drei
Personen und musste die Einreise nach Deutschland für sich und ihre Tochter und
Mutter beantragen.
Sie mussten noch drei Wochen warten aber dann war die
Einreise nach Deutschland genehmigt.
Alle auf der „ Löwenherz“ verabschiedeten sich von den
Dreien, schließlich könnte dass ein Abschied für längere Zeit sein. „ Aber,
wenn du mal wieder Urlaub hast, Anke, dann kommst du doch zu Besuch?“ fragte
Luisa. „ Aber selbstverständlich:“ sagte Anke. „ Aber ich bringe meine beiden
Süßen, Lina und meine Mutter, dann wieder mit. Dann komme ich auch sehr gerne
wieder, im Urlaub meine ich.“ Luisa war traurig und die anderen Alle auch. Aber
man konnte sich ja ab und zu sehen. Thomas und Anke werden so wie so jeden Tag
skypen.
Lina wusste noch gar nicht was los war. Sie war noch zu
klein.
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Thomas brachte die Drei zum Flughafen nach Johannesburg. Es
dauerte auch nicht lange dann ging es auch schon los Richtung Deutschland.
Thomas blieb lange am Flughafen stehen und schaute erst dem Flugzeug hinterher
und dann in die Wolken. Erschaute sehr lange in die Wolken, Gedanken vertieft,
ob er alles richtig gemacht hatte. Aber das wichtigste war, dass es Anke bald
wieder besser ging.
Thomas hatte sich schnell wieder in seine Arbeit vertieft.
Ihm machte die Arbeit als Tierarzt weiter viel Spaß auf der „ Löwenherz“. Aber
je länger der Tag, als dem er die Drei zum Flughafen gebracht hatte, vorbei war
und einige Zeit ins Land gezogen war, fehlten ihm plötzlich Anke und Lina sehr.
Aber als er von Anke am Telefon immer hörte, dass es ihr wieder besser ging, da
wusste er, er hatte alles richtig gemacht. Nun war es so wie im Anfang, als er
anfing auf „ Löwenherz“ als er noch alleine war in Pietersburg. Aber dieses mal
war es etwas anderes. Er ist nun verheiratet und er hat eine kleine Tochter. Er
weiß wie es ist, wenn er alleine ist , und wie es ist, wenn seine Familie bei
ihm war. Und er vermisste seine Familie schon sehr. Aber er denkt auch,
hoffentlich geht es Anke gut. Er hätte seine Familie schon gerne wieder auf der
„ Löwenherz“, aber es musste allen gut gehen hier. Sonst hatte es keinen Zweck.
Thomas wollte erst einmal gucken wie es wieder einmal mit einer Fernbeziehung
klappte.
Einige Wochen später hatte Thomas sich an die neue Situation
wieder gewöhnt und Anke ging es auch besser. Ihnen tat die Fernbeziehung gut,
so dass alle zufrieden waren.
Luisa freute sich auch, dass Thomas wieder etwas
optimistischer in die Weltgeschichte guckte, und vor allem, dass es Anke auch
wieder besser ging. „ Du scheinst genau das richtige gemacht zu haben, Thomas.
So konnte es auch nicht weiter gehen. Anke sah man schon an dass sie sich nicht
wohl fühlte auf „ Löwenherz“. Und du hast dir zu viel Gedanken gemacht. Jetzt
scheint dein Kopf wieder klar, Thomas.“ „ Du könntest Recht haben, Luisa. Wie
gut dass du hier bist. Mit dir habe ich mich von Anfang an gut verstanden.“ „
Das brauchst du mir nicht sagen, Thomas. Das weiß ich auch so. Und ich mag dich
auch sehr gerne. Ich bin froh, dass du hier geblieben bist. Und wer weiß,
vielleicht kommt Anke ja auch eines Tages wieder zurück nach Afrika.“ „ Das
wäre schön, Luisa. Aber das glaube ich nicht. Wir werden uns wohl erst mal nur
im Urlaub sehen. Und das höchstens 3 bis 4 Mal im Jahr. Aber wenn es Anke und
mir reicht und wenn die Liebe trotzdem frisch bleibt, dann ist alle in Ordnung.
Und wohl fühlen müssen sich alle. Und Anke fühlt sich nun mal in Deutschland
wohl. Das hat sie mir selber gesagt und das habe ich beim skypen gesehen, dass
es ihr besser geht.
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Und das ist die Hauptsache. Und mir geht es auch ganz gut
hier. Natürlich vermisse ich die Drei, aber wenn es doch nicht anders geht.“ „
Das wird alles so kommen wie Gott es will, “ sagte Luisa. „ Und es wird schon
alles gut werden, Thomas. Du musst nur dran glauben.“ „ Das tue ich, Luisa. Auf
Gott vertrauen ist immer ein guter Ratgeber.“
Thomas war wieder hoffnungsvoller als noch vor kurzem. Anke
hat ja nicht Schluss gemacht mit ihm, sondern sie ist mit ihm zusammen
geblieben und versucht alles damit die Ehe hält. Vor allem liebt sie ihn, und
er liebt sie. Liebe kennt keine Entfernung. Mag die Strecke auch noch so groß
sein zwischen zwei Liebenden, die Liebe kann nichts und niemand trennen, wenn
sich die beiden richtig einig sind. Und ist mein Schatz auch am Ende der Welt,
die Liebe, die Liebe hält. So lautet das Motto von Thomas und Anke.
Die Arbeit auf der „ Löwenherz“ war weiterhin stressig und
hart. Aber Thomas gefiel das richtig gut. Er war gerne im Krüger Nationalpark
und fing Tiere mit den Tierfängern ein.
Auch wenn es gefährlich war. Das war gerade das gute daran.
Dieser Nervenkitzel, die Gefahr dabei. Das war wie eine Sucht. Das brauchte
Thomas und das gefiel ihm so besonders an seiner Arbeit. Er war schon immer ein
Draufgänger. Und er liebte die Gefahr.
Die Tierfänger merkten das natürlich und deswegen gefiel
ihnen auch die Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Baum. Auch die Tierfänger waren so
veranlagt wie Thomas. Sonst hätten sie auch wahrscheinlich auch den falschen
Beruf. Weil sie liebten auch den Nervenkitzel bei der Arbeit mit den wilden
Tieren. Aber hin und wieder wurde auch schon mal ein Arbeiter verletzt. Wie vor
kurzem, als sie ein Nashorn einfangen wollten.
