Der Fuchs kann es nicht sein lassen.
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Patrik Dirkes, der Nachfolger vom Fuchs trat den ersten Tag als Hauptkommissar an Es war ein schweres Amt, keiner glaubte, das er den Fuchs so richtig ersetzen konnte. Aber Patrik hatte viel bei dem Fuchs gelernt und wollte sein bestes geben.
Harald Lange, der Besitzer mehrerer Fitnessstudios in Berlin Grunewald schloss am frühen Morgen die Tür eines seiner Muckibuden auf, und machte erst einmal das Licht an in seiner Fitnesshalle . Er ging zuerst einmal in Richtung Büro. Die Tür des Büro´s stand halb offen, eigentlich ungewöhnlich, dachte er noch, und als er die Tür aufmachte erschrak er. Da lag seine Angestellte auf dem Fußboden und rührte sich nicht. Er dachte erst, sie war eingeschlafen, aber als er sie umdrehte kippte ihr Kopf nach hinten weg. " Oh, Gott, die ist ja tot. Was mache ich denn jetzt?" fragte er sich selber . Aber im nächsten Moment war er wieder völlig klar. Er rief die Polizei an und meldete das Verbrechen " Ein glatter Genickbruch," sagte der Polizeiarzt zu Patrik Dirkes, der die Ermittlungen sofort aufnahm. Hauptkommissar Dirkes sprach gerade mit Harald Lange, als der Fuchs um die Ecke kam. " Aber was machst du denn hier, Wolfgang. Ich dachte du bist in Rente." Patrik, keine Angst. Bin ich ja auch. Aber dies hier ist das Fitnessstudio, indem ich schon lange Jahre trainiere. Ich wollte gerade zum Training, als ich die Kollegen von früher hier vor der Hütte sehe. Was ist denn passiert?" " Ich bin auch erst kurz hier. Der Herr Lange hat seine Angestellte im Büro tot aufgefunden. Ich wollte ihn gerade verhören.Aber wenn du hier immer trainierst, dann kennst du den Herrn Lange sicherlich auch ganz gut, Wolfgang." Klar kenne ich den Herrn Lange, ein ausgesprochen netter Mensch. " " Dann muss ich dich später auch noch verhören," sagte Patrik Dirkes mit einem Augenzwinkern.
" Bis gleich, Wolfgang." "Okay, bis gleich." Patrik Dirkes ging zu Harald Lange der in seinem Büro auf den Kommissar wartete . " Mir fehlt die gesamte Tageseinnahme in meiner Kasse, sagte Lange. Aber das ist ja nicht so schlimm in diesem Fall. Aber ich wollte es ihnen nur sagen, Herr Kommissar." " Das ist gut, dass sie das sagen, Herr Lange. Es kann alles wichtig sein bei so einem Fall. Wieviel fehlt ihnen denn, Herr Lange?" Das sind ungefähr immer so um die drei Hundert Euro, kommt drauf an was die Kunden so essen und trinken am Tag."
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" Die Beiträge für die Kunden zahlen sie mir durch Überweisung oder werden per Bankeinzug gezahlt. In der Kasse sind nur die Einnahmen von meinem kleinen Bistro, sage ich immer selbst zu meiner Essecke." " Und haben sie viele Kunden in diesem Studio?" " So um die dreihundert feste Verträge habe ich zur Zeit. Sagen sie mal, Herr Kommissar Dirkes, kann ich denn meinen Betrieb hier weiterlaufen lassen, oder wie ist das?" " Die ersten Tage wohl lieber nicht, denn die Kollegen müssen nach Spuren suchen und so weiter, aber ich melde mich bei ihnen wenn sie wieder öffnen können. Das wäre erst einmal alles Herr Lange, aber ich werde noch viele Fragen stellen müssen, bleiben sie also zu unserer Verfügung, nicht verreisen oder so was. O.K.!" " Alles klar, Herr Kommissar," sagte Lange und wollte gerade gehen. " Ach, Herr Lange ich brauche dann noch die Daten ihrer Mitarbeiterin, war sie eigentlich verheiratet?" Harald Lange gab dem Kommissar die Anschrift der Angestellten und ging dann nach Hause. Er musste sich erst einmal erholen von dem Schrecken. Patrik Dirkes wollte als nächstes mit dem Fuchs sprechen, und dann musste er dem Ehemann von der getöteten Frau alles behutsam beibringen.
" Wolfgang, das wir uns bei meinem ersten Fall gleich über den Weg laufen, wer hätte das gedacht." Wolfgang Schrader, genannt " der Fuchs" war bis vor einem halben Jahr noch Patrik Dirkes Vorgesetzter und leitete die Mordkommission. Nun ist er in Rente und Patrik, sein eigener Schüler sozusagen , musste seinen ersten Fall lösen. Und ausgerechnet passiert höchstwahrscheinlich dort ein Verbrechen, wo " der Fuchs " ein paar mal die Woche ein und aus geht. " Ja, antwortete Wolfgang trocken, einmal Polizist immer Polizist . Das Verbrechen kann schon an der nächsten Ecke auf dich warten. Und Verbrechen wird es immer geben, weil Menschen so unterschiedlich sind oder wiel sie sich so ähneln, wer weiß das schon. " " Aber sag mal, Wolfgang. Wie lange gehst du schon in dieses Fitnessstudio?" " Das werden jetzt fast genau zwei Jahre, und zwar zwei mal die Woche." Dann kennst du dich bestimmt hier gut aus und kennst auch den einen oder anderen Sportler, hast du nicht Lust die Augen und Ohren für mich ein bisschen offen zu halten, und mich so auf dem Laufenden zu halten." " Soll ich wieder anfangen zu arbeiten, Patrik. Bei euch auf dem Revier, jederzeit. " " Nein, so war das nicht gemeint, du hast dir die Rentenzeit sicherlich verdient, wer sonst, aber es könnte hilfreich sein, wenn du mir die eine andere Info zukommen ließest, " sagte Patrik Dirkes mit einem zugekniffenen Auge. Die beiden schmunzelten und lachten einander zu. " Also fast wie in alten Zeiten," sagte Schrader.
Als nächstes musste Hauptkommissar Dirkes einen Weg antreten, die kein Polizist gern antrat. Er musste dem Ehemann des Opfers beibringen, dass seine Frau wahrscheinlich einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war.
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Er klingelte an der Haustür und wartete, dass der Herr Stein aufmachte. Nach einer kurzen Weile machte ein Mann die Haustür auf und guckte Dirkes direkt in die Augen. " Ja, wer sind sie?" " Guten Morgen, ich bin Hauptkommissar Patrik Dirkes. Sind sie Herr Stein?" " Ja, der bin ich. Ist etwas mit meiner Frau? Als ich heute morgen wach geworden bin, war sie nicht im Haus und das Bett war auch nicht unordentlich von der Nacht. Ist ihr etwas passiert?" " Wollen sie mich nicht erst einmal herein lassen?" "Ja, bitte kommen sie herein, Herr Kommissar. " Als die beiden im Wohnzimmer Platz genommen hatten fing Patrik Dirkes vorsichtig an zu berichten, was vorgefallen war. Gut, dass sie sich hingesetzt hatten , denn als er von dem Mord erzählte wurde Olli Stein bewusstlos. Patrik Dirkes kriegte ihn aber ziemlich schnell wieder wach.
" Alles wieder in Ordnung Herr Stein?" " Ja, es geht schon wieder." " Sie hatten schon so eine Vorahnung, dass ihrer Frau etwas zugestoßen sein konnte." Ja, als ich gestern ins Bett gegangen bin um 22 Uhr war sie noch im Fitnessstudio, wir hatten nämlich noch telefoniert und sie sagte das sie noch Kunden im Studio hatte. Es könnte später werden und ich sollte ruhig schon mal schlafen. Ich bin dann auch gleich eingeschlafen aber als ich heute morgen wach geworden bin war sie nicht da, das Bett war unberührt und im Haus war sie auch nicht. Ich wollte gerade zum Fitnessstudio fahren, da klingelten sie gerade an der Haustür" " Das tut mir alles sehr leid, Herr Stein. Wie oft ging denn ihre Frau dort arbeiten?" " Von Montag bis Freitags. Und zwar immer von 20 Uhr bis 22 Uhr. Dann wurde das Studio geschlossen, aber es wurde meistens etwas später. Das war nichts neues für mich. Und wieso hatten sie so eine Vorahnung. Was war der Grund?" " Meine Frau machte so Andeutungen von wegen es geht nicht alles mit rechten Dingen dort zu. Sie müssen wissen, das in dieses Fitnessstudio viele Leute gingen die eine Sportart ausübten und sich dort versuchten fit zu halten. Amateurboxer und Fahrradfahrer zum Beispiel, die ziemlich gut waren als Hobbysportler. Ein paar Sportler versuchten ins Profigeschäft zu wechseln, verstehen sie?" Meinen sie etwa Doping, Herr Stein?" " Es könnte sein. Meine Frau sprach das nicht direkt an, aber sie kriegte immer viel mit von den Gesprächen abends an dem Tresen im Fitnessstudio Vielleicht hatte sie zu viel gehört." " Das ist ein guter Hinweis, Herr Stein. Wir werden in diese Richtung ermitteln. Auf Wiedersehen, aber halten sie sich zu unserer Verfügung, die eine oder andere Frage werden wir bestimmt noch haben. " Patrik Dirkes fuhr von der Wohnung der Familie Stein direkt ins Präsidium. Er wollte hören was die Spurensicherung und der Mediziner noch so herausgekriegt hatten.
Als der Fuchs zu Hause war, erzählte er seiner Frau sofort von dem Mord im Fitnessstudio. " Das ausgerechnet in dem Studio wo ich trainiere ein Mord passiert, irgendwie komischer
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Zufall. Patrik hat mich gefragt ob ich nicht vielleicht etwas helfen kann bei dem Fall." " Du bist in Rente, Wolfgang. Du sollst deinen Ruhestand geniessen," sagte seine Frau lieb zu ihrem Mann. " Aber ich kann doch beides machen, meinem Hobby nachgehen im Fitnesscenter und trotzdem kann ich die Augen für Patrik und seinen ersten Fall offen halten." " Wie du meinst mein Schatz, du kannst es doch eh noch nicht lassen. Für meine Begriffe bist du auch viel zu früh in den Ruhestand geschickt worden, du bist noch mitten im" Berufsalltag" drin. Das aber auch ausgerechnet in deinem Fitnessstudio ....!" " Ich weiß, was du damit sagen willst, aber ich passe auch wirklich auf, dass ich nicht zu viel mache." " Das will ich auch hoffen, dein Enkelsohn braucht dich auch noch, und der Rest der Familie, mich eingeschlossen, wollen ein bisschen mehr von dir haben als früher. " " O.K. Ich habe es verstanden, Liebling. Ich werde es versprechen mehr Zeit für euch, als für Patrik."
Der Polizeiarzt rief Patrik Dirkes im Präsidium an und berichtete was er herausgefunden hatte. Er sagte zu Dirkes, dass im Büroraum ca. 23 Uhr eine Rangelei passiert sein muss und bei dieser Rangelei das Opfer Iris Stein auf die Tischkante mit dem Kopf und Nacken geknallt sein muss, und zwar mit so einer Wucht, dass das ihr Genick gebrochen hat. Wahrscheinlich war der Täter männlich , aber auch eine durchtrainierte Frau kann so viel Kraft aufbringen. Frau Stein muss sofort tot gewesen sein. Unter ihren Fingernägeln hatte sie Stoffreste, die von einem vermutlich schwarzen Trainingsanzug stammen könnten." " Vielen Dank, Herr Kollege," sagte Patrik Dirkes. Sie informieren mich, falls es was Neues gibt."
Wolfgang Schrader dachte sich, wenn das eine Center jetzt zu hat, dann könnte er ja in ein anderes trainieren gehen, das ebenfalls Herrn Lange gehört, und das machte er dann auch. Als er in das Center reinging sah er schon Harald Lange am Servicetisch stehen. Herr Lange begrüßte den Fuchs ordentlich und sagte:" Was für ein Tag, Herr Schrader, ich verstehe nicht wie jemand so etwas tut." " Ja, es kann überall passieren, so etwas, davor ist keiner gefeit. Aber seien sie beruhigt, es wird sich alles aufklären. Mein Nachfolger ist ein guter Kriminalbeamter. Sonst hätte ich ihn nicht an meine Stelle gesetzt." " Hoffentlich hat er den Täter bald. Je schneller desto besser. In meinen anderen drei Fitnesscentern gibt es kein anderes Thema mehr als dieser Mord." " Es wird sich alles aufklären, glauben sie mir," sagte der Fuchs und ging zu der Umkleidekabine. Beim Umziehen waren einige andere Sportler auch in dem Umkleideraum. Er zog sich um und hörte das eine oder andere gesagte, und klar viele sprachen über das Verbrechen. Einige kannte er, aber viele sah er zum ersten Mal. Die Leute sprachen sehr gut über das Opfer Iris Stein. " Die Tante war wirklich in Ordnung gewesen , ich verstehe nicht warum sie sterben musste. Wegen ein paar hundert Euro kämpfe ich doch nicht mit einer Frau und schubse sie so gegen die Tischkante, dass sie stirbt.
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Das muss ein Verrückter oder ein Junkee gewesen sein der etwas Geld für seinen nächsten " Schuss" Droge gebraucht hat." Später erfuhr der Fuchs beim Training, dass der kräftige Mann, der das gesagt hatte ein Amateurboxer war, der Nils Schumann heißt. Ihn kennt fast jeder hier. Er ist einer von mehreren Boxern, die es bis zum Profi bringen wollen, und für sein Alter, er ist 23 Jahre jung, könnte er es auch noch schaffen, vielleicht. Es gibt viele so wie ihn, die auch alle da hin wollen, aber es schaffen nur wenige.
Der Fuchs ging in die Halle wo die Geräte standen. Am liebsten machte er sich mit Ergometer oder Crosstrainer ein bisschen warm, bevor er an die richtigen Geräte mit den Gewichten dran ging, um Muskeln aufzubauen und sich vor allem fit zu halten. Die Trainingshalle war gut besucht, es waren gemischte Gruppen da, wie Einsteiger, viele Dicke, die einfach abnehmen wollten und auch Sportler wie Amateurboxer und Gewichtheber, die durch das Training besser in ihren Sportarten werden wollten. Vor allem die Boxer brauchen viel Kraft. Nils Schumann war schon schwer am Pumpen, wie man so in der Kraftsprache redete. Der Fuchs ging in die Nähe der Boxer, an ein Gerät, dass Butterfly genannt wird. " Jetzt nachdem die Frau ermordet worden ist, werden viele Bullen in unserem Fitnesscenter herumlaufen. Wir müssen noch vorsichtiger sein, die nächste Zeit," sagte Nils Schumann zu seinen Boxerkollegen. Der Fuchs hatte jedes Wort mitgehört und dachte, ich kommm schon noch dahinter wovon ihr redet.