Es ging morgens wie immer früh los mit den drei
Geländewagen, die sie auf der „ Löwenherz“ hatten. Thomas und die Tierfänger
freuten sich schon ein bisschen auf die Nashornjagd. Denn es kam nicht jeden
Tag vor, dass sie so ein großes und schweres, kräftiges Tier einfingen. Sie
fuhren erst einmal ganz langsam mit den Geländewagen los. Erst mussten sie mal
ein paar Nashörner sichten. Sie fuhren weiter und auf einmal, da waren zwei
Nashörner gar nicht weit von ihrem Punkt aus zu sehen. Die Fahrer steuerten
erst langsam, dann schneller werdend auf
die Nashörner zu. Sie mussten sich für eins entscheiden. Denn nur so konnten
sie Erfolg haben. Sie verfolgten ein Nashorn und die Fahrer gaben nun noch mehr
Gas bis sie neben dem Nashorn her fuhren. Nun griff das Nashorn an. Es lief auf
das Auto von der Seite aus zu und stieß den harten Kopf samt Horn gegen den
Wagen. Der Geländewagen ruckelte hin und her. Da ein Tierfänger sich ziemlich
weit aus dem offenen Wagen herauslegte, fiel er beim Aufprall von dem
Geländewagen hinunter.
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Und das bei voller
Fahrt. Er knallte auf die harte Erde. Der Fahrer hatte es mitgekriegt, dass
jemand über Bord war so zu sagen und hielt sofort an. Zwei Kollegen halfen dem
jungen Tierfänger wieder in den Wagen. Aber er hatte sich einiges gebrochen. Der
Arm schien gebrochen zu sein und auch die Hüfte. Er war am Schreien vor
Schmerzen. Kein Wunder bei diesem harten Auf prall. Sie brachen sofort den
Einsatz ab. Der junge Afrikaner musste sofort in ein Krankenhaus. Für heute war
Feierabend. Der junge Mann würde wahrscheinlich für länger ausfallen beim
Fangen der Tiere. Die Gesundheit ging vor. Thomas fuhr wie immer, wenn etwas
passierte mit den Tierfängern bei einem Einsatz, mit ins Krankenhaus. Als der
Afrikaner medizinisch versorgt war und in einem Krankenzimmer war sagte Thomas
zu ihm: „ Gute Besserung“ und werde schnell wieder gesund. Der Verdacht hatte
sich bestätigt. Der Arm und auch die Hüfte waren gebrochen. Das war eine harte
Diagnose. Thomas fuhr zur „Löwenherz“ und erzählte den anderen was festgestellt
wurde bei dem Tierfänger.
Am nächsten Tag fuhren sie wieder in den Nationalpark um ein
Nashorn zu fangen und dieses Mal ging alles glatt. Sie brachten das Tier zur
„Löwenherz“ Und wenige Tage später flog es schon mit einem Flugzeugtransport in
einen Zoo in Europa. Dort würde es für den Rest ihres Nashornlebens
wahrscheinlich bleiben, in dem Zoo.
Aber hauptsächlich verkaufte die „ Löwenherz“ natürlich
weiter Löwen. Und das nicht wenige. Sie haben in einem Monat 14 Löwen verkauft.
Meist an Zoos in Europa. Europas Zoos waren die Hauptabnehmer von Löwen aus der
„ Löwenherz“. Das Geschäft ging ganz gut. Alle, die auf der Station arbeiteten
konnten zufrieden sein.
Als der Afrikaner im Krankenhaus wieder entlassen wurde, war
er wieder ganz gesund. Sie hatten ihn lieber etwas länger im Krankenhaus
behalten, damit seine Hüft wieder richtig anwachsen konnte. Er konnte nun
wieder mit auf Tierfang gehen. Das heißt erst einmal hatte er Urlaub, weil
Thomas nach Deutschland wollte und seine junge Familie besuchen wollte. 4
Monate hatte er sie nicht mehr gesehen, seine Anke. Und er war gespannt wie es
seiner Tochter Lina ging und seiner Schwiegermutter ging. Wie immer
verabschiedete sich Thomas von Allen auf „ Löwenherz“. Luisa sagte noch: „ Komm
gut und gesund wieder, Thomas. Und grüß deine Lieben schön.“
Thomas saß mal wieder im Flugzeug. Früher war er kaum
geflogen und heute drei vier mal im Jahr. Aber ihm machte das nichts aus. Er
landete Abends in Hannover und er staunte nicht schlecht als alle drei Mädels
ihn vom Flughafen abholten. Anke, Lina und seine Schwiegermutter. Mensch war
dass eine Freude.
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Sie lagen sich alle vier in den Armen und es flossen auch
ein paar Tränen, auch bei Thomas.
Es war ein schönes Gefühl seine Familie wieder einmal in den
Armen zu halten. Gleich danach küsste er seine Anke. Dieser Kuss war so innig
als ob sie die ganze Zeit, die sie getrennt waren, auf einmal aufholen wollten.
Sie konnten sich kaum trennen voneinander, so dass die Schwiegermutter sagte:
„Hallo, Thomas ich bin auch noch da“. Und sie lachte dabei. Und Anke und Thomas
auch. „ Schwiegermama, entschuldige.“ Er nahm sie in den Arm und drückte sie
fest an sich. „ Ich kann euch aber gut verstehen, “ sagte Victoria Bach. Als er
sie wieder losließ ging Thomas auf Anke zu die Lina auf ihren Arm genommen
hatte. „Hallo, Lina, mein Schatz, “sagte Thomas und nahm Lina nun auf seinen
Arm und küsste sie auf die Wange. „ Du bist ja ein großes Mädchen geworden. Ich
habe dich vermisst, Lina.“ Und Lina guckte ihren Vater so an, als wollte sie
sagen: „ ich dich auch, Papa.“ Aber Lina konnte noch nicht sprechen. Die
Familie Baum und Victoria Bach verließen dann auch bald den Flughafen in
Hannover. Als Anke mit dem Wagen los fuhr sagte Thomas: „ Ich bin vielleicht
gespannt auf eure Wohnung.“ Anke sagte: „ Ich hoffe sie gefällt dir. Wir haben
lange gesucht.“
Als Thomas in die Wohnung kam staunte er nicht schlecht. Das
Kinderzimmer fand er besonders gut eingerichtet. „ Lina, da hat Mama dir ein
schönes Zimmer gegeben und hat es schön eingerichtet. Hier fühlst du dich
bestimmt wohl drin in diesem Zimmer.“ „ Ich glaube das tut sie, hoffe ich
jedenfalls.“ Als Anke Lina ins Bett gelegt hatte, waren Anke und Thomas
alleine, weil die Schwiegermutter sich leise aus dem Staub gemacht hatte, damit
die Beiden alleine waren. Sie kamen sich sofort näher, zu lange hatten sie sich
nicht gesehen. Die nächsten zwei Stunden verbrachten Thomas und Anke alleine
und sie waren richtig glücklich.