Nachdem Schrader sein Training beendet hatte wollte er zum Präsidium zu Patrik Dirkes fahren um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Er wurde herzlich begrüßt von seinem Nachfolger. " Hallo, Wolfgang. Wie geht es dir?" " Ganz gut. Ich komme gerade aus dem Fitnesscenter und wollte dir erzählen was ich gehört habe. Da sind ein paar Boxer, die dort trainieren, die Geheimnisse haben und die besser aufpassen wollen wegen den "Bullen". Nils Schumann, ein kräftiger Bursche, ist wohl der Anführer dieser Clique, rief die anderen auf in nächster Zeit vorsichtiger zu sein." " Wolfgang ich kann dir sagen, wovon sie vielleicht geredet hatten. Der Mann von dem Opfer, Herr Stein, berichtete mir beim ersten Gespräch, dass seine Frau wohl etwas mitgekriegt hatte, abends im Fitnesscenter bei der Arbeit. Er erzählte mir, dass seine Frau Andeutungen gemacht hatte, dass die Sportler auf illegalem Wege sich verbessern wollten, vor allem wohl die Boxer." " Du sprichst von Doping, Patrik?" " Ja, nur so eine Vermutung." " Das könnte Nils Schumann gemeint haben, als er von Vorsicht sprach. Du meinst Patrik, dass die Ermordete etwas davon wusste? Und vielleicht musste sie sterben weil sie zu viel wusste. Vielleicht hat sie jemanden gedroht, das weiter zu erzählen, wenn er ihr nicht eine Gegenleistung erbringt." " Wolfgang ich glaube wir haben eine erste Spur, der wir nachgehen müssen. Das Opfer wollte vielleicht Geld erpressen mit ihrem Wissen. Und das ist ihr zum Verhängnis geworden. Die Kasse hat derjenige nur geleert um uns zu verwirren. Wolfgang es wäre gut, wenn du an den Boxern dran bleibst. Oh, Entschuldigung. Ich habe beinahe vergessen, dass du in Rente gegangen bist."
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" Das macht nichts, Patrik. Ich helfe dir gerne. Zum Training würde ich sowieso gehen, dann kann ich nebenbei auch ein bisschen aufpassen." " Klasse, Wolfgang. Ich bedanke mich schon im vorraus." " Wie gesagt. Kein Problem, Patrik. Aber jetzt muss ich erst einmal wieder nach Hause, mein Enkel Kevin wartet bestimmt schon auf mich. Machs gut, Patrik." Wir sehen uns, Wolfgang. Tschüss."
Patrik Dirkes hatte genug mit Papierarbeit zu tun und " der Fuchs" fuhr mit seinem Wagen schnurstracks nach Hause. Zu Hause angekommen lief sein Enkelsohn ihm schon entgegen, als er in die Hofeinfahrt fuhr. " Opa, Opa. Wo warst du? Wir wollten doch Fußball spielen. Hast du das etwa vergessen?" " Vergessen nicht, sagte Schrader, aber mir ist etwas dazwischen gekommen . Aber jetzt können wir Fussball spielen. Lass mich nur rasch umziehen, dann kann es losgehen. " Kevin ging natürlich mit seinem Opa mit zum umziehen. " Opa du gehst ins Tor und ich bin der Stürmer." Die beiden fuhren mit ihren Fahrrädern auf einen nahe gelegenen Bolzplatz. " Tor, schrie Kevin, als er mal wieder den Opa überlistet hatte, dachte er, weil der Opa ließ Kevin immer gewinnen. Er ließ den einen oder anderen Schuss extra durch und Kevin freute sich dann immer. Eine halbe Stunde bolzten die beiden, dann war Kevin und auch der Opa kaputt und erschöpft, so das sie mit ihren Fahrrädern wieder nach Hause fuhren. Zu Hause angekommen legte sich Kevin sofort auf das Sofa und ruhte sich erst einmal aus. Für seinen Opa eine willkommmende Auszeit, wer weiß, wann sein Enkel wieder aufstand. Er hatte immer neue Ideen, was er mit seinem Opa alles machen konnte. Schrader ging in die Küche und half seiner Frau beim Abwasch. " Schläft Kevin?" fragte seine Frau. " Noch nicht, aber er war ganz schön geschafft. Er schläft bestimmt gleich ein. Kurze Pause für mich." " Wenn Kevin dich nicht hätte, Wolfgang. Er hätte bestimmt öfter Langeweile. Du machst wirklich viel mit ihm. Das liebe ich so an dir. Du hast für jeden Zeit." " Du bist auch eine tolle Frau, du verstehst mich immer so gut, Liebes. " Nach dem Abwasch guckten die Großeltern von Kevin ein bisschen Fernsehen. Kevin schlief tief und fest.
Auf dem Präsidium wollte Patrik Dirkes gerade noch mal zu Oliver Stein fahren um über das Opfer mehr zu erfahren. " War das die einzige Arbeitsstelle für ihre Frau, oder war sie noch woanders beschäftigt?" fragte der Hauptkommissar. " Nein, sie arbeitete tagsüber in einer Spielothek. Immer von morgens 8 Uhr bis um 12 Uhr. Montag bis Freitag. Und am Wochenende putzte sie für zwei Stunden in einem Fast-Food Restaurant ganz in der Nähe." " Da war ihre Frau aber ganz schön tüchtig und hat mit vielen Menschen zu tun gehabt auf der Arbeit. Dann muss sie aber ein sehr offener Mensch gewesen sein, oder?" " Ja, meine Iris sprach mit vielen Leuten, sie sprach auch einfach mal Fremde Menschen an und Iris kannten auch viele." " Das macht die Sache nicht leichter, was den Täterkreis betrifft. Hatte sie mit irgendjemanden Streit?" " Nicht das ich wüsste, sie war ein fröhlicher Mensch. Und in unserer Familie verstand sie sich auch mit jedem.
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Sie war leicht zu nehmen, meine Iris." " Herr Stein wir glauben nicht, das es ein Raubmord war, sondern das mehr dahinter steckt." " Sie denken das verbotene Substanzen geschluckt oder gespritzt werden, um die Leistung beim Training zu steigern." "Sie kennen sich ein bisschen aus?" Was man so hört in den Nachrichten oder Zeitungen über Sportler. Zum Beispiel über den Radsport hört man im Moment so viel über Doping. " "
" Sie haben Recht, Herr Stein, aber sie wissen doch auch bestimmt, dass beim Kraftsport der ein oder andere damit zu tun hat." " Ich weiß nur, dass Iris irgendetwas auf der Spur war in dieser Richtung." " Genau das denken wir auch Herr Stein. Wie vermuten, dass ihre Frau etwas wusste, und dieses Wissen sich etwas kosten lassen wollte." " Sie denken Iris hat jemanden erpresst, um Geld?" " Es könnte ein Motiv für den Mord sein." " So etwas hätte ich meiner Frau gar nicht zugetraut. Dazu gehört doch Mut, und sie wusste doch bestimmt dass sie sich dadurch in Gefahr begibt." " Wahrscheinlich war ihre Frau mutig. Und der Mut hat sich in dem Fall nicht ausgezahlt, sondern war ihr Schicksal, ihr Todesurteil. Aber keine Angst Herr Stein, ich verspreche ihnen wir kriegen den Täter und er kriegt die gerechte Strafe."
" Danke, Herr Kommissar. " Dirkes verabschiedete sich bei Herrn Stein und wollte einmal bei der Spielothek vorbei schauen, wo Iris Stein gearbeitet hatte.
Er betrat die Spielhalle und ging auf den Thresen zu, wo zwei Frauen dahinter standen und die Gäste bedienten mit Kaffee und Wechsel-oder Kleingeld raus gaben. Patrik stellte sich den beiden Damen und ging gleich in Medias Res. " Haben sie schon von ihrer Kollegin gehört, was ihr passiert ist" " Ja, haben wir. Das ist ja furchtbar. Ermordet. Iris war so ein toller Mensch und gute Kollegin. Das wegen ein paar Hundert Euro? Was muss das für ein Monster sein, der so etwas tut?" " Das heraus zu kriegen, dafür sind wir da. Aber ich dachte sie könnten mir vielleicht helfen. Hatte Iris Stein bei iregendwem Schulden, oder Streit mit irgendwem " " Also ehrlich gesagt....." " Ehrlichkeit wäre schon gut," betonte Kommissar Dirkes. " Also ehrlich gesagt, Iris ist ein guter Mensch, aber ihre Spielsucht." " Frau Stein war spielsüchtig?" " Wissen sie Herr Kommissar, es ist nicht immer so voll bei uns, besonders morgens nicht, und wenn nicht so viel los war, spielte Iris selber so zwischendurch mit den Spielautomaten. Anfangs aus Langeweile und später weil sie spielen musste. Durch das viele Spielen brauchte sie viel Geldund das leihte sich Iris bei manchem Kunden oder auch bei uns." " Um was für Summen reden sie da?" fragte Dirkes. Bei mir sind es nur 50 Euro, aber ein Kunde hat ihr, so erzählt man sich hier, um die 1.500 Euro geliehen." " Wie heißt der Kunde?" fragte Dirkes ganz schnell. " Ich weiß nicht ob ich.." " Aber ich weiß, dass sie sogar müssen," erwiderte Patrik Dirkes. " Hier geht es schließlich um Mord." " O.K, sagte eine der beiden Frauen, der Mann heißt Jörg Bohm. Aber ich glaube nicht, das der ....." " So etwas macht, wollten sie bestimmt sagen," erwiderte Dirkes. " Gute Frau, sie glauben nicht, was Menschen manchmal dazu treibt so etwas zu machen."
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Patrik Dirkes ließ sich die Adresse des Kunden geben und verabschiedete sich von den zwei Damen. Kommissar Dirkes wollte diesen Jörg Bohm morgen einen Besuch abstatten.
Pünktlich zum Abendbrot wachte Kevin wieder auf. " " Na, Kevin. Hast du gut geschlafen?" Hast du Hunger? Dann geh schnell nach unten zu deinen Eltern Die warten bestimmt schon." " Opa, kann ich nicht bei euch Abendbrot essen, ihr habt immer so leckere Wurst." " Was meint denn die Omi dazu" " Von mir aus kannst du auch bei uns Abendbrot essen, Kevin, dann frag aber deine Eltern ob du darfst." " In Ordnung Oma, ich frage ganz schnell," sagte kevin und war schon auf dem Weg nach unten. Zwei Minuten später war Kevin wieder oben bei seinen Großeltern und sagte erfreut:" Mama und Papa haben nichts dagegen. Aber ich soll danach gleich nach unten kommen, haben sie gesagt." " Wollen wir dann zusammen den Abendbrotstisch decken? fragte der Fuchs seinen Enkel. " Au ja. " Kevin war immer hilfreich, wenn sein Opa ihn fragte. Schnell gingen sie in die Küche und holten Besteck und Holzbrettchen, deckten diese auf den Tisch und holten dann die Wurst und den Käse aus dem Kühlschrank. Dann schnitt der Opa das Brot mit der Brotmaschine ab und fragte Kevin wieviel Scheiben er denn essen wollte. Aber Kevin fragtre stattdessen:" Habt ihr keine Brötchen?" " Nein, leider nicht. " " Egal, Opa. Dann hole ich mir von unten eins. Ich habe nämlich gesehen, dass Mama und Papa welche im Korb hatten. " Kevin hatte noch nicht ganz ausgesprochen, da war er auch schon auf dem Weg nach unten. Nur eine Minute später war er mit dem Brötchen wieder oben, der Tisch war schon zu Ende gedeckt von seinen Großeltern. " Na, Kevin. Hast du jetzt alles?" fragte sein Opa. " Fast, nur noch ein Glas Milch, mehr brauche ich nicht. Ihr Habt doch Milch?" " Keine Sorge, du brauchst nicht schon wieder nach unten, deine Oma hat heute extra welche gekauft." " Woher wusstest du das ich heute Abend bei euch essen werde, Oma?" " Ich kenne doch meinen Enkel," sagte sie und lächelte ihren Kevin lieb an. Der freute sich und schmierte sich ein Brötchen mit Butter und Mortadella darauf. Sein Opa sagte zu Kevi: " Du hast es doch gut, was dir oben fehlt holst du einfach von unten. " " Soll ich dir auch ein Brötchen holen, Opa?" " Nein, danke. Ist schon gut Kevin," und der Fuchs lachte leise. Die drei aßen das Abendbrot vergnügt zu Ende und der Fuchs schickte Kevin danach sofort zu seiner Tochter und seinem Schwiegersohn nach unten in die Wohnung.
Am nächsten Tag in einer anderen Ecke der Stadt macht Jörg Bohm, Patrik Dirkes die Tür auf. " Guten Tag. Sind sie Herr Bohm?" " Ja, das bin ich." " Mein Name ist Patrik Dirkes, Hauptkommissar Dirkes. Können wir uns mal unterhalten?" " Worüber denn? Habe ich was ausgefressen?" " Wollen wir das nicht lieber drinnen besprechen?" " Wenn sie meinen."
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Herr Bohm ließ den Kommissar herein und ging mit ihm ins Wohnzimmer. " Also, Herr Bohm. Kannten sie Iris Stein?" " Ja, die kenne ich. Was ist mit ihr?" " Sie ist ermordet worden." " Das tut mir leid, aber wieso kommen sie damit zu mir?" " Können sie sich das nicht denken, Herr Bohm?" " Nein, ach sie dachten weil sie Schulden bei mir hatte, hätte ich sie ermordet?" " Es war vielleicht auch ein Unfall, vielleicht wollten sie mit ihr sprechen und haben sie weggeschubst, und dabei fiel sie unglücklich mit dem Genick auf die Tischkante." " Wann und wo soll das gewesen sein?" " Montag Abend zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr." " Da war ich zu Hause und habe gelesen. " " Kann das jemand bezeugen ?" " Nein, ich war alleine und ca. 23 Uhr bin ich ins Bett gegangen " " Ja das ist ja kein richtiges Alibi, Herr Bohm. Übrigens haben sie so viel Geld, das sie eine so relativ große Summe verleihen können? Immerhin geht es um 1. 500 Euro. Was haben sie für ein Beruf" " Ich bin Fliesenleger. Aber das Geld habe ich mir erspielt. In der Spielhalle an den Daddelautomaten. Ich habe halt Glück im Spiel." " Und wie sieht es bei der Liebe aus? Ich meine, haben sie eine Frau oder Freundin?" " Ich bin Junggeselle, aus Überzeugung." " Herr Bohm sind sie zur Zeit berufstätig ?" " Nein, ich bin arbeitssuchend." " Wo meinen sie finden sie Arbeit , an den Daddelautomaten?" " Ich schreibe auch die eine oder andere Bewerbung, aber mit meinen 50 Jahren findet man nicht mehr so schnell Arbeit." " Kennen sie eigentlich das Fitnesscenter von Herrn Lange?" " Nein, ich treibe keinen Sport und den Namen habe ich auch noch nicht gehört." " Hat Frau Stein den Namen nicht mal erwähnt, oder von einem Fitnesscenter gesprochen?" " Nein, warum sollte sie?" " Sie können mir doch nicht erzählen, dass sie nicht wussten, das Frau Stein dort arbeitete. Übrigens dort im Büro ist sie ermordet worden. Behaupten sie immer noch beides nicht zu kennen?" " Wie ich es ihnen gerade gesagt habe, ich kenne diese Frau nicht und auch die Kraftstube nicht." " Herr Bohm halten sie sich zu unserer Verfügung. Das war bestimmt nicht das letzte Gespräch, was wir geführt haben. Ich sage mal auf wiedersehen."