Etwas später saßen alle am Küchentisch und tranken Kaffee
und aßen Kuchen zusammen.
Sie hatten sich alle viel zu erzählen und auch Lina
quietschte das eine oder andere Mal auf, als wenn sie sagen wollte: Toll, Papa
das du da bist. Die beiden Eheleute waren für eine kurze Zeit richtig
glücklich. „ Und wie geht es dir, Schwiegermama.“ „ Sehr gut. Tagsüber kümmere
ich mich um Lina und abends kommt Anke von der Arbeit nach Hause. Es tut
richtig gut. Es ist als wenn man wieder eine kleine Familie hat. Den ganzen Tag
habe ich eine Aufgabe und ich freue mich darüber. Es ist einfach großartig.“ „
Aber wenn es dir zu viel wird, sagst du Anke früh genug bescheid, Mama. Versprochen.“
„ Ja, versprochen.“
Thomas und Anke wollten heute Abend ins Kino gehen. Die
beiden waren schon ewig nicht mehr im Kino. Und Victoria hatte versprochen auf
Lina auf zu passen. Anke Und Thomas freuten sich schon auf den Kinoabend.
13
Nachdem sie sich von Lina und Victoria verabschiedet hatten,
gingen sie zu Fuß in die Stadt
Richtung Kino. Um 20:15 Uhr sollte der Film losgehen. Die
beiden waren schon eine halbe Stunde vor dem Film im Kino. Sie kauften sich
Popcorn und zwei Flaschen Cola. „ Weißt du wann wir das letzte Mal im Kino
waren, Anke?“ „ Ich kann mich auch nicht richtig erinnern. Es ist auf alle
Fälle schon sehr lange her.“ „ Komm wir gehen schon rein, damit wir noch einen
guten Platz kriegen, Anke.“ Die beiden saßen früher immer gerne in der letzten
Reihe und sie fanden auch noch zwei Plätze dort. Der Film war sehr gut fanden
beide. Es war eine Actionkomödie. Sie konnten auch lachen dabei. Der Film war
echt witzig gemacht.
Als der Film zu Ende war, war es auch schon 22 Uhr. Als sie
aus dem Kino kamen konnten sie erst nichts sehen, aber dann gewöhnten sich ihre
Augen wieder an die Lichtverhältnisse. Sie gingen schlendernd durch die Stadt
und bummelten ein wenig. Ab und zu guckten sie sich Schaufenster an. Als sie
nach Hause kamen war Lina aber auch Victoria schon am Schlafen.
Thomas und Anke gingen auch ins Bett und schliefen auch bald
ein.
Thomas verbrachte die nächsten Tage viel mit seiner kleinen
Familie. Sie gingen gar nicht viel aus oder so, er hatte ja alles zu Hause. Er
half Anke bei der Hausarbeit und am liebsten kümmerte er sich um seine kleine
Tochter Lina.
Die paar Tage Urlaub, die er hatte, gingen sehr schnell
vorbei und deshalb kam der Tag, als er wieder einmal auf Wiedersehen sagen
musste, ganz schnell herbei.
Und als sie am Flughafen standen flossen ein paar Tränen.
Thomas winkte noch einmal seiner Familie zu und stieg dann in den Flieger nach
Johannesburg. Als er in dem Flieger saß war er ein wenig glücklich, dass er
eine Familie hat, aber leider war seine Familie viel zu weit weg.
Aber hier in Afrika fühlte er sich wohl, hier hat er seine
Arbeit und ihm gefällt dieses faszinierende Land. Er kann sich einfach nicht
vorstellen wieder nach Deutschland zu gehen, auch wenn seine Familie dort
wohnt. Ihm gefällt es hier so gut, dass er sich vorstellen kann den Rest des
Lebens hier zu verbringen. Und Anke geht es jetzt auch wieder besser, seitdem
sie in Deutschland wieder wohnt. Heutzutage ist man mit dem Flugzeug so schnell
bis am Ende der Welt angelangt, dass die beiden sich zwei drei Mal im Jahr
sehen können. Und da beide mit der Situation, so wie es ist zufrieden sind, ist
das auch in Ordnung.
Eine Fernbeziehung, wie man so schön sagt. Und es
funktionierte. Thomas ging seiner Arbeit nach, hier auf der „ Löwenherz“ und Anke
war im Hannoveraner Zoo am Arbeiten. Und tagsüber kümmerte sich Oma Victoria um
die kleine Lina.
So war alles gut für alle.
14
Als Thomas wieder auf der „Löwenherz“ ankam hörte er dass
Luisa wieder im Krankenhaus war. Sie hatte einen Herzinfarkt. Gott sei Dank war
sie schnell genug in das Krankenhaus gekommen, so dass man ihr noch helfen
konnte. Aber wie Thomas etwas später erfahren musste, würde sie noch operiert
werden. Sie müsse drei Bypässe bekommen. Ihre großen Adern zum Herzen hin waren
doch ganz schön verkalkt. Thomas besuchte sie jeden Tag im Krankenhaus. Nach
der OP, die gut verlaufen sein soll, laut der Ärzte, hatte sie noch ganz schöne
Schmerzen. „ Du hast mich ganz erschreckt, Luisa., als ich wieder in Afrika war
und hörte dass du einen Herzinfarkt hattest. Aber jetzt hast du alles hinter
dir. Wenn die Schmerzen erst einmal nachlassen, wird es dir bald besser gehen. Ich
bin froh, das dir früh genug geholfen werden konnte.“ „ Thomas, es ist schön,
dass du mich besuchst. Aber wie soll es denn jetzt weiter gehen mit mir;
Thomas.“ „ Du wirst jetzt erst einmal ein bisschen kürzer treten, Luisa. Ich
werde mich um dich kümmern, Luisa. Ich werde dir unter die Arme greifen, ich
helfe dir wo ich kann.“ „ Aber du musst doch so viel und hart arbeiten,
Thomas.“ „ Deine Gesundheit geht jetzt erst einmal vor. Und wenn es dir
dann wieder besser geht, dann kannst du
so langsam wieder arbeiten. Aber erst , wenn die Ärzte grünes Licht geben.“ „
Ach, Thomas, wenn ich dich nicht hätte.“ Thomas fuhr zur „ Löwenherz“ zurück
und räumte in Luisas Wohnung ein bisschen
auf. Neben seiner Arbeit besuchte er sie jeden Tag weiter im
Krankenhaus. Sie musste sich jetzt etwas schonen. Und deshalb wollte Thomas sie
ein bisschen entlasten. Als Luisa aus dem Krankenhaus wieder entlassen wurde
holte Thomas sie wie selbstverständlich ab und fuhr sie zur „ Löwenherz“. Die
Freude war groß, als Luisa und Thomas auf der „ Löwenherz“ ankamen. „ Ich habe
unseren Sonnenschein wieder nach Hause gebracht, sagte Thomas mit einem
Lachen.“ Und alle freuten sich dass es Luisa schon besser ging. Thomas brachte
sie in ihre Wohnung, sie sollte noch ein paar Tage sich ausruhen, hat
der Arzt gesagt.
Thomas ging immer, wenn er ein bisschen Zeit hatte, zu Luisa
und schaute nach ihr. Thomas hatte Anke bereits erzählt, dass Luisa einen
Herzinfarkt hatte. Und Anke fand es richtig gut, dass Thomas sich so viel um
Luisa kümmerte. Obwohl er so viel Stress mit der Arbeit auf der „Löwenherz“
hatte, fand er immer etwas Zeit für Luisa. Und es dauerte nicht lange da war
Luisa wieder besser drauf. Und eines Abends stand sie das erste Mal auf. Und
ein paar Tage später kochte sie schon wieder für die anderen und ging mit ihrem
Hund spazieren. Sie hatte einen Apfelkuchen gebacken für Thomas, den aß er so
gerne. Und er lud Luisa zum Kaffee trinken ein, und beide tranken ein paar
Tassen Kaffee und aßen den leckeren Apfelkuchen von Luisa.
15
„ Was macht Anke? Fragte Luisa. „ Ihr geht es, seit sie
wieder in Deutschland lebt, viel besser. Wir sehen uns zwar nicht so oft, aber
wir lieben uns, und das ist wichtig.“ „ Und was macht deine kleine Tochter,
Thomas.“ „ Das ist mein ganzer Stolz, meine Tochter. Sie entwickelt sich sehr
gut. Vielleicht kommt Anke mit samt ihrer Mutter und Lina demnächst im Urlaub
nach uns auf die Löwenherz.“ „ Das wäre schön, Thomas. Das würde mich sehr
freuen.“
Anke konnte aber erst einmal nicht so schnell kommen. Ihre
Mutter ist nämlich krank geworden. Victoria hatte es schwer erwischt.
Magenkrebs. Sie wollten den Krebs wegoperieren, aber es war zu spät. Der Krebs
war schon zu groß geworden. Sie hatte nur noch ein paar Monate zu leben. Sofort
kündigte Anke im Zoo um ihre Mutter zu pflegen. Victoria konnte auch schon
nichts mehr essen und sie musste künstlich, über eine Magensonde, ernährt
werden. Thomas machte sich sehr viel Sorgen um seine Schwiegermutter. Anke
sagte ihm: „ Ich sage dir Bescheid, wenn
es schlimmer wird mit Mama. Dann kannst du vielleicht Urlaub bekommen und nach
Deutschland fliegen, damit du mit Mama noch mal sprechen kannst, bevor sie von uns geht.“ „ Anke, mein
Arbeitgeber weiß hier was los ist. Wenn es so weit ist, dann kriege ich sofort
Urlaub.“
Thomas und Anke hatten sich nun ein halbes Jahr nicht mehr
gesehen. Victoria ging es wirklich nicht gut. Thomas rechnete jeden Tag damit,
dass er einen Anruf aus Deutschland von Anke bekam. Thomas arbeitete viel, er
kümmerte sich um Luisa auf der „ Löwenherz“ und er machte sich viele Gedanken
um Victoria. Er ist sehr nachdenklich geworden in letzter Zeit. Aber bei seiner
Arbeit war und musste er immer hoch konzentriert sein, sonst würde es nicht
gehen. Die „ Löwenherz“ hatten große Anfragen von den Zoos aus Europa und den
USA nach Löwen. Sie bekamen sehr viele Aufträge Löwen zu fangen. Die Löwen aus
Pietersburg in Südafrika, waren und sind sehr gefragt in den Zoos in der ganzen
Welt. Deshalb hatte die „Löwenherz“ genug zu tun in diesen Tagen. Für Thomas war
die viele Arbeit ein Segen. Dann konnte er sich auf die Maloche konzentrieren,
und hatte nicht so viele schlechte Gedanken. Diese hatte er noch genug nach
Feierabend und er machte sich viel Sorgen. Anke hatte genug damit zu tun ihre
Mutter jeden Tag aufs Neue zu pflegen. Thomas und Anke hatten sehr viel Sehnsucht aufeinander. Meistens riefen sie
sich nur ein paar Minuten am Abend an. Anke hatte auch viel Stress zu Hause
berichtete sie Thomas jeden Tag am Telefon. Lina hatte dafür den ganzen Tag die
Mama zu Hause. Lina war auch noch zu klein um das alles zu verstehen. Sie würde
sich später nicht mehr an all das erinnern.
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Zwei Wochen später kam dann der Anruf, mit dem Thomas schon
gerechnet hatte. „ Thomas, Mama ist gestern Abend ganz still und leise für immer eingeschlafen.