Der Kommissar war gerade aus dem Haus gegangen, da telefoniert Bohm auch schon, mit jemandem. " Ja, hier Oliver Stein." "Bohm, hier. Hören sie zu, Stein. Wenn deine Alte jetzt auch nicht mehr lebt, die Schulden bleiben. Ich will jetzt von dir die 1. 500 Euro. Aber schleunigst." Oliver Stein wollte gerade darauf antworten, als er hörte das der Anrufer aufgelegt hat. Was wollte denn der Mann eigentlich von ihm? Das musste er sofort dem Kommissar erzählen. Er rief den Kommissar sofort auf seiner Handynummer an, der noch vor dem Haus von Bohm stand. Oliver Stein berichtete dem Kommissar, über den Anruf von einem Herrn Bohm bekommen hat und der 1. 500 Euro von ihm wollte, die seine Frau ihm eigentlich schuldete. Ich weiss davon aber gar nichts, sagte Stein am Telefon." " Sie wussten auch nicht, dass ihre Frau spielsüchtig war;" sagte Patrik Dirkes." Nein das wusste ich nicht. " " Machen sie sich keine Sorgen, Herr Stein. Ich werde mir den Bohm persönlich vornehmen, sie brauchen keine Angst zu haben."
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" Sie kümmern sich darum Herr Kommissar?" " Ja, ich kümmere mich darum." Patrik Dirkes stieg aus dem Auto und klingelte erneut bei Herrn Bohm Bohm machte auf , sah den Kommissar und fragte: " Haben sie etwas vergessen?" Allerdings, sie habe ich vergessen mit zu nehmen. Herr Stein hat gerade eben mit mir telefoniert . Ich nehme sie jetzt erst einmal mit aufs Revier. Sie sind dringend tatverdächtig, zumindest haben sie Herrn Stein gedroht, das reicht für eine Festnahme. Kommen sie mit. Sie haben eine Freifahrt ins Präsidium gewonnen. Bohm stieg ohne zu murren mit in das Auto von dem Kommissar und die beiden fuhren zusammen zum Kommissariat. Patrik Dirkes setzte den Herrn Bohm in sein Büro, ging hinaus und stellte einen Polizisten vor die Tür. Er selber ging in ein anderes Büro und rief Herrn Lange an, dass der sein Fitnessstudio wieder öffnen konnte. Dann rief er den Fuchs an und fragte ihn,ob er sich mal dort in dem Studio umhören konnte, ob jemand den Bohm dort kennt?"
Kommissar a.D., Wolfgang Schrader fuhr zum Fitnessstudio, wo der Mord passiert war. Der Herr Lange hatte schon wieder geöffnet. Schrader trainierte ca. eine Stunde und setzte sich dann an den Tresen um eine Flasche Sport Aktiv zu trinken. Er rief Herrn Lange zu sich an den Tresen und fragte ihn, ob er ihm einen ausgeben konnte. Herr Lange ließ sich gerne von Schrader einladen. " Vielen Dank, Herr Schrader. Ich trinke eine Cola Light. " " Haben sie sich ein bisschen beruhigt, nach dem Schrecken wegen ihrer Angestellten?" " Es geht so, aber es muß ja irgendwie weitergehen. Aber ich merke dass heute noch nicht so viele Kunden hier sind wie sonst, so etwas schreckt halt doch ab. Vor allem die Frauen." " Ist ja auch kein Wunder, sagte der Fuchs, aber lassen sie einmal ein paar Wochen ins Land gehen, dann werden sie wieder mehr Kundschaft haben. Ein paar Wochen hört sich so lang an. Zwei Kunden wollen schon nicht mehr kommen und wollen aus dem laufenden Vertrag aussteigen. Hoffentlich kommen nicht noch mehr dazu." " So schnell wird das nicht vergessen werden, das Verbrechen hier, aber sie müssen immer positiv denken, Herr Lange. Übrigens haben sie auch mit jemandem einen Vertrag, der Jörg Böhm oder so heißt." " Sie meinen Jörg Bohm, den habe ich kennen gelernt. Der hat hier vor kurzem Abends am Tresen gesessen und hat Iris Stein angemacht. Er war besoffen und es ging wohl um Schulden, die sie hatte bei ihm. Etwas später hat er noch andere Gäste angpöbelt, so das sie ihn rausschmeißen musste." " Manche Leute wissen eben nicht wie man sich zu benehmen hat," sagte der Fuchs und ging auf die Toilette. Nach dem Toilettengang wusch er sich die Hände und schmiss die Papiertücher in den Müll. Dabei sah er etwas in dem Mülleimer was komisch aussah. Er machte den Klappdeckel des Mülleimers zur Seite, und was sah er in dem Mülleimer liegen, eine Spritze. Er nahm die Spritze heraus und steckte sie sich in die Jackentasche. Dann ging er geradewegs, nachdem er sich von Herrn Lange verabschiedet hatte, aus dem Fitnessstudio raus und ging nach Hause.
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Schrader telefonierte mit Dirkes, er erzählten ihm von Bohms Auftritt vor ein paar Tagen im Fitnesscenter. und berichtete ihm, dass er eine Spritze gefunden hatte, die er ihm noch vorbei bringen wollte.
Schrader wollte sich Jörg Bohm mal richtig vorknöpfen. Er ging in sein Büro zurück und setzte sich Bohm gegenüber." Also Herr Bohm, sie haben mir nicht die Wahrheit gesagt, sie kennen herrn Langes Fitnesscenter genau. Und sie wussten auch, dass Frau Stein dort arbeitete. Warum haben sie mir das gerade nicht gesagt?"
" Ich hatte Angst, weil die Frau umgebracht worden ist, ihnen das zu sagen." " Ja, und. Dadurch haben sie sich doch erst recht verdächtig gemacht. Oder meinen sie das baut Vertrauen auf, wenn sie mich anlügen. Meinen sie wirklich ich glaube ihnen jetzt noch ein Wort?" " Sie müssen mir glauben Herr Kommissar, ich habe Frau Stein nicht umgebracht." " Sie waren besoffen und sind in das Fitnesscenter gegangen ein paar Tage vor dem Mord und haben Frau Stein gedroht. Herr lange musste sie noch rausschmeißen aus seinem Fitnesscenter. Und dann sind sie am Abend des Mordes, wieder besoffen, nochmals in das Fitnesscenter gegangen, sind hinein gegangen, aber der Tresen war leer. Dann sind sie in das Büro gegangen, wo Frau Stein die Tageseinnahmen zählte, sie haben sich mit ihr gestritten, es kam zu einem Handgemenge. Sie stießen Frau Stein zurück, sie brach sich das Genick auf der Tischkante, und dann standen sie da: Sie wussten nicht, was sie tun sollten, nahmen das Geld und liefen nach Hause. War es so, Herr Bohm?" " Nein, um Gottes Willen, Nein. Ich bin kein Mörder. Ich wollte an dem Abend, wo ich das erste Mal da war, ihr nur einen Schrecken einjagen, damit sie endlich zurück zahlte. Ich bin kein Mörder." " Und warum haben sie Herrn Stein gedroht, dass er jetzt die Schulden von seiner Frau zu zahlen hat." " Ich wollte ihm auch nur Angst machen." " Das ist ihnen auch gelungen. Bohm und wo hatten sie überhaupt die 1. 500 Euro her, die sie Frau Stein geliehen haben?" " Wie ich es ihnen gesagt habe, die habe ich gewonnen." " Aus dem Spielautomaten? Das sagten sie, aber wieso haben sie jetzt kein Glück mehr? Wieso gewinnen sie jetzt auf einmal nichts mehr?" " Meine Glückssträhne ist abgebrochen." " Ich glaube ihnen kein Wort, Bohm. Sie bleiben erst einmal hier in der Untersuchungshaft." Patrik Dirkes rief einen Polizisten und ließ Herrn Bohm abführen.
Einen Tag später, im Präsidium, klopfte es an Patrik Dirkes Tür. " Herein," sagte er laut und deutlich. Wolfgang Schrader trat mit einem Lachen herein und sagte: " Wie geht es meinem Nachfolger denn so?" " Gut, danke," sagte Patrik Dirkes. Was hast du sonst noch so herausgefunden?" " Gefunden ist das richtige Wort, Patrik. Ich habe eine Spritze gefunden, und die läßt du jetzt labortechnisch untersuchen Mal gucken ob der Laden sauber ist oder nicht . Wenn in der Spritze Spuren davon drin sind, was ich mir denke, dann sind wir an einer heissen Sache dran, Patrik. Dann hast du gleich einen ganz schwierigen Fall.
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Wie ich höre hast du schon einen Verdächtigen in Untersuchungshaft sitzen?" " Ja, und zwar Herrn Bohm. Ich weiß nicht ob ich schon den richtigen habe, aber er hat Herrn Stein gedroht, und deshalb habe ich ihn lieber in meiner Nähe den Herrn Bohm. Herr Stein hat weiß Gott andere Probleme." " Das hast du genau richtig gemacht, Patrik. Und wenn du dich getäuscht hast, dann kannst du wenigstens sagen, du hast Herrn Bohm wegen der Drohung an Herrn Stein festgehalten. Wie willst du jetzt weiter vorgehen, Patrik?"" Bohm ist in Haft, die Spritze wird untersucht ich glaube wir warten das Ergebnis der Untersuchung erst einmal ab, und dann entscheide ich, wie es weitergehen soll." " Ich bin ja mal gespannt, was die labortechnische Untersuchung hervorbringt, Patrik." " Warten wir es ab, Wolfgang."
Herr Lange ist in seinem Hauptcenter und nimmt einen Anruf nach dem anderen entgegen. Die meisten Kunden fragen nach dem Mord und sind beunruhigt. " So lange die Polizei noch keinen Verdächtigen haben, kommen wir erst einmal nicht in ihr Fitnesscenter ," sagen die meisten Kunden. Andere rufen an und sagen :" Was ist eigentlich los in ihren Fitnessstudios, man spricht von Mord, andere von Doping, kann man überhaupt noch sicher sein in ihren Räumen?" In den anderen drei Fitnesscentern in der Stadt sieht es nicht viel anders aus. Herr Lange hat schon vier weitere Fälle die ihre Verträge mit ihm lösen wollen, kündigen wollen. Vor lauter Verzweiflung ruft er Schrader an. " Herr Schrader, was soll ich machen, die Kunden haben Angst in meine Center zu gehen. Sie wollen nicht das nächste Opfer sein. Haben sie schon eine Spur?" " Ja, wir haben, dass heißt der Hauptkommissar Dirkes hat einen Verdächtigen festgenommen. Ich bin ja in Rente. Aber seien sie beruhigt, der Kommissar Dirkes ist ein tüchtiger und guter Polizist, er gibt immer sein Bestes und wird schon bald den Fall abschließen. Bis dahin müssen sie durchhalten, Herr Lange. Mehr kann ich ihnen auch nicht sagen." " Aber was soll ich machen, Herr Kommissar Schrader? Wenn das so weiter geht , dann muss ich einen Laden nach dem anderen schließen." " Wenn es geht, dann lassen sie alles weiterlaufen wie bisher, und warten sie ab. Die Zeit heilt alle Wunden und der Kommissar Dirkes wird bald den Fall abschließen können. " Ihr Wort in Gottes Ohr! Trotzdem danke Herr Kommissar."
Schrader hat die Nase für heute erst einmal voll und fährt mit seinem Auto nach Hause. Kevin wartet bestimmt schon auf ihn.
Kevin hat seine Oma schon genervt. " Wann kommt Opa endlich nach Hause? Du hast doch gesagt, wenn er Rentner ist hat er mehr Zeit für mich." Kevin, das hat er auch, aber du weißt ja auch das sein Nachfolger seinen ersten Fall zu lösen hat und da muss Opa noch ein bisschen bei helfen." " Warum." " Ach Kevin nerv nicht. Opa wird bestimmt gleich kommen." Sie hatte den Satz noch nicht ganz ausgesprochen als Kevin laut rief: " Opa kommt." Und tatsächlich, als die Oma von Kevin aus dem Fenster guckte, sieht sie ihren Mann auf den Hof fahren.
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" Jetzt können Opa und ich endlich Federball spielen." Als " der Fuchs" aus dem Auto stieg, stand Kevin schon wieder vor ihm mit Federballschlägern und Ball. " Opa spielst du mit mir Federball?" " Lass mich doch erst mal richtig zu Hause sein." " Aber ich habe den ganzen Tag darauf gewartet mit dir zu spielen, Opa." " O.K. Kevin. Aber lass mich eben ins Haus gehen und deine Oma begrüßen. Du kannst ja hier auf dem Hof warten." Schrader ging ins Haus und gab seiner Frau einen Begrüßungskuss. " Kevin ist wieder wie aufgedreht," sagte Wolfgang zu seiner Frau. " Er hat sich schon bei mir beschwert, dass du nun weniger Zeit für ihn hast, als vor deiner Pensionierung ." " Ich weiß, aber das ist nur die erste Zeit so, ich muss Patrik..." " Ich weiß, das habe ich Kevin schon erklärt, dass du Herrn Dirkes erst helfen musst. Aber ich glaube er hat es nicht verstanden, erkläre du es ihm doch noch mal." Ist gut mein Liebes, ich versuche es." Wolfgang zog sich Sportsachen an und ging dann schnell auf den Hof, wo Kevin schon wartete. " Opa, ob ich dieses Mal wieder gewinne, oder hast du geübt." " Ich hatte ja keine Zeit zum Üben, weil ich Patrik geholfen habe, du wirst wohl wieder gewinnen, Kevin." " Warum musst du deinem Nachfolger eigetlich helfen, Opa?" Die Frage kam dem Fuchs ganz gelegen. Er nahm Kevin auf seinen Schoß und sagte dann:" Pass mal auf, Kevin. Als ich in Rente gegangen bin, dann hat Patrik meine Aufgaben alle mit übernehmen müssen, von heute auf morgen. Jetzt nimmt er die bösen Menschen fest, so wie ich früher. Aber weißt du, ich machte das ja schon sehr lange und hatte Erfahrung darin. Aber Patrik musste von heute auf morgen dass wissen, was ich in jahrelanger Arbeit gelernt hatte. Patrik ist noch nicht so erfahren wie ich, und er muss nun ein Fall lösen, sein erster Fall, der sehr schwierig ist. Ich hatte in meinem Beruf schon viele, sehr viele schwierige Fälle. Aber für Patrik ist das sein erster Fall, verstehst du?" " Ich glaube ja. Weil du viele Fälle schon gelöst hast, hilfst du jetzt Patrik bei seinem ersten Fall. Aber immer brauchst du Patrik nicht helfen, nur bei dem ersten Fall, und dann nicht mehr so oft, dann können wir öfter spielen. Stimmt das, Opa?" " Genau Kevin, du bist ein schlauer Junge. Ich bin richtig stolz auf dich," sagte " der Fuchs" zu seinem Enkel. Kevin lachte und sagte:" Ich bin auch stolz auf dich, Opa." Da lachte der Opa seinen Enkel an und sagte einfach:" Danke Kevin." Die beiden spielten dann eine halbe Stunde Federball. kevin hatte wieder gewonnen, weil sein Opa wie immer gewinnen ließ.