Sie ist gestorben.“ „ Wie geht es dir Anke? Ich bin gleich morgen bei dir. Pass
bis dahin gut auf dich und unsere Tochter auf. Ich packe sofort meine Koffer
und fliege nach Hannover. Du brauchst mich nicht abholen vom Flughafen, ich
rufe mir ein Taxi.“ „ Ruf mich aber vorher an, wenn du mit dem Taxi zu mir
fährst.“ „ Ja, mache ich. Tschüss, Anke. Bis morgen.“ „ Tschüss Thomas.“
Thomas erzählte von dem Todesfall seiner Schwiegermutter und
bekam sofort Urlaub. Luisa wünschte ihm
herzliches Beileid. Thomas packte seine Koffer und schickte sie nach
Deutschland. Dann brachte ihn Benny mit dem Auto zum Flughafen von
Johannesburg. Thomas hatte viele Gedanken während des Fluges. 14 Tage hatte er
nun Urlaub. Die meiste Arbeit war schon abgeschlossen auf der „Löwenherz“. Die
Löwen waren alle schon mit Flugzeugen nach Europa und den USA gebracht worden.
Thomas kam am Mittag in Hannover an. Er rief wie versprochen
bei Anke an und sagte ihr, dass er jetzt ein Taxi nehmen würde und in einer
viertel Stunde bei ihr sei.
Thomas klingelte an der Haustür von Anke und als sie aufmachte, fiel sie ihm
gleich weinend in die Arme. Thomas küsste Anke und sprach ihr Beileid zu. Als
sie in der Wohnung waren, ging Thomas
sofort zu Lina ins Kinderzimmer, die ein bisschen schlief. Die beiden blieben
ein bisschen bei Lina am Bett sitzen und gingen dann ins Wohnzimmer und während
sie darauf warteten, dass Lina aufwachte, schmusten sie ein bisschen auf dem
Sofa.
Aber lange dauerte es nicht bis Lina wieder wach war. Anke
ging ins Kinderzimmer und trug Lina auf dem Arm ins Wohnzimmer und gab sie
ihrem Thomas auf den Arm. Lina freute sich genau so sehr wie Thomas, dass
konnte man sagen und auch sehen. Die beiden lachten sich freundlich an und
Thomas verdrückte eine Träne so sehr freute er sich seine Tochter wieder zu
sehen. Er gab ihr einen Kuss auf die Wange und Lina drückte ihren Papa ganz
fest.
An diesem ersten Tag, als Thomas in Deutschland war machte
sich keiner der beiden Gedanken über die Beerdigung ihrer Mutter. Sie wollten
einfach zusammen sein und nichts weiter tun als sich lieb haben. Endlich war
die Familie wieder vereint, aber nur für eine kurze Zeit. Und diese Zeit
wollten die drei nutzen. Aber am nächsten Tag mussten Anke und Thomas sich über
die Beerdigung schon viel Gedanken machen. Es musste noch viel in die Wege
leiten. Es musste eine Messe bestellt werden, Einladungskarten zur Beerdigung
an die Verwandtschaft geschickt werden. Blumengestecke, Kränze gekauft werden.
Aber viele Sachen, die für eine Beerdigung wichtig waren und unbedingt erledigt
werden mussten, hatten sie dem Bestattungsinstitut in Auftrag gegeben.
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Darüber waren Thomas und Anke auch sehr froh, weil sie
vieles über Bestattungen einfach zu
wenig wussten.
Anke hatte eine kleine Verwandtschaft und auch die Familie
von Thomas war nicht sehr groß, so dass es eine kleine Beerdigung mit einer
kleinen Trauergemeinschaft gab. Der Priester sprach tröstende Worte aus und
sprach von Erlösung nach einer kurzen aber schweren Krankheit. Nach der
Beerdigung kamen noch einmal alle Verwandte in einem kleinen Cafe zusammen.
Thomas und auch Anke lernten noch Menschen kennen, die sie vorher nie gesehen
hatten. Aber es war eine schöne Runde von Menschen die dort im Cafe zusammen
saßen.
Aber als Thomas und Anke wieder zu Hause waren, waren sie
doch froh, dass sie alles hinter sich hatten. Und Victoria, ihre Mutter wird in
ihren Herzen weiterleben und in ihren Gedanken. Victoria war eine gute Mutter
gewesen und auch Oma.
Lina war noch zu klein, sie wird wenige Erinnerungen an ihre
Oma behalten. Und Thomas und Anke sprachen natürlich über die Zukunft nach so
einem Ereignis. Es kann einmal schnell kommen, dann ist das Leben vorbei. „
Meinst du ich schaff das hier alleine mit Lina, Thomas?“ Ich hoffe es, aber
wenn nicht, du kannst mir immer sagen wenn du mich brauchst, dann komme ich
sofort.“ „ Oder meinst du ich soll es noch einmal auf der „ Löwenherz
probieren?“ „ Das musst du selber wissen, Anke. Ich würde mich freuen. Und es
würde sich auch etwas ändern, wenn du wirklich wieder mit nach Afrika kämest.
Ich würde weniger arbeiten und mehr für euch da sein. Ich habe schon mit Frank
und Helmut, unseren beiden Chefs, darüber gesprochen. Und Renate weiß auch
schon bescheid. Wenn du willst und mit nach Afrika kommst rufe ich noch von
hier aus in der „Löwenherz“ an, dass haben wir so abgesprochen. Wir haben aber
noch ein bisschen Zeit, du kannst dir die Sache in Ruhe überlegen. Jetzt bin
ich noch ein paar Tage hier.“
Und diese Tage genossen die zwei mit ihrer Tochter Lina
ausgiebig. Einen Tag gingen sie in den Zoo mit Lina. Sie trafen ihre alten
Arbeitskollegen wieder und schauten sich zusammen mit Lina die Tiere an. Lina
gefiel es sichtlich gut im Zoo.