Am nächsten Morgen wartete Patrik Dirkes wie gespannt auf das Ergebnis des Labors, welches die Spritze untersucht hatte, die " der Fuchs" im Fitnesscenter gefunden hatte. Es klopfte an der Tür. Ein junger Mann trat in Dirkes Tür herein. In seinem Gesichtsausdruck konnte man eindeutig Stolz und Zufriedenheit lesen, denn er brachte dem Hauptkommissar ein wirklich wichtiges Ergebnis. " Die Spritze hat eindeutig Spuren von Anabolika aufgewiesen, " sagte der junge Beamte zu seinem Vorgesetzten.
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" Sehr gute Arbeit," lobte Patrik Dirkes den jungen Polizisten. " Machen sie weiter so und sie werden es noch weit bringen bei der Polizei," sagte der Hauptkommissar. Ein wirklich glücklicher junger Mann verleiß das Dienstzimmer von Patrik Dirkes.
Patrik Dirkes hatte nun die Bestätigung, dass in den Räumen des Fitnesscenters von Herrn Lange gedopt wird. Er wollte sofort dort hinfahren und persönlich mit Herrn Lange sprechen. Als er dort ankam und das Center betrat waren die Amateurboxer auch schon wieder am trainieren. Herr Lange saß am Tresen und sah ziemlich geknickt aus. " Was ist los Herr Lange?" fragte Dirkes Herrn Lange." Ach das ist so Herr Kommissar. Mir laufen die Kunden weg." " Und es könnten sogar noch mehr werden, wenn sie hören was ich ihnen gleich erzählen werde. Wußten sie, dass in ihren Studios gedopt wird?" " Was? Das galube ich nicht. Das gibt es doch gar nicht. In meinen Studios. Das hätte ich doch mitkriegen müssen. Sind sie sich sicher?" " Totsicher. Wir haben eine Spritze, die wir in ihren Fitnessstudio gefunden haben, labortechnisch untersuchen lassen, und wir haben Spuren von Anabolika gefunden. Frau Stein wusste vielleicht über das Dopen Bescheid und wollte dieses vielleicht der Presse erzählen und darum hat sie jemand zum Schweigen gebracht. Sie hatte ja auch viele Schulden und hätte erpresstes Geld gut gebrauchen können." " Sie meinen Frau Stein wusste alles?" " Es könnte so gewesen sein. Deswegen wäre es gut, wenn sie weiter ihre Fitnesscenter offen ließen, damit wir ermitteln können, wer dahinter steckt. Sie sind auch noch nicht aus dem Rennen der Verdächtigen, Herr Lange." " Aber ich wußte doch gar nicht, dass hier bei mir gedopt wird." " Das kann man so leicht sagen, Herr Lange. Wenn sie es aber wussten, und vor allem wussten, dass Frau Stein es auch wusste, hätten sie auch ein starkes Motiv gehabt." " Bin ich jetzt verhaftet?" " Nein, Herr lange, aber seien sie sich sicher, das wir sie ab jetzt auch sehr stark beobachten."
Wieder im Präsidium angekommen traf patrik Dirkes mit dem Fuchs zusammen. Sie berieten sich, wie sie weiter vorgehen wollten." Kannst du dich noch an unseren letzten Fall erinnern, Patrik, da hatten wir auch V-Männer eingesetzt. Vielleicht wäre es dieses Mal auch eine gute Maßnahme, um näher an die Sportler heran zu kommen." " Du hast vielleicht Recht, Wolfgang. Ein Verbindungsmann wäre die einzige Möglichkeit dahinter zu kommen, wer alles dopt beim Sport in Lange´s Fitnessstudio. Wir haben doch viele junge Polizisten, die so einen Posten ganz gerne antreten, alleine schon wegen der Gefahrenzulage, die sie dafür kriegen. Ich werde einen geeigneten Mann für diesen Fall heraus suchen. Am besten einen kräftigen Kerl, der etwas vom Boxen versteht, da fällt mir auch schon jemand ein. Du kennst doch auch unseren Peter Kuhl. Der hat doch früher ein bisschen geboxt, wenn ich mich richtig erinnere, und der hat auch ein breites Kreuz. Vielleicht ist das der richtige Mann für unsere Zwecke."
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" Ich kann mich nicht genau an ihn erinnern, aber das hört sich ganz gut an, willst du das ich dabei bin, wenn du ihn in seine neue Arbeit vorbereitest?" " Das wäre gut, Wolfgang. Morgen früh wäre nicht schlecht, hast du dann Zeit?" " Die Zeit nehme ich mir einfach." " O.K. Dann bis morgen früh, Wolfgang."
Am nächsten Tag um 8 Uhr in der Früh klopft es an der Tür von Hauptkommissar Dirkes." Herein, " sagte Dirkes laut und deutlich. Es tritt ein junger aber von der Gestalt schon kräftig aussehender Polizist herein. " Guten Morgen, Herr Hauptkommissar Dirkes. Polizist Karl Dohle meldet sich zur Stelle." " Guten Morgen, Herr Dohle. Das ist mein Vorgänger Hauptkommissr Wolfgang Schrader. Vielleicht kennen sie ihn besser unter seinem Spitznamen " der Fuchs"." Guten Morgen, Herr Hauptkommissar a. D. Schrader." " Stehen sie bequem, Herr Dohle, " sagte Dirkes. " Hat man sie soweit auf ihre Aufgabe vorbereitet?" " Ja das hat man." " Es ist folgendes. Über den Mord und allen anderen Ermittlungsständen haben die Kollegen hoffentlich berichtet. Und sie haben sich auch etwas schlau gemacht, Herr Kollege." " Jawohl, ich habe mich auf diesen Fall gut vorbereitet." " Sie gehen also morgen das erste Mal in das Fitnessstudio von Herrn Lange und melden sich an, als ganz normaler Kunde. Sie heißen ab jetzt nämlich nicht mehr Karl Dohle sondern Peter Kuhl: Das ist sehr wichtig, denn sie sind ab morgen auf sich selbst gestellt. Es darf keiner wissen, dass sie für die Polizei arbeiten." " Ist das soweit klar, Herr Dohle?" " Ja, ist es. Aber ich heiße Peter Kuhl." " Sehr gut Herr Kollege. Aber nun das wichtigste. Sie sollen herausfinden, wer in dem Fitnesscenter illegale Substanzen zu sich nimmt oder noch besser, wer damit handelt. Einfacher gesagt, sie sollen herausbekommen, wer von den Sportlern dopt, und wer das Zeug beschafft. Vor allem sollen sie sich in die Boxergruppe um Nils Schumann hinein begeben. Das heißt mit ihnen trainieren, vielleicht sich mit Nils Schumann anfreunden oder einem anderen von dem Haufen. Verstehen sie, wir müssen wissen, wie sie an das Zeug kommen und wie sie es in Umlauf bringen. Das ist ihre Hauptaufgabe. Wir haben ihnen einen Amateurboxschein ausgestellt. Damit schaffen sie es bestimmt in die Gruppe zu kommen. Haben sie noch irgendwelche Fragen?" " Ja, eine. Wie lasse ich ihnen die Informationen zukommen, telefonisch oder wie?" " Sie rufen am Besten an, auf keinen Fall kommmen sie hier in das Präsidium. Ihre Aufgabe endet erst, wenn der Fall abgeschlossen ist, oder ich ihnen sage, dass sie wieder in den Staatsdienst zurück können. Wenn dann alles klar ist, wünsche ich ihnen viel Erfolg. Es wird mir ein Vergnügen sein mit ihnen zusammen zu arbeiten, Herr Dohle." " Ich heiße Peter Kuhl, aber auch mir wird es ein Vergnügen und eine große Ehre sein." " Vielen Dank Herr Kuhl. das wäre alles. Bis bald. " " Vielen Dank Herr Hauptkommissar, sie hören von mir." Nachdem Karl Dohle alias Peter Kuhl das Dienstzimmer von Dirkes verlassen hatte sagte " der Fuchs" zu Patrik:" Das hast du toll gemacht, Patrik, ich bin stolz auf dich. Und übrigens den Kollege Dohle hast du auch sehr gut ausgesucht. Kompliment."
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" Danke Wolfgang. Du hast mir ja auch alles beigebracht."
Am nächsten Tag beginnt Karl Dohle alias Peter Kuhl seinen Auftrag im Fitnesscenter. Als erstes meldete er sich an bei Herrn Lange, als zahlendes Mitglied an. " Dann wünsche ich ihnen viel Spaß in unserem Fitnesscenter, wenn sie mal fragen haben, wenden sie sich am Besten bei mir, " sagte Lange. " Da habe ich gleich mal eine Frage. Haben sie auch Boxer in ihrem Fitnesscenter. Ich bin nämlich Amateurboxer, und würde mich gerne irgendwo anschließen." " Da haben sie aber sehr viel Glück, weil zur Zeit sind hier viele Amateurboxer beim Training. Soll ich sie ihnen mal vorstellen. Das ist gar kein Problem. " " Das wäre gut, wenn sie mich kurz vorstellen könnten." Herr Lange und Peter Kuhl gingen zu einem ganzen Trupp von Sportlern, die an den Kraftstationen am trainieren waren. Herr Lange ging auf einen hoch gewachsenen Mann zu. " Nils, ich wollte dir Herrn Kuhl vorstellen. Er ist Amateurboxer wie er sagt, und wollte fragen ob er sich euch anschließen kann." " Hallo, sagte Nils Schumann mit tiefer Stimme. " Wie heißt du mit Vornamen?" " Mein Name ist Peter." " O.K., Peter. Wenn du Lust hast und Zeit kannst du mit uns immer mit trainieren, irgendwer ist immer hier im Fitnesstudio von uns. Ich stelle sie dir gleich alle vor, wie sie heißen und so, aber erst muss ich noch mal eine Übung zu Ende machen." " O.K., Nils, ich gehe dann mal wieder," sagte Herr Lange zu dem groß gewachsenen Mann. Nils Schumann machte ein paar Bizep-Curls und stellte dann Peter Kuhl den anderen vor. Plötzlich kam ein junger Boxer und stritt mit Nils Schumann Nils Schumann ging mit dem jungen Mann in einen anderen Raum, und es wurde sehr laut gesprochen, Peter Kuhl konnte aber nicht verstehen was genau gesprochen wurde.
Am Abend muß Patrik Dirkes zu einem Tatort fahren. Der junge Mann ist, wie sich später herausstellte ein Amateurboxer aus dem Fitnesscenter. Sein Name ist Lutz Oker, und es ist die Person, die sich mit Nils Schumann am Tag noch im Fitnesstudio gestritten hatte. Ein Nachbar hatte den jungen Mann gefunden. Er starb durch einen Schuss aus kürzester Distanz in die linke Brust, er muß sofort tot gewesen sein, sagte der Polizeiarzt später. Als Peter Kuhl dieses erfuhr, berichtete er Patrik Dirkes sofort von dem Streit, ein paar Stunden zuvor, im Center. Der ließ darauf hin Nils Schumann vorladen. Am nächsten Tag sollte der ins Präsidium kommen zum Verhör.
Aber zum jetzigen Zeitpunkt saß " der Fuchs" mit Patrik Dirkes in dessen Büro und berieten sich wie sie weiter vorgehen sollten. " Warum musste der junge Lutz Oker sterben?" Wolfgang Schrader antwortete: " Des Rätsels Lösung muß im Amateurboxerkreis stecken. Warten wir ab, was Nils Schumann morgen aussagt. Aber wir müssen herausfinden, wer die Sportler mit Anabolika versorgt. Übrigens, Patrik, aus taktischen Gründen, würde ich dem Nils Schumann nichts sagen, dass wir wissen das Doping im Spiel ist. Ich würde nur fragen um was es bei dem Streit vorher gegangen ist." " Was machen wir denn jetzt mit dem Herrn Bohm? Ich glaube wir können ihn nicht mehr festhalten, wir müssen ihn aus der U-Haft entlassen."
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" Ja, Ich glaube, das musst du machen, Patrik." Herr Bohm wurde aus der Haft entlassen. Wolfgang und Patrik unterhielten sich noch eine ganze Zeit, bis Wolfgang zu Patrik sagte: " Wir haben heute Abend Kegeln. Meine Frau und mein Schwiegersohn kommen auch mit. Meine Tochter passt auf Kevin auf. Also bis morgen beim Verhör mit Nils Schumann." " Viel Spaß beim Kegeln wünsche ich euch, Wolfgang. Bis morgen."
Wolfgang ging immer gerne zum Kegeln, er war ein guter Kegler. Insgesamt sind sie sechs Pärchen die zusammen kegeln. Die Tochter vom Fuchs bleibt dieses mal bei kevin zu Hause. Sie wechselten sich jedes mal ab, das jeder dran kam auf Kevin auf zu passen. Wolfgang ging mit seiner Frau und seinem Schwiegersohn zu Fuß zum Kegeln. Die Kegelbahn befand sich in einer Kneipe in der Nähe. Zehn Minuten mussten die drei gehen, aber es wurde immer ein bisschen getrunken beim Kegeln, dann konnte keiner mehr Auto fahren. Als sie die Kneipe betraten, waren die anderen schon da. Es gab ein großes Hallo und eine Runde Bier, denn ein Mann von der Kegeltruppe hatte Geburtstag. Danach gingen sie nach unten in den Kegelraum und setzten sich an ihre Plätze. Der Fuchs saß immer an dem Bedienpult und stellte die entsprechenden Spiele ein. Zuerst spielten sie " Drei in die Vollen" danach " Abräumen " und dann " Hohe" Und zum Schluß " niedrige Hausnummern". Es herschte ausgelassene Stimmung und je später der Abend wurde, desto feucht fröhlicher wurde er. Der Fuchs erzählte noch einige seiner Witze und spät am Abend gingen die drei wieder nach Hause. Wolfgang und sein Schwiegersohn singend und schwankend zugleich um die Wette.