Zwei Tage bevor Thomas wieder zurück nach Südafrika musste
sagte Anke: „ Thomas, ich habe viel nachgedacht in der letzten Zeit, auch schon
als Mama so krank war. Und ich möchte nicht
lange drum herum reden. Wenn du es wirklich ernst meinst, dass du weniger
arbeiten willst und du mehr Zeit mit mir und Lina verbringen willst, dann
versuche ich es noch einmal in Afrika
auf der „Löwenherz“.“
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„ Ach Anke, ich habe so gehofft, dass du das sagst. Ich
liebe dich. Ich freue mich wie ein Schneekönig. Und ich halte mein Versprechen
ein. Ich rufe noch heute in Pietersburg an und regele meine Arbeitszeit mit den beiden Chefs. Aber erst einmal lass dich
drücken und küssen, Anke. Die beiden nahmen sich in die Arme und Lina nahmen
sie gleich mit dazu.
Thomas rief sofort in Afrika an. Renate meldete sich im
Büro. „ Hallo Thomas. Wie geht es?“ „Kommt darauf an wie dieses Gespräch
verläuft. Ich habe dir ja schon gesagt, dass ich andere Arbeitszeiten haben
wollte. Anke hat sich entschlossen wieder auf die „Löwenherz“ zu ziehen.“ „ Das
freut mich, Thomas. Aber wir müssen ein paar Kompromisse eingehen. Wenn du
etwas weniger arbeitest, dann würden wir noch einen anderen Tierarzt
einstellen. Die Stunden, die du weniger machst, muss ja jemand ersetzen. Du
würdest weniger verdienen. Aber du bliebst die Nummer 1 als Arzt auf der
Löwenherz.“ „ Ich finde das hört sich schon mal ganz gut an. Ich glaube wir
können uns einigen. Und wie viele Stunden kann ich dann arbeiten?“ „ Ich habe
mit Frank und Helmut gesprochen. Du würdest sozusagen halbe Tage arbeiten. Von
9 Uhr morgens bis 13 Uhr. Also vier Stunden. Die andere Zeit hättest du frei.
Dann würde dein Kollege einspringen und deine Stunden
übernehmen, die du nachmittags sonst gearbeitet hast.“ „ Ich finde das hört
sich perfekt an, aber ich möchte vorher noch mit Anke darüber sprechen, denn
schließlich muss sie auch damit einverstanden sein. Es geht ja um uns drei. Ich
melde mich heute Abend noch einmal und sage ihnen wie ich mich entschieden
habe. Danke erst einmal, Renate. Bis bald.“ „ Tschüss, Thomas. Ich warte auf
ihren Anruf heute Abend. Bis dann.“ Thomas fand dass dieses eine gute Lösung
für ihn ist. Er war gespannt, wie Anke das sah.
Thomas erzählte Anke was er mit Renate, der Sekretärin, am
Telefon besprochen hatte. Anke lächelte ihren Thomas an. „ Ich finde auch, dass
sich das sehr gut anhört. Thomas ich glaube dieses Mal schaff ich es in
Südafrika.“ „ Du würdest mich sehr glücklich machen Anke. Aber auch wenn du es
nicht schaffst, ich halte immer zu dir.“ „ Das gibt mir sehr viel Sicherheit,
Thomas. Ich glaube auch an dich. An uns. Wir schaffen das.“
Thomas rief abends noch einmal bei Renate auf der
„Löwenherz“ an und Renate hatte schon alles mit den beiden Chefs dieser
Tierauffangstation besprochen. Sie waren sich einig, dass sie Thomas unbedingt
halten wollten als 1. Arzt bei ihnen. Auch, wenn er nur noch halbe Tage
arbeitete. Thomas war ein sehr guter Tierarzt und er machte in den Augen der
anderen Kollegen hervorragende Arbeit. Er war und ist eine wichtige Säule auf
der „Löwenherz.“
Thomas berichtete das alles Anke und die freute sich für
Thomas und war sehr optimistisch, was das Leben in Zukunft in Afrika betraf.
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Sie freute sich so richtig auf Afrika, jetzt kannte sie auch
schon wie sie dort lebten und arbeiteten. Es war der zweite Versuch für Anke in
Afrika.
Thomas flog vorweg, er musste wieder auf der Arbeitsstelle
erscheinen. Er machte das aber auch wirklich gerne, immer mit den Gedanken bei
Anke und Lina. Die beiden würden ein paar Wochen später nachkommen. So hatte
Thomas genügend Zeit sich an seine neuen Arbeitszeiten zu gewöhnen. Ihm war die
erste Zeit manchmal langweilig, aber er dachte sich, wenn Anke mit Lina erst
einmal da sind dann ist die Langeweile wie weggeblasen. Seine Liebe zu
Südafrika wurde immer größer, und sie wurde noch unterstrichen, durch die
Tatsache dass er bald wieder seine Familie jeden Tag bei sich hatte. Luisa
freute sich auch auf die beiden, Anke und Lina. Luisa ging es wieder besser als
noch vor kurzem, aber sie musste etwas kürzer treten nach den drei Bypässen.
Vor allem freute sich Luisa, dass Thomas bald wieder seine Familie bei sich
hier in Südafrika hatte. Es war auch manchmal nicht gut mit anzusehen, wie er
litt unter dieser Situation. Aber das sollte sich ja schon bald ändern. Und sie
glaubte auch, dass Anke sich langsam aber sicher an die „Löwenherz gewöhnte,
besonders wenn Thomas mehr Zeit für seine Familie hatte. Das war eine gute
Lösung fand Luisa.
Thomas konnte es kaum erwarten bis sie endlich kommen würden
die beiden.
Eines Abends als Anke wie jeden Tag anrief sagte sie: „
Thomas, es ist bald so weit. Lina und ich dürfen in 14 Tagen ausreisen. Die
Behörden haben die Ausreise erneut bewilligt. Aber der Beamte fragte mich, ob
ich mir das genau überlegt hatte mit dem Ausreisen Weil es einmal schon
gescheitert ist. Ich sagte dieses mal sollte es für länger sein. Aber „für
immer“ konnte ich noch nicht sagen, man kann nie wissen, was der liebe Gott mit
einem noch so alles vorhat, sagte ich zu dem Beamten. Der antwortete mir, dass
ich damit recht hätte man kann nie wissen was passiert im Leben. Aber das ist
auch gut so. Das Leben ist Veränderung,
wenn nicht örtlich oder zeitlich, wir Menschen selber ändern uns jeden Tag, wir
entwickeln uns weiter und das ist gut so. Jeden Tag muss man an sich arbeiten.
Die zwei Wochen gingen sehr schnell vorbei. Thomas und Luisa
hatten sich von Benny zum Flughafen bringen lassen. Die zwei sind extra ein
bisschen früher auf dem Flughafen angekommen, um sich ein wenig einzustimmen
auf die Ankunft des Fliegers, wo Anke und Lina drin saßen. Aber der Flug hatte
etwas Verspätung. Thomas und auch Luisa wurden immer nervöser bis an der
Anzeige stand dass der Flieger von Hannover nach Johannesburg landen würde. Sie
sahen das Flugzeug landen und jetzt dauerte es nicht mehr lange und die beiden
würden in die Flughafenhalle kommen.
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Thomas und Luisa sahen sie schon von weitem. Thomas und auch
Luisa gingen so weit es möglich war den beiden entgegen. Anke ging schnell mit
Lina auf dem Arm. Als sie bei Thomas angekommen waren, nahmen die beiden Frauen
Thomas in den Arm. Und Luisa nahm alle vier in den Arm. So standen sie alle
sehr dicht zusammen. Es flossen Tränen und Thomas küsste erst Anke sehr lange
und danach gab er Lina einen dicken Kuss auf die Wange. Die vier wollten sich
gar nicht mehr loslassen. Aber dann
gingen sie zusammen zum Gepäckband und Thomas fischte sich den Koffer von dem
Fliessband. Dann gingen sie lachend zum Taxi wo Benny, der Taxifahrer von der
„Löwenherz“, schon auf sie wartete. Freundlich begrüßte Benny Anke und auch
Lina. Sie fuhren zur Auffangstation und wieder, wie letztes Mal auch standen
alle auf dem Hof um die neuen Bewohner zu begrüßen. Auch Anke hatte damals
einen guten Eindruck hinterlassen bei den Leuten der „Löwenherz“
Deswegen standen alle zur Begrüßung da und freuten sich,
dass die beiden gesund und Munter angekommen sind. Anke gab allen die Hand und
sagte dabei: „ Wir kennen uns ja schon alle. Auf einen zweiten Versuch und
hoffentlich der letzte Versuch. Es ist ganz schön anstrengend dieses Umziehen.“ Alle mussten ein bisschen
lachen als Anke dass sagte.
Anke und Lina gingen mit Thomas in die Wohnung, die Anke ja
noch kannte. Lina war ja auch auf der „ Löwenherz“ geboren, aber es war für
sie, als wenn sie zum ersten Mal in dieser Wohnung war. Sie hatte gar keine
Erinnerung an ihr Zimmer, wie auch, sie war noch viel zu klein damals.
Zwei Wochen gingen ins Land und Anke und Lina hatten sich
schon etwas eingelebt. Thomas fand auch dass es ganz gut klappte. Morgens ging
er zur Arbeit und nachmittags spielte er mit seiner kleinen Tochter. Sie malten
viel, puzzelten oder sie sangen ein paar Lieder, mit Anke zusammen oder auch
alleine mit Lina. Lina machte große Fortschritte für ihr Alter, sie entwickelte
sich sehr gut. Anke gefiel es sehr gut in Afrika, besonders weil Thomas sich
viel mit seiner Familie beschäftigte. Anke hatte das Gefühl, dass sie und Lina
wichtig waren für Thomas und das war ein gutes Gefühl. Sie fühlte sich nicht
nur als Mutter sondern auch als Frau von Thomas geliebt und verstanden. Ganz
anders als beim ersten Mal in Afrika. Thomas war viel ausgeglichener und
trotzdem hatte er nicht das Gefühl, dass er nicht genug arbeitete, im Gegenteil
im gefiel die andere, neue Vaterrolle auch sehr gut. Und Anke gab ihm auch das
Gefühl, das er als Vater und auch als Mann gebraucht wurde. So konnte es
weitergehen.
Und für Lina ging es sehr gut weiter, denn sie sollte bald
schon in den Kindergarten gehen.
Lina und auch die Eltern freuten sich darauf. Der
Kindergarten war in Pietersburg.
21
Aber weil die „ Löwenherz“ etwas außerhalb von Pietersburg
entfernt lag, wollte Anke ihre Lina mit dem Fahrrad zum Kindergarten bringen.
Der Tag an dem Lina das erste Mal zum Kindergarten musste,
nahmen sich Anke und Thomas die Zeit mit dem Fahrrad mit zum Kindergarten mit
zu fahren. Als sie da waren gingen sie leise hinein. Denn der Kindergarten
hatte schon begonnen. Als sie hineingingen begrüßte sie Schwester Eleonore. Sie
leitete den Kindergarten in Pietersburg.
Sie war Mitte dreizig und sah
aufgeweckt aus. Lina ging gleich auf sie zu. „ Hallo Lina. Herzlich willkommen
im Kindergarten, “ sagte Schwester Eleonore.
Mama und Papa gingen dann wieder und Schwester Eleonore
stellte Lina den anderen Kindern vor. Die meisten spielten einfach weiter und
gaben Lina wenig Beachtung, aber vor allem die etwas älteren Kinder guckten ein
wenig neugierig zu Lina. Ein Kind kam sofort auf Lina zu und sprach sie an. Es
war ein farbiges Kind, das aus Pietersburg kam und in Linas Alter war, also 2
Jahre alt. „ Ich heiße Rudy.“ Die nächste Zeit spielten Rudy und Lina öfter im
Kindergarten zusammen. Anke und auch Thomas waren froh, dass Lina so schnell
jemanden gefunden hat. Anke und Thomas lernten die Eltern von Rudy kennen und
sie luden diese zusammen mit Rudy auf die „ Löwenherz“ zum Kaffee trinken ein.
Der Einladung kamen die Eltern von Rudy gerne nach, und am
Wochenende kamen die Petersons mit ihrer
Tochter zu Anke und Thomas Baum. Lina
lachte als Rudy mit ihren Eltern ins Wohnzimmer kam. Sie freute sich so, dass
ihre Freundin aus dem Kindergarten auch mal bei Mama und Papa im Hause war. Die
Petersons waren feine Leute und Anke und Thomas verstanden sich auf Anhieb mit
ihnen. Es war ein netter Nachmittag für alle und sie wollten das auf jeden Fall
noch einmal wiederholen. Thomas freute sich für Lina und auch für Anke, dass
sie nun schon ein paar Leute Privat kannten. Anke lebte richtig auf hier in Afrika. Nicht nur das Lina eine
Freundin hatte, nein auch Anke verstand sich gut mit Frau Peterson.