Am nächsten Tag stand Wolfgang Schrader schwer aus seinem Bett auf. Er hatte einen Kater vom Bier trinken beim Kegeln. Gut, das er nicht das Verhör mehr führen brauchte, sondern nur Patrik unterstützen brauchte. Er ging mit einem dicken Kopf zum Präsidium, aber er war wenigstens pünktlich. Er ging ohne was zu sagen in Patrik Dirkes Büro." Guten Morgen, Wolfgang," sagte Dirkes mit normaler Stimme. " Nicht so laut, Patrik. " " Alles klar. Ihr habt mehr getrunken als gekegelt, stimmt´s?" " So ungefähr." " Setz dich da hinten in eine Ecke, Wasser mit Alkaseltzer kommen gleich, Wolfgang." Ein paar Minuten später klopfte es an der Tür des Büros. Nach seinem laut und deutlichen bitte herein sagen, öffnete sich die Tür und Nils Schumann trat in das Büro ein. " Setzen sie sich Herr Schumann."Schumann setzte sich und fragte sofort: " Ich weiß immer noch nicht warum ich hier hin vorgeladen wurde." " Deswegen sind sie ja jetzt hier, damit ich ihnen das sage, aber alles schön der Reihe nach. Wo waren sie gestern Abend?" " Gestern Abend, wie so? Warum bin ich denn jetzt eigentlich hier?" " Beantworten sie einfach meine Frage. Außerdem sie stellen erst einmal keine Fragen. Sie sind hier um meine Fragen zu beantworten, ist das klar?" " O.K. Herr Polizist. Ist ja schon gut."
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"Ich war wie fast jeden Tag in der Mickibude von Herrn Lange." " Haben sie Zeugen?" " Warum Zeugen? Worum geht es denn hier eigentlich, Herr Kommissar?" " Wissen sie denn wirklich nicht, dass Lutz Oker in seiner Wohnung erschossen wurde?" " Was ist los. Lutz soll was? Erschossen worden sein?" " Ja, und sie haben ein paar Stunden vorher noch einen heftigen Streit gehabt." " Ja, aber das war doch nur ein harmloser Streit." " Worum ging es bei dem Streit?" " Also, wir trainierten ja immer zusammen. Und es ging um meine Trainingsmethoden." " Ach ja, was für Methoden haben sie denn so?" " Ach er wollte einfach immer etwas anderes trainieren, und nicht so wie ich es vorgab. Er war ein Dickkopf?" " Sind ihre Trainingsmethoden eigentlich sauber?" " Wie meinen sie das?" " Ich meine, ob sie beim Training mit irgendwelchen Mittelchen nachhelfen." "Sie meinen Doping? Aber Herr Kommissar, unser Training ist selbstverständlcih sauber ." " Hören sie Herr Schumann wir haben eine Spritze im Center, wo sie trainieren, gefunden und haben sie untersucht. Dreimal dürfen sie raten, was wir gefunden haben. Genau Anabolika. Beim ersten mal richtig geraten." " Wir trainieren sauber, Herr Kommissar. Wissen sie wieviele Sportler da herum laufen?" "
Schumann, stellen wir uns mal vor, sie würden nicht sauber trainieren und Lutz Oker wollte aber nicht dopen, oder wollte der Sportpresse oder sonst irgenjemanden erzählen, dass bei ihnen gedopt wird. Vielleicht haben sie ja deswegen gestritten und später wollten sie ihn zum Schweigen bringen, genau wie sie Frau Stein zum Schweigen gebracht haben." " Jetz gehen aber die Pferde mit ihnen durch, Herr Kommissar. Oder sie haben sehr viel Phantasie. Ich dope nicht, auch nicht irgendein anderer von uns. Und morden deswegen würde ich schon längst nicht machen." " Das sagen sie jetzt einfach so, aber sie haben kein Alibi und außerdem glaube ich ihnen nicht, Herr Schumann. Es sieht also schlecht aus für sie, leider kann ich ihnen noch nichts beweisen, aber das schaffe ich noch." " Kann ich jetzt gehen?" " Ja, wie gesagt ich habe keine Beweise, aber seien sie sich sicher, ich kriege sie noch und jetzt raus hier ." Schumann stand auf und verließ das Büro. Patrik Dirkes war auf 180. " Wolfgang was sagst du dazu? Ein kaltschnäuziger Kerl, der Schumann." " Ja das stimmt, aber du darfst dich noch nicht allzu festlegen, was den Täter betrifft, Patrik. " " Meinst du wirklich." "Ja das ist mein ernst. Ich muß wieder nach Hause, bis morgen, Patrik." " O.K. Machs gut Wolfgang."
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Aber wer hatte ihn umgebracht und warum. Es waren einige die dopten, sie hatten jetzt alle Angst etwas zu sagen oder einen zu drohen.
Wolfgang Schrader kam nach Hause und das erste mal seit langem kam Kevin ihm nicht entgegen. " Der Fuchs" wunderte sich und dachte, er wird doch nicht krank sein. Er stieg aus dem Auto aus und ging in Richtung Haus. Als er gerade die Tür die Tür aufschließen wollte, erschrak er, denn hinter ihm war ein lauter Aufschrei und sogleich packte ihn jemand von hinten. Er drehte sich um und dann lachte er, denn Kevin stand hinter ihm mit einer Axt und Indianerkostüm." Du kommst an den Materphal, du Bleichgesicht und dann nehme ich deinen Skalp." " Gnade," sagte der Fuchs zu seinem Enkel. " Es gibt keine Gnade, du hast unsere Götter erzürnt. Du kommst an den Materpfahl, keine Widerrede." " Aber ich habe großen Hunger, stolzer Krieger." " Du bekommst aber nur ein bisschen Wasser, und außerdem hat Oma gesagt, dass du abnehmen musst." " Welche Oma, großer Krieger? fragte der Fuchs erstaunt. " Kann es sein, dass der große Krieger mein Enkel Kevin ist?" " Ach, Opa. Jetzt ist alles aufgeflogen. Du hast mich erkannt. Jetzt kann ich das mit dem Materphal wieder vergessen." Der Opa und auch Kevin lachten laut und gingen ins Haus.
Karl Dohle alias Peter Kuhl ging so zu sagen an seinen Arbeitsplatz ins Fitnesstudio. Seine neuen Kollegen, die Amateurboxer waren schon alle da. " Ich habe es schon gehört, euer Freund Lutz ist umgebracht worden. Wem hätte er denn was tun können, dass ihn jemand gleich umbringt, der sah so harmlos aus."
" Was weißt du denn schon, Peter. Halt dich am besten ganz heraus," sagte Schumann zu dem neuen lapida. " Entschuldigung, ich wollte doch nur sagen..." Ein anderer winkte ab und sagte leise zu Peter :" Er ist ein bisschen gereizt heute, lass ihn." " Verstehe ich, aber was habe ich denn schon gesagt?" " Er musste zu den Bullen heute." " Ja dann verstehe ich warum er so gereizt ist, die kann ich auch nicht leiden," sagte Peter und lachte leise in sich hinein und dachte:" Wenn Schumann wüsste." " Wird er denn verdächtigt?" " Ich habe keine Ahnung, aber er hatte gestern noch einen heftigen Streit mit Lutz gehabt." " Und warum?" " Ich weiß nicht ob ich dir davon erzählen darf oder ob Nils dann ausflippt." " Sei kein Frosch, ich sage ihm nicht dass du mir was erzählt hast, dass verspreche ich dir." " Ich weiß nicht, O.K.. Es ging um Doping." " Wie, dopt ihr etwa?" " Nicht so laut, ja wir dopen fast alle. Aber Lutz war von anfang an dagegen." " Und du?" " Ich bin auch dagegen, aber mich stört es nicht, das die anderen dopen." " Ich möchte auch nicht dopen, " gestand Peter Kuhl seinem Kollegen. " Dann stehen wir beide ja auf der gleichen Seite, wie heißt du eigentlich noch mal?" " Dirk Stuhl." " Hör mal zu, Dirk, willst du nicht auch, dass man den schnappt, der unseren Kollegen ermordet hat?" " Ja klar will ich das auch. Warum fragst du denn?" " Ich bin auch für Gerechtigkeit. Ich meine wir zwei könnten doch etwas aufpassen hier. Ich meine vier Augen sehen mehr als zwei."
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" Da hast du recht,schlag ein mein Junge," sagte Dirk Stuhl zu seinem neuen Freund Peter Kuhl. Peter Kuhl hatte genau das erreicht was er wollte, er hatte nun einen Verbündeten im Fitnesscenter. Das würde Patrik Dirkes jetzt freuen, dachte er sich . " Weißt du eigentlich wer euch das Anabolika immer besorgt?" " Nein ich weiß nur, dass Nils Schumann es immer verteilt," sagte Dirk Stuhl. " Wenn du was heraus kriegst, kannst du mir ja was sagen und umgekehrt natürlich auch. Vielleicht kriegen wir ja den Schweinehund, der Lutz ermordet hat." " Ja das wäre gut ," sagte Stuhl.
Zu Hause bei Wolfgang Schrader war gute Stimmung. Kevin saß noch immer in Indianerkostüm am Tisch bei Oma und Opa und wartete darauf , dass die Waffeln, die die Oma am Backenist, endlich fertig werden. " Oma kann ich schon mal ein Herz haben von dem Herzenkuchen ?" " Na klar, Kevin. Warte ich breche dir ein Herz ab." Oma Schrader gab Kevin ein Stück. Der freute sich und aß das Stück von dem Kuchen in eins auf. " Hm. Der schmeckt aber gut." " Kann ich auch mal probieren?" fragte der Opa. Bevor die Oma antworten konnte sagte Kevin: " Normalerweise ständest du ja am Materphal und hättest nur Wasser bekommen, aber wenn Oma das verantworten kann, dass du heute wieder nicht abnimmst, dann muß sie dir ein Herz geben, ansonsten würe ich mich bereit erklären, dass Stück Kuchen für Opa, selber zu essen. Dann wäre uns allen geholfen." Oma und vor allem Opa lachten als Kevin das sagte und der Opa erwiderte: " Kevin du hast die perfekte Lösung gefunden . Oma gib Kevin das Stück Herz, damit er für mich ein Opfer bringen kann und du mit meinem Gewicht heute einverstanden bist." Er zwinkerte seiner Frau mit den Augen zu und die Oma gab Kevin ein weiteres Stück Kuchen. Als alle Waffeln fertig gebacken waren leckte Kevin den Teig aus der Schüssel mit den Fingern heraus. Opa hatte inzwischen den Kaffee gekocht und den Kaffeetisch gedeckt, bis schließlich alle drei am Tisch saßen und jeder eine ganze Herzwaffel aßen, Kevin trank statt Kaffee eine Tasse Cacao." Opa am besten gehst du heute wieder ins Fitnesstudio. Nach diesem üppigen Mahl mußt du die Kalorien wieder abtrainieren, oder willst du vielleicht doch wieder an den Materpfahl?" " Nein, nein, ich gehe dann doch wieder trainieren, und was machst du so lange, Kevin." " Ich helfe Oma beim Abwasch." " Das lobe ich mir," sagte der Opa. " Das ist eine sehr gute Idee, Kevin." Wolfgang Schrader packte seine Sportsachen in die Sporttasche und fuhr, nachdem er sich ordentlich bei Kevin und bei seiner Frau hatte, ins Fitnesscenter. Heute wollte er mal wieder richtig trainieren. Als er sich umgezogen hatte ging es auch gleich los. Er ging für 10 Minuten auf den Crosstrainer und für 5 Minuten auf den Ergometer um sich warm zu machen für das Krafttraining. Als erstes nahm er die Bicepscurlstange und machte bei einem Gewicht von 20 Kg an diesem Gerät 3 Sätze a´ 15,9,6 Wiederholungen. Danach machte er an dem selben Gerät die Übung Rudern stehend in ebenfalls 3 Sätzen. Danach wechselte er das Gerät.
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Am Butterflygerät legte er 20 Kg auf und machte ebenfalls 3 Sätze, was er übrigens bei jedem Gerät machte. Im Anschluß machte er Bankdrücken im Sitzen bei einem Gewicht von 60 Kg. Und als Schlussübungen nahm er die Latissimusstange und legte 60 Kg beim Nackenzug und 70 Kg beim Armzug auf. Als er mit dem Training aufhörte waren gute 35 Minuten vergangen. Er fühlte sich gut und die Muskeln waren nach diesem Training wie immer aufgepumpt . Er gönnte sich noch einen Milchshake an der Bar, als er plötzlich die Amateurboxer ins Fitnesstudio hereinkommen sah. Er sah auch den jungen Polizisten Peter Kuhl bei der Truppe. Der Fuchs freute sich ihn zu sehen ohne natürlich auffällig dabei zu wirken. Als er Nils Schumann in die Umkleide gehen sah, ging der Fuchs hinterher und wollte auf die Toilette gehen, um vielleicht etwas lauschen zu können. Die Toilette war vom Fitnesscenter aus zu betreten, man konnte aber auch von der Umkleide aus auf die Toilette. Zwischen den beiden Räumen war nur eine Klapptür. Als der Fuchs die Toilette betrat hörte er Nils Schumann schon mit jemandem am Handy telefonieren. Nils Schumann hatte nicht gehört, dass der Fuchs die Toilette betreten hatte, so dass Schrader mithören konnte. " Treffen wir uns also an der Stelle wie immer, um dieselbe Zeit? Warum nicht? Warum vorsichtiger sein. Die Polizei weiß nichts von dir. Und wird auch nichts von dir erfahren. Tschüß. Bis morgen Nacht." Das Telefongespräch war beendet . Der Fuchs ging wieder ins Studio zurück. Als Nils Schumann aus der Umkleide zurück kam, saß der Fuchs schon längst wieder an seinem Platz und unterhielt sich mit der Bedienung. Nils Schumann hat nicht mitgekriegt, das Schrader gelauscht hatte. Zehn Minuten später bezahlte Wolfgang Schrader seinen Milchshake bei der Bedienung und verabschiedete sich. Er fuhr erst nach Hause um dann auf dem direkten Weg zum Präsidium zu fahren. Er stürmte geradewegs in Patrik Dirkes Büro. " Wir müssen Nils Schumann observieren," sagte Schrader zu Dirkes. " Langsam Wolfgang. Hast du etwas in Erfahrung gebracht im Fitnesscenter? Erzähl der Reihe nach, aber beruhige dich erst einmal. Komm runter." Schrader pustete einmal durch und setzte sich erst einmal. " So und nun erzähl mal, Wolfgang. " Also, ich war gerade noch im Fitnesscenter, habe am Tresen einen Milchshake getrunken nach meinem Training, als die Boxerkolonne mit Peter Kuhl und Nils Schumann die Halle betrat. Ich sah, dass Nils Schumann mit einem Handy in der Hand in die Umkleidekabine ging. Und dann bin ich hinterher, aber auf Toilette gegangen und konnte durch die Klapptür alles hören, was Nils Schumann sagte. Es wurden keine Namen genannt, aber ich habe ganz deutlich gehört, dass er sich mit jemanden morgen Nacht treffen will. Was sagst du dazu, Patrik?" " Es könnte ein Treffen sein, wo Nils Schumann seinen " Lieferanten" trifft. Was meinst du Wolfgang, sollen wir die Übergabe überwachen und auch eingreifen?" " Ich würde sagen ja, Patrik."
Patrik Dirkes rief sofort ein paar Kollegen an um ihnen zu sagen, dass das Haus von Nils Schumann überwacht werden müsste. Außerdem Nils Schumann auf Schritt und Tritt ebenfalls observiert werden muß.
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Ihr müsst solange an ihm dranbleiben, bis er sich morgen Abend mit jemandem trifft und dann müsst ihr im richtigen Moment eingreifen. Mit wem er sich trifft und wann genau, das wissen wir nicht. Deswegen jede Sekunde beschatten. Und informiert mich über jeden Schritt den er macht."
Als Nils Schumann die Fitnessbude alleine verließ wurde er schon beobachtet von der Polizei und das sollte jetzt auch so bleiben. Er ging in Richtung seines Hauses, aber vorher ging er noch an einer Bank vorbei. Er ging an den Schalter und hob eine größere Summe ab. Als er die Bank wieder verlassen hatte, ging Patrik Dirkes zu dem Bankangestellten und erfuhr die Summe die Schumann abgehoben hatte. Immerhin waren es 1200 Euro auf einmal. Nils Schumann ging erst einmal nach Hause. Er blieb den ganzen Tag zu Hause. Die Polizeibeamten hatten einen ruhigen Nachmittag. Nicht einmal verließ er sein Haus und er telefonierte auch mit niemandem. Wahrscheinlich verhielt er sichimmer so ruhig vor einer Übergabe. Aber dann plötzlich viel später in der Nacht öffnete sich auf einmal die Haustür von Nils Schumann und er ging schnellen Schrittes in Richtung des alten Güterbahnhofes. Die Polizeibeamten die in Zivil hinter Schumann hergingen hatten Mühe ihm zu folgen. Als sie am Güterbahnhof um 1.00 Uhr nachts ankamen hatten sie Schumann für kurze Zeit aus den Augen verloren. Gute drei Minuten war er nicht mehr zu sehen. Dann plötzlich kam er wieder zum Vorschein mit einer Tüte in der Hand. Die Übergabe musste schon passiert sein. Sofort liefen die Beamten auf Schumann zu und legten ihm Handschellen an und nahmen ihm die Tüte aus der Hand . " Wo ist ihr Lieferant so schnell hin? Schumann reden sie, wo ist ihr Lieferant hin?" Doch Schumann sagte kein einziges Wort.
Die Beamten suchten das ganze alte Bahnhofsgelände ab, aber es war niemand mehr zu sehen. Schumann wurde zum Präsidium gebracht wo er von Patrik Dirkes, dem Hauptkommissar der Mordkommission, ordentlich verhört wird. " Schumann reden sie endlich. Von wem haben sie das Anabolika gekriegt, was sich in der Tüte befindet?" " " Ich habe keine Ahnung." " Schumann es sieht nicht gut für sie aus, und sie können jetzt viele Pluspunkte sammeln, wenn sie mit uns kooperieren. Also verspielen sie nicht alle Chancen bei uns. Wer weiß wie viele wir ihnen geben werden. Also ich will es mal so sagen, sie sind unser Hauptverdächtiger in zwei Mordfällen. Ihre Chancen stehen also überhaupt nicht gut, also nennen sie uns den Namen ihres Lieferanten, Schumann seien sie doch vernünftig." " Wie soll ich ihnen den Namen, wenn ich noch nicht einmal weiß wie er aussieht." " Was soll das nun wieder heißen, Schumann. Wieder eine neue Masche von ihnen uns zu belügen.Als ich sie vor ein paar Tagen gefragt habe ob sie dopen, da haben sie verneint. Heute fischen wir sie mit einer Tüte voll Dopingmittel am alten Güterbahnhof auf. Also was soll das, Schumann?"
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" Aber es ist so wie ich sage, ich habe den Menschen noch nie gesehen, weil er immer eine Maske getragen hat bei den Übergaben." " Sie geben also zu, dass sie jemandem die 1200 Euro übergeben haben und das jemandem bekommen haben. " Ja, verdammt noch mal, ja. Ich habe scheiße gebaut, das gebe ich ja zu, aber ich bin kein Mörder." Hätten sie von Anfang an die Wahrheit gesagt, Schumann, dann hätten wir über alles reden können, aber was soll ich ihnen jetzt noch glauben.?" " Glauben sie doch was sie wollen, sagte Schumann. Ich weiß, was die Morde betrifft, unschuldig bin." " Führen sie ihn ab, Herr Polizist. Er bleibt erst mal in Haft. Morgen sehen wir weiter Herr Schumann, in der Zelle haben sie viel Zeit nach zu denken. Schafft ihn mir aus den Augen," sagte Patrik Dirkes, schloss sein Büro ab und fuhr verärgert nach Hause.
Am nächsten Morgen kam Patrik Dirkes schlecht gelaunt und noch sehr müde im Präsidium an. Etwas später, als er in seinem Büro sitzt, klopft es. Ein Polizeibeamter kommt in sein Büro und fragt:" " Sollen wir Nils Schumann zum Verhör in ihr Büro bringen?" " Nein, damit warten wir erst einmal. Jeden Moment müsste unser alter Chef " der Fuchs" zu mir kommen. Wir wollen erst einmal beratschlagen, wie wir weiter vorgehen sollen." " In Ordnung, wenn melden sie sich, Herr Hauptkommissar. Ich bin in der Nähe." Als der Polizist die Tür wieder zu machen will, nachdem er das Büro verlassen hatte, nahm der Fuchs schon die Klinke in die Hand und machte die Tür wieder auf. " Guten Morgen, Patrik." " Hallo Wolfgang. Du weißt bestimmt schon Bescheid über unsere kleine Panne ." " Von Panne würde ich nicht gleich sprechen, ihr hattet nur ein bisschen Pech. Wir kriegen schon noch heraus wer der Lieferant der Dopingmittel ist., Patrik. " " Aber Schumann sagt nichts, besser gesagter behauptet dass der Lieferant immer in Maske kam. " " Aber hat er denn keine Telefonnummer, er hat doch mit dem geheimnisvollen Mann am Telefon gesprochen." " Der Mann muss immer von einer Telefonzelle angerufen haben. Wir wissen leider nicht von welcher. Aber woher hatte der Mann die Telefonnummer von Schumann? Schumann sagt, er habe die Nummer diesem Mann nicht gegeben. Er habe eines Tages einfach bei Schumann angerufen." " Patrik, dann muss er aber von einem der Boxerkollegen die Nummer von Schumann gekriegt haben. Am Besten ist, wenn Peter Kuhl, also unser Kollege Karl Dohle, dass für uns herauskriegt. Er soll am Besten seinen neuen Freund Dirk Stuhl danach befragen." " Und was können wir sonst noch tun? Ich habe gedacht, Wolfgang, das Peter Kuhl die nächste Anabolika Übergabe übernimmt." " Das ist eine gute Idee, Patrik. So könnte es klappen. Dann müssten wir nur erreichen, dass Schumann mit macht. Wenn der Lieferant Schumann wieder anruft auf seinem Handy, müsste er die Übergabe wie immer bestätigen, aber statt Schumann schicken wir Peter Kuhl oder einen anderen jungen Kollegen zu dem Treffpunkt."
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" Dann müssen wir nur darauf warten, dass der Lieferant anruft, aber das kann dauern. Hoffentlich passiert nicht noch etwas vorher.
Wolfgang Schrader hatte erst einmal genug vom Detektiv spielen, und das Wochenende kam Gott sei Dank mit grossen Schritten. Er hatte seiner ganzen Familie zu Hause, aber besonders Kevin, versprochen in den Zirkus zu gehen. Und zwar Freitag und Samstag Abend. Die Vorstellung verteilte sich auf zwei Abende. Wobei am zweiten Abend noch eine Überraschung zum Schluss angesagt war. Schrader hatte rechtzeitig Karten für beide Abende auf seinen Namen reservieren lassen.
Als er Freitag nachmittag zu Hause ankam lief Kevin ihm schon wieder entgegen. Er machte die Autotür
auf und Kevin brüllte ihn an wie ein noch sehr kleiner aber durchaus wilder Löwe. " Hast du mich erschreckt, Kevin, " tat " der Fuchs" spielerisch gekonnt. " Du musst auch Angst haben, denn ich bin ein gefährlicher Löwe, Opa. Im Zirkus gibt es doch sicherlich auch Löwen, Opa, oder?" " Ja, die gibt es dort. Die können zwar nicht so gefährlich brüllen wie du, aber die sind auch nicht ohne." " Muss man vor denen Angst haben?" fragte Kevin. " Weißt du in Afrika wo die meisten Löwen sind, da müsstest du Angst haben, aber nicht im Zirkus. Da sind viele Leute die sich mit diesen Tieren auskennen. Wie zum Beispiel ein Löwenwärter oder besser noch ein Dompteur. Außerdem, wenn wir uns diese Tiere ansehen im Zirkuszelt, dann sind die Löwen in einem großen Käfig und wir sitzen gemütlich außerhalb des Käfigs. Aber der Dompteur steht meistens
mitten im Käfig mit einer Peitsche und bändigt damit die Löwen." " Dann ist der Dompteur aber schlecht dran, die Löwen können ihn ja auffressen." " Im Prinzip hast du recht. Aber sieh mal Kevin. Der Dompteur steht fast jeden Tag mit den Tieren in dem Käfig, er trainiert jeden Tag mit ihnen. Und glaub mir, der Dompteur hat auch Angst. Aber seine Angst zeigt er nicht, weil die Tiere das sonst merken würden dass ihr oberster Löwe, so zu sagen, Angst hat und dann gebe es Streit. Die Tiere hätten keinen Respekt vor dem Dompteur und würden versuchen ihn anzugreifen. Aber es kann nichts passieren so lange er seine Angst nicht zeigt. Und das trainiert er jeden Tag. Für uns besteht aber überhaupt keine Gefahr, Kevin." " Dann bin ich ja beruhigt," sagte Kevin. Er freute sich im wahrsten Sinne des Wortes tierisch auf den Zirkusbesuch. Als Wolfgang ins Haus zu seiner Frau kam, hatte sie sich schon schick gemacht für den Abend. " Du siehst ja toll aus, Liebling." " Wenn das Oberhaupt der Familie uns zu einem zweiteiligen Zirkusbesuch mit anschließender Überraschung einlädt, dann muss man sich wohl auch schick machen. Ich will nicht wissen, wieviel die Karten gekostet haben, Wolfgang." " Und das brauchst du auch gar nicht zu wissen, mein Schatz. Wenn man so lange wie ich Verbrecher jagd, und dafür vom Staat gut bezahlt wird, dann sind so ein paar Eintrittskarten wohl drin."
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" Trotzdem eine wunderbare Idee" sagte seine Frau. " Kevin spricht schon die ganze Woche vom Zirkus."
Am Abend ging es dann endlich los. Auf dem Weg zum Zirkus, den die Schraders zu Fuß gingen, waren schon viele weitere Leute unterwegs. Die meisten auch auf dem Weg zum Zirkus. Je näher die Leute dem Zirkus kamen desto voller wurde die Straße. Alle waren gut gelaunt und freuten sich auf den Abend. Kevin freute sich am meisten auf die Löwen. Als sie an der Zirkuskasse ankamen ging Wolfgang Schrader vor an. " Vier Erwachsene und ein Kind für beide Abende. Ich hatte die Karten vorbestellt. Schrader ist mein Name." Einen Augenblick, Herr Schrader. Ja. Hier haben wir schon ihre Karten. Das macht dann 54 Euro, Herr Schrader. " " Gut. Hier haben sie 60 Euro. Das Restgeld können sie behalten, als Spende für Tierfutter." "Oh recht, vielen Dank. Wir wünschen ihnen einen schönen und spannenden Zirkusabend." " Danke schön." " Der Fuchs" ging zu seiner Familie und drückte jedem eine Eintrittskarte in die Hand.
Dann stellten sie sich an der Schlange an, und als sie dran waren gab Kevin als erster seine Eintrittskarte ab. Nachdem seine Eltern und seine Großeltern das gleiche getan hatten, lief er im Zelt ganz schnell nach vorne. Schließlich wollte er ja eine gute Sicht auf die Löwen haben. Aber in der ersten Reihe waren schon alle Plätze besetzt. Etwas enttäuscht setzte Kevin sich in die zweite Reihe und winkte seiner Familie zu, dass sie zu ihm kommen sollten. " Wir sind zu spät," sagte Kevin ganz enttäuscht. " Warum?" fragte sein Opa. Die Veranstaltung hat doch noch gar nicht begonnen, Kevin." " Wir sind trotzdem zu spät. Die erste Reihe war schon voll. Morgen müssen wir eher los gehen, Opa. Hoffentlich zeigen sie erst morgen die Löwen, damit ich ihnen genau in die Augen schauen kann. Ich muss doch sehen ob sie Angst vor mir haben." Die Familie lachte und der Opa sagte." Pass bloß auf, dass du dir nicht in die Hose machst, wenn du dem Löwen in die Augen guckst." " Ich bin doch kein Baby mehr." " Warten wir es ab, Kevin," sagte sein Opa.
Wolfgang Schrader holte erst einmal ein paar Getränke. Für die Erwachsenen holte er vier Flaschen Bier und für Kevin eine Fanta. nachdem Wolfgang Schrader Platz genommen hatte, fing auch schon die Veranstaltung an.
Als erstes brachten die Zirkusleute eine Hundenummer mit sieben weißén Pudeln. Eine Frau und ein Mann eine niedliche aber eine schwierige Hundedressur zum Vortrag. Als die Hundeeltern mit den Pudeln die Manege wieder verließen, sagte Kevin zu seinem Opa: " Das war wohl eher für kleine Mädchen etwas, aber sie haben es ganz gut gemacht." " Schön, dass es dir gefällt Kevin. Aber der Abend ist ja noch lang. Gleich kommen die Trapezkünstler. Kevin, da wirst du aber staunen, was die alles können." Es wurde ein Netz gespannt, zwei Meter über dem Manegeboden, und als die Schaukeln in der Luft aufgehängt waren, kamen die Künstler auch schon herein.
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Sie kletterten an Seilen zu den Schaukeln hoch und schwangen sich hin und her und die Männer schleuderten eine Frau von einer Schaukel zur anderen durch die Luft. Kevin staunte nicht schlecht und als die Künstler schon längst wieder auf dem Boden waren hatte Kevin den Mund immer noch offen stehen. " Die Nummer ist zu Ende Kevin, du kannst den Mund wieder zu machen," sagte sein Opa. Kevin lachte und dann klatschte er laut Beifall. " Das war schon eher was für Männer," sagte Kevin zu seinem Opa.