Rudy war nun öfter bei Baums.
Lina spielte nun fast jeden Nachmittag mit Rudy in der
Wohnung von den Baums. Thomas war dadurch ein bisschen entlastet und auch Anke.
Es vergingen keine 8 Tage da waren die Petersons wieder zu
Besuch bei Anke und Thomas dieses Mal zum Grillen. Endlich war seit langer Zeit
mal wieder etwas los auf der „Löwenherz“. Die beiden Mädchen sangen und
spielten zusammen und das nicht so leise, so dass wieder Leben da war auf der
Tierauffangstation. Luisa spielte spontan mit den beiden Mädchen. Thomas und Anke
wollten mit Susanne und Volker Petersons in Johannesburg ausgehen.
22
Sie hatten vor zusammen essen zu gehen und anschließend ein
bisschen zu tanzen in einer Musikkneipe. Sie verabredeten sich für
Samstagabend. Anke und Thomas machten sich richtig schick für den Samstagabend.
Um 20 Uhr holten die beiden Susanne und Volker Peterson von zu Hause ab. Auf
Lina und Rudy passte Luisa gerne auf. Luisa war mit den beiden Mädchen bei
Baums zu Hause. Thomas fuhr den Wagen nach Johannesburg. Auch die Petersons
waren schon lange nicht mehr ausgegangen, schon gar nicht mit einem anderen
Pärchen. Deshalb waren alle sehr nervös. Zuerst wollten sie essen gehen beim
Chinesen in Johannesburg. Anke und Thomas waren schon einmal in dem
chinesischen Restaurante gewesen und es hatte ihnen gut geschmeckt. Thomas
parkte den Wagen in der Nähe des Restaurants. Fröhlich und heiter gingen sie zu
dem Haus und sahen von außen schon, dass es gut besucht war. Gott sei dank
hatte Thomas einen Tisch bestellt. Als sie hinein gingen wurden sie mit
Handschlag empfangen von dem Besitzer des Restaurants. Sie bekamen einen Tisch
mit Platz für vier und sie saßen an einem sehr ruhig gelegen Tisch. Sie unterhielten sich über ihre Töchter und
sie fanden dass sie sehr gut zusammen passten. Auch bei den Eltern bestand eine
große Sympathie. Und nun freuten sich die vier auf das Buffet beim Chinesen.
Sie gingen alle noch ein zweites Mal zum Buffet um sich noch einen kleinen
Nachschlag zu holen. Es schmeckte allen
vier köstlich. Nach dem Essen bestellten sie sich noch etwas zu trinken und
dabei saßen sie noch eine Weile im Restaurant und unterhielten sich weiter sehr
gut. Sie beschlossen anschließend, wie vorher geplant, tanzen zu gehen.
Sie wollten erst eine Disco und dann ein Tanzlokal
aufsuchen. Inder Disco blieben sie aber nicht lange. Es war ihnen zu laut und
zu viele jüngere Leute waren in der Disco, die schon etwas angetrunken wirkten.
Aus dem Alter waren die vier Raus. Sie gingen in ein Tanzlokal, wo es etwas
ruhiger war. Bei schöner Musik tanzten die beiden Pärchen erst mit den eigenen
Partnern, und etwas später tanzten Anke mit Volker und Susanne mit Thomas. Sie
hatten alle vier viel Spaß an diesem Abend. So kam es, dass die vier erst um 2
Uhr wieder zu Hause waren. Fröhlich aber müde beendeten sie den Abend, aber
nicht ohne auf wieder sehen gesagt zu haben und sie meinten alle vier dass sie
so etwas bestimmt noch einmal wiederholen wollten. Am nächsten morgen, brachte
Anke, Rudy wieder zu ihren Eltern zurück. Anke sprach mit Susanne an der Tür
und sie sprachen noch mal über den gestrigen Abend und freuten sich darüber.
Sie fanden es war ein netter und gelungener Abend. So richtig schön, fanden die
beiden Frauen diesen Abend. Auch die Männer haben sich gut verstanden. Am
nächsten Tag mussten beide Männer wieder zur Arbeit. Gott sei dank hatten sie
keinen Alkohol getrunken, so dass sie nur ein bisschen müde waren.
23
Als Thomas am Mittag nach Hause kam, legte er sich trotzdem
ein bisschen aufs Sofa und schlief erst
einmal ein wenig. Anke deckte in der
Zwischenzeit den Kaffeetisch, Lina half ihr ein wenig dabei. Als Thomas
aufwachte und sich an den Kaffeetisch setzte fragt er Anke: „ Und wie fühlst du
dich jetzt hier in Afrika? Besser wie das erste Mal.“ „ Anke antwortete: Es ist
diesmal schöner, es geht mir besser. Es scheint ich fühle mich hier langsam wie
zu Hause, wie in Hannover. Und vor allem du bist mir eine große Stütze, Thomas.
Ich finde es gut, dass du mehr Zeit für mich und Lina hast.“ „ Dann bleibst du
dieses mal in Afrika bei mir und fliegst nicht wieder nach Deutschland zurück?“
„ Im Moment fühle ich mich sehr wohl in Südafrika auf der „Löwenherz“ und mit
dir und Lina habe ich alles was ich brauche.“
„ Das freut mich, Anke. Ich bin glücklich wenn du glücklich
bist. Ich bin ja schon seit langem zufrieden hier auf der „Löwenherz“, und du
weißt ja wie gut mir Afrika gefällt. Aber ich bin wirklich erleichtert, dass es
dir nun auch hier gefällt. Ich liebe
dich, Anke.“
Und als die ganzen Leute der „Löwenherz“ und die Familie
Peterson abends an einem Tisch saßen und in die untergehende Sonne schauten
sagte Luisa: „ Ich freue mich so für euch Thomas und Anke. Ich hoffe ihr findet
das Glück auf der „Löwenherz“ weiterhin.
Ende
Danke!
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