Als nächstes präsentierte eine junge gut aussehende Frau ihre Würgeschlangen. Sie legte sich eine sehr groß und dick aussehende Schlange um ihren Hals, und ließ eine zweite ebenfalls große Schlange über ihren Arm kriechen. Danach kam eine lustige Nummer. Ein Mann und eine Frau präsentierten Seehunde, die aufrecht sich an einem Art Geländer mit ihrem Oberkörper abstützten. Die Seehunde kriegten Wasserbälle zugeschmissen und ließen diese auf ihren Schnauzen herumtanzen. Wenn sie mit einer Übung fertig waren klatschten sie mit ihren Flossen sich selber Beifall. Das fand Kevin so komisch und lustig, dass er sich kaum wieder einkriegte. Er lachte bei der Nummer viel und laut. Am Besten fand er, wenn die Seehunde mit ihren Flossen ihren beiden Besitzern einen Schubs gaben, und wenn sich die Frau oder der Mann dann umdrehten, der Seehund dann verschämt eine Flosse vor seine Schnauze hielt. " Ich lach mich tot, Opa," sagte Kevin mit einem glücklichen Gesichtsausdruck. Danach kam eine tolle Nummer mit Papageien. Es waren drei Aras und drei Kakadus. Ein Papagei fuhr sogar mit einem kleinen Fahrrad über ein kleines Seil. Ein Anderer schaukelte in einer Minischaukel hin und her. Zwei Andere fuhren mit einer kleinen Kutsche über einen langen Tisch, wobei Einer die Kutsche mit dem Schnabel zog und der Andere bequem in der Kutsche drin saß. Als die Nummer mit dem Papageien zu Ende war, gab es sehr großen Beifall. Den Zuschauern gefiel nicht nur die letzte Nummer, sondern die Vorführung insgesamt. Am heutigen Abend kam zuletzt als Höhepunkt eine sehr schöne Pferdedressur. Sechs Schimmel und ein Rappe deren Felle wirklich toll glänzten, liefen mit einer hohen Geschwindigkeit im Kreis herum. Immer wenn die Frau in der Mitte ein Kommando mit der Peitsche gab, drehten sich die Pferde einmal um sich selber. Bei einem anderen Kommando liefen die Schimmel kreuz und quer durcheinander. Die Schimmel liefen dann aus der Manege, aber vorher stiegen die Pferde hoch und standen dann nur noch auf ihren Hinterbeinen und gingen gleichzeitig rückwärts hinaus. Kurz vor dem Manegeausgang stiegen die Pferde wieder nach unten, liefen noch eine Runde und liefen dann hinaus aus der Manege. Der Rappe blieb alleine in der Manege und ein junger Mann ritt auf ihm und machte ganz viele Kunststücke, während der Rappe immer im Kreis herumlief, auf dem Pferd. Zum Abschluss der Pferdenummer kamen die sechs Schimmel noch einmal in die Manege galoppiert und stiegen dann noch einmal mit dem Rappen zusammen auf die Hinterbeine, gingen dabei rückwärts und stiegen vor dem Ausgang wieder nach unten.
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Dann liefen die sieben Pferde gemeinsam hinaus. Der Zirkusdirektor kam in die Manege und sagte: " Für heute war es das. Aber schon morgen Abend gibt es ein Wiedersehen und eine Zugab. Ich bitte jetzt die ganzen Künstler noch einmal in die Manege. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit, verehrtes Publikum und dann vielleicht bis morgen Abend. Vielen Dank." Die Zuschauer klatschten wie verrückt. " War das toll," sagte Kevin zu seinem Opa. " Das kannst du laut sagen, Kevin. Das war richtig toll." Alle vom Schrader Clan waren der gleichen Meinung und sie waren richtig begeistert. " Weißt du was noch besser ist als gut, Opa?"
" Ich kann es mir denken. Du meinst bestimmt, dass die Löwen noch kommen, morgen." " Genau, und deshalb müssen wir auch ehr losgehen als heute. Damit wir in der ersten Reihe sitzen können und ich dem Löwen in die Augen gucken kann."
Als alle Zuschauer und auch die Schraders das Zelt verlassen hatten, gingen die meisten Zuschauer direkt nach Hause, so auch die Schraders. Auf dem nach Hauseweg sagte Kevin: " Wenn ich den Löwen scharf in die Augen gucke morgen Abend, dann laufen die bestimmt vor Angst weg, oder was meinst du; Opa?" " Pass lieber auf, dass du nicht aus der ersten Reihe reiß aus nimmst, wenn dich ein Löwe anbrüllt," sagte Wolfgang Schrader, und die Eltern von Kevin und auch die Oma lachten leise.
Auf jeden Fall lag Kevin noch lange wach in seinem Bett und dachte über die Ereignisse im Zirkus nach, und er war sehr glücklich und froh, das sein Opa immer so schöne Sachen einfallen, wie zum Beispiel der Zirkus.
Und er schlief etwas später seelenruhig ein und träumte vom König der Tiere, dem Löwen.
Sein Opa blieb noch etwas auf, er wollte mit seinem Schwiegersohn Hans, Kevins Papa, noch einen Absacker trinken. Er stieß mit Hans, mit einer Flasche Bier an. Und der Fuchs sagte: " Kevin hatte richtigen Spaß im Zirkus. Ich freue mich, dass es ihm so gefallen hat." " Du hast aber auch immer die richtigen Ideen, weil du den Jungen so gut kennst," sagte Hans. " Und morgen, Wolfgang, wird es deinem Enkel noch besser gefallen weil er dann endlich die Löwen sehen kann. Mal gucken, wenn wir wirklich in der ersten Reihe sitzen, ob er dort sitzen bleibt, wenn ihm ein Löwe ganz nah kommt."" Da bin ich auch gespannt drauf," erwiderte der Opa von Kevin. Die beiden Frauen kamen auch noch dazu, zu der Männerrunde, und sie hatten ein bisschen mitgehört. " Wolfgang," sagte seine Frau. Ich bin auch gespannt wie Kevin auf die Löwen reagiert. Ich glaube er kriegt Angst, wenn ein Löwe direkt hinter dem Käfig bei Kevin sitzt. Was meinst du, Tochter?" " So wie ich meinen Jungen kenne ist er vorher ganz mutig, aber wenn der Löwe in seiner Nähe sitzt und brüllt, dann zieht er sich zurück, was meinst du, Vater? Du kennst Kevin doch am Besten." " Ich glaube auch, dass er sich zurück zieht, ich weiß nur nicht wie er das machen will, wenn er in der ersten Reihe sitzt. Aber er findet bestimmt eine Lösung." Die Erwachsenen klönten noch das Eine oder Andere und tranken noch etwas, währenddessen Kevin schon lange träumte.
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Etwas später ging aber der Rest der Familie auch schlafen.
Am nächsten Morgen war Kevin der erste der wach war. Seine Eltern schliefen noch fest. So lief er schnell zu seinem Opa und seiner Oma, die nämlich immer früh aufstehen. Die Beiden saßen schon beim Frühstück. " Mensch habe ich einen Löwenhunger," sagte Kevin. Guten Morgen Oma und Opa." " Apropo Löwenhunger , Kevin. Hoffentlich haben die Löwen schon vorher was gegessen, wenn sie heute Abend auftreten." " Warum," wollte Kevin wissen. " Ja, weil die Tiere sonst schlecht aufgelegt sind, genau wie wir Menschen, Kevin. Und die Tiere sind dann sehr gereizt." " Opa dann schmier mir schnell ein Brötchen, sonst werde ich gleich auch noch ganz gereizt." Die Drei sprachen noch sehr viel über den gestrigen Abend und hatten sehr viel Spaß dabei.
Die Zeit verging wie im Flug, und der Abend kam schnellen Schrittes auf alle zu. Sie freuten sich alle auf Zirkus Teil 2. Gut gelaunt gingen sie wieder Richtung Zirkuszelt. Extra etwas früher als den Tag zuvor damit Kevin auch ja in die erste Reihe sich setzen konnte. Und tatsächlich es klappte. Kevin brauchte sich gar nicht beeilen, es waren noch genug Plätze in der ersten Reihe frei. Die Löwen konnten quasi kommen, Kevin war vorbereitet.
Der Zirkusdirektor begrüßte die Zuschauer wieder sehr höflich und schon ging die Vorstellung los. Als erstes kamen die Elefanten in die Manege. Kevin staunte nicht schlecht wie groß diese Tiere waren so direkt vor ihm. Die Elefanten stiegen mit einem Bein auf eine runde Plattform und wieder nach unten. Als Höhepunkt
der Nummer mit den Elefanten war, dass eine junge Frau sich flach vor den Elefanten legte und der seinen Fuß knapp über den Körper der Frau hielt, aber kurz vorher stoppte , ein paar Sekunden so verhaarte und dann ohne die Frau berührt zu haben, wieder das Bein zurück nahm
Es gab großen Beifall als die Nummer zu Ende war. Der Abend fing schon wieder sehr gut an.
Nach den großen, wuchtigen, mächtigen Elefanten kamen auch sehr große Tiere, nämlich Kamele. Diese kamen in die Manege gelaufen und drehten ein paar Runden, bevor sie anhielten und sich auf den Manegenboden hinknieten, damit Reiterinnen auf den Sattel, der auf dem Rücken des Tieres lag, aufsteigen konnten.Als die Reiter fest im Sattel saßen standen die Tiere auf und gingen langsam am Rand der Manege entlang. Nach diesem Ritt gingen die Tiere langsam wieder in die Hocke, damit die Reiterinnen wieder sicher absteigen konnten von den Tieren. Danach wurde es lustig, sehr lustig, denn zwei Clowns brachten die Leute zum Lachen. Kevin hatte besonders viel Spaß dabei. Er hatte Bauchschmerzen vor Lachen und war froh, dass danach Jongleure an der Reihe waren, damit sein Bauch sich erholen konnte. Nichts desto trotz war auch diese Darbietung auf sehr hohem Niveau . Die Jongleure arbeiteten mit mit Keulen und Bällen und einer warf sogar Tennischläger hoch und jonglierte damit. Zum Schluss der Darbietung natürlich auch wieder ein Höhepunkt, ein Jongleur jonglierte mit brennenden Fackeln. Tosender Applaus für die Darsteller.
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Danach kam ein Messerwerfer mit seiner Begleiterin in die Mitte des Zeltes. Die Frau stand erst an einer runden Scheibe mit dem Rücken an diese gelehnt. Derr Messerwerfer schmiss die Pfeile so dicht am Körper der Frau an die Scheibe, dass er hätte Haare bei der Frau schneiden können. Auch an den Armen und den Beinen hätte nur noch eine Zeitung dazwischen gepasst, zwischen Messer und Körper. Auch er bekam dafür viel Applaus. Zum Abschluss schnallte der Mann die Frau an Händen und Beinen an Laschen an die Scheibe fest, und drehte dann die Scheibe. Während sich die Scheibe mit der Frau drehte, warf der Mann sechs Messer auf die Scheibe wieder so knapp, dass alle Zuschauer den Atem für einen Moment anhalten mussten. Als der Mann die Scheibe wieder anhielt konnte man sehen wie knapp die Messer neben der Frau in der Scheibe steckten. Gleich danach kam eine spektakuläre Rollschuhnummer wobei ein Mann und eine Frau auf einer kleinen, runden Plattform sich schnell mit den Rollschuhen im Kreis bewegten. Diese Darbietung hatte viel Tempo im Programm und spektakulär wurde es als die Frau den Kopf in eine Halterung steckte, die der Mann um den Hals trug. Er drehte sich mit der Frau am Hals hängend ganz schnell im Kreis und die Frau drehte sich in der Luft um sich selber, was sehr atemberaubend aussah. Kevin war voll auf begeistert über das tolle Programm und er freute sich schon auf die Löwen, aber vorher gab es noch eine Darbietung mit zwei Braunbären. Die Bären wurden an kurzen Eisenketten von ihren Dompteuren gehalten.Wenn sich die ebenfalls sehrt wuchtigen Tiere aufstellten, sahen sie sehr gefährlich aus. Kevin hatte nun aber keine Ruhe mehr, danach kamen die Löwen, auf die er schon die ganze Zeit gewartet hatte. Es wurde ein Käfig rings um die ganze Manege aufgebaut, damit auch ja den Zuschauern nichts passierte. Es dauerte eine ganze Weile, bis der Käfig vollständig aufgebaut war. Kevin konnte es nicht mehr aushalten, bis auf einmal der erste Löwe hinein lief in die Arena. Der Löwe brüllte noch ganz laut und lief direkt auf Kevin zu, der wohl ganz vergessen hatte, dass ja ein Käfig zwischen ihm und dem Löwen war, und er dadurch in die zweite Reihe sich drängelte, weil er Angst bekam. Sein Opa lief aber sofort hinter ihm her und hielt ihn auf. " Kevin beruhige dich, es kann nichts passieren." Sein Opa hatte richtig Sorgen um Kevin und ging mit ihm aber in die erste Reihe zurück, aber kevin durfte bei Opa auf dem Schoß sitzen. So langsam löste sich die Angst wieder bei Kevin, aber dem Löwen in die Augen gucken wollte er jetzt auf keinen Fall mehr. Aber so pö a pö gefiel Kevin die Löwennummer doch und er konnte sein lang ersehnte Löwendressur geniessen. Kurz vor Schluß sprang ein Löwe sogar durch einen brennenden Holzreifen durch und das gleich mehrmals hin und zurück. Zum Schluß ließ der Dompteur die Löwen alle hinaus laufen, aber einer blieb drinnen. Mit diesem Löwen hatte der Dompteur etwas Besonderes vor. Er ging zu dem Löwen hin, hielt mit beiden Händen sein Maul offen und hielt für eine ganz kurze Zeit seinen Kopf in das Maul des Löwen. Die Menge tobte nachdem der Löwe auch hinaus gelaufen war.
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Kevin war total begeistert. Der Zirkusdirektor bedankte sich bei allen Gästen und Künstlern und lud alle ein, sich vor das Zirkuszelt zu stellen, da es dort zum Abschluss ein Feuerwerk gab. Und zwar vom Feinsten. Das Feuerwerk, dass aus vielen Raketen bestand, dauerte immerhin 10 Minuten. Ein riesen Spaß für groß und klein. Alle staunten über die bunten, silbernen und goldenen Punkte am Himmel. Als das Lichtspiel am Himmel zu Ende war, gab es noch einmal großen Beifall. Die meisten Leute gingen danach heimwärts. Aber viele folgten auch der Einladung des Zirkusdirektors und gingen auf einen kleinen Umtrunk zurück mit ins Zelt. Für die Erwachsenen gab es Bier und für die kleinen Gäste Limonade. Der Direktor des Zirkus stand gerne Rede und Antwort, wenn die Gäste irgendeine Frage über den Ablauf oder das Geschehen des Zirkuslebens hatten.
Die Familie Schrader blieb, bis die letzten Gäste auch nach Hause gingen. Kevin war schon ziemlich müde und er schlief auch bald ein zu Hause in seinem Bett.
Am Sonntag Mittag saßen alle der Familie am Mittagstisch bei Oma und Opa und sie unterhielten sich über die letzten zwei Tage. Sie hatten noch alle viele Eindrücke vom Wochenende und alle hatten viel zu erzählen.
Am Montag morgen war deshalb das erste Gespräch mit Patrik Dirkes im Präsidium über den Zirkusbesuch. Wolfgang Schrader schwärmte nur so über das Wochenende und es freute ihn am Meisten, dass Kevin so viel Spaß hatte. Aber dann ging es an die Arbeit.
" Es ist ja so, Wolfgang, wir haben keinen Hinweis und keine Beschreibung vom Lieferanten des Anabolikas. Wir können nur an dem " Dealer", über Nils Schumann kommen. Wir müssen Schumann sagen, dass wenn der Unbekannte wieder anruft, dass er ein Treffen wie immer vereinbart. Wenn wir den Treffpunkt und den Zeitpunkt haben schicken wir einen Beamten dort hin, der anstatt Nils Schumann zu dem Treffpunkt geht.
Und bei der Übergabe nehmen wir den Mann oder die Frau fest." " Ich glaube so könnte es klappen, Patrik. Aber vielleicht habe wir ja auch den Mörder schon in Haft. Nils Schumann meine ich. Willst du ihn Heute noch einmal verhöre." " Ja das wollte ich unbedingt."
Ein anderer Polizist begann im Fitnesscenter seinen Dienst. Karl Dohle alias Peter Kuhl traf sich mit seinen Boxerkollegen zum Training. Alle warteten schon und zwar auf ihren Chef Nils Schumann. " Warum, wartet ihr denn Alle, ihr könnt doch auch ohne Nils trainieren. " Sein neuer Freund Dirk Stuhl ging zu Peter und sagte zu ihm leise: " Sie warten auf Dop. Lass sie am Besten in Ruhe, komm wir fangen schon mal an zu trainieren." " Wollte Nils euch Anabolika besorgen ?" " Ja, er wollte den anderen etwas mitbringen Heute. Das hatte er letzte Woche gesagt, aber er scheint wie vom Erdboden verschluckt." " Ihm wird doch nichts passiert sein?" " Hoffentlich nicht. Wie wollen die Anderen dann an das Anabolika kommen?" " Wieso, hat nur Nils Schumann das Doping besorgt? Kein Anderer. Was macht ihr denn wenn Nils mal krank wird oder so was? Wer besorgt euch dann das Zeug?"
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" Ich weiß nicht ob ein Anderer auch in die Sache eingeweiht ist. Ich wüsste nicht, dass jemand anderes von uns weiß wer der Kontaktmann ist mit dem Dop. Und ich glaube nicht, dass einer von uns außer Nils mit dem " Dealer" je ein Wort gesprochen hat." " Das heißt wenn Nils nicht wieder auftaucht, dann bekommt ihr kein Doping mehr?" " So sieht es glaube ich aus, aber der taucht schon wieder auf." Peter Kuhl musste unbedingt mit Patrik Dirkes sprechen. Und das so schnell es ging. Deshalb fuhr er zum Präsidium um einiges zu klären.
Als er im Büro saß vom Chef kam er auch gleich zur Sache. " Ja, ich weiß ich soll sie nur anrufen, aber mir schien die Sache als sehr dringlich." " Also gut, Polizist Dohle, dann schießen sie mal los." " Also es ist so, dass Nils Schumann eine Übergabe mit dem Lieferanten gehabt haben muss. Nun ist er Heute noch nicht aufgetaucht im Fitnesstudio, die Anderen aber warten auf die Lieferung, sie wollen ihren Dop haben. Sie haben schon dafür bezahlt. Und ich habe von Dirk Stuhl erfahren dass wohl keiner den Lieferanten kennt oder sonst irgendwie Kontakt mit ihm hat. Ich weiß nicht mehr weiter, deswegen bin ich hier." "O.K. Wachtmeister Dohle, es war gut, dass sie sich gemeldet haben. Vielleicht wäre es besser telefonisch gewesen, aber es war richtig, dass sie zu mir gekommen sind. Die Sache sieht so aus." Der Fuchs" persönlich hat ein Telefongespräch von Nils Schumann mitgekriegt. Wir wussten nur den Tag, nicht die Uhrzeit und nicht den Übergabeort. Deswegen haben wir Nils Schumann überwachen lassen, sind ihm gefolgt bis zur Übergabe, wir konnten Nils Schumann festnehmen, der Lieferant ist uns aber durch die Latten gegangen. Jetzt haben wir Nils Schumann in U-Haft sitzen, aber wir hätten auch gerne den richtigen Dealer. Das ist die Situation Dohle. " " Ich verstehe. Was wollen sie jetzt tun, Chef." " Wenn sie schon einmal hier sind habe ich eine Idee. Wie fänden sie es, wenn wir mit Nils Schumann noch mal sprechen, ihn uns vorknöpfen und in die Mangel nehmen.Wenn wir Nils Schumann überzeugen können, dass er ganz schön, auf Deutsch gesagt in der Schewiße steckt. Und ihn dann überreden für uns zu arbeiten, wenn wir ihm Haftzeit erlassen. Wie wäre das." " Eine gute Idee, Herr Dirkes. Und wie soll die Zusammenarbeit aussehen?" " Das besprechen wir dann, wenn wir Schumann so weit haben, dass er überhaupt mit uns zusammen arbeiten will." "O.K. Dann sage ich dem diensthabenden Wachtmeister bescheid, dass sie, Herr Hauptkommissar mit Schumann sprechen wollen." Genau so machen wir das, Dohle. Und wenn ich Schumann so weit habe, dann hole ich sie dazu." Der diensthabende Polizist brachte Schumann in Patrik Dirkes Büro.
" Setzen sie sich Schumann.Ich möchte ihnen einmal ihre Lage erklären. Sie sind unser Hauptverdächtiger in diesen beiden Mordfällen, obwohl es noch die eine oder andere Spur in diesem Fall gibt, der wir nachgehen müssen. Und genau die eine Spur könnte für sie von Vorteil sein." " Ich verstehe nicht ganz worauf sie hinaus wollen, Herr Kommissar. "
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" Sie bekommen sowieso ein Gerichtsverfahren wegen illegalen Drogenhandels und Körperverletzung, dass kann ich ihnen nicht ersparen. Aber wenn sie nicht der Mörder wären, und sie mit uns zusammen arbeiten würden, kann ich ein gutes Wort für sie einlegen und auch ihre Mithilfe würde ihre Strafe mildern." " Und wie müsste meine Mithilfe aussehen? Was müsste ich machen?" " Passen sie auf, Schumann. Wenn sie mit uns mitarbeiten, dann zahlt sich das srtafrechtlich positiv für sie aus. Wir würden sie aus der Haft entlassen, würden sie aber auf Schritt und Tritt verfolgen und beobachten. Sie dürften nur das machen, was wir ihnen sagen. Und das wichtigste wäre, dass wir an ihren Partner gelangen, der ihnen die Dopingmittel gibt. Das heißt, wenn sie wieder eine Übergabe mit ihrem Partner vereinbaren, dürfte er keinen Verdacht schöpfen. Er dürfte nicht mitkriegen, dass es eine Falle darstellt. Wenn wir den Verbrecher bei der Übergabe stellen können mit ihrer Hilfe und der Verbrecher wäre der Mörder, dann haben sie höchstens mit einer Bewährungsstrafe zu tun. Sie würden das Anabolika morgen ihren Kollegen zuteilen, würden ganz normal Training mit ihnen machenaber keiner dürfte erfahren, dass sie bei uns waren noch dass sie mit uns zusammen arbeiten. Das wäre im Groben alles. Was sagen sie dazu, Schumann." " Nun, das ist eine ganze Menge die ich mir da überlegen soll." " Wenn sie nicht der Mörder sind, was haben sie schon zu verlieren. Nichts. Sie könnten nur gewinnen." " Bis wann kann ich mir die Sache überlegen, Herr Kommissar?" " Bis heute Abend 22 Uhr lasse ich ihnen Zeit, bis dahin sollten sie es sich überlegt haben." "O.K. Herr Kommissar. Bis dahin."
Dirkes ließ Schumann wieder in seine Gefängniszelle bringen. Nach dem Gespräch mit Schumann rief er seinen alten Chef Wolfgang Schrader an und erzählte ihm alles. Der war begeistert von dem Plan und er lobte Patrik Dirkes. " Dann hoffe ich für dich, dass Schumann sich dafür entscheidet mit euch zusammen zu arbeiten. Ruf mich wieder an, wenn Schumann sich entschieden hat." Es dauerte eine ganze Weil, ungefähr zwei Stunden nach dem Gespräch, aber noch weit vor 22 Uhr als Schumann sich aus seiner Zelle holen ließ um in das Büro von Patrik Dirkes gebracht zu werden. Als er sich auf einen Stuhl gesetzt hatte fragte Dirkes vorsichtig: " Und Schumann, wie haben sie sich entschieden?"" Herr Kommissar, ich denke ich werde versuchen ihnen zu helfen, wenn alles so bleibt was sie mir dafür versprochen haben." " So, wie ich es ihnen vorhin im Gespräch erklärt habe, nicht mehr und nicht weniger." " Wie macht man das bei ihnen, bei uns Boxern machen wir das per Handschlag klar." " Bei der Polizei geht das etwas dienstlicher zu, aber von mir aus per Handschlag." Beide gaben sich die rechte Hand und sagte beide gleichzeitig:" Abgemacht."
Patrik Dirkes rief sofort den Fuchs an und sagte ihm, dass Schumann eingewilligt hat. Morgen früh soll Schumann ganz normal wieder ins Fitnesstudio gehen, so als wäre nichts passiert.
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Am nächsten Morgen ging Schumann wieder ins Fitnesstudio, immer beobachtet von zwei Polizisten in Zivil. Er gab seinen Leuten das Anabolika wie immer und er tat wirklich so als wäre nichts passiert. Patrik Dirkes und seine Kollegen brauchten jetzt viel Geduld, denn es konnte dauern bis Schumann wieder angerufen wird, denn schließlich hatten sie ja eine Lieferung erhalten, aber diese Zeit mussten sie einfach haben.
Die Polizei konnte jetzt nur abwarten und hoffen das keiner dahinter kommt, dass Schumann mit ihnen nun zusammen arbeitet. Patrik Dirkes mussten nun viele Polizisten auf den Einsatz, der ihnen bevor stand, sprich die Übergabe, vorbereiten. Das hieß er hatte noch viele Gespräche zu führen, damit der Einsatz auch von Erfolg gekrönt sein würde. Bis zum nächsten Einsatz hatte nicht nur die Polizei Zeit, sondern auch " der Fuchs". Patrik Dirkes ließ alle beteiligten Polizisten in den Besprechungsraum kommen. Patrik Dirkes gab die Marschroute an, also wie jeder vorzugehen hat. Jeder hatte eine bestimmte Aufgabe zu erledigen. Das Wichtigste war natürlich den Dealer zu stellen.
Drei Wochen später war es so weit. Der Dealer meldete sich bei Nils Schumann. Treffpunkt sollte wieder der alte Bahnhof sein. In der Nacht um ein Uhr sollte die Übergabe stattfinden. Nils Schumann hatte gut mitgearbeitet. Patrik Dirkes war sehr nervös, er hoffte natürlich dass alles so klappte wie er sich das vorstellte.
Die Polizisten standen auf ihren Posten. Es war 1 Uhr. Es war weit und breit niemand zu sehen. Nils Schumann ging zu dem verabredeten Treffpunkt, doch keiner war zu sehen. Dann sah er auf einmal zwischen langen Holzbohlen eine Tüte die zwischen den Hölzern steckte. er nahm die Tüte heraus und guckte hinein. Ein Zettel steckte darin, auf dem stand:" Denkt ihr Polizisten ich bin so blöd mich auf so eine Falle hereinlegen zu lassen. Dann müsst ihr schon früher aufstehen, um mich zu schnappen.
" So eine verdammte Sauerei. Wie konnte er wissen, das wir mit Schumann zusammen arbeiten. Es muß einen Maulwurf geben in unseren Reihen. Aber wer macht so einen Mist?" Es konnte jeder sein, die Beamten waren alle in Verdacht. "Es bringt auch nichts jeden einzelnen zu durchleuchten. Wir müssen halt die Augen und Ohren offen halten, " sagte der Fuchs zu Patrik Dirkes.
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" Jetzt müssen wir nicht nur diesen Verbrecher schnappen, sondern wir dürfen auch noch raus kriegen wer ihn gewarnt hat. Und das in unseren eigenen Reihen. Wer das gemacht hat, der fliegt aber achtkantig aus dem Polizeidienst heraus und bekommt außerdem noch Gefängnisstrafe. Wolfgan ich glaube das wird dieses mal richtig schwierig den Fall zu lösen." " So lange wir einen Maulwurf in unseren Reihen haben, wird es so wie so schwierig." " Wir müssen diesen Verbrecher irgendwie überlisten, abe wie?" " Da fällt uns schon was ein, Patrik."
" Als erste müssen wir herausfinden, wer ihn gewarnt hat. Derjenige weiß, wer der Kerl ist." " Aber wie finden wir das heraus?" " Ich glaube wir müssen noch ein Treffen abwarten, aber dieses mal müssen wir uns schlau anstellen."
" Wir werden den Beamten eine Falle stellen, so dass wir über ihn an den Dealer kommen, aber das müssen wir geschickt und wohl durchdacht anstellen."
Die beiden Polizisten setzten sich zusammen und überlegten gemeinsam. Eine ganze Zeit saßen sie still im Büro von Patrik Dirkes. Dann kam " der Fuchs" auf eine Idee. Die beiden verschickten E-Mails an ihren gesamten Kollegen unter falschen Namen. Der E- Mail Text lautete: " Möchte liefern, aber deine Kollegen sind mir auf der Schliche. Danke dass du mir geholfen hast. Ich brauche noch einmal deine Hilfe. Lass uns um 1 Uhr an dem alten Bahnhof treffen. Muss was mit dir besprechen."
Nun brauchten Dirkes und "der Fuchs" nur darauf warten bis sich die Kollegen bei ihren Chefs meldeten. Auf diese E- Mail antworteten fast alle Kollegen bis auf Drei. Die Kollegen die sich gemeldet hatten konnten eigentlich nicht der Maulwurf sein. Esd musste Einer von den Dreien sein, die so taten, als ob sie keine E- Mail erreicht hatte.
In der Nacht kam Patrik Dirkes und " der Fuchs" um 0.50 Uhr am alten Bahnhof an. Um Punkt 1 Uhr sahen sie plötzlich einen Schatten im Mondlicht. Sofort griffen sie zu und hatten Glück. " Meier, sie. Damit hätte ich nicht gerechnet," sagte der Fuchs.
Auf dem Präsidium gab Meier zu, dass er wusste wer Iris Stein und Lutz Oker ermordet hatte. Sofort fuhren Patrik Dirkes und Wolfgang Schrader genannt " der Fuchs " zu jemandem dem sie so etwas nie zugetraut hätten. Als sie klingelten machte derjenige auf und ließ sich ohne Gegenwehr verhaften. Es war der Mann von Iris Stein, der seine eigenen Frau zum Schweigen gebracht hatte und den Amateurboxer ebenfalls. Oliver " Olli" Stein war der, der mit Anabolika dealte und weil seine Frau und auch Lutz Oker dahinter kamen mussten sie sterben.
" Er wird lebenslänglich kriegen." sagte der Fuchs zu Patrik Dirkes. " Und was kriegt der Polizist Meier für eine Strafe?" " Der Meier wird auch einige Jahre kriegen und vor allem muss er den Dienst bei der Polizei quittieren müssen. Er wird nie wieder eine Stellung irgendwo bekommen und das zurecht." " Und was macht " der Fuchs" jetzt. Geht er endlich in Rente?" fragte Patrik Dirkes. Und " der Fuchs " antwortete: " Wer weiß, wer weiß."
Ende des zweiten Teiles